15.12.2005 - 4.2 der CDU-Fraktion und der SPD-Fraktion: Initativ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 15.12.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Röspel bezieht sich
auf den gemeinsamen Vorschlag zur Tagesordnung von der CDU und der SPD
Fraktion, der als Anlage 4 Gegenstand der Niederschrift ist. Dabei
stellt Herr Röspel in Abrede, es handele sich um einen sogenannten
“Show-Antrag”. Ziel sei die
Entstehung und Sicherung von neuen Gewerbeflächen. Darüber hinaus streben die
CDU bzw. SPD-Fraktion die Schaffung von Arbeitsplätzen an.
Herr Riechel stuft den
gemeinsam eingebrachten Antrag von CDU und SPD als populistisch, überflüssig
und frech ein. Diese Einschätzung bestätige sich dadurch, dass die in dem
Antrag geforderten Aktivitäten der Verwaltung bereits bestehen würden. Darüber
hinaus sei ein Antrag auf Nutzungsänderung eine typische Aufgabe der
Verwaltung, die bauordnungsrechtlich abgearbeitet werden müsse. Die hierfür
erforderlichen Fristen orientieren sich am Handeln der Verwaltung und nicht an
den Vorgaben von kommunalpolitischen Vertretern. Das Bekenntnis der
Antragsteller, die Aufstellung des Flächennutzungsplanes (FNP) stehe hinderlich
im Wege, offenbare, dass alte Verfahrenskonzepte aus Vorjahren erneut
durchgesetzt werden sollen. Dabei werde vergessen, dass die Verwaltung zurzeit
an einen Entwicklungskonzept für die nächsten 20 Jahre arbeite. Einem
Vorgreifen auf der Fertigstellung des FNP lehne seine Fraktion ab.
Das von allen Ratsfraktionen gemeinsam getragene Programm zur Demographie und Stadtumbau erweise sich als Simulation. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen überlege, ob sie aus diesem gemeinsamen Projekt aussteigen solle.
Herr Thielmann bestätigt
seine gemachte Aussage zum sogenannten “Show-Antrag” und ist der Ansicht,
dass weitere Diskussionen zu unnötigen Verzögerungen führen würden.
Herr Asbeck teilt mit,
dass für die in dem Antrag genannten Gewerbegebiete recht schnell Planungsrecht
geschaffen werden muss. Eine Konkretisierung der Gewerbegebiete vor Erlass des
FNP sei erforderlich und richtig. Ein Eingriff in den Ordnungsbereich der
Verwaltung wäre nicht Gegenstand des Antrages. Die Zielrichtung gehe dahin,
eine Kenntnis über die negativ erteilten Bescheide zu erhalten, um in
Einzelfall durch erneute Überplanung einen negativen in einen positiven
Bescheid umwandeln zu können.
Herr Jochen
Weber hält den Antrag für durchaus gerechtfertigt, zumal das Gebiet an der
Volmarsteiner Straße nicht im konkreten Arbeitsprogramm berücksichtigt werde.
Aus diesem Zusammenhang heraus mache es Sinn, dass der Rat der Stadt dem von
der CDU und SPD eingebrachten Antrag Nachdruck verleihe. Herr Jochen Weber
nimmt die Anregung von Herrn Thielmann auf und schlägt vor, unter Punkt 2 des
Antrages das Wort “bestehenden” vor dem Wort “Gewerbebetrieben”
einzusetzen. Punktuelle Schwerpunkte müssen vor Aufstellung des FNP geschaffen
werden, um die vorhandenen Probleme der Stadt Hagen zu lösen
Frau Kingreen erinnert,
dass Bestimmungen des Landschaftsschutzes die Ausweisung des Gebietes an der
Volmarsteiner Straße als Gewerbegebiet entgegenstehen würden. Eine allgemeine
großflächige Erschließung gestalte sich darüber hinaus sehr kostenintensiv.
Sinnvoll sei eine Teilerschließung dieser Fläche, wenn eine konkrete Anfrage
zur Gewerbeansiedlung unter gleichzeitiger Schaffung von Arbeitsplätzen
vorläge. Entgegen dieser Ansicht erfolge seitens der großen Fraktionen eine
Planungspolitik, die in Hinblick auf die folgenden Generationen nicht zu
vertreten sei. Verschiedene Interessensgruppen, wie zum Beispiel die
Landwirtschaft, blieben unberücksichtigt. Die bestehenden ausgewiesenen
Gewerbe- und Baugebiete werden schon jetzt nicht mehr in Anspruch genommen.
Herr
Sondermeyer fragt nach, wie viele investionswillige Unternehmen zur
Verfügung stehen. Zur Schaffung von Arbeitsplätzen sei eine Ausweisung
einzelner Gewerbegebiete sinnvoll.
Herr Dücker hält die
Vorwürfe von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen für kontraproduktiv. Die von
den beiden großen Fraktion gestellten Anträge wurden seinerzeit bereits
gestellt. Herr Dücker stellt in Frage, ob an diesen Anträgen seitens der
Verwaltung intensiv gearbeitet wurde. Er gehe davon aus, dass die neu ins Leben
gerufene Servicegesellschaft die bestehende Problematik zügig abarbeiten werde.
Zur Überprüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Schaffung
von Arbeitsplätzen sollte die Verwaltung eine Vorlage erstellen.
Herr Dr.
Schmidt bestätigt, dass sich ein ernst zu nehmender Interessent mit ca. 200
Arbeitsplätzen auf einer Fläche von 50 T qm an der Volmarsteiner Straße
niederlassen möchte. Ein weiteres Gespräch stehe noch vor Weihnachten an. Um
das Vorhaben umzusetzen, benötigt der Investor einen vorgegebenen Zeitplan, der
von den beteiligten Gremien schnelle Entscheidungen erfordere. Herr Dr. Schmidt
begrüßt ausdrücklich, dass sich die einzelnen Gremien mit den
Nutzungskonkurrenzen auseinandersetzen. Eine intensive politische Beratung zur
Unternehmensansiedlung und -erweiterung sowie der Bestandspflege wirke sich auf
die Stadt Hagen positiv aus.
Herr
Marscheider erklärt die Zustimmung der Fraktion Bürger für Hagen,
wenn es darum gehe, bestimmte Verfahren zu beschleunigen.
Herr Grothe stellt fest,
dass baurechtliche Verfahren nicht berührt sind und Unterbrechungen
diesbezüglich nicht vorgenommen werden sollen. Die im Stadtentwicklungsausschuss
ausgelegte Liste kann um weitere Angaben ergänzt werden. Die Ablehnung
einzelner Vorhaben gelte aber mit der Berichterstattung im
Stadtentwicklungsausschuss als erteilt.
Herr Flebus erkennt den
Bedarf an Gewerbegebiete und der damit im Zusammenhang stehenden Arbeitsplätze.
Die bestehenden Grund- und Bodenverhältnisse sind im Entscheidungsprozess zu
berücksichtigen.
Herr
Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass im Einvernehmen der
antragstellenden Fraktionen unter Punkt 2 des Antrages das Wort
“bestehenden” vor dem Wort “Gewerbebetrieben” eingefügt
wird.
Beschluss:
Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung,
1. die
bereits beauftragten Planungen für die Gewerbegebiete
·
Volmarsteiner
Straße
·
Hammacher
·
Haßleyer
Insel
·
Staplack
zügig voranzutreiben und den aktuellen Planungsstand ist mitzuteilen. Dem Stadtentwicklungsausschuss ist in seiner nächsten Sitzung unter Berücksichtigung der Realisierungsmöglichkeiten ein Zeitraster vorzustellen.
2.
Die
Planungen betreffend der Gebiete mit bestehenden Gewerbetreibenden sind
erst dann zu konkretisieren, wenn zuvor mit den Gewerbetreibenden gesprochen
wurde und diese Stellungnahmen im Stadtentwicklungsausschuss erörtert wurden.
3.
Der
Stadtentwicklungsausschuss ist vor Ablehnung von Anträgen auf
Nutzungsänderungen zu informieren und die Gründe für die beabsichtigte
Ablehnung sind darzulegen.
