04.03.2020 - 6.1 Schulentwicklungsplanung 2020 ff für die Stadt ...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

Herr Hermann fasst die Anlage zur Vorlage ausführlich zusammen. Zunächst geht er auf die vergangene Schulentwicklungsplanung (SEP) aus 2010 ein, die noch unter den Vorzeichen rückläufiger Zahlen von Schülerinnen und Schülern (SuS) gestanden habe.

Jetzt gebe es wieder steigende Zahlen von SuS, sodass Lösungen erarbeitet werden müssen, die jedem SuS perspektivisch einen Schulplatz biete, was eine Herausforderung sei.

Die Anzahl der 0 bis 5jährigen gehe heute auf 1900 zu, im Vergleich zu 2010, wo es noch knapp 1600 waren. Darüber hinaus bekommen Frauen im Durchschnitt um ihr 29. Lebensjahr ihr erstes Kind, sodass dazu ein starker Jahrgang um dieses Alter herum festzustellen ist.

Diese Zunahme bedeute für die Hagener Grundschulen einen prognostizierten Platzbedarf bis 2024/2025 von 848 Plätzen. Das wären 4 zusätzliche Grundschulen mit jeweils 2 Zügen. Weitere 5 Jahre später steigen die Zahlen nochmals um etwa 350 SuS.

Schon jetzt gibt es im Bezirk Mitte eine gewisse Raumnot, sodass bereits Schüler aus dem Bereich Mitte die Grundschulen im Volmetal, Freiherr-vom Stein, Berchum und Kley besuchen.

 

Für den Bezirk Eilpe/Dahl bedeutet dies bis zum Schuljahr 2024/2025 eine Steigerung der Zahlen von SuS an der Astrid-Lindgren-Schule auf 58. An der Grundschule Volmetal sollen es dann 5 SuS weniger sein. Hier ist aber zu bedenken, dass etwa 30 Kinder aus dem Bezirk Mitte kommen, sodass man auch hier quartiersbezogen von einer steigenden Bewegung sprechen kann.

Für die Grundschule Goldberg mit ihrem Teilstandort in der Franzstraße wird ein Zuwachs von 89 SuS prognostiziert. So bemühe man sich derzeit um eine Erweiterung an der Franzstraße.

 

So sei auch nicht vorstellbar, dass alle Zuwächse an SuS an der Astrid-Lindgren-Schule mit ihrem Teilstandort an der Delsterner Straße untergebracht werden können.

 

Was die Betreuungsangebote betreffe, so sei man im Bezirk Eilpe/Dahl mit 49% an der Astrid-Lindgren-Schule und mit fast 60% an der Grundschule Volmetal recht gut ausgestattet.

 

Auch die Förderschulen verzeichenen eine steigende Zahl an SuS. Im Vergleich 2010/2011, wo es noch 1170 SuS waren sind es zum Schuljahr 2018/2019 1300 SuS gewesen.

Die Förderschule Gustav-Heinemann ist bereits aktuell räumlich zu eng untergebracht, sodass eine Erweiterung zusammen mit der Grundschule Goldberg auf dem Gelände Franzstr. 75 vorgesehen ist.

 

Bezügliche der Bereiche zur Sekundarstufe 1 werden sich die Zahlen an den Gymnasien von etwa 650 bis 700 SuS sprunghaft erhöhen, wenn zum Schuljahr 2026/2027 der 9. Jahrgang wieder eingeführt wird.

 

Für die Hagener Hauptschulen wird bis zum Schuljahr 2024/2025 ein Minus von derzeit 857 SuS auf 591 SuS prognostiziert.

 

Realschulen legen hingegen zu. Die Zahl soll während dieser Zeit um 396 SuS steigen.

 

Auch die Zahlen der SuS der Sekundarschulen, die mit dem letzten SEP gegründet wurden, werden bis zum Schuljahr 2024/2025 von derzeit 979 SuS auf 1034 ansteigen. So halte man diese Schulform als ein gesichertes Modell, was nachgefragt werde und laut Aussage des Gutachters ein Hagener Erfolgsmodell sei.

 

Bei den Gesamtschulen habe man seit Jahren Anmeldeüberhänge, was durch fehlende Raumressourcen begründet ist. An der Gesamtschule Eilpe kann mit einem 5. Zug bereits zum neuen Schuljahr 2020/2021 gerechnet werden, sodass dann 130 SuS mehr aufgenommen werden können. Auch die Freie evangelische Gesamtschule befinde sich im Aufbau. Im Vergleich zu den aktuellen Zahlen der SuS von 4075 geht man zum Schuljahr 2024/2025 von 4406 SuS (Sek I und II) aus.

Herr Hermann ist der Auffassung, dass alle Parteien die Ansicht vertreten, dass Hagen eine weitere Gesamtschule brauche.

 

Bei den Gymnasien wird bis zum Schuljahr 2024/2025  in den Sekundarstufen I und II ein schwacher Zugang prognostiziert. Mit Hinzukommen des 6. Jahrgangs in der Sekundarstufe I werden die SuS-Zahlen, nur auf die Sekundarstufe I bezogen, um 891 steigen. Hinzu kommt der bereits genannte sprunghafte Anstieg von rund 700 bis 800 SuS mit Wiedereinführung des 9. Jahrgangs.

 

Laut Gutachter habe man die Pflicht den Primarbereich auszubauen, darüber hinaus komme man auch mit dem vorhandenen Schulraum in der Sekundarstufe 1 nicht aus. Insgesamt wird es eine Herausforderung sein, jedem Kind einen Platz in einer weiterführenden Schule seiner Wahl entsprechend bieten zu können.

 

An der nachfolgenden Erörterung nehmen Frau Opitz, Frau Buczek, die Herren Neuhaus, Jobst, Beuth, Dahme, Eiche, Bleicker und von der Verwaltung Herr Hermann teil.

 

Insgesamt, so Frau Opitz müsse pateiübergreifend klar sein, dass eine weitere Gesamtschule benötigt werde.

 

Herr Neuhaus möchte für den Bezirk Eilpe/Dahl wissen, welche Bedarfe im Grundschulbereich bestehen.

 

Herr Beuth bittet in diesem Zusammenhang darum, dass bei den Überlegungen  auch Räumlichkeiten für die bestehenden Bedarfe an OGS-Plätzen mit einbezogen werden.

 

Herr Hermann teilt dazu mit, dass es mittlerweile an den bestehenden Schulen keine Kapazitäten für zusätzlichen Schulraum gebe, um weitere OGS-Plätze einzurichten. Größere Schulen haben mittlerweile bereits 5 Gruppen.

So versuche man in Zusammenarbeit mit den Schulen eine neue Form zu kreieren, angelehnt an den gebundenen Ganztag, der es möglich macht, dass Klassenräume auch gleichzeitig für die Betreuung genutzt werden können.

So wolle man bereits 70 bis 80% Ganztagsplätze an der neuen Schule in Wehringhausen realisieren.

 

In der August-Hermann-Francke-Schule, so Herr Hermann, gebe es 8 Klassenräume mit etwa 60 m², zwei weitere kleinere Räume sowie im neueren Gebäude eine Lehrküche, drei OGS-Räume mit etwa 48 m². Die heutige Raumgröße liegt um die 75 m², sodass aus diesen drei Räumen zwei größere entstehen könnten.

So ließe sich dort seiner Auffassung nach eine 2-zügige Grundschule unterbringen, ohne die beiden Kellerräume einbezogen.

Trotz Aufgabe eines Standortes wäre es aber immer noch etwas überdimensioniert.

Eine Schule mit 3 Standorten wäre ohnehin auch nicht genehmigungsfähig.

 

Herr Dahme möchte wissen, ob es neben der August-Hermann-Francke-Schule überhaupt weitere Optionen gäbe.

 

Herr Hermann erinnert an die Überlegungen zur Erweiterung des Standortes Selbecker Straße 55, die nochmals aufgenommen werden könnten, um konkreter in die Planung zu den Räumlichkeiten gehen zu können. Eine Prüfung mit Hilfe der Schule könnte helfen zu schauen, aus welchen Wohnquartieren die SuS kommen, um sich auf einen Standort festlegen zu können. Mit einer Belegung der August-Hermann-Francke-Schule von 8 Klassen und einem hohen Anteil an OGS-Betreuung reiche es aus, den Standort der Astrid-Lingren-Schule an der Selbecker Straße 55 nur noch eineinhalb-zügig laufen zu lassen und die nicht benötigten Klassenräume anders zu nutzen, für beispielsweise OGS-Betreuung oder Ähnlichem.

 

Dennoch, so Herr Dahme, müssen die anderen Probleme an dieser Schule, wie beispielsweise die Küchensituation, gelöst werden.    

 

Auf die Frage von Herrn Eiche bezüglich der hohen Zahlen der SuS, die auf das Gymnasium wechseln teilt Herr Hermann mit, dass im interkommunalen Vergleich gut 90% der Hagener SuS auch den Abschluss erreichen.  

 

Auf die Frage von Frau Opitz nach einer Ganztagsgrundschule teilt Herr Hermann mit, dass seitens des Ministeriums momentan keine gebundene Ganztagsgrundschulen genehmigt werden.

 

Eine Nutzung der Räumlichkeiten der August-Hermann-Francke-Schule mit den dort bereits vorhandenen Gegebenheiten wie Sporthalle und Sportplatz für eine Grundschule halte Herr Neuhaus für gut geeignet. Daneben ließe sich ferner auf der halben Fläche des Sportplatzes ein neues Gebäude für einen Kindergarten errichten - also beides miteinander vereint.

Dabei falle negativ ins Gewicht, dass alle Kinder dorthin befördert werden müssten.

 

Für ein solches Vorhaben müsste zunächst mit dem Fachbereich Jugend und Soziales gesprochen werden, so Herr Hermann.

Eine weitere Überlegung könnte auch sein, dass städtische Grundstück, welches nach oben hin den Schulhof abgrenze, mit in die Nutzung für eine Kindertagesstätte einzubeziehen, ohne den Sportplatz bebauen zu müssen. Ob diese etwa 1500 m² für öffentliche Zwecke generiert werden könnten sei zunächst zu prüfen.

 

Herr Bleicker weist nochmals auf die Pflichtaufgabe hin, Grundschulplätze zu schaffen. Wenn also das Gremium wünsche, die August-Hermann-Francke-Schule für diese Nutzung zu reaktivieren, entweder als eigenständige Grundschule oder als Teilstandort der Astrid-Lindgren-Schule, wäre dies der erste Aspekt.

Um darüber hinaus die Sozialstruktur Delsterns aufrecht zu erhalten, für den Fall, das Delstern als Schulstandort aufgegeben werden müsste, sei zu prüfen, ob im dann freiwerdenden Gebäude eine Kindertagesstätte für die dringend benötigten Kita-Plätze im Bezirk Eilpe/Dahl eingerichtet werden kann.

 

Herr Neuhaus hält den ursprünglichen vorbereiteten Beschlussvorschlag für ausreichend. Die weiteren Gedanken und Ideen werden im Protokoll festgehalten und können den entsprechenden Fachbereichen zuleitet werden.

 

Herr Dahme verliest den ursprünglichen Beschlussvorschlag. Ohne weiteren Erörterungsbedarf wird wie folgt beschlossen:

 

 

 

 

 

 

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Beschluss:

Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen folgenden Beschluss zu fassen:

1.)               Die Grundzüge des Gutachtens zur Schulentwicklungsplanung werden zur  Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, die zur Umsetzung des Gutachtens notwendigen konkretisierenden Vorlagen zu erarbeiten.

 

2.) Aufgrund des zukünftig steigenden Bedarfes an Grundschulplätzen und Plätzen für die Offene Ganztagsbetreuung im Bezirk Eilpe/Dahl, bittet die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl die Kommission des Schulausschusses sowie den Schulausschuss selbst, alternativ zu den Vorschlägen des Gutachtens die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, am Standort der ehemaligen August-Hermann-Francke-Schule einen weiteren Teilstandort der bereits bestehenden Astrid-Lindgren-Grundschule einzurichten.

 

3.) Für den Fall, dass dadurch der bisherige Schulstandort in Delstern entfällt, beauftragt die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl den Fachbereich Jugend- und Soziales zu prüfen, ob im dann freiwerdenden Gebäude eine Kindertagesstätte für die dringend benötigten KITA-Plätze im Bezirk Eilpe/Dahl eingerichtet werden kann, um somit auch die Sozialstruktur des Ortsteils Delstern durch eine öffentliche Einrichtung weiterhin zu stärken.

 

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

3

 

 

CDU

4

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

1

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

Die Linke

1

 

 

FDP

1

 

 

AfD

1

 

 

 

 

 

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

12

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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