03.07.2018 - 5 Informationsvorlage HAGENplant 2035 – Sachstand...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Kirsten Pinkvoss begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt nochmals Marianne Booke vom FB 61 und führt kurz in das Thema ein.

 

Marianne Booke stellt anhand einer PowerPoint-Präsentation die Informationsvorlage HAGENplant 2035 (Vorlage 0510/2018 - Anlage zu Tagesordnungspunkt 5 der Einladung) vor. Die Präsentation wird als Anlage dem Protokoll beigefügt.

 

Frau Booke geht zunächst auf den “Fahrplan“ ein, erläutert die fünf Bausteine des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) und die aktuelle Zeitplanung. Die jetzige Informationsvorlage wurde erstellt, um zeitnah Rückmeldungen erhalten und einarbeiten zu können, damit den politischen Gremien ab September 2018 eine Beschlussvorlage zugeleitet werden kann, mit dem Ziel, im Dezember 2018 einen Ratsbeschluss herbeizuführen. Aufbauend auf eine Bestandsanalyse wurden Stadtbezirksprofile entwickelt, in denen ein Blick auf die Stärken und Schwächen in den Bezirken Mitte, Haspe, Nord, Eilpe/Dahl und Hohenlimburg geworfen wurde. Detaillierte Informationen hierzu sind auf der Internetseite www.plan-portal.de/hagen zu finden. Auf Basis dieser Stärken und Schwächen wurden 16 strategische Ziele und Grundsätze der Stadtentwicklung entworfen.

 

Marianne Booke erläutert im Detail die vier allgemeinen Grundsätze bzw. Werte, die für alle Ziele gelten:

-          Reden, streiten, Lösungen entwickeln!

-          Adressaten der Stadtentwicklung? - Alle!

-          Nachhaltig handeln!

-          Ressourcen sind endlich!

Durch die Definition hagenspezifischer Ziele soll eine langfristige Profilierung Hagens als attraktive und lebenswerte Großstadt erfolgen. Identifikation nach Innen. Profil geben nach Außen. Hagener/-innen sollen stolz auf ihre Stadt sein.

 

Frau Booke betont, dass die Reihenfolge der 16 strategischen Ziele keine Priorisierung bzw. Wertigkeit vorgibt. Anschließend stellt sie die entwickelten Ziele konkret vor:

Ergänzend zum Ziel 1 führt Frau Booke an, dass Versorgungsstrukturen zu verdichten und Brachflächen zu reaktivieren sind.

Zum Ziel 2 “Hagener Kieze“ teilt sie mit, dass (aufgrund der Kritik an diesem “Berliner Flair“) aus anderen Gremien bereits nach einem neuen Begriff gesucht wird.

Das Ziel 3 “Kurze Wege“ zwischen Aufenthalt, Versorgung und Wohnen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von Bedeutung.

Ein Beispiel für das vierte Ziel (Sozial gerechtes Hagen) ist das Projekt Soziale Stadt Wehringhausen.

Ein Aspekt des Zieles 5 “Wohnen in Hagen“ ist z.B. Bevölkerungsmischung durch das Angebot von Mehrgenerationenwohnen.

Die naturräumlichen Qualitäten/Stärken gemäß Ziel 6 (Vier Flüsse und zwei Seen erlebbar in einer Stadt) wurden bereits 1983 im Flächennutzungsplan (FNP) aufgegriffen. Ziel ist es, die angrenzenden Quartiere aufzuwerten.

Ziel 7 greift die baukulturellen Highlights auf, deren Qualitäten z.B. durch Sportevents sichtbar gemacht werden (privates Engagement initiieren).

Die Aufwertung der öffentlichen Räume ist aufgrund von betonlastigen und keinen Schatten spendenden Plätzen von Bedeutung. Ziel 8 ist es, beispielsweise ein hübscheres Bild von Hagen durch die Neugestaltung der Bahnhofsvorplätze zu zeichnen.

Ein Teilaspekt des Zieles 9 ist der Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Freiräumen aus den Stadtteilen.

Der Ausbau des Radverkehrsnetzes ist aber auch ein Aspekt des strategischen Zieles 10 “Mobilität neu denken!“. Daneben ist hier die Digitalisierung (z.B. von Ampelanlagen) von Bedeutung.

Am Beispiel von Delstern/Eilpe wird die Entzerrung von Konfliktlagen (Ziel 11) durch Schaffung von “sauberen“ Gewerbegebieten deutlich.

Die Umnutzung von alten Flächen (Gewerbe, Industrie, Brachen) gehört zum Ziel 12.

Beim Ziel 13 ist zu beachten, dass heute schon viel von zu Hause aus gearbeitet wird. Dies hat Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bevölkerung.

Ziel 14 ist es, den Bildungsstandort Hagen zu vermarkten, aber nicht nur elitäre Bildungseinrichtungen (FernUniversität) sondern auch soziale.

Hagen durch Projekte als intelligente Großstadt mit Vorbildfunktion zu zeigen und auch noch Einsparpotentiale zu erreichen (z.B. durch Nutzung innovativer Müllbehälter, die sich melden, wenn sie voll sind) zeichnet Ziel 15 aus.

Als starker Nachbar in Kooperationen mit Nachbarstädten gemeinsam Förderprogramme zu nutzen, ist ein Aspekt des Zieles 16.

 

Zum Abschluss ihrer Präsentation geht Marianne Booke näher darauf ein, wie es mit dem ISEK weitergeht. Die Themen sollen nun diskutiert werden, damit die Beschlussvorlage dann glatt durchlaufen kann. Aktuell wird am 12. Juli 2018 ein Workshop “Jugend macht Stadt“ durchgeführt. Junge Menschen können aus heutiger Sicht sagen, was Hagen braucht, damit sie in Hagen als Lebensmittelpunkt bleiben oder wieder nach Hagen zurückkommen. Im Herbst findet noch die zweite Phase einer Onlinebeteiligung statt. Marianne Booke teilt mit, dass im Januar 2019 dann noch ein weiterer Termin mit den Fachakteuren/Fachforen folgen soll. Mitte 2019 ist nach der Beschlussvorlage eine HagenKonferenz geplant, welche den Abschluss des ISEK-Aufstellungsverfahrens und gleichzeitig den Übergang/Auftakt zum Aufstellungsverfahren FNP markiert.

 

Kirsten Pinkvoss bedankt sich bei Marianne Booke für die aufschlussreiche Präsentation und eröffnet die Diskussionsrunde. Der Prozess erfolgt partizipativ, nicht auf abstrakter Ebene, sondern mit operativen Zielen. Wo sind die Frauen in den Zielen zu finden? Bei den gemeinsamen Werten sind die Adressatinnen mit aufzunehmen. Außerdem ist auf die Aspekte Gleichstellung, Diversität und Inklusion zu achten. Bei den strategischen Ansätzen sind die Punkte/Prinzipien zu ergänzen.

 

Susanne Deitert unterstreicht, dass unter Sicherheitsaspekten Frauen einzubeziehen sind.

 

Sabine Michel schlägt vor, Frauen und Männer und das dritte Geschlecht gleichermaßen als Querschnittsaufgabe zu sehen.

 

Marianne Booke fragt nach, ob ein fünfter Grundsatzpunkt aufgenommen werden soll.

 

Kirsten Pinkvoss betont, dass der Frauenbeirat auch die Aspekte der Inklusion einbezieht. Es ist als Trilogie zu sehen.

 

Frau Booke weist darauf hin, dass die sozialen Gremien auch beteiligt sind.

 

Die Vorsitzende schlägt vor, die Vorlage mit einer Empfehlung zur Kenntnis zu nehmen. Sie stellt diesen Vorschlag zur Abstimmung. Der Vorschlag wird einstimmig beschlossen.

 

Katja Eckhoff schlägt vor, statt “streiten“ kommunizieren oder diskutieren zu schreiben.

 

Dorothee Machatschek hingegen findet Streitkultur wichtig. Diese hat etwas mit Wertschätzung zu tun.

 

Iris Karp regt an, unter dem Aspekt der Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen einfachere Sprache zu benutzen.

 

Erika Enders weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es im Beirat für Menschen mit Behinderungen/Behindertenbeirat (BB) eine neue Informationsschrift in verständlicher Sprache gibt, die bei Martina Gleiß, der Schriftführerin des BB, angefordert werden kann (Anmerkung der Schriftführerin: Broschüre “Was macht die Stadt-Verwaltung?“ - Martina Gleiß, Fachbereich Jugend und Soziales, Tel. 207-2895).

 

Vera Besten stellt heraus, dass die Jugend die wichtigste Gruppe ist und daher noch konkreter und direkter angesprochen werden muss. Der Termin für den Workshop “Jugend macht Stadt“ am 12. Juli 2018 ist unglücklich gewählt, da es sich um den letzten Schultag vor den großen Ferien handelt, an dem traditionell School-out-Partys stattfinden. Es sollte alternativ/ergänzend ein zweiter Termin kurz nach den Ferien angeboten werden, damit genügend junge Leute kommen.

 

Marianne Booke bedankt sich für den Hinweis. Der Terminkonflikt war ihr nicht bewusst. Sie weist aber nochmals auf die Bewerbung der Veranstaltung in den Social Media und mit Plakaten und Postkarten hin. Es wurde versucht, die Aktion sehr breit aufzustellen. Das Problem lag und liegt darin, überhaupt das Interesse zu wecken. Mehr persönliche Ansprache wäre besser gewesen. Der Fachbereich Jugend und Soziales und der Jugendring haben extra Vorträge gehalten, um eine möglichst breite Beteiligung zu erreichen. Leider war der Rücklauf nicht entsprechend. Etliche Plätze sind noch frei.

 

Vera Besten schlägt vor, junge Leute über die Fraktionen anzusprechen.

 

Frau Booke entgegnet, dass dies erfolgt ist, aber von dort noch keine Rückmeldungen vorliegen.

 

Melanie Purps fragt, ob junge Leute nicht einfach ohne Anmeldung kommen können. Sie geht davon aus, dass zwar nur zwei Anmeldungen vorliegen, aber dann doch 37 junge Menschen kommen. Sie weist nochmals darauf hin, dass verschiedene Kanäle zu nutzen sind.

 

Sabine Michel stellt heraus, dass verschiedene Zielgruppen partizipieren und fragt nach, ob sie direkt in Schulen Berücksichtigung finden.

 

Marianne Booke antwortet, dass Multiplikatoren an allen Schulen eingesetzt wurden, aber keine Partizipation im Unterricht stattgefunden hat. Von Schule zu Schule wurde das Verfahren unterschiedlich gehandhabt. Details sind nicht bekannt.

 

Erika Enders verweist auf die am kommenden Samstag stattfindende Sitzung des Hasper Jugendrates und die aktive ev. Jugend Quambusch.

 

Melanie Purps ergänzt, dass der gesamtstädtische Jugendrat informiert wurde und dass überall verstärkt auf die Veranstaltung hingewiesen wurde.

 

Vera Besten schlägt vor, über Radio Hagen Jugendliche interviewen zu lassen.

 

Frau Booke betont, dass die Medien immer eingeladen wurden. Mit Hoffnung auf mehr Erfolg an einem “jüngeren“ Standort findet im Kultopia noch ein Pizza-Sponsoring mit Freigetränk und Oberbürgermeister statt.

 

Kirsten Pinkvoss schlägt einen Präsenzabend mit Online-Zuschaltung für Jugendliche vor.

 

Es gibt keine weiteren Anregungen.

 

Die Vorsitzende bedankt sich abschließend nochmals im Namen des gesamten Frauenbeirates bei Frau Booke für die Präsentation und den Austausch.

 

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Beschluss:

 

Die Informationsvorlage wird zur Kenntnis genommen. Der Frauenbeirat empfiehlt dem Rat und der Verwaltung, die Aspekte der “Gleichstellung, Diversität und Inklusion“ als Querschnittsthema zu verankern und schlägt vor, diese Themenfelder bei den Werten in den strategischen Zielen als gemeinsamen fünften Grundsatz für alle 16 Ziele des ISEK aufzunehmen.

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Abstimmungsergebnis:

 

 

 

x

Zur Kenntnis genommen und einstimmig beschlossen.

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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