29.01.2020 - 6.1 Stellungnahme des Fachbereichs Kulturhier: Frag...

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Wortprotokoll

Herr Söhnchen verweist den Ausschuss auf die vorliegende Antwort des Fachbereiches Kultur zum  angefragten Thema „Kolonialismus und Provenienz Forschung im Osthaus Museum Hagen, im Stadtmuseum Hagen und im Stadtarchiv Hagen.

 

Herr Dr. Fischer  erklärt, es würde ihn interessieren wie man bei anderen Museen im In – und Ausland mit der Frage „Kolonialismus“  umgehen würde und ob dies zu Ergebnissen führen würde.

 

Frau Kaufmann bittet  zur genannten Frage um ein Referat von Frau Dr. Schulte. Sie verweist auf Beratungsunterstützung in NRW, die man einfordern könne. Jedoch wisse sie auch, dass Frau Dr. Schulte damit in Kontakt stünde.

 

Her Dr. Fisch erklärt, dass er ein Referat sehr begrüßen würde.

 

Herr Söhnchen  ergänzt, dies sei auch außerhalb des Kulturausschusses als prinzipielle Informationsveranstaltung  von Interesse. Es müsse nicht unbedingt auf die Tagesordnung des Kulturausschusses.

 

Frau Kaufmann erklärt sich damit einverstanden.  

 

Herr Dr. Geiersbach spricht die Bunkerproblematik an der Bergstraße aus der Presse an und geht dabei auf  ein Bußgeld zum Thema Denkmalschutz ein. Denkmalschutz sei seiner Ansicht nach wichtig und als Eigentümer könne man nicht einfach ein Gebäude oder Ensemble beliebig manipulieren. Er erkundigt sich danach, wie viele der Hagener Bunker  unter Denkmalschutz stehen würden. Weiter hakt er nach, wie es zu der denkmalschutzrechtlichen Stellungnahme zum Bunker gekommen sei. Er stellt die Frage, ob  dies evtl. zurückzuführen sei auf einen Antrag der Immobilienbesitzer an der Bergstraße. In einem kleinen Leserbrief aus der Zeitung würde auf Block 1 verwiesen und dabei die Frage gestellt, inwieweit die Hagener Denkmalschutzbehörde hier angemessen reagiert habe. Herr Dr. Geiersbach fragt nach, von wem der Bußgeldbescheid  erfolgt sei und welche Möglichkeiten es zur  Abwehr des Bußgeldes geben würde oder ob dieser bereits akzeptiert worden sei von den Besitzern der Immobilie. Auch inhaltlich fragt Herr Dr. Geiersbach  nach, da der Bunker zum Bereich der Hagener VHS gehöre, die dort Führungen  organisiere. Er werde als historisches Erbe von Hagen wahrgenommen. Insofern sei der Bereich sicherlich auch schützenswert. Es stelle sich jedoch die Frage, ob die Schrift nicht auch akzeptabel sei im Rahmen des Denkmalschutzes. In  der Öffentlichkeit gäbe es seiner Meinung nach wenig Verständnis für die Auseinandersetzung um die Frage, ob die Anbringung  der Schrift gegen den Denkmalschutz verstoßen würde. Weiter möchte er wissen, ob es ein Gutachten zur Anbringung dieser Schrift und der Denkmalschutzverletzungen gebe.

 

Herr Fuchs erläutert, dass es sich bei dem Bunker weder um ein Gebäude noch um ein Museum der Stadt Hagen handeln würde und daher auch nicht der Fachbereich Kultur zuständig sei. Das Thema Denkmalschutz werde verwaltet von der Unteren Denkmalbehörde. Diese  müsse man dazu ansprechen. Als sogenannte Sonderordnungbehörde  habe diese die Möglichkeit, ein Bußgeld anordnen zu können. Dieser ginge jedoch zunächst  eine Anhörung voraus. Dann  erst werde entschieden, ob ein Bußgeld verhängt werde oder nicht.  Inhaltliche  Fragen, auch nach der Denkmalliste, werde man weiterleiten an die untere Denkmalbehörde.

 

Frau Kaufmann erläutert, dass die Eheleute Beiderbeck  den Bunker aus eigenen finanziellen Mitteln erworben hätten. Der Fachbereich Kultur sei froh, mit privaten Partnern zusammen arbeiten zu können und möchte mit diesen im Gespräch bleiben. Der Beitrag der Eheleute Beiderbeck sei sehr wertvoll. Im Bespielen des Bunkers seien  diese weitgehend frei. Die  VHS des Fachbereiches  Kultur organisiere regelmäßig Bunkerführungen, die immer sehr gut nachgefragt seien. Sie schlägt vor, Frau Hanemann,- Fachdienstleitung der Denkmalbehörde,- evtl. auch  Herrn Dr. Blank, -zur nächsten Sitzung des Ausschusses ein zu laden, um mit ihnen gemeinsam das Thema zu diskutieren, wenn der Ausschuss dies  wünsche. Ziel müsse es sein, sich gütig mit privaten Partnern zu einigen bei unterschiedlichen Positionen, da man gemeinsam in dieser Stadt an Kulturprojekten arbeite.

 

Herr Dr. Geiersbach  erkundigt sich bezüglich der Zuständigkeit, ob es einen extra Ausschuss für das Thema Denkmalschutz geben würde, der unmittelbar zuständig sei.

 

Frau Kaufmann verneint dies und bittet darum, gemeinsam dafür Sorge zu tragen,  dass Themen wie die Bunkerproblematik und Kunst im öffentlichen Raum abschließend bearbeitet würden. Für beide Themen  wünsche sie  sich „einen Kopf und einen Hut, sowie ein Budget in dieser Stadt“ und erklärt, die Themen nach Möglichkeit  noch in ihrer, - und der Amtszeit von Herrn Söhnchen,-   lösen zu wollen.

 

Herr Walter erklärt, er wolle noch auf eine andere Problematik bezüglich des Bunkers eingehen. Er begrüße es, wenn private Betreiber mit ihren Programmen im Bunker in der Bergstraße, wie beispielsweise in Form von Reenactment, der Bevölkerung die Geschichte näherbringen würden. Auch zu begrüßen seien die Bunkerführungen durch die Stadt Hagen seitens der VHS, die er selbst auch besucht habe. Jedoch habe er zugleich die Bitte, die Verwaltung  hier zu sensibilisieren, was die historische Einbettung anginge. Hintergrund seien extremistische Kreise in Europa, die versuchten, Geschichte neu umzuschreiben, um  den Eindruck zu erzeugen, dass die Deutschen ausschließlich Opfer gewesen seien. Er betont aber, er schließe das Ehepaar Beiderbeck jedoch ausdrücklich davon aus, sondern verweist vielmehr auf Reaktionen in den sozialen  Medien, die den Bunker zu ihren Zwecken nutzbar machen möchten. Man müsse sich ein Stück weit sensibilisieren,  was dort im Netz versucht werde, nicht nur in Hagen. 

 

Herr Eiche  erkundigt sich nach einem neuen Sachstand  des Reliefs am Ischeland. Außerdem merkt er an, dass er in der Liste der 450 Hagener Denkmäler keinen einzigen Bunker gefunden habe.

 

Frau Kaufmann erwidert, es gebe keinen neuen  Sachstand zum Relief.

 

Herr Söhnchen erklärt, man werde die Denkmalproblematik  im Ausschuss nochmals mit auf die Tagesordnung nehmen.

 

Da keine  weiteren Fragen bestehen, beendet Herr Söhnchen den öffentlichen Teil der Sitzung.

 

 

 

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