02.09.2020 - 5.9 Corona - Auswirkungen auf die Planungen 2020/20...

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Wortprotokoll

Herr Fuchs  berichtet über die Corona-Auswirkungen auf die Planungen 2020/2021 im Fachbereich  Kultur. Grundsätzlich sei man in einer weniger schlechten Situation  als es  bei den Freien Kulturzentren der Fall sei. Es sei gelungen, das Ausstellungsprogramm  aufrecht zu erhalten. Im Ausstellungsbereich des Museums habe man   nach intensiven Absprachen mit anderen Museen  die Planungen insgesamt nach hinten  verschieben können. Dies sei nicht immer einfach gewesen  aufgrund von Abstimmungen untereinander bezüglich  von Anlieferungen, sowie von Reisebeschränkungen  für Künstler aus China. Wie allen bekannt sei, habe man in diesem Jahr  im Ausstellungsbereich des OMH den Schwerpunkt bei den chinesischen Künstlern. Der Anteil der Veranstaltungen,  wie z.B. Ausstellungseröffnungen, Führungen, Workshops und Museumspädagogik  sei jedoch nach wie vor  deutlich  betroffen. Durch die Einschränkungen  bei Workshops und dem Urlaubskorb hätten nur jeweils bis zu 7 Besucher  und ein/e  Leiter/in  an den Veranstaltungen teilnehmen können. Noch stärker davon beeinträchtigt  gewesen sei das ESM, weil  dort der Anteil der geplanten musikalischen Veranstaltungen größer sei als im OMH. Die Eröffnung der Ausstellung von Fritz Winter im ESM musste ebenso verschoben werden. Beide Museen seien gleichermaßen von den Schließungen betroffen gewesen und hätten unter den gleichen Restriktionen wiedereröffnen können. Der Besuch ganzer Schulklassen sei noch nicht wieder  möglich. Hierzu  liefen Gespräche mit dem Gesundheitsamt über reine Schulveranstaltungen. Daher sei die Museumspädagogik stärker betroffen als andere museale Veranstaltungen. Teilweise würden Programme auch umgestaltet und überarbeitet, wie z.B. Mitmachangebote für Kinder im Wasserschloss Werdringen (Ritterhemd). Neue Materialien seien  hier auch erforderlich. Die äußeren Durchführungsbedingungen müssten abgeändert werden. Die Mitmachangebote  seien zur Zeit in der bisherigen Form nicht durchführbar und es werde daher nach Alternativen  gesucht. Erfreulicherweise seien die Besucherzahlen nach dem Lock Down mit der Wiedereröffnung nahezu  wieder  ähnlich hoch wie vorher. Was aktuell noch fehlen würde wären Sonderveranstaltungen. Hier fehlten jedoch auch die nötigen Mittel wie z.B. Personal. Coronabedingt seien die Kontrollmöglichkeiten  wesentlich aufwendiger geworden. Er habe die Hoffnung, -mit Ausnahme der beiden Schließungsmonate aufgrund des Lock-Down,- bald wieder die Vorjahreszahlen erreichen zu können.

Stärker betroffen mit seinen Veranstaltungen als der museale Bereich  hingegen sei das Kulturbüro mit seinen Projekten und Veranstaltungen gewesen, von denen einige nicht hätten stattfinden können.

 

Frau Redlberger erläutert dazu am Beispiel von „Planet Hagen“,  Offene Ateliers und kreative Orte 2020, dass die Programme des Kulturbüros abgestellt seien auf die persönliche Begegnung  zwischen  den Menschen und Künstler/innen vor Ort. Dies sei nun unter Coronabedingungen schwierig. Ursprünglich hätte  Planet Hagen an zwei Tagen im April stattfinden sollen mit 83 Künstlern/innen. Dann habe man auf eine  Durchführung im Herbst 2020 gehofft. Für die Möglichkeit des digitalen Anmeldeverfahrens  bedankt sich Frau Redlberger bei den Kollegen/innen vom HABIT. Mittlerweile ist  die Veranstaltung auf  2021 verschoben worden. Da von den Künstlern/innen und auch des Publikums  schon immer der Wunsch nach mehr online Präsenz bestanden hätte, habe das Kulturbüro die Zeit dafür  genutzt,  „Planet Hagen“ weiter digital auszubauen. Die Webseite ist  ausgebaut worden, so dass  jeder Anbieter nun eine eigene Seite mit seriösen Informationen hat. Dies sei der digitale Heimathafen. Jeder könne sich dort  wiederfinden. Neu dazu gebe es jetzt ein Facebook- Account und ein Instagram- Account für die Veranstaltung. Damit geht  „Planet Hagen“ online an den Start. Derzeit würden die Kolleginnen des Kulturbüros versuchen, gemeinsam  mit den Kooperationspartnern  abzuschätzen, was an Programmen und Veranstaltungen ,- wie z.B. die beiden großen Festivals „Muschelsalat und SchwarzWeissBunt,- für 2021 unter Coronabedingungen möglich sein könnte. Es werde u.a. geprüft, welche Orte dafür in Frage kämen. Dabei würden hohe Sicherheitsbestimmungen bei den Planungen angesetzt. Dazu seien kleinteilige Absprachen mit den Kooperationspartnern  erforderlich. Jetzt müsse zunächst einmal die weitere Entwicklung  der Pandemie abgewartet werden. Man sei noch in der Schwebe.

 

Herr Fuchs ergänzt , dass das Archiv den Betrieb wieder aufgenommen hat. Dies läuft  mit einer Voranmeldung. Es zeige sich, dass die Menschen die kulturellen Einrichtungen insgesamt  wieder aufsuchen würden und auch wirklich  nutzen wollten.

 

Herr Fritzsche erkundigt sich nach dem Grund der unterschiedlichen Anmeldeverfahren für die beiden aktuellen  Ausstellungseröffnungen  „Lebensecht“! und  der  Ausstellung von Fritz Winter. Letztere sei mit 60 Besuchern bereits ausgebucht gewesen.

 

Herr Fuchs erwidert, dass die Ausstellung von Fritz Winter in der Verantwortung  des ESM liege. Für die Eröffnungsveranstaltungen gelten  grundsätzlich die gleichen Regeln.  Bei der Ausstellungseröffnung   „Lebensecht“ ist  am Eingang gezählt worden.

 

Herr Dr. Geiersbach erkundigt sich nach den Besucherzahlen der Vernissagen im OMH sowie der Durchführbarkeit von Ausstellungseröffnungen. Er wirft die Frage auf, ob der diesjährige Muschelsalat als eine reine Freiluftveranstaltung  nicht doch durchführbar gewesen wäre. Dies solle seiner Meinung nach künftig stärker berücksichtigt werden. Am Beispiel der Schwerter- Kleinkunst -Woche schlägt er vor, zukünftig mehr Freiluftveranstaltungen  einzuplanen. Weiter erkundigt er sich nach der  Problemlösung zur Durchführbarkeit von VHS  Kursen, die in den Klassenräumen der Regelschulen stattnden. Er würde gerne  wissen, ob hier inzwischen  eine Lösung gefunden werden konnte.

 

Herr Becker erklärt, dass bei der Nutzung von schulischen Räumen für andere Zwecke wie z.B.  durch die VHS, immer eine Vereinbarkeit mit dem Aspekt des Infektionsschutzes und den schulischen Belangen vorhanden sein muss.  Die VHS ist eine außerschulische Nutzung der Regelschulen. Für die Cuno-Berufsschule und die Ricarda-Huch-Schule ist  inzwischen ein Konzept entwickelt worden, so dass Fremdsprachenkurse und Schulabschlüsse Deutsch als Fremdsprache wieder angeboten werden können. Das erklärte Ziel sei, perspektivisch dafür wieder alle Schulen  nutzbar  zu machen.  Was das Thema Zwischenreinigung anginge, habe man derzeit noch keine Lösung  gefunden und hoffe, dies zeitnah erreichen zu können.

 

Herr Fuchs führt aus, dass der Anteil der Reden bei Vernissagen wie z.B. „Lebensecht“! deutlich verkürzt worden ist. Für Eröffnungen hat  der Fachbereich im Osthaus Museum unterschiedliche  Räume zur Verfügung, die auch unterschiedlich beplant werden. Im Foyer gibt es z.B. eine  gemeinsam von ESM und OMH eigens  dazu mit dem Gesundheitsamt abgesprochene Sitzordnung. Zum Thema Freiluftveranstaltungen  geht Herr Fuchs auf die jetzt gängige Meinung der Virologen ein, dass bei diesen ein geringeres Infektionsrisiko bestehen würde. Zum Zeitpunkt der Absage als die Entscheidung für den diesjährigen Muschelsalat getroffen werden musste, hätten diese Erkenntnisse in der Form noch nicht vorgelegen. Zudem ist  der Fachbereich  an die Entscheidung  des Krisenstabes gebunden. Von daher sei hier seiner Ansicht nach die richtige Entscheidung getroffen worden. Zukünftig werde man im Rahmen der Coronaschutzverordnung kleinere Formate wählen. Freiluftveranstaltungen würden nicht gänzlich aufgegeben, sondern verkleinert und abgeändert. Organisatorisch seien  diese  natürlich erheblich  aufwendiger, indem z.B. eine  große Anzahl von Ordnern benötigt würde. Die gesetzlichen Bestimmungen gäben hier immer die Obergrenze  vor. Dem Hinweis von Herrn Dr. Geiersbach auf die Schwerter- Kleinkunst-Woche  werde er gerne nachgehen.

 

Herr Söhnchen bedankt sich für die zahlreichen Informationen von Herrn Fuchs und wünscht alles Gute für die Zukunft.  

 

 

 

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