05.09.2018 - 6 Aktueller Stand Kindertageseinrichtungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Mi., 05.09.2018
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
| Frau Kaufmann informiert, dass die Kita Cunostraße/Emst an den Standort Halden umgezogen ist und ihren Betrieb am 28.08.2018 aufgenommen hat. Die Kinder werden morgens am Familienzentrum Emst mit dem Bus abgeholt, und sie werden während des Bustransfers betreut. Frau Kaufmann bedankt sich bei den Abteilungen für die gute Umsetzung.
Herr Hannusch ergänzt, dass geplant ist, im November wieder am alten Standort zu sein. Dieser Zeitplan bestand bei parallelem Umbau, d.h. mit der Einrichtung im Gebäude. Es besteht die Hoffnung, dass sich das Bauvorhaben nun beschleunigt, falls alle Gewerke zeitnah zur Verfügung stehen. Er betont, dass die Umsetzung, selbst für eine Übergangslösung, sehr gut geworden und auch die Resonanz sehr positiv ist.
Herr Hannusch berichtet über den aktuellen Stand der Kindertageseinrichtungen (siehe Anlage zu TOP 6).
Nach der Vorstellung der Kindertageseinrichtungen ergeben sich erste Fragen.
Frau Köppen fragt nach der Handhabung, wenn sich die Fertigstellung/Eröffnung verschiebt.
Herr Hannusch legt dar, dass die Verträge zu einem bestimmten Datum mit dem Vermerk „vorbehaltlich der Fertigstellung der Maßnahme“ abgeschlossen werden. Trotz allem führt dies natürlich zu Unmut/Problemen und bei der Konzeptionierung der Projekte werden immer wieder mit dem Bauhandwerk Gespräche geführt, um zu verdeutlichen, dass dahinter auch Biographien stecken, d.h. Eltern, die eine Versorgung geplant haben, die zurück in den Beruf müssen und ihren Lebensentwurf danach ausgerichtet haben. |
Herr Jörg fragt, wie viele Kinder aktuell keinen Platz finden, wie die Prognose für das nächste Jahr ist und welche Strategie die Verwaltung hat. Weiterhin möchte er wissen, ob es Überlegungen gibt, die Schule in Wehringhausen, welche nach Haspe zieht, mit in die Planung einzubeziehen. Er führt aus, dass rund 1.500 Kinder seit 2015/2016 mehr im System sind und diese spätestens in 4 Jahren im Schulsystem ankommen. Er fragt nach, ob die Verwaltungsspitze einen Schulentwicklungsplan plant, ob es eine Strategie und eine Gesamtplanung gibt.
Herr Reinke stellt die Fragen bis nach der Präsentation der Großtagespflegestellen durch Herrn Hannusch zurück.
Herr Handel fragt nach der Problematik der Einrichtung „Volme Park“.
Herr Hannusch erläutert, dass diese Fragen die Bauverwaltung betreffen, da die bestehenden Schwierigkeiten mit dem Genehmigungsverfahren im Bereich Brandschutz und Evakuierungskonzept zu tun haben und die Auflagen in diesen Bereichen zu gewissen Verzögerungen führen. Die Aussage beim letzten Termin mit der Bauverwaltung und dem Generalunternehmen war, dass der Umzug zum 01.12.2018 abgeschlossen sein soll.
Frau Lebok regt an, eine Pufferzeit bei der Bauplanung mit einzurechnen.
Frau Kaufmann weist darauf hin, dass Pufferzeiten bei der Planung bereits immer mit eingerechnet werden. In diesem Fall haben sich Probleme gezeigt, womit man nicht gerechnet hatte, die auch zu erheblichen Mehrkosten geführt haben.
Herr Jörg sagt, dass es in Hagen jedes Jahr zu der Situation kommt, dass nicht genügend Plätze vorhanden sind. Dies würde in anderen Kommunen klappen, nur nicht in Hagen.
Herr Reinke weist dies zurück. Er stellt fest, dass es zwar schwierig war, aber bis auf dieses Jahr immer geklappt hat, den Bedarf zu decken. Er weist darauf hin, dass diese Frage bis zur Vorstellung der Großtagespflegestellen zurückgestellt wurde.
Frau Niemann fragt nach dem Ergebnis zum Vorschlag aus 6/2018, eine Einrichtung als Modelversuch für Zeiten außerhalb der Regelzeiten einzurichten.
Herr Hannusch berichtet, dass dies mehrfach versucht wurde, aber mangels Bedarf nicht zustande gekommen ist. Man würde erneut versuchen, ein Angebot zu konzipieren.
Frau Niemann erläutert, dass sich ihre Frage auch auf die Verbindung mit dem Jobcenter bezieht.
Herr Goldbach betont, dass das Thema ausführlich mit dem Jobcenter besprochen wurde, es eine schriftliche Vereinbarung über die Deckung der Kinderbetreuungsbedarfe gibt und alles über einen sehr kurzen Weg läuft. Herr Goldbach macht weiterhin die Zusage, dass innerhalb einer überschaubaren Zeit eine Lösung angeboten wird, wenn bekannt wird, dass eine Betreuung außerhalb der Regelzeiten benötigt wird.
Herr Hannusch bestätigt, dass es für solche Fälle einen direkten Draht zwischen dem Jobcenter (Frau Reit) und der Stadt (Frau Schänzer) gibt und es bisher immer geklappt hat, die Personen unterzubringen.
Herr Goldbach teilt mit, dass vor drei Jahren eine Abfrage der Öffnungszeiten gemacht wurde und pro Stadtbezirk ein Pilot gemacht werden sollte, wo andere Betreuungszeiten angeboten werden. Hier wird auch das Risiko eingegangen, dass die Einrichtung ein Jahr lang nicht zu einhundert Prozent ausgelastet ist. Allerdings wurden alle Versuche, die bisher gemacht wurden, nicht nachgefragt. Die Nachfrage ab 17:00 Uhr ist sehr gering und die Nachfrage ab 18:00 Uhr nicht messbar. Vielfach finden die Eltern andere Möglichkeiten der Betreuung. Die Kitas, die offiziell bis 17:00 Uhr betreuen, haben in der Regel nach Absprache noch Korridore bis 17:30 Uhr. Zurzeit scheint es keinen dringenden Bedarf zu geben. Herr Goldbach sichert zu, dass ein unterjähriges Angebot gemacht wird, wenn der Bedarf bestehen sollte.
Frau Kaufmann ergänzt, dass man diesbezüglich im ständigen Kontakt ist, da man daran interessiert ist, Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen und Alleinerziehende Mütter und Väter bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen. Ein größeres Problem besteht derzeit im OGS-Bereich. Von Seiten der zuständigen Stellen, sowohl von Arnsberg als auch von Düsseldorf, wird deutlich darauf hingewiesen, dass anders als in Hagen, grundsätzlich OGS auch in allen Klassenzimmern stattfinden kann. Wenn man dies so umsetzen würde, dann liegt der Betreuungsgrad innerhalb von kürzester Zeit auch bei 50 bzw. 60 Prozent. Voraussetzung hierbei ist, dass die Träger mitmachen. Am 19.09.2018 findet ein Gespräch mit der Politik und Vertretern der freien Träger statt.
Weiterhin habe auch der Kämmerer bereits zugesagt, dass falls Mittel notwendig sein sollten, er bereit wäre, diese bereit zu stellen, um Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermitteln zu können.
Frau Kaufmann bittet Frau Henze, noch einmal etwas zur Kinderbetreuung zu sagen.
Frau Henze berichtet, dass sie eine Analyse der letzten zwei bis drei Monate gemacht hat, um Bedarfe zu eruieren. In den letzten drei Monaten waren es lediglich elf Fälle, die aber alle gelöst wurden. Frau Henze bietet Frau Niemann an, sich bezüglich dieses Themas noch einmal zusammen zu setzen. Das Angebot wird von Frau Niemann angenommen.
Herr Hannusch stellt den aktuellen Stand der Großtagespflegestellen vor. Zusammenfassend stellt er fest, dass die Großtagespflege als flexibles System, welches auch andere Öffnungszeiten und Randzeitenbetreuung möglich macht, an Fahrt aufnimmt. Bei zehn Einrichtungen können neunzig Kinder betreut werden. Nun müssen Erkenntnisse gewonnen werden, die Information muss in die Elternschaft transportiert werden, und das Angebot muss sich durchsetzen. Mit diesem Angebot wird der Druck verringert, und auch die Bauprojekte werden zu einer starken Entlastung führen. Herr Hannusch betont noch einmal, dass alle Kinder, bei denen Bedarf bestand, auch untergebracht wurden.
Herr Reinke bedankt sich für den Vortrag und stellt die noch offene Frage von Herrn Jörg bezüglich der nicht gedeckten Bedarfe zur Diskussion.
Herr Goldbach erklärt, dass über die Zahlen und die Entwicklung regelmäßig im JHA berichtet wurde, dies auch unter dem Gesichtspunkt, wie die Integration von Flüchtlingskindern in das Kita-System gelingt und wie es bei den Kindern der EU-Zuwanderer aussieht. In den letzten Jahren wurde die Bedarfsdeckung erreicht, was im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass für die Zuwanderer-Kinder aus den EU-Ländern kein Kindergartenplatz und erst recht kein U3-Platz nachgefragt wurden.
Es liegt aber im Interesse, diese Kinder möglichst früh in die frühkindliche Bildung zu integrieren. Dazu gibt es unterschiedliche Projekte, die die Zielsetzung haben, diese Familien für das Kita-System oder die Tagespflege zu sensibilisieren. Gleichzeitig gibt es von diesen Familien intensiven Kontakt zu den Familienbegleitern, die auch dazu beitragen, dass eine größere Nachfrage von diesen Familien erfolgt. Dies war in diesem Jahr dann auch erstmals spürbar der Fall, d.h. die Projekte sind erfolgreich und führen zu einem positiven Ergebnis. Das führt auf der anderen Seite zu einem Verzug, die Plätze rechtzeitig an den Start zu bringen.
Nach Anmeldeschluss in diesem Jahr gab es ein strukturelles Defizit von 650 Kinderbetreuungsplätzen. Hierbei handelt es sich um die Familien, wo eine Anmeldung an einer Kita erfolgt ist. Diese 650 Familien sind alle angeschrieben worden hinsichtlich der Geltendmachung des Rechtsanspruches gem. § 24 SGB VIII. Hiervon haben 350 schriftlich rückgemeldet, dass sie diesen Rechtsanspruch geltend machen. Die übrigen 300, die den Rechtsanspruch noch nicht geltend gemacht haben, sind aber für eine Bedarfsfeststellung hinzuzurechnen.
Man befindet sich bereits dabei, eine Ausbauplanung zu machen, das betrifft zum einen den weiteren Ausbau mit Einrichtungen und im weiteren gibt es noch Investoren, Gespräche und Planungen, die noch nicht auf der Liste vermerkt sind, da sie noch nicht spruchreif sind. Im interkommunalen Vergleich wurde festgestellt, dass die Stadt Hagen im Bereich der Tagespflege einen großen Nachholbedarf hat, und Herr Goldbach sieht hier eine deutliche Steigerungsfähigkeit. In der Vergangenheit wurden zwei Maßnahmen gemacht, die dazu beitragen sollten, das Thema für Hagen attraktiver zu machen. Die Maßnahmen haben auch dazu geführt, dass mehr Tagespflegepersonen vorhanden sind, aber Herr Goldbach sieht hier noch weiteres Potential. Das dritte Element sind die Großtagespflegestellen, wo Herr Goldbach deutlich empfiehlt, diese weiter auszubauen. Dies vor allem unter den Gesichtspunkten, dass Großtagespflegen bei Bedarfsveränderungen sowohl örtlich als auch zeitlich (Abdeckung von Randzeiten) wesentlich flexibler steuerbar sind als ganze Einrichtungen.
Die Zahlen der Kinder im Alter zwischen eins und sechs liegen vor und stehen auch für den Schulentwicklungsplan zur Verfügung. Was die Zuwanderung angeht wird derzeit nicht mit einem starken weiteren Anstieg gerechnet. Seit eineinhalb Jahren sind die Zahlen bei der EU-Zuwanderung relativ stabil, so dass man heute nicht davon ausgeht, dass die Steigerungsrate der letzten drei bis vier Jahre in den nächsten Jahren zugrunde gelegt werden muss. In jedem Fall muss man aber davon ausgehen, dass man künftig die Kinder, die aus Zuwandererfamilien kommen, genau wie die „Ur-Hagener-Kinder“, gleich welcher Zuwanderung sie entstammen, zu einhundert Prozent in das System frühkindlicher Bildung einrechnen muss und dass dies Plätze sind, die vorgehalten werden müssen.
Herrn Jörg irritiert noch die Aussage, dass das strukturelle Problem auch noch nächstes und übernächstes Jahr besteht.
Herr Goldbach führt aus, dass mit der Schaffung von 150 Plätzen (Dahmsheide) der größte Bedarf von Drei- bis Sechsjährigen gedeckt ist. Der zusätzliche U3-Bedarf soll durch Großtagespflegestellen abgedeckt werden. Zum diesjährigen Kita-Jahr sind 50 oder mehr Tagespflegepersonen zusätzlich vorhanden. Weiterhin wird die Martin-Luther-Kirche an den Start gehen. Es kommen sowohl noch Einrichtungen, Großtagespflegestellen als auch Tagespflege hinzu, die das strukturelle Defizit mindern. Gleichwohl wird der weitere Zubau von Plätzen benötigt.
Frau Kaufmann ergänzt zum Thema EU-Zuwanderung, dass die Zahlen nicht stagnieren, sondern ein Durchlauf von ca. 150 Personen im Quartal erfolgt. Diese werden nicht in den Bedarf einfließen, d.h. es ist bei diesen Familien nicht damit zu rechnen, dass diese innerhalb der nächsten Monate ihren Rechtsanspruch geltend machen.
Zum Thema Konzeption berichtet Frau Kaufmann, dass sie sich in dem großen Programm „Bildungsmonitoring“ bislang mit dem gesamten schulischen Bereich beschäftigt haben und sich demnächst dem vorschulischen Bereich zuwenden. Zum Thema Schulentwicklung erklärt Frau Kaufmann, dass der Schulausschuss in der nächsten Sitzung darüber informiert wird und noch in diesem Jahr die Ausschreibung gemacht wird. Die Schulentwicklungsplanung wird nun aufgenommen und bei Wunsch erfolgt auch eine entsprechende Information im JHA.
Herr Reinke regt an, dass die sich in Planung befindlichen Einrichtungen etc. mit in die Liste aufgenommen werden.
Herr Hannusch erklärt, dass sie sobald sie spruchreif sind und in ein geordnetes Planungsverfahren übergehen in die Liste aufgenommen werden.
Herr Goldbach schlägt vor, den Ausschuss an den Überlegungen der angedachten Projekte, die teilweise ja noch nicht verwaltungsintern mit allen besprochen sind, demnächst unter dem Punkt „Nichtöffentlicher Teil“ teilhaben zu lassen.
