29.08.2018 - 3 Barrierefreiheit in Kirchen und Gaststätten

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Wortprotokoll

Herr Wirth begrüßt die Studentinnen Franziska Schmidt und Kim Heving. Diese berichten, dass die Untersuchung der Barrierefreiheit in Kirchen und Gaststätten Teil des Projektes „Behinderung im Wandel der Zeit!“ gewesen sei. Mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation berichten sie über die Ergebnisse ihrer Untersuchung. Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben näher zu betrachten, wurden zunächst Gespräche mit Thorsten Siebers, Mitglied im Beirat für Menschen mit Behinderungen, geführt. Im Stadtarchiv habe man viele alte Fotos von den Gotteshäusern in Hagen gefunden, so dass die Ansichten von gestern und heute gegenüber gestellt werden konnten. Gotteshäuser unterschiedlicher Religionen wurden besucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Synagoge einen barrierefreien Nebeneingang hat. Die Johanneskirche werde demnächst barrierefrei gestaltet. Die Studentinnen bedauern, dass in der Moschee leider kein Gesprächspartner zur Verfügung gestanden habe. In einem Interview mit Herrn Pfarrer Schneider habe man erfahren können, dass die Gotteshäuser nach und nach barrierefrei umgebaut werden.

Zum Thema Gastwirtschaften habe man sich gefragt, ob der Kneipenbesuch für Menschen mit Behinderung genauso selbstverständlich sei wie für Menschen ohne Behinderung. Gemeinsam mit Rollstuhlfahrern habe man sich in der Hagener Innenstadt verschiedene Gaststätten angeschaut. Dabei wurde festgestellt, dass der „Ratskeller“ gar nicht barrierefrei ist. Vom Haupteingang führt eine Treppe in den Gastraum, vom Nebeneingang aus sind zwei Treppenstufen zu überwinden, außerdem seien die Toiletten viel zu eng. Vor dem „Jekyll & Hyde“ seien zwei Treppenstufen, der Wirt und andere Gästen hätten jedoch geholfen, die Rollstuhlfahrer in die Gaststätte zu tragen. In der „Spinne“ seien die Toiletten nicht erreichbar gewesen. Im „Krokodile“ sei der Innenbereich zwar geräumig, aber die Toiletten seien zu eng. Auch im „Käfig“ seien die Toiletten zu eng. In den Gaststätten seien 30 Fragebögen mit Fragen zum Thema Barrierefreiheit an andere Gäste verteilt worden. Dabei sei festgestellt worden, dass sich viele Kneipenbesucher keine Gedanken über die Barrierefreiheit in Gaststätten machen.

In der Untersuchung sei weiter festgestellt worden, dass Menschen mit Behinderung von den anderen Mitgliedern der Gesellschaft akzeptiert werden möchten; dies mache die Teilhabe aus. Allerdings gebe es noch viele Barrieren, die die Teilhabe erschweren würden. Barrierefreiheit und damit auch die Teilhabe würde oft stark von der Hilfsbereitschaft  anderer Menschen abhängen. Zum Projekt sei abschließend für die Ausstellung ein Plakat gestaltet worden.

 

Herr Hentschel merkt an, dass Menschen mit Behinderung selbstständig teilhaben sollten, positive Beispiele seien jedoch nur schwer zu finden.

Herr Quadt fragt sich, ob die behinderten Menschen in den Kirchengemeinden auch in die Mitte genommen würden und ob sie sich aktiv einbringen könnten.

 

Frau Manzulla merkt an, dass Aufzüge und Toiletten für viele Menschen wichtig seien, aber für Hörgeschädigte gebe es ganz viele Barrieren. Wenn zum Beispiel eine Kirche einen Tag der offenen Tür veranstalten würden, könnten Gehörlose nicht daran teilnehmen, weil sie nichts verstehen würden.

Herr Heiermann merkt an, dass beim Thema Barrierefreiheit oftmals nur an Menschen im Rollstuhl gedacht werde, es gebe jedoch viel mehr Behinderungsarten. Auch an diese Menschen müsse man denken.

 

Frau Adamczak berichtet, dass sie an einer Veranstaltung der Stadt Hagen in der Pauluskirche teilgenommen habe. Hier habe die Stadt Hagen darauf geachtet, dass der Veranstaltungsort barrierefrei war. Sie merkt an, dass Frau Dohms sich mit dem Wirt der „Spinne“ unterhalten habe. Dabei habe sie erfahren, dass der Gastwirt behinderte Gäste auf die Behindertentoilette  im Volkspark aufmerksam mache. Diese sei auch mit dem Euroschlüssel für Behindertentoiletten zu öffnen. Herr Quadt regt an, ein weiteres Hinweisschild für die Toilettenanlage zu installieren.

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