12.11.2019 - 4 Wohnen in Hagen - Fragen an den Beigeordneten f...

Reduzieren

Wortprotokoll

Frau Sauerwein begrüßt den Beigeordneten Herrn Keune und übergibt ihm das Wort. Herr Keune stellt sich zunächst vor und teilt mit, dass er sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat vorstellen könne. Er verweist auf die Fragen des Seniorenbeirates, die ihm vorab zugegangen sind. Er erwähnt das Gutachten über den Wohnungsmarkt in Hagen, dass Herr Prof. Dr. Spars erstellt hat. Danach stünden in Hagen zu viele Wohnungen leer, die Leerstände betragen rund 7 %, normal seien 2 bis 3 %. Dies bedeute, dass es in Hagen 2.500 Wohnungen zu viel gebe, nach dem Gutachten sollten diese nach und nach abgerissen werden. Pro Jahr sollten 350 Wohnungen abgerissen werden, gleichzeitig sollten pro Jahr 100 neue Wohnungen gebaut werden. In Hagen gebe es zwei Defizite, zum einen fehlten hochpreisige Eigentumswohnungen in Innenstadtlage zum anderen benötige man barrierearme kleine Wohnungen, die preisgünstig sind und zentral liegen. Der Verwaltungsvorstand habe sich heute mit der Bevölkerungsprognose für 2040 beschäftigt, hier könne man den demografischen Wandel gut erkennen.

Er führt weiter aus, dass die Gründerzeithäuser oft nur schlecht sanierungsfähig seien, sie könnten oft nicht barrierefrei gestaltet werden. Möglicherweise müssten auch mehr auch mehr als 100 Wohnungen im Jahr neu erbaut werden. Er merkt an, dass die Wohnungen in Hagen zu billig seien. Für Investoren müsse sich der Bau von Immobilien auch lohnen, mit den derzeitigen Mieten in Hagen sei das aber nur schwer möglich. Die Stadt Hagen brauche aber auch kostengünstige Wohnungen für Menschen der unteren Einkommensgruppen. Man müsse sich in den Quartieren umsehen, um festzustellen, welche Standorte für welche Neubauten geeignet seien. Ziel sei es aber auch, Mischquartiere zu schaffen; in einem Quartier sollte es nicht ausschließlich teure Wohnungen geben.

Zum Thema Wohnkonzepte stehe er als Ansprechpartner dem Seniorenbeirat gerne zur Verfügung. Die Stadt würde neue Wohnkonzepte jedoch nicht organisieren, hier seien die Wohlfahrtsverbände oder Eigeninitiativen gefragt. Zum Thema Quartiersmanagement lobt er das gute Beispiel in Wehringhausen.

Er geht auf die Frage nach einem Kataster für künftig entstehende Leerstände ein, weil hier hochbetagte Besitzer wohnen. Er teilt mit, dass die Stadt Hagen diese Häuser schon auflisten könnte, aus Datenschutzgründen könnten diese Informationen jedoch nicht weitergegeben werden. Er geht auf eine Frage nach einem umweltgerechten Stadtumbau ein und führt aus, dass er die Stadt menschengerecht bauen möchte. Auch außerhalb der Stadt sollten Erholungsmöglichkeiten vorhanden sein; in der Stadt sollte Aufenthaltsqualität entstehen.

Auf die Frage warum Sportplätze an Investoren vermarktet werden, antwortet er, dass Sportplätze nur eine gewisse Lebensdauer hätten. Die alten Aschplätze brauche man nicht mehr, Rasenplätze seien zu aufwändig in der Pflege. Daher seien Kunstrasenplätze sehr gefragt. Wenn alte Ascheplätze aufgegeben würden, dann nutze man die Chance, hier Wohnungen zu schaffen.

Zum Thema E-Scooter führt er aus, dass diese Fahrzeuge in Fußgängerzonen verboten seien. Sie dürften auf Fahrradwegen fahren, ansonsten müssten sie die Straße nutzen.

Herr Homm merkt an, dass es in Hagen mal eine Wohnungstauschbörse gegeben habe, diese sollte man wieder aufleben lassen. Frau Opitz berichtet, dass es in Hagen auch mal eine Initiative für ein Wohnkonzept gegeben habe. Aber die Senioren würden die Gebäude gerne fertig sehen, bevor sie sich für einen Einzug entscheiden. Daher sollten die Wohnungsgesellschaften solche Projekte anstoßen. Des Weiteren sei es manchmal sinnvoll, wenn man zwei kleine Wohnungen zu einer großen zusammenlegen würde. Dies sei für junge, große Familien preiswerter als neue Wohnungen. Herr Keune antwortet darauf, dass die Stadt auf das Wirken der Architekten keinen Einfluss habe; mit den Wohnungsgesellschaften könne man ins Gespräch kommen. Bei der HWG, der städtischen Gesellschaft könne man die Initiierung von Projekten direkt anstoßen. In Bezug auf das Zusammenlagen von kleinen Wohnungen gebe es von den Wohnungsgesellschaften schon gute Beispiele in Wehringhausen.

 

Frau Sauerwein merkt an, dass die Stadt Hagen nach dem Gutachten regelmäßig eine Wohnungsmarktbeobachtung durchführen sollte. Die Wohnungsgesellschaften würden heute schon viel Servicewohnen anbieten, leider seien diese Angebote oft sehr hochpreisig. Sie wünsche sich hier mehr günstige Angebote.

Reduzieren