15.05.2019 - 5 Sachstandsbericht zur Theater gGmbHhier: mündli...

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Wortprotokoll

5.

 

Herr Söhnchen erläutert kurz, dass man heute auf Wunsch des KWA den Intendanten, Herrn Hüsers, und den neuen Geschäftsführer der Theater gGmbH, Herrn Dr. Brauers, zu Gast habe.

 

Herr Dr. Brauers bedankt sich für die Einladung und beginnt mit zwei Mitteilungen.

Neu ins Leben gerufen worden sei der sogenannte „ politische  Salon. Dazu hätten sich das Osthaus Museum, die Fernuniversität und das Theater Hagen zusammen geschlossen. Dieser Salon solle Neugierige und politisch Interessierte in Hagen zusammenführen, um miteinander diskutieren zu können. Bisher habe dieser einmal stattgefunden mit dem Thema Migration und sei hochinteressant gewesen. Das nächste Thema des Salons am 25.06. sei „Europa“ und würde im Theater stattfinden. Alle seien herzlich dazu eingeladen.

Weiter weist er darauf hin, dass die Dienstagskonzerte in der Stadthalle ab der neuen Spielzeit künftig um 19.30 Uhr stattfänden.

Im weiteren Verlauf stellt Herr Dr. Brauers sich und seinen beruflichen Werdegang vor. Zur aktuellen Situation im Theater berichtet er, dass diese sich inzwischen stabilisiert habe.

Das läge zum einen daran, dass man erkennen könne, mit welchem Führungsteam man in die nächste Spielzeit gehen könne. Man habe ein sehr frisches Führungsteam; alle Führungskräfte seien längstens 2 Jahre dabei.  Neu dazu stoßen werde ab der kommenden Spielzeit  die Ballettdirektorin, Frau Marguerite Donlon.

Weiter optimistisch stimme  die Stabilisierung der Finanzlage.  Die Konsolidierungsvorgaben seien, -Stand heute,- bereits umgesetzt.

In der öffentlichen  Meinung rund um das Theater habe sich die Lage auch stabilisiert. Die Presse berichtete sehr positiv über Tristan und Isolde“. Ein Wehrmutstropfen sei die Profilförderung des Landes. Hier sei man leider nicht berücksichtigt worden. Jedoch habe das Wuppertaler Kultursekretariat klare Signale gezeigt und durchaus anerkannt, was man in Hagen leiste . Man wolle das Hagener Theater von dort fördern. Die Projekte an sich seien gut. Man müsse sie nur noch besser präparieren und anders verkaufen. Hinweise für die zweite Runde seien ihnen von dort  gegeben worden, um damit dann erfolgreicher sein zu können.

 

Herr Dr. Brauers gibt das Wort weiter an Herrn Hüsers.

 

Herr Hüsers  äußert zunächst sein Bedauern über den Weggang von Herrn Michael Fuchs, mit dem er sehr gut zusammengearbeitet habe, betont aber zugleich wie froh er sei über die neue enge Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Brauers. Ebenfalls sei er froh, dass die Wahl auf einen Hagener und nicht auf jemanden von  außen gefallen sei.

Inhaltlich sei man jetzt am Ende seiner zweiten Hagener Spielzeit angelangt, wobei dies die erste Spielzeit sei, die  er aus einer Hand gemacht habe. Mit diesen Produktionen habe man eine gewisse Aufmerksamkeit erreicht, auch über Hagen hinaus.  Die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Frau Pfeiffer-Poensgen käme am kommenden Samstag zur Premiere des Balletts von „Wassermusik und Dido and Aeneas“ . Zurecht habe „Tristan und Isolde eine super Kritik bekommen, viele andere Produktionen auch. Er bemerke Aufmerksamkeit, die auch in Düsseldorf ankomme. Die bekannteste Opernzeitung „Die Opernwelt“ habe Simon Boccanegra als die beste Verdi- Inszenierung der vergangenen Jahre  überhaupt ausgezeichnet.

Weiter hoffe er auf bessere Voraussetzungen in Bezug auf die Profilförderung.

Herr Hüsers betont, dass er Frau Kaufmann und der Politik sehr dankbar sei für den „Deal mit der gelungenen Basisförderung des Landes. Einen Wirtschaftsplan umzusetzen mit all seinen Konsolidierungsvorgaben sei allerdings fast nicht möglich ohne diese Förderung. Man habe sonst quasi  keinen spielerischen Freiraum, mal etwas künstlerisch ausprobieren zu können. Es sei sein Schwerpunkt, auch Produktionen auszuprobieren wie, z.B. „Viva Verdi“.

 

Auch in der nächsten Spielzeit werde es wieder das Reclam Heft ohne Fotos geben, um zu provozieren und um interessant zu bleiben. Jedoch werde die kommende Spielzeit  ein bisschen weniger experimentell.

Als Intendant sei er sehr stolz, dass  von allen 12 Neuproduktionen allein 6 von Frauen seien, die jeweils verantwortet würden als Regisseurin und/oder Choreografin

In der kommenden Spielzeit habe man ganz bewusst sehr populäre Titel rausgesucht, Titel wie u.a. „Zar und Zimmermamm“ und „Anatefka“.

Herr Hüsers erklärt weiter, er möchte  dennoch gerne ein Wagnis versuchen in der Form, Stadttheater mit mehreren Sparten machen zu können. Die Türen sollen sich für sehr unterschiedliche Besuchergruppen öffnen, auch für rkisches Theater. Am 13.07. finde die Regenbogen Gala, früher bekannt unter dem Namen „Aids Gala, statt. Als ein neues Format enthalte sie nicht nur Ballett, sondern auch Musik und Oper. Als Benefiz- und auch als Lokalbezug käme der Erlös Luthers Waschsalon zugute, sowie der Aidshilfe. Man würde so jetzt jedes Jahr verfahren.

Bezüglich des abgelehnten Förderantrages erläutert Herr Hüsers, dass der Antrag auf Fördergelder in Höhe von insgesamt 900000,-€ aufgeteilt gewesen sei und über 3 Jahre verteilt sein sollte. Dies seien drei Grundprojekte, die sich wiederum auf kleinere Projekte verteilen. Die Rückmeldung aus Wuppertal sei gewesen, dass der Antrag viel zu komplex und zu ambitioniert gewesen sei. Man habe ihm signalisiert, dass man dies der Institution Theater Hagen nicht zutrauen würde, das stemmen zu können. Da sei natürlich auch etwas Wahres dran, dies sei auch zweischneidig, da man als Theater 20 Prozent der externen Kosten selber finanzieren müsse. Jetzt werde man die Anträge runterbrechen auf kleinere Projekte. Damit würde man sich gute Chancen ausrechnen.

Weiter sei das Projekt Kinderoper, das ebenfalls im Antrag enthalten war, von ihm auf eine andere Art gesichert worden. Bei Jonas, der Walfisch würde es sich um eine Kinderoper für Kinder und von Kindern in Zusammenarbeit mit der Musikschule und dem Orchester handeln. Kinder könnten hier singen und  auf der Bühne spielen. Hier habe man eine supertolle Gelegenheit, Kindern eine Chance  geben zu können, die sonst mit Musik nichts zu tun haben. Dies würde über offene Castings laufen.

Er sei guter Hoffnung, dass das weiterginge. Man habe ihnen Wege aufgezeigt wie es gehen könne. Ohne die Unterstützung der Basisförderung wäre es jedoch schwierig aufgrund der vorgenannten Konsolidierung. So sei man mit der Personalbesetzung  so runtergebrochen, dass er die Manpower gar nicht habe und quasi  immer am Rande arbeite. Viele Mitarbeite*innen am Theater tten 2-3 Jobs.

 

Abschließend bedankt sich Herr Hüsers  für die Einladung in den KWA.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei Herrn Dr. Brauers und Herrn Hüsers für deren Kommen.

 

Herr Asbeck erklärt, es sei seine Schuld“, dass Herr Dr. Brauers und Herr Hüsers  in den KWA eingeladen worden seien. Er begründet  sein Interesse daran und verweist dabei auf die Satzung, in welcher ein Informationsrecht des KWA verankert sei. Dieses Informationsrecht habe er in der letzten Zeit etwas vermisst. Von Zeit zur Zeit wäre das für die Mitglieder schon von Interesse. Er sei froh, dass Herr Hüsers auf die Problematik mit den Zuschüssen  eingegangen sei, was alle in der Zeitung gelesen hätten und  erläutert habe, was man tun werde, um das in Zukunft besser zu realisieren.

All dies seien Dinge, die in den Kulturausschuss gehören. Auch würde er sich darüber freuen, wenn über wichtige zentrale  Personalentscheidungen beim Theater, wie beispielsweise die der neuen Ballettdirektorin, im KWA informiert  werden würde. Gerne könne dies zum Anlass genommen werden, diese im Kulturausschuss vorzustellen, damit die Mitglieder diese kennenlernen könnten.

Von dem neuen Programm im nächsten Jahr sei er sehr begeistert,- das sei alles sehr ansprechend.

Im Hinblick auf die Besucherzahlen, müsse man natürlich auch immer darauf achten wie dies in der Bevölkerung ankäme.  Daher würde ihn auch die Entwicklung der Besucherzahlen interessieren. Dieser Punkt solle auch mal im Kulturausschuss erörtert werden.

Herr Asbeck bedankt sich für den Bericht und den Besuch.

 

Frau Kaufmann erklärt noch einmal das relativ komplizierte Verfahren zur Förderung von der Landesregierung für die Theater. Der Ursprung sei gewesen, dass der Städtetag festgestellt habe, dass die Theater in NRW die niedrigste Refinanzierung erhielten. Das war der Auftrag. Herausgekommen sei dann eine Förderung.

Zum einen habe man die Basisförderung, die direkt von Düsseldorf vom Ministerium vergeben werde.

Der zweite Teil sei die sogenannte Profilförderung, auch Excellentförderung genannt.

Das NRW Kultursekretariat sei das ausführende Organ mit einer Jury. Herr Dr. Esch sei der dortige Vorsitzende der Jury. 

Ein städtisches Theater soll sich irgendwohin entwickeln und einen neuen Weg gehen, was zukünftig in die Basisförderung übertragen würde. Als Beispiel benennt Frau Kaufmann eine neue Choreografin. Dies könne von der Profilförderung in die Basisförderung hineinkommen.

 

Herr Söhnchen  schlägt vor, gemeinsam nach einem Rhythmus zu suchen, in welchen Zeitabständen man im Kulturausschuss in einen gemeinsamen Austausch käme. Er wünscht Herrn Hüsers und Herrn Dr. Brauers alles Gute für das Theater Hagen, als dem Haus, welches allen so viel Spass und  Freude bereiten würde. 

 

 

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