11.03.2020 - 5.1 Bericht zum Projekt "Hagener Köpfe"hier: Erläut...

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Wortprotokoll

Herr Söhnchen begrüßt Frau Dr. Ochs vom Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität Hagen.

 

Frau Dr. Ochs  bedankt sich für die Einladung in den Ausschuss und stellt diesem das Projekt „Hagener Köpfe“ vor. Entscheidend dabei sei der Untertitel des Projektes, Unternehmensgeschichte als Familiengeschichte zu präsentieren. Die Industrialisierungsgeschichte des Ruhrgebiets sei  im 19. Jahrhundert geprägt gewesen von Unternehmensdynastien. Eine Förderzusage für das Projekt,-  sowohl von der Stadt Hagen mit 5.000,- € als auch dem RVR mit 5.000,- €, -läge bereits vor. Sie erklärt weiter, ihre heutige Aufgabe bestünde darin, mit den Ausschussmitgliedern eine Auswahl zu treffen, diesen ihren Vorschlag zu unterbreiten und  die Auswahlkriterien für die folgenden fünf Familien zu erläutern: Familie Osthaus/Funcke  als Kunstmäzen in Zusammenhang mit dem Hohenhof, Familie Harkort  (Maschinenfabrik und Eisenbahnbau), Familie Eversbusch (Brennerei in Haspe) , Wälzholz (Produktion von Bandstahl) mit dem Stammhaus in Hohenlimburg und  Familie Bechem (Spezialschmierstoffe). Die Spuren dieser Familien seien  bis zum heutigen Tag sichtbar. Die Familien Osthaus und Harkort hätten mit dem Hohenhof und dem Haus Harkorten auch wichtige architekturgeschichtliche Marksteine hinterlassen. Künstlerisch wertvolle Gräber aller Familien befänden sich auf dem Buscheyfriedhof. Die Auswahlkriterien seien u.a. die Tradition und Erinnerungskultur, die Präsenz und der Bezug zur Stadt Hagen, die Auskunftsbereitschaft der Nachkommen, sowie das Hinterlassen von Spuren in Hagen. Der RVR lege zudem Wert auf die Route der Industriekultur. Sparten und Stadtteile wie z.B. Haspe und Hohenlimburg müssten auch berücksichtigt werden. Das Ziel dieses Projekts sei das Anlegen einer Sammlung lebensgeschichtlicher Video-Interviews mit zunächst fünf Nachfahren von Hagener Industriellenfamilien. Diese sollen zu Portraits zusammengeführt werden. Die Interviews würden vom Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen durchgeführt und im dazugehörigen Archiv Deutsches Gedächtnis archiviert sowie als Online-Bestand mit dem Stadtarchiv Hagen verlinkt.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei Frau Dr. Ochs.

 

Herr Walter merkt an, dass er den Titel „ Hagener Unternehmensdynastien eindeutiger  fände als den Namen Hagener Köpfe. Der vorgeschlagene Titel  erscheine  ihm eher missverständlich zu sein. Dabei assoziiere man immer Künstler/innen  und Politiker/innen.  Außerdem schlägt er vor, das Ergebnis nicht nur digital festzuhalten, sondern auch in Buchform zu publizieren.

 

Frau Dr. Ochs erwidert, der Arbeitstitel des Projektes sei noch nicht abschließend festgelegt.

 

Herr Dr. Fischer erklärt, er vermisse bei der Aufzählung die Familie  Brandt mit ihren Zwiebäcken. Diese Familie sei weltbekannt.  Andere Namen seien  u.U. in der Bevölkerung  weniger bekannt.

 

Frau Kaufmann  erklärt, für eine Publikation des Projektes fehlten leider derzeit die finanziellen Mittel. Auch bestünde ihrerseits der Wunsch nach einer Fortsetzung und einem zweiten Band. Bei dem engen Budget sei dies nicht einfach. Mit dem Kämmerer habe sie bereits gesprochen. Der RVR habe seine Beteiligung  an die der Stadt Hagen  geknüpft. Daher  appelliert sie an die Unterstützung durch die Ausschussmitglieder und deren Kontakte, um ggf. finanzielle Mittel einwerben zu können.

 

Frau Dr. Ochs warnt eindringlich vor der Problematik mit Sponsorengeldern. Mitsprache sei immer sehr heikel, denn  wer Geld gebe, wolle  immer auch mitreden. Das Projekt sei keine Propagandaschrift  über die Elite der Stadt, auch keine Anklageschrift, sondern eine kleine wissenschaftliche Forschungsarbeit.

 

Herr Söhnchen bedankt sich für den Vortrag bei Frau Dr. Ochs und schließt sich dem Appell von Frau Kaufmann an, jeder möge überlegen,  auf welche Art und Weise Fördergelder akquiriert werden könnten.  

 

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