15.12.2005 - 4.5 der CDU-Fraktion: Dringlichkeitsantrag nach § 6...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.5
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 15.12.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Röspel begründet
kurz den von der CDU-Fraktion eingebrachten Vorschlag zur Tagesordnung, der als
Anlage 7 der Niederschrift beigefügt ist. Dabei macht Herr Röspel
insbesondere deutlich, dass die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht übereinstimme.
Die CDU-Fraktion wundere sich, dass die Verwaltung die im Umweltausschuss
vorgeschlagenen prophylaktischen Maßnahmen nicht umgesetzt habe. Zu erwähnen
seien hier die vorgeschlagenen Prognose- modelle zur Feinstaubermittlung, die
Möglichkeit der Nassreinigung und das Versetzen der Container-Messstation.
Herr Dr.
Schmidt informiert die Ratsmitglieder darüber, dass der Luftreinhalteplan im
Januar 2006 erneut in den politischen Gremien diskutiert werde. Dort werden die
einzelnen Maßnahmen noch einmal vorgestellt und verdeutlicht.
Die Verwaltung
musste nach der 35. Überschreitung aufgrund einer Verordnung des
Regierungspräsidenten handeln und den Graf-von-Galen-Ring zunächst sperren.
Nach Rücksprache mit der Polizei wurde diese Sperrung aufgrund fehlender
Rahmenbedingungen wieder aufgehoben. Die von Herrn Röspel angesprochenen
Prognosemodelle zur Feinstaubermittlung sind Herrn Dr. Schmidt nicht
bekannt. Eine Nassreinigung verzögere die Sperrung gegebenenfalls nur um einige
Tage. Gleichwohl wurde ein Angebot des Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB)
eingeholt. Vergleichsangebote brachten bis zum Tage der 35. Überschreitung kein
Ergebnis. Danach wurde umgehend eine Auftragserteilung vorgenommen. Herr Dr.
Schmidt bittet Herrn Röspel in Bezug auf die Container-Messstation
Kontakt mit dem staatlichen Umweltamt aufzunehmen, weil die Aufstellung dieser
Stationen in deren Zuständigkeitsbereich falle. Das Argument, den
Graf-von-Galen-Ring als Tempo 30 auszuschildern und dadurch einer
Überschreitung der Feinstaubproblematik zu entgehen, wurde von Fachleuten
entkräftet.
Herr Thielmann ist über das
Verhalten der Verwaltung irritiert. Die Verwaltung setze zunächst die
Verordnung des Regierungspräsidenten um und verstoße einen Tag später bewusst
gegen den Luftreinhalteplan. Um eine eindeutige Vorgehensweise für das Jahr
2006 zu bekommen, sei eine klare Richtlinie in dieser Thematik erforderlich,
die von den Bürgerinnen und Bürger als auch von den Spediteuren nachvollzogen
werden könne. Die oftmals kritisierte Bahnhofshinterfahrung erweise sich jetzt
als mögliche Maßnahme, um der Feinstaubproblematik entgegenzutreten.
Herr Sondermeyer gibt zu
bedenken, dass die Gesundheit der am Graf-von-Galen-Ring wohnenden Menschen im
Vordergrund stehe und der Ursprung des Problems bei dem Schwerlastverkehr läge.
Die Überlegungen sollten dahin gehen, diesen aus der Innenstadt zu entfernen.
Herr Dücker beantragt,
dass die Verwaltung den Generalverkehrsplan zum Stadtring neu berechnet und
alternative Lösungen, zum Beispiel eine Einbahnstraßenregelung am Stadtring
untersucht und vorstellt.
Herr Jochen Weber sieht im
Schwerlastverkehr ebenfalls den Ursprung der Feinstaubproblematik. Die
topographischen Verhältnisse der Stadt Hagen tragen zusätzlich und
unwillkürlich zur Feinstaubproblematik bei. Es werde sich die Frage stellen, ob
die Rahmenbedingungen auf sehr hohem Niveau eingehalten oder ob mit viel
Kreativität der Verkehr in der Stadt Hagen aufrecht erhalten werde.
Herr Hammer kritisiert,
dass sich die Verwaltung sehr spät mit der Feinstaubproblematik auseinander
gesetzt hätte. Ergänzend müsse über die dramatische Veränderung im
Speditions- und Logistikgewerbe
diskutiert werden. Einfluss nehme hier der osteuropäische Billigfrachtraum.
Kommunalpolitisches Handeln mit wichtigen zukunftsgeregelten
Verkehrskonzeptionen werde ein wichtiger Diskussionspunkt sein.
Herr Dr. Ramrath widerspricht
der Argumentation von Herrn Dr. Schmidt zum Thema Nassreinigung. Seines
Erachtens, sollte die Verwaltung der Empfehlung des Umweltausschusses folgen
und zumindest versuchen, eine Nassreinigung durchzuführen. Eine andere
Möglichkeit wäre eine erneute Beratung im jeweiligen Fachausschuss gewesen, in
dem die Verwaltung die Gründe einer Nichtumsetzung des Empfehlungsbeschlusses
hätte begründen können. Selbst wenn eine Sperrung durch die Nassreinigung nur
verzögert werde, so hätte die Verwaltung zusätzliche Zeit gewonnen. Die Kosten
einer Nassreinigung sind dem Kostenaufwand einer Straßensperrung
gegenüberzustellen. Die Sinnhaftigkeit einer Nassreinigung sollte überprüft und
diskutiert werden.
Herr Dr. Ramrath beantragt,
dem Beschluss des Umweltausschusses zu folgen.
Herr
Oberbürgermeister entkräftet die Behauptung, die Verwaltung hätte die
Möglichkeit einer Nassreinigung nicht verfolgt. Tatsache sei, dass eine
unverzügliche Angebotsnachfrage beim HEB hinsichtlich einer Nassreinigung
durchgeführt wurde. Weitere Nachfragen bei anderen Unternehmen verliefen
ergebnislos. Der Hagener Entsorgungsbetrieb habe inzwischen einen
Alternativvorschlag unterbereitet, der kostenmäßig wesentlich unter dem ersten
Angebot läge. Herr Oberbürgermeister Demnitz macht deutlich, dass im neuen
Jahr alle Beteiligten über die rechtlichen und tatsächlich möglichen Maßnahmen
diskutieren müssen.
Herr Dr. Schmidt betont, dass
im Luftreinhalteplan die Nassreinigung vorgeschrieben sei und keine
Alternativmöglichkeiten bestehen. Ein zusätzlicher Beschluss wäre nicht erforderlich.
Herr Riechel kritisiert,
dass die unterschiedlich eingebrachten Anträge von der Fraktion Bündnis 90/ Die
Grünen zur Bekämpfung der schlechten Stadtluft, in der Vergangenheit von beiden
großen Fraktionen nicht unterstützt wurden. Die Bürgerinnen und Bürger der
Stadt Hagen dürften die vom Regierungspräsidenten angeordnete Umsetzung des Luftreinhalteplans
erwarten. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen fordert die Verwaltung auf, den
Luftreinhalteplan umzusetzen.
Herr Röspel erwähnt
verschiedene Immissionsprognosen des Landesumweltamtes, die sich auf einzelne
Städte des Landes Nordrhein-Westfalen beziehen. Eine ähnliche Prognose wäre für
die Stadt Hagen wünschenswert. Zusammen mit der Verwaltung will die
CDU-Fraktion die Umsetzung der Container-Messstation bei der zuständigen Behörde
beantragen. Darüber hinaus sei noch nicht deutlich geworden, ob zum heutigen
Zeitpunkt eine Nassreinigung durchgeführt werde.
Auf Nachfrage
von Herrn Oberbürgermeister Demnitz, ob eine Nassreinigung stattgefunden
habe, antwortet Herr Dr. Schmidt, dass bei trockenen und frostfreien
Witterungsbedingungen eine Nassreinigung durchgeführt wurde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest,
dass die Anregungen der CDU-Fraktion in dem weiteren Beratungsgang
berücksichtigt werden.
Herr Asbeck hält unter
den jetzigen Bedingungen eine erneute Berechnung hinsichtlich des
Generalverkehrsplans zum Stadtring für sinnvoll.
Herr Hammer unterstützt
den Antrag der FDP-Fraktion und ist der Auffassung, dass eine finanzielle
Investition zur Erhebung sicherer Daten erforderlich sei.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über
den Antrag der FDP-Fraktion abstimmen.
