27.02.2020 - 7.1 Schulentwicklungsplanung 2020 ff für die Stadt ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hagen-Mitte
- Datum:
- Do., 27.02.2020
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Horst Hermann
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Berichterstatter: Herr Becker
Im Rahmen seiner Berichterstattung geht Herr Becker ausführlich auf die Kurzpräsentation des Gutachtens zur Schulentwicklungsplanung ein.
Insbesondere die demografische Entwicklung habe sich in Hagen drastisch gegenüber 2010 verändert. Dies gelte besonders für den Stadtbezirk Mitte. Hier sei ein intensiver Zuwachs der Schülerzahlen erkennbar, was einen großen Handlungsdruck zurzeit für die Schulverwaltung bedeute.
Demzufolge sei auch der Bedarf nach 4 Jahren an den weiterführenden Schulen sichtbar. Hier werde ein Mehrbedarf hauptsächlich für Gesamtschulen und Gymnasien gesehen. Auch die Sekundarschulen in Hagen hätten sich gut etabliert.
Es bestehe Raumbedarf für eine vierte Gesamtschule sowie eine Erweiterung der Gymnasien. Bei den Gymnasien käme noch der erhöhte Platzbedarf durch die Rückkehr von G 8 auf G 9 ab dem Schuljahr 2026/27 hinzu.
Weiter erläutert er die Vorschläge des Gutachters für konkrete Maßnahmen zur Problemlösung der Seiten 32 und 33 der Kurzpräsentation.
Da sich das Gutachten hauptsächlich auf die Zeit bis zum Schuljahr 2024/25 beziehe, seien die Vorschläge zu den Gymnasien so auseichend, werden jedoch für die Zeit danach nicht mehr genügen.
Sollten bestimmte Vorschläge des Gutachters nicht von der Verwaltung weiter verfolgt werden, so bittet er dafür um ein klares Votum.
Herr Quardt merkt kritisch an, dass das Gutachten, über das entschieden werden soll, noch nicht vollumfänglich vorliege. Diese Vorgehensweise wird von Herrn Becker so begründet, dass im Jahr 2010 auch so verfahren wurde. Wenn man gewusst hätte, dass die Politik eine andere Vorgehensweise wünscht, wäre anders verfahren worden.
Auf den Hinweis von Herrn Quardt zur möglichen Schließung des Ricarda-Huch-Gymnasiums sagt Herr Becker, dass sich die Berichterstattung dazu nicht negativ auf die Anmeldezahlen ausgewirkt habe.
Auf die Fragen von Herrn Häßner erwidert Herr Becker, dass die Vorschläge aus dem Gutachten erst als Prüfauftrag zu beschließen seien und anschließend in Einzelvorlagen konkrete Maßnahmen zur Beratung vorgelegt werden. Außerdem sei die Anmerkung auf S. 30 so zu verstehen, dass „gefesselt“ bedeutet, dass seit Jahren mehr Anmeldungen an Gesamtschulen vorliegen, diese aber durch ihre Zügigkeit nicht mehr Schüler aufnehmen können. Des Weiteren stimmt er Herrn Häßner zu, dass im Bereich Mitte/ Wehringhausen der Handlungsschwerpunkt im Primarbereich zu sehen sei.
Auf die Frage von Frau Buchholz führt Herr Becker aus, dass die FESH, als private Schule in dem Gutachten mit einbezogen wird, weil sie Mieterin einer städtischen Immobilie sei. Weiter bittet Frau Buchholz zu den möglichen Zweitstandorten von Schulen um eine grafische Darstellung, um die jeweilige Erreichbarkeit besser einsehen zu können und regt an, doch besser anstelle von Zweitstandorten neue Schulen zu schaffen.
Auf die Anmerkung von Herrn Quardt, teilt Herr Becker mit, dass rein rechtlich gesehen, die FESH jährlich gekündigt werden könne. In den Jahren 2013/14 sei man davon ausgegangen, dass die Schülerzahlen rückläufig seien. Mit der FESH wurde ein Mietvertrag geschlossen, der in einen Verkauf des Gebäudes münden sollte. Jedoch durch die drastische Zunahme der Schülerzahlen wurde dem Träger bereits signalisiert, dass ein Verkauf der Immobilie nicht mehr in Betracht komme.
Selbst wenn die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule den Standort verlassen sollte, werden bis zu 12 Klassen in dem Gebäude gesichert werden. Die weiteren Entwicklungen sind noch nicht abschließend geklärt.
Auf die Frage von Frau Kingreen berichtet Herr Becker, dass das Ricarda-Huch-Gymnasium als 4-zügige Gesamtschule ohne Teilstandort wegen des verpflichtenden Ganztagesbetriebes nicht geeignet sei.
Zu der Frage der Schüler, die bisher nicht beschult werden können sagt Herr Becker, dass Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, jedoch die Situation passen muss, das heißt, wenn die Klassen voll sind, macht es keinen Sinn für ein oder zwei Schüler eine neue Klasse einzurichten. Man sei aber bestrebt, durch Umverteilungen, auch an ortsfernen Grundschulen, die Schüler einer Grundschule zuzuführen.
Auf eine weitere Frage von Frau Bartscher teilt Herr Becker mit, dass die HAGEN-Schule bei der momentanen Diskussion nicht ins Gewicht falle und daher im Gutachten nicht erwähnt werde.
Herr Bleicker informiert auf den Hinweis von Herrn Wetzel, dass die Bezirksvertretung für alle Schulformen in Bezug auf die Schulentwicklungsplanung ein Anhörungsrecht habe und bei Grund-, Haupt-, und Sekundarschulen darüber hinaus ein Entscheidungsrecht für Neueinrichtungen usw.
Zum Vorschlag von Herrn Wetzel, dass die FESH doch ein neues Schulgebäude auf dem Areal von Block I errichten könne, berichtet Herr Becker, dass der FESH dazu der Wille und auch die finanziellen Möglichkeiten fehlen. Es seien schon mehrere Gespräche geführt worden. Der Stadt nütze es nicht, wenn die FESH das Gebäude wegen mangelnder Alternative verlassen würde und die Schüler in städtischen Einrichtungen beschult werden müssen. Es müsse schon für die FESH einen geeigneten Alternativstandort geben. Die Stadt verfüge im Beug auf die finanzielle Ausstattung doch größere Handlungsspielräume.
Herr Quardt verliest einen ergänzten Beschlussvorschlag und stellt diesen zur Abstimmung.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt dem Rat der Stadt folgenden Beschluss zu fassen:
1.) Die Grundzüge des Gutachtens zur Schulentwicklungsplanung werden zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, die zur Umsetzung des Gutachtens notwendigen konkretisierenden Vorlagen zu erarbeiten.
2.) Aufgrund des schon in Kürze stark ansteigenden Bedarfes an Grundschulplätzen, insbesondere im Bezirk Hagen-Mitte,
empfiehlt die Bezirksvertretung Hagen-Mitte der Kommission des Schulausschusses sowie dem Schulausschuss selbst,
Maßnahmen, die zu einer Erhöhung von Grundschulplätzen und Plätzen für die Offene Ganztagsbetreuung in diesem Bezirk führen,
zu beschließen.
Sollten diese Maßnahmen für den prognostizierten Anstieg der Schülerzahlen im Primarstufenbereich nicht ausreichen, empfiehlt die Bezirksvertretung Hagen-Mitte den Erwerb eines Grundstückes im Innenstadtbereich zur Errichtung eines weiteren Schulgebäudes.
3.) Infolge des mittelfristig zu erwartenden Bedarfes an Schulplätzen im Bereich der Sekundarstufen I und II empfiehlt die Bezirksvertretung Hagen-Mitte der Kommission des Schulausschusses sowie dem Schulausschuss die Neuordnung des gymnasialen Bereiches im Bezirk Hagen-Mitte, sowie die Gründung einer zusätzlichen Gesamtschule im Innenstadtbereich mit dem Ziel, genügend Kapazitäten für den Bereich der Sekundarstufe I und II zu schaffen.
4.) Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt weiterhin, einen Umzug des Albrecht-Dürer-Gymnasiums in die Räüumlichkeiten des Ricarda-Huch-Gymnasiums abzulehnen.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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4,3 MB
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2
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(wie Dokument)
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13,1 MB
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