30.10.2018 - 3 Anfragen gemäß § 5 der Geschäftsordnung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 30.10.2018
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Walter möchte seine Anfrage auf den heutigen (30.10.2018) Artikel der Westfalenpost Hagen, „Dunkel-Labyrinth voller Rätsel“ - bezugnehmend auf das Hagener Bunkermuseum –, stützen.
Er selbst habe in der Vergangenheit an einer Bunkerführung teilgenommen und empfand diese, unter Berücksichtigung des historischen Umfeldes heraus, als durchaus angemessen. Allerdings befremde ihn mittlerweile die aktuelle Homepage des Bunkermuseums und auch die aktuelle Berichterstattung doch etwas. Herr Walter befürchtet aufgrund der aktuellen Entwicklung des Bunkermuseums, dass eine dem historischen Umfeld angemessene Präsentation des Bunkers verloren gehen könnte.
Herr Walter möchte in diesem Zusammenhang den Begriff „Bunker Holocaust“ erklären, der in bestimmten politischen Kreisen verwendet werde um die Bombardierung Deutschlands während des 2. Weltkrieges so zu drehen, dass die Deutschen rein als Opfer dargestellt werden. Er möchte auf gar keinen Fall diesem Bunkermuseum und dessen Betreibern unterstellen das sie dieses vorhaben aber zumindest sollte man bedenken, dass so etwas nutzbar sei. Vor allen Dingen wenn man weiß, dass in Hagen der stärksten Bunker-Angriff mit den meisten Toten zu beklagen war. Herr Walter betont, dass er persönlich wenig möchte, dass die Stadt Hagen damit in Zusammenhang gebracht werde, dass man dieses in irgendeiner Form missbrauchen könnte.
Deshalb möchte er heute gerne anfragen, ob es aus den wissenschaftlichen Reihen der Stadtverwaltung Hagen eine Einschätzung diesbezüglich gebe oder ob diese Einschätzung nur auf seine eigene, persönliche, Einschätzung und Meinung beruhe.
Frau Kaufmann möchte, bevor Herr Dr. Blank zu dieser Anfrage Stellung nehmen werde, vorab darüber informieren, dass im kleinen Kreis ein Gespräch und ein vor Ort Termin vereinbart worden sei. Die Hoffnung bestehe darin in einen konstruktiv kritischen Dialog eintreten zu können.
Herr Becker ist bezogen auf den Bunker und dem Bunkermuseum wichtig, dass darauf geachtet werde, dass zwar in einem Gebäude aber mit unterschiedlichen Themen und Herangehensweisen gearbeitet werde und dieses sei sicherlich bezogen auf die öffentliche Wahrnehmung etwas schwer zu differenzieren. Ein Aspekt bei der vor Ort Besichtigung wird sicherlich sein, wie gut man bestimmte Dinge, die im Bunker passieren, trennen kann vom eigentlichen Museum. Es gebe auf Hagener Stadtgebiet gute Beispiele dafür, dass Bunker im Laufe der Zeit auch unterschiedlichster Nutzung unterzogen waren. Insofern möchte Herr Becker bei der Betrachtung dafür werben, dass zwischen dem Museum und den sonstigen Aktivitäten, die in diesen Räumlichkeiten stattfinden, unterschieden werde. Denn, da stimme er dem Statement von Herrn Walter zu, dass was private Mit-Immobilien tun, zunächst einmal in ihrem Belieben stehe und die staatliche Gewalt auch sehr vorsichtig sein müsse, dass was Private tun, zu beurteilen. Man werde versuchen, mit dieser Sensibilität in das Gespräch einzusteigen.
Herr Dr. Blank möchte sich den Äußerungen von Herrn Becker anschließen. Das Gespräch werde auch aus dem Grund geführt, dass man die Betreiberin ein wenig für den Bereich Ausstellungen und Wissensvermittlung sensibilisieren möchte. Hierfür sollte selbstverständlich ein didaktisches Konzept vorliegen. Hier wären auch die Bereiche wo von Seiten des Stadtmuseums und von Seiten der Volkshochschule entsprechende Hilfestellungen geleistet werden können. Über das Ergebnis des Gespräches werde dann in einer der folgenden Ausschusssitzung berichtet werden und Herr Dr. Blank ist sich sicher, dass man einen vernünftigen Weg finden werde, der für beide Seiten tragbar sein werde.
Selbstverständlich müsse aber darauf geachtet werden, dass bestimmte Dinge, gerade bei einem so sensiblen Thema, so dargestellt werden, dass sich etwaige rechte Kreise nicht bestätigt sehen. Dazu gehöre zum Beispiel keine einseitige Perspektive auf Bomben, Tod und Deutschen als Kriegsopfer. Hier müsse man schon etwas ausgewogener darstellen. Er habe das Ziel des Gespräches auch so verstanden, einen Konsens zu finden und vielleicht auch an der einen oder anderen verbesserungswürdigen Stelle unterstützend eingreifen zu können.
Herr Söhnchen stimmt zu, dass man das Gespräch erstmal abwarten sollte und erwartet in einer der folgenden Ausschusssitzung eine Rückmeldung zu diesem Thema.
Es liegen keine weiteren Anfragen vor.
