25.09.2018 - 3 Projektinformation zum Kompetenznetz Angehörige...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Sitzung:
-
Sitzung des Seniorenbeirates
- Gremium:
- Seniorenbeirat
- Datum:
- Di., 25.09.2018
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Sauerwein begrüßt Frau Paetzel vom KompetenzNetz Angehörigenunterstützung und Pflegeberatung NRW (KoNAP).
Frau Paetzel berichtet, dass die Pflegelandschaft sehr heterogen ist und es viele Anlaufstellen gibt, und die Menschen nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Ziel des Projektes war daher, Transparenz über existierende Beratungsangebote im Bereich der Pflege zu schaffen, die Angebote so aufzubereiten um sie den Ratsuchenden präsent zu machen. Darüber hinaus soll das Projekt auch eine Lotsenfunktion haben, d.h. die Menschen passgenau an Beratungsstellen verweisen zu können. Weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung der Pflegeselbsthilfe, welches in einem anderen Teilprojekt bearbeitet wird.
Das Projekt wird finanziert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den Landesverbänden der Pflegekassen. Gestartet ist das Projekt am 08.01.2017 und ist für die Laufzeit von 2 Jahren angelegt. Nach diesen zwei Jahren wird es in diesem Rahmen nicht weitergehen, aber der Pflegewegweiser wird weitergeführt.
Frau Paetzel erläutert, dass in jedem Regierungsbezirk in NRW eine Regionalstelle sitzt. Die übergeordnete Landeskoordinierungsstelle ist die Verbraucherzentrale NRW, die noch mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Projekte und der Landesarbeitsgemeinschaft von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankungen kooperiert.
Das Projekt besteht aus drei Säulen. Die erste ist ein Online-Portal mit einer Datenbank, in der alle Beratungsangebote von und in NRW im Bereich Pflege aufgelistet sind. Zu finden ist dies unter „Pflegewegweiser-NRW.de“. Weiterhin befinden sich dort redaktionelle Aufbereitungen aktueller Pflegethemen wie z.B. was ist ein Pflegegrad, wie kann ich einen Pflegegrad beantragen, was passiert bei einer MDK-Begutachtung. Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines Vernetzungsinstrumentes.
Zusätzlich zum Online-Portal ist seit Januar 2018 ein Lotsentelefon geschaltet. Hier haben Ratsuchende die Möglichkeit von montags bis freitags in der Zeit von 9:00 bis 19:00 Uhr und samstags von 9:00 bis 14:00 Uhr anzurufen und ihre Lage zu schildern. Die Mitarbeiter suchen dann die passenden Beratungsstellen heraus. Die Lotsenfunktion umfasst lediglich allgemeine Informationen und keine Beratung. Diese soll durch die Beratungsstellen vor Ort erfolgen.
Dritter Schwerpunkt ist die Netzwerkarbeit. Hier geht es vor allem um fachliche Unterstützung der Pflegeberater vor Ort durch Initiierung und Durchführung von Fort- und Weiterbildungsangeboten zu Themen wie z.B. ausländische Haus- und Betreuungskräfte im Privathaushalt oder Gewalt in der Pflege. Weiterhin werden Broschüren entwickelt, um sowohl Ratsuchende als auch die Pflegeberater zu unterstützen.
Frau Paetzel erklärt, dass in der ersten Phase eine Datenerhebung über die Pflegeberatungsstellen und die vorgehaltenen Beratungsangebote durch Telefoninterviews erfolgte. In der zweiten Erhebungsphase wurden Daten um die Themen Pflegerechtsberatung, Beratung mit Schwerpunkten wie z.B. Demenzberatung, Beratung zur Patientenverfügung und auch Palliativ- und Hospizberatung aufgenommen. Die Idee ist, dass der Pflegewegweiser alle Themen im Bereich der Pflege mit Schnittstellenthematiken in nur einer Datenbank aufgreift.
Derzeitiger Erhebungsstand im Regierungsbezirk Arnsberg sind ca. 78 erfasste Pflegeberatungen, 40 Beratungen mit Schwerpunkten, 14 Beratungen zum Pflegerecht und 50 Beratungen zu Vorsorgevollmachten.
Abschließend erläutert Frau Paetzel noch kurz den Aufbau der Internetseite. Es sind die drei Datenbanken hinterlegt. Im Einzelnen handelt es sich um die Beratungsstellen, eine Datenbank der Verbraucherzentrale zu haushaltsnahen Dienstleistungen, welche noch eingepflegt wird und die Pflegeselbsthilfe.
Frau Paetzel berichtet, dass das Projekt nur noch bis Ende des Jahres läuft. Von Seiten der Politik gibt es aber bereits Rückmeldungen, dass der Pflegewegweiser und die Datenbank fortgeschrieben werden sollen.
Frau Sauerwein bedankt sich bei Frau Paetzel für ihren Besuch.
