20.11.2019 - 7 Impulspapier zur Einführung von Maßnahmen zur P...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Reinke weist darauf hin, dass das Impulspapier, das Frau Kaufmann in der letzten Sitzung angekündigt habe, sehr umfangreich sei. Aus dem Grunde habe er gebeten, dieses auf die Tagesordnung zu setzen, um sich intensiver damit zu befassen.

In der Zwischenzeit habe der Landtag eine Kommission zum Schutz der Kinder eingesetzt. Auch an anderer Stelle werde an verschiedenen Dingen zu dem Thema gearbeitet. 

 

Frau Kaufmann macht deutlich, dass es hier um ein Thema gehe, dass allen Beteiligten sehr wichtig sei. Sie sei sehr froh darüber, dass man in Hagen beispielsweise  mit der Kinderschutzambulanz dazu schon gut aufgestellt sei. Sie beschreibt ein Beispiel eines Mißbrauchsfalles. Es sei ein fortlaufendender Prozess, der viel Aufmerksamkeit von allen Beteiligten und ganz besonders von den in der Verantwortung stehenden Personen erfordere.   

 

Herr Goldbach präsentiert die Schwerpunkte des Impulspapiers zur Diskussion über Maßnahmen zur Prävention, zum Schutz vor und Hilfe bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (siehe Anlage zu TOP 7).

Bei diesem Papier handele es sich um eine Checkliste, mit der man in der örtlichen Praxis prüfen könne, an welcher Stelle man nachqualifizieren müsse. Man werde das in den unterschiedlichen Gremien und Arbeitsgemeinschaften im dem Bereich aufgreifen und auch bei der aktuellen Organisationsentwicklung im Allgemeinen Sozialen Dienst entsprechend mit berücksichtigen. Hilfreich wäre hierbei eine Vorgabe des Landes hinsichtlich verbindlicher Personalschlüssel.

 

Herr Reinke bedankt sich bei Herrn Goldbach für den guten und hilfreichen Einstieg in die Thematik. Er unterstütze den von Herrn Goldbach vorgeschlagenen Weg, die Dinge anzugehen.

 

Frau Kaufmann bittet die Ausschussmitglieder um ihre Einschätzung der Situation. Sie sei erschüttert, auf wie viele Fälle sie im Laufe ihres Lebens schon getroffen sei.

Es müsse ein verpflichtendes Modul in der Fortbildung sein. Der Bereich des Sports dürfe nicht vergessen werden, da dieses Aufgabenfeld von Tätern für den Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen gewählt werde.

Sie bittet die Vertreter der Freien Träger um ihre Einschätzung, inwieweit die vorhandenen Mechanismen in Mißbrauchsfällen greifen.

 

Frau Lossau macht deutlich, dass man natürlich nicht garantieren könne, dass sich derartige Fälle wie in Lügde nicht auch in Hagen wiederholen könnten. Allerdings könne sie darauf verweisen, dass im Bereich des Pflegekinderdienstes die Überprüfungsmaßstäbe für eine entsprechende Pflegeerlaubnis sehr hoch seien. Beratung und Betreuung in dem Bereich seien sehr konstant vorhanden. 

 

Frau Köppen bestätigt, dass sie nach Lesen des Papiers den Eindruck habe, dass man in Hagen tatsächlich sehr gut aufgestellt sei. Das dürfe allerdings nicht dazu führen, dass man sich darauf ausruhe und mit den Anstrengungen nachließe. Man habe gute Strukturen geschaffen in Hagen. Ihr sei bewußt geworden, dass die Netzwerkarbeit in dem Zusammenhang sehr wichtig sei. Auch die habe man in Hagen gut etabliert. Man müsse wachsam sein, um Strukturen erkennen zu können. Der Fortbildungsetat müsse dann natürlich auch an die Bedarfe angepasst werden.  

Im Bereich der Schutzkonzepte halte sie die Partizipationskonzepte für einen wesentlichen Baustein. Die Kinder müssten befähigt werden zu sagen, dass eine Grenze überschritten worden sei.

 

Frau Dr. Opterbeck betont, dass sich das Beratungszentrum Rat am Ring auch intensiv mit diesem Papier beschäftigt  habe. Man habe in der Vergangenheit bereits viele dieser Maßnahmen umgesetzt und sei dabei, diese zu optimieren.

Die Fachberatung Kindeswohl habe in den vergangenen Jahren bereits viele Fortbildungen an verschiedenen Stellen durchgeführt. 

Ihr sei wichtig, darauf hinzuweisen, dass mit den neuen Medien viele Gefahren im Bereich von sexualisierter Gewalt aufkämen. Es gebe dort viele Unsicherheiten und das erfordere viel Aufklärung. Hier sei neben dem Einsatz von Medienscouts, die nur an weiterführenden Schulen tätig seien, auch die Schulung von Lehrern und Eltern für den Bereich der neuen Medien an Grundschulen, in Kitas und Familienzentren erforderlich. Für den Bereich Medien habe der Rat am Ring daher auch ein Konzept erarbeitet.

 

Frau Lossau ergänzt, dass sie aus dem Arbeitskreis „Sexuelle Gewalt“ berichten könne, dass es in Hagen einen Präventionsbeauftragten des Stadtsportbundes gebe. Herr Passehl sei ehemaliger Kriminalbeamter und stehe als Ansprechpartner für die Sportvereine zur Verfügung, wenn es zum Beispiel um die Überprüfung der Schutzkonzepte beim Sport gehe. Er sei dabei sehr engangiert. Das sei sicher eine gute Ergänzung des Angebotes.

 

Frau Dr. Opterbeck berichtet, dass man die Kooperation der Beratungsstelle Rat am Ring und der Abteilung Hilfen zur Erziehung im neuen Jahr vertiefen und Synergieeffekte nutzen wolle.

 

Frau Hamann weist darauf hin, dass man es mit einem großen Spektrum an Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu tun habe, wenn man über Schutzkonzepte spreche. Über die Jahre habe man in der Kinderschutzambulanz erlebt, dass der Anteil der sexualisierten Gewalt nicht so hoch sei, wie man derzeit glaube. Dagegen hätten die anderen Formen von körperlicher und psychischer Gewalt stark zugenommen. Das dürfe man im Rahmen von Kinderschutzkonzepten in der Jugendhilfe nicht vergessen. Sie sei der Meinung,dass man in Hagen gut aufgestellt sei. Wichtig sei ein Ausbau der spezialisierten Fachberatung, wie sie in dem Papier ab Seite 8 beschrieben sei und zwar immer dann, wenn man Kenntnis davon bekomme, dass ein Kind Opfer von Gewalt sei. Sie sehe in der Nachsorge und in der Intervention den Ansatz, bei dem man in Hagen mehr tun könne.

 

Herr Reinke erinnert daran, dass dies ein erster Aufschlag gewesen sei.

Er beschäftige sich seit mehr als zwölf Jahren mit dem Thema. Man habe eine Menge geschaffen, dürfe aber auch nicht nachlassen. Das Theaterstück „Mein Körper gehört mir“ sei damals der Impuls für sein Interesse an dem Thema gewesen. Er habe immer noch den Wunsch, das Stück nicht nur in einem Bezirk, sondern gesamtstädtisch in den dritten und vierten Klassen zu präsentieren und die Kinder damit zu stärken. Man werde sich noch intensiv mit den Maßnahmen beschäftigen.

 

Frau Kaufmann merkt an, dass sie noch einen ganz wichtigen Aspekt auf die Merk- und Arbeitsliste setzen wolle. Es gehe um den Umgang mit den Tätern, wenn es entsprechende Hinweise gebe.

Man müsse sich fragen, wie Organisationsberatung präventiv gestaltet sein müsse, damit die Organisation in sich handlungsfähig sei. Es gebe zunächst die absolute Solidarisierung mit den Kollegen, um der Institution nicht zu schaden. Dieser Aspekt, wie eine Organsisation mit einen Täter in den eigenen Reihen umgehe, sei ihr äußerst wichtig.

 

Herr Reinke macht deutlich, dass die Arbeitsliste nicht endlich sei, sondern immer neue Aspekt dazukämen. Den von Frau Kaufmann angesprochenen Aspekt würde er als Punkt unter dem Thema „Schutzkonzepte“ sehen. 

 

Abschließend dankt Herr Reinke Herrn Goldbach für den Einstieg und die Präsentation.

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Anlagen