10.04.2018 - 5 Altenplan - Auswahl der näher zu betrachtenden ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Seniorenbeirates
- Gremium:
- Seniorenbeirat
- Datum:
- Di., 10.04.2018
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Sauerwein führt aus, dass dem Sozialausschuss im September 2017 ein Antrag bzgl. der Fortschreibung der Altenplanung in Hagen vorlag. Zum damaligen Zeitpunkt wurde der Kompromiss beschlossen, dass in drei Stadtteilen bzw. Quartieren mustermäßig ein Altenplan fortgeschrieben wird. Die Ad-Hoc-Gruppe hat sich bereits vorberatend Gedanken zu den einzelnen Sozialräumen / Quartieren gemacht, die im Anschluss vorgestellt werden. Es soll eine Empfehlung für den Sozialausschuss ausgesprochen werden, damit dort die Möglichkeit einer Beschlussfassung noch vor den großen Ferien gegeben ist und noch in diesem Jahr eine weitere Planung erfolgen kann bzw. in den drei ausgewählten Quartieren mit der Arbeit begonnen werden kann.
Die Unterlagen von Frau Gleiß zum Thema „lebenslanges Wohnen im Quartier – Auswahl der Quartiere“ wurden mit der Einladung versandt. Frau Gleiß legt dar, dass sie den Fokus darauf gelegt hat, wo die meisten älteren Menschen wohnen. Daraus ergaben sich sechs Quartiere, wo prozentual weit mehr als 30 % der älteren Menschen leben. Zusätzlich wurden der Vorschlag von Frau Wiewiorka für das Bahnhofsviertel und der Vorschlag aus dem Sozialausschuss für Oege einbezogen.
Die Ausarbeitung wurde zusammen mit dem Ad-Hoc-Kreis des Seniorenbeirats besprochen. Resultat dieser Gespräche war, dass man nicht nur den Fokus auf die Anzahl der älteren Menschen in diesen Quartieren setzt, sondern auch andere Aspekte einbezieht.
Frau Gleiß berichtet, dass Auswahlkriterium der Anteil der Menschen über 60 Jahre war, aber auch die absolute Zahl dieses Anteils wichtig ist, so dass kleinere Quartiere mit einer geringen absoluten Zahl an Menschen über 60 Jahren aus der Betrachtung genommen wurden. Wichtig sind aber auch die Versorgungssituation wie Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Anteil der Wohngeld- oder Grundsicherungsempfänger, hoher Ausländeranteil und viele Ein-Personen-Haushalte.
Der Ad-Hoc-Kreis hat hauptsächlich auf die Versorgungslage abgestellt. Folgende Quartiere werden empfohlen:
- Kuhlerkamp / Philippshöhe:
Der Altersanteil liegt bei 28 % und die Versorgungslage ist schlecht. Dies ist auch bereits aus dem Bürgerantrag des AWO-Ortsvereins Kuhlerkamp/Wehringhausen bekannt. Es gibt dort derzeit keinen Lebensmittelmarkt, keine Apotheke, keine Ärzte und die Sparkasse hat die dortigen Mitarbeiter auch abgezogen. Es gibt zwei Seniorenbegegnungsstätten von der ev. Kirchengemeinde in der Kuhlestraße und von der kath. Kirchengemeinde in der Heinrichstraße.
- Helfe / Fley:
Der Altersanteil liegt bei 33 % und die Versorgungslage ist im Zentrum zwar gut, aber in den Randbezirken schlecht. Im Nahversorgungszentrum am Marktplatz gibt es einen Supermarkt, 2 Bäckereien, Kiosk und Apotheken. Die Angaben stammen aus dem CIMA-Gutachten aus 2015 und sind ggf. nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Die nächsten Allgemeinmediziner befinden sich in Boele. Zwei Begegnungsstätten befinden sich in der Helfer- und in der Johann-Friedrich-Oberlin-Straße.
- Quambusch / Baukloh / Westerbauer / Hasper Bachtal:
Der Altersanteil liegt bei 26 % und die Versorgung ist gering.
Hasper Bachtal weist dabei relativ wenig Bewohner auf.
Westerbauer verfügt über ein Nahversorgungszentrum mit mehreren Hausärzten, einer Begegnungsstätte, einer Seniorenstube und 14 Einzelhandelsbetrieben wie Rewe, Penny, KIK, Tedy, Dänisches Bettenlager etc. Die Randbezirke sind unterversorgt.
Mit dem Ad-Hoc-Kreis wurden auch noch andere Bezirke wie Altenhagen/Eckesey, Emst/Eppenhausen und Oberhagen betrachtet und diskutiert. Nicht berücksichtigt wurde auch Oege, aufgrund des sehr kleinen Gebietes und das Bahnhofsviertel, aufgrund der guten Versorgungslage und der guten Verkehrsanbindung.
Frau Sauerwein ergänzt, dass für die Bezirke Altenhagen/Eckesey und Oege möglicherweis aufgrund des hohen Ausländer- / Migrantenanteils zusammen mit dem Integrationsrat überlegt werden sollte, ob man in diesen Bereichen aktiv werden muss, allerdings mit einer anderen Priorisierung der Aufgaben.
Im Ad-Hoc-Kreis wurde sehr lange und ausgiebig über die einzelnen Sozialräume diskutiert und es wurde festgestellt, dass es nicht so einfach ist, schon aufgrund der sehr großen Sozialräume, Prioritäten festzulegen und eine Entscheidung zu treffen.
Diese drei Quartiere sollen dem Sozialausschuss vorgeschlagen werden mit dem Ziel diese Quartiere genauer zu untersuchen und mit Akteuren Ideen zu entwickeln und Möglichkeiten zu erarbeiten.
Herr Ludwig stellt fest, dass die ausgewählten Bezirke sich rein flächentechnisch auf ein relativ überschaubares Gebiet beziehen und regt an, auch ein größeres Gebiet zu betrachten. Er berichtet, dass in den Sozialräumen Eilpe/Delstern/Selbecke und Dahl/Priorei/Rummenohl teilweise Entfernungen von mehr als 15 Kilometer zu entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten zurückzulegen sind und das ÖPNV-Angebot in den Hanglagen auch sehr übersichtlich sei.
Frau Sauerwein führt noch einmal aus, dass viele Bezirke mit Hanglage schlecht versorgt sind und sich hieraus auch noch weitere Bereiche zur Betrachtung ergeben. Der ländliche Raum mit den von Herrn Ludwig vorgeschlagenen Sozialräumen soll als Anregung in die Empfehlung an den Sozialausschuss aufgenommen werden.
Beschluss:
Der Seniorenbeirat empfiehlt dem Sozialausschuss im Rahmen der Fortschreibung des Altenplans folgende drei bzw. vier Sozialräume bzw. Quartiere näher zu betrachten:
- Kuhlerkamp / Philippshöhe
- Helfe /Fley
- Quambusch / Baukloh / Westerbauer / Hasper Bachtal
Zusätzlich soll noch aufgrund der ländlichen Lage der Sozialraum Dahl / Priorei / Rummenohl berücksichtigt werden.
