27.05.2020 - 3.1 Aktueller Bericht über Jugendhilfe

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Wortprotokoll

Frau Kaufmann weist darauf hin, dass der Umgang mit der Pandemie für alle Beteiligten Neuland sei. Man habe im permanenten Austausch mit allen Beteiligten gestanden.  

Es habe auch regelmäßige Treffen mit den Trägern gegeben, wie die Betreuung von Kindern gewährleistet werden könne. Es hätten sich ständig gesetzliche Änderungen ergeben, auf die man sich habe einstellen müssen. Der Fachbereich habe ein Controlling- und Monitoringsystem  aufgebaut, das auch zukünftig sehr hilfreich sein werde. Auch die Jugendzentren würden  Ende des Monats maßvoll und mit entsprechenden Konzepten öffnen. Man sei froh, dass man keine signifikanten Steigerungen im Bereich der Kindeswohlgefährdungen habe.

Sie dankt abschließend allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

 

Herr Goldbach ergänzt die Ausführungen.

In Bezug auf die Erziehungshilfe habe man zusammen mit den Trägern überlegt, wie man die Infrastruktur aufrecht erhalten könne. Angebote der Jugendhilfe würden auch in Zeiten der Pandemie benötigt. Sie hätten allerdings in anderer Form erfolgen müssen. Man habe entschieden, am Umfang der Beauftragung nichts zu verändern. Die Träger hätten qualitativ gute Konzepte vorgelegt, wie in dieser Zeit Jugendhilfe in anderer Form erbracht werden könne. Das sei in ganz vielfältiger Form umgesetzt worden.    

Im Allgemeinen Sozialen Dienst habe man Schwerpunkte setzen müssen. Es habe  außer Frage gestanden, dass Meldungen nach § 8a SGB VIII jederzeit bearbeitet worden seien. Es seien Termine nach Vereinbarung wahrgenommen worden. Wenn es erforderlich gewesen sei, hätten die Mitarbeiter die Familien auch aufgesucht.

Man sei überrascht gewesen, dass man keinen Anstieg der Meldungen nach § 8a SGB VIII gehabt habe. Es gebe derzeit keine belastbaren Zahlen darüber, dass sich die Gefahrensituation durch das enge Zusammenrücken der Familien verschärft hätte. Das Meldeverfahren habe sich in der Form verändert, dass mehr private Meldungen aus dem Umfeld eingegangen seien. Auch die Polizei und die Mitarbeiter der Frauenberatungsstelle hätten keinen Anstieg feststellen können.

Die kommunale Beratungsstelle sei auch in veränderter Form aktiv gewesen. Die Online-Beratung habe deutlich zugenommen.

Der Bereich der Jugendarbeit sei natürlich runter gefahren worden. Die Jugendeinrichtungen starteten wieder  ab dem 30. Mai. Bei der Öffnung der Spielplätze habe man Präsenz zeigen  und die Abstandsregeln im Auge haben wollen. 

 

Herr Reinke fragt, wie die Erfahrungen auf den Spielplätzen gewesen sei.

 

Herr Goldbach berichtet, dass es durchweg entspannt zugegangen sei. Die Nutzung der Spielplätze sei in den ersten Tagen verhalten gewesen.

 

Er berichtet über die Entwicklung in den Kindertageseinrichtungen.

Die Zahl der zu betreuenden Kinder habe im Laufe der Zeit stark zugenommen, da die Liste der systemrelevanten Berufe nahezu täglich verlängert worden sei.

Zum  8. Juni gebe es den eingeschränkten Regelbetrieb. Dieser beinhalte, dass alle Kinder wieder in dem Umfang des gebuchten Betreuungsumfangs minus 10 Stunden  betreut würden. Die Betreuung erfolge in der üblichen Gruppengröße nach dem KiBiz. Die Reduzierung der Betreuung um zehn Stunden führe bei einigen Familien zu Problemen. Man müsse einrichtungsbezogen prüfen, ob man diesen Eltern ein Stück weit entgegenkommen könne. Man werde das allerdings nicht in allen Fällen garantieren können. Im Zweifelsfall könne man über eine ergänzende Tagespflege nachdenken.

Man werde damit allerdings nur die Spitzen und  Härten abfedern können. Die Notbetreuung laufe mit der Neuregelung zum 8. Juni aus. 

Eine neue Regelung sei, dass die Elternbeiträge für die Monate Juni und Juli halbiert würden. Die Eltern zahlten für die Zeit fünzig Prozent und das Land und die Kommune jeweils 25 % des Beitrages. Die Stadt Hagen werde aus technischen Gründen den Beitrag im Juni nicht und dafür im Juli den vollen Beitrag abbuchen.  

Seiner Meinung nach sei der Beschluss letztendlich nicht zufriedenstellend, vor allem vor dem Hintergrund der reduzierten Betreuungszeiten. Er habe erwartet, dass die Beiträge gar nicht abgebucht  würden, weil man noch nicht im Normalbetrieb sei. 

Die Entscheidung des Ministeriums und der kommunalen Spitzen sei jedoch eine andere  gewesen.   

 

Herr Jörg merkt an, dass er den Umgang mit den Elternbeiträgen auch problematisch finde. Es gehe ja nicht nur um die Reduzierung der Betreuung um 10 Stunden, sondern auch um die Qualität der Betreuung, die unter diesen Umständen gar nicht geboten werden könne. Er fände es schade, dass die Landesregierung den Eltern in dem Fall nicht entgegen gekommen sei. Eventuell könne man sich als Jugendhilfeausschuss irgendwann dazu äußern.

 

Frau Köppen schließt sich den Ausführungen von Herrn Jörg an. Sie könne sich vorstellen, dass durch die Corona bedingte Reduzierung des Personals das Angebot sehr eingeschränkt werde. Sie fragt, ob eine Refinanzierung für zusätzliches Personal sichergestellt sei, wenn es einer Einrichtung gelinge, dieses zu akquirieren.

 

Herr Goldbach antwortet, dass er diese Frage bezogen auf Fachpersonal sicher verneinen könne. Es sei angekündigt worden, dass es noch eine zusätzliche Förderung zur Unterstützung der Einrichtungen geben werde. Dabei werde es sich nicht um die Förderung pädagogischer Fachkräfte handeln. Man könne nur mit dem Personal agieren, das nach KiBiz möglich sei. Bei längerem Ausfall von Fachkräften könnten jedoch Aushilfen eingesetzt werden. Das Land wolle die Einrichtungen außerdem mit der Lieferung von Schutzmasken unterstützen.

 

Frau Kaufmann ergänzt, dass es in den Einrichtungen und den Schulen einen erhöhten Reinigungsaufwand gebe. Es sei ein riesiger Aufwand, der in dem Zusammenhang betrieben werden müsse. Daher müsse die Frage der Finanzierung sicher  noch einmal angesprochen werden. Man gebe diese Anliegen weiter und habe durch den Städtetag eine gute Unterstützung.   

 

Herr Wiegmann nimmt Bezug auf die Gewaltmeldungen gegen Kinder und Jugendliche. Auf den ersten Blick sei es erfreulich, dass die Zahlen nicht gestiegen seien. Er vermute jedoch eine hohe Dunkelziffer, da die Schulmeldungen weggefallen seien. Werde das durch das Jugendamt nachgehalten, ob es nicht doch einen Anstieg gegeben habe?

 

Herr Goldbach betont, dass das eine Vermutung sei, die sich nicht belegen lasse. Nach dem jetzigen Stand habe man keine signifikante Veränderung. Sollte in den nächsten Monaten ein Anstieg verzeichnet werden, werde man es erfassen.

 

Frau Buchholz betont, dass sie die Öffnung der Kindertageseinrichtungen grundsätzlich begrüße. Es gebe allerdings in den Familien große Probleme mit den Betreuungszeiten. Der Frust und die Ungeduld der Eltern sei groß.

Es stelle sich die Frage, wie man damit umgehen werde.  Der Druck auf die Einrichtungsleitungen sei groß.  

 

Herr Reinke erklärt, dass er froh sei, dass schrittweise vorgegangen werde. Die Entwicklung der Zahlen in Bezug auf die Ansteckung sei in Hagen zur Zeit erfreulich niedrig. Er hoffe, dass sich das weiterhin so positiv entwickele.

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