26.09.2018 - 7 Aktuelles aus der Gleichstellungsstelle - Sabin...

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Wortprotokoll

Sabine Michel berichtet über ihr erstes halbes Jahr als Gleichstellungsbeauftragte. Sie stellt ihre Einarbeitung und den Arbeitsalltag in Zusammenarbeit mit ihrer Stellvertreterin Sabine Garmann dar. Unter Bezugnahme auf die durch das Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG) vorgegebenen Aufgaben berichtet sie von den zahlreichen Personalauswahlverfahren der Stadt Hagen zur Besetzung von vakanten Stellen, an denen die Gleichstellungsstelle gemäß § 17 LGG teilnimmt. In diesem Zusammenhang weist sie darauf hin, dass zwischenzeitlich mit der Personalverwaltung die Aufnahme einer geschlechtsneutralen Formulierung für die Stellenausschreibungen vereinbart wurde mit der dem Aspekt des Dritten Geschlechts/der Diversität Rechnung getragen wird. Jede stadtinterne und -externe Ausschreibung wird mit weiblicher und männlicher Berufsbezeichnung, einem Klammerzusatz (m/w/d) und folgendem Hinweis versehen: “Hinweis: Der Ausschreibungstext ist in der weiblichen und männlichen Form verfasst; es sind aber alle Geschlechter (männlich, weiblich, divers) angesprochen.

Auf Nachfrage stellt Sabine Michel heraus, dass die meisten Veröffentlichungen der Stadt Hagen i.d.R. nicht in geschlechtsneutraler Sprache verfasst werden. Der Weg zur Zielerreichung der gesetzlichen Vorgabe ist noch lang. Auch der Aspekt der frühzeitigen Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten durch Unterrichtung und Anhörung über beabsichtigte Maßnahmen ist noch optimierungsfähig.

Auf weitere Nachfrage teilt die Gleichstellungsbeauftragte mit, dass die Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen mit zwei Vollzeitkräften für ca. 2.700 Mitarbeitende zuständig ist. Aktuell auch noch für ca. 330 Beschäftigte des Wirtschaftsbetriebes Hagen (WBH AöR) und das Personal des Theaters. Ab 15. November 2018 wird beim WBH AöR eine eigene Gleichstellungsbeauftragte als Teilzeitkraft (50%) tätig sein. Es wird überlegt, ob eine Hospitation bei der Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen möglich ist.

Melanie Purps fragt nach, warum das Theater Hagen keine eigene Gleichstellungsbeauftragte hat.

Sabine Michel berichtet von den jährlich wiederkehrenden zeitintensiven Auswahlverfahren für die Nachwuchskräfte/Azubis in den verschiedenen Berufszweigen.

Melanie Purps möchte wissen, ob die Gleichstellungsbeauftragte an den in Kürze beginnenden Auswahlverfahren des Baudezernenten (Nachfolge Thomas Grothe) und des Geschäftsführers Wirtschaftsförderung beteiligt wird.

Die Vorsitzende teilt hierzu mit, dass die Gleichstellungsbeauftragte über die Möglichkeit der jederzeitigen Teilnahme an den Sitzungen des Verwaltungsvorstandes an den Verfahren mitwirken kann.

Wilma Panzer äußert ihr Erstaunen über die Bestellung von Sabine Garmann zur stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten ohne Gremienbeteiligung.

Kirsten Pinkvoss möchte eine Anfrage an die Verwaltung, den Fachbereich Personal und Organisation richten und um Auskunft bitten, welche Aufgaben von der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten Sabine Garmann wahrzunehmen sind und welche Auswirkungen dies auf die zeitlichen und finanziellen Ressourcen hat.

An der weiteren Diskussion um eine adäquate Bewertung der Tätigkeiten beteiligen sich Frau Purps, Frau Panzer und Frau Kulla.

Angelika Kulla interessiert, warum die Stellen der Gleichstellungsbeauftragten des WBH AöR und der Stadtverwaltung mit EG 9c TVöD und A 13 LBesG NRW/ EG 12 TVöD so unterschiedlich bewertet sind.

Kirsten Pinkvoss führt aus, dass die städtische Gleichstellungsbeauftragte nicht nur für die interne Mitarbeiterschaft der Stadtverwaltung zuständig ist, sondern u.a. auch für gleichstellungsrelevante Themen der Hagener Bürgerschaft. Je nach Definition können fast alle Themen gleichstellungsrelevante Aspekte beinhalten. Allein durch diese Zuständigkeit ist das Aufgabenspektrum der städtischen Gleichstellungsbeauftragten im Verhältnis zur AöR nicht nur quantitativ erheblich größer und vielschichtiger. Außerdem sind die Auswirkungen auf die zeitlichen Kapazitäten zu bedenken.

Stephanie Berns fragt nach der Arbeitsplatzbeschreibung für die Gleichstellungsbeauftragte des WBH AöR.

Die Gleichstellungsbeauftragte Sabine Michel greift das Thema des Tagesordnungspunktes auf und berichtet über die aktuellen Aktivitäten der Gleichstellungsstelle.

Mit Beginn der Erkrankung ihrer Vorgängerin Anna Vierhaus haben keine Treffen der Führungsfrauen der Stadtverwaltung mehr stattgefunden. Das letzte Treffen fand am 06. Dezember 2016 bereits ohne Frau Vierhaus statt. Nun ist eine Wiederaufnahme dieses Netzwerktreffens für November 2018 geplant und in Vorbereitung.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November 2018 findet eine gemeinsame Aktion der Mitglieder des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt in der Hagener City statt. Die Koordinierung und Organisation sowie die Erstellung der entsprechenden Flyer übernimmt die Gleichstellungsstelle. In Kooperation mit alpha e.V. Stoffwechsel Hagen in der Frankfurter Straße 90-92 ist geplant, im Auftrag der Gleichstellungsstelle give aways produzieren zu lassen in Form von Schlüsselanhängern (“Taschenkumpel“), um gleichzeitig auch dieses soziale Projekt finanziell zu unterstützen.

Frau Michel berichtet, dass auch gemeinsame Aktivitäten zu den Themen Gender und Diversität mit dem Kommunalen Integrationszentrum in Vorbereitung sind.

Kirsten Pinkvoss weist darauf hin, dass bei Diversität nicht nur die verschiedenen Geschlechter das Thema sind, sondern auch die Intersektionalität (Anmerkung der Schriftführerin: Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Behindertenfeindlichkeit oder Klassizismus addieren sich nicht nur in einer Person, sondern führen zu eigenständigen Diskriminierungserfahrungen - beispielsweise wird eine Person nicht nur als Obdachlose/-r und Gehbehinderte/-r sondern als gehbehinderte/-r Obdachlose/-r diskriminiert).

Sabine Michel berichtet von einer gemeinsamen Aktion mit der Gleichstellungsstelle der FernUniversität Hagen zum Thema “Abends allein unterwegs in Hagen“. Geplant ist ein Selbstbehauptungskurs, der sich an die Zielgruppe der jungen Frauen richtet. Ein Schul-Pilotprojekt ist angedacht mit dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg z.B. für Erzieherinnen, ähnlich, wie ein vor zwei Jahren durchgeführtes Partysicherheitstraining.

Die Gleichstellungsbeauftragte Sabine Michel teilt mit, dass für den 14. November 2018 die Reaktivierung der Treffen der Hagener Frauengruppen geplant wird. Bei diesen Netzwerktreffen soll ein informeller Austausch sowie die Vorbereitung und Planung des Internationalen Frauentages 2019 erfolgen.

Außerdem ist geplant, gemeinsam mit den Gewerkschaften die Ausstellung “Nichts war vergeblich - Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ anlässlich des seit 100 Jahren bestehenden Frauenwahlrechts nach Hagen zu holen.

Angelika Kulla schlägt vor, diese Ausstellung zu den Bürgerinnen zu bringen und von Aktion zu Aktion wandern zu lassen. Z.B. an dezentrale Orte wie das Wasserschloss Werdringen.

Sabine Michel erinnert an die am 30. August 2018 in Frankfurt eröffnete Ausstellung “Damenwahl“, die bis zum 20. Januar 2019 dauert.

Sabine Garmann stellt die von ihr entwickelte Idee vor, als gemeinsame Aktion im Januar 2019 eine Tagesfahrt zu dieser Ausstellung zu organisieren.

Dieser Vorschlag wird von den Mitgliedern des Frauenbeirates begrüßt. Frau Garmann wird eine Abfrage zu alternativen Terminen am Wochenende und wochentags an den Verteiler des Frauenbeirates per E-Mail und per Post senden.

Frau Michel teilt mit, dass zusammen mit Bettina Thiede vom Fachbereich Jugend und Soziales über eine Koordination Kinderschutzbund und Frühe Hilfen nachgedacht werden soll. Zur Berichterstattung könnte Frau Thiede in eine der nächsten Sitzungen des Frauenbeirates eingeladen werden.

Abschließend stellt Sabine Michel die Idee vor, die Diskussion einzuleiten über die Einrichtung einer Einwohnerinnenfragestunde als Teil der Frauenbeiratssitzung. Hagenerinnen hätten die Möglichkeit zur allgemeinen Kontaktaufnahme, spezielle frauentypische Fragestellungen zu erörtern und Kooperationspartnerinnen und Netzwerke kennenzulernen.

Kirsten Pinkvoss gibt zu bedenken, dass hierzu ein Rahmen gesetzt werden müsste. Über die Eckdaten und eine zeitliche Eingrenzung könnte die Diskussion im Frauenbeirat eröffnet werden. Dazu könnte der Punkt in die Tagesordnung der nächsten Sitzung aufgenommen werden.

In diesem Zusammenhang erinnert Frau Pinkvoss nochmals daran, bis zur nächsten Sitzung Ideen für eine Themensammlung zu entwickeln, die dann in der Februar-Sitzung 2019 festgelegt werden könnte.

Den Tagesordnungspunkt zusammenfassend schlägt die Vorsitzende Kirsten Pinkvoss vor, zu überlegen, eine offizielle Anfrage an die Personalverwaltung zu richten, um Informationen über die Bewertung der Stellen in der Gleichstellungsstelle (Gleichstellungsbeauftragte und stellvertretende Gleichstellungbeauftragte) und die dort festgeschriebenen Aufgaben sowie die Ressourcen (zeitliche Kapazitäten und finanzielle Mittel) zu erhalten.

Außerdem schlägt die Vorsitzende vor, die Stadtverwaltung zu bitten, die geschlechtsneutrale Formulierung aller internen und externen Texte vorzunehmen und aufzufordern, nach den Vorschriften des LGG zu handeln.

Die beiden Vorschläge werden einstimmig angenommen.

Zum Schluss schlägt Kirsten Pinkvoss auch noch vor, die neue Gleichstellungsbeauftragte des WBH AöR in eine der nächsten Sitzungen des Frauenbeirates als Gast einzuladen und danach regelmäßig über die Arbeit berichten zu lassen.

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