07.03.2018 - 6 Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Goldbach merkt an, dass die Vorlage sehr umfangreich sei und er daher nicht sicher sei, ob die bestehende Dramatik in dem Zusammenhang deutlich geworden sei. Bei der Vorlage handele es sich grundsätzlich um die Legitimationsgrundlage, die die Verwaltung für die Anmeldung  beim Landesjugendamt benötige. Es gehe dabei um die Bezuschussung der Plätze, die es ab 01. August geben werde.

Zur generellen Situation sei zu sagen, dass man im Vergleich zu 2014

1400 Kinder mehr in der Planung für die Kitas habe.  Das sei für den Zeitraum von drei Jahren eine  enorme Zahl. Sie lasse sich durch den Zuzug von Flüchtlingen, hauptsächlich aber durch den Zuzug von  EU-Bürgern insbesondere aus Süd-Ost-Europa und dem Umstand erklären, dass beide Gruppen mehr Kinder nach Hagen brächten und auch mehr Kinder bekämen. Man habe in den letzten Jahren gerade bei der Gruppe der Familien aus  Rumänien und Bulgarien intensiv für den freiwilligen Kita-Besuch der Kinder geworben. Es gebe unterschiedlichste Projekte in dem Zusammenhang. Das zeige mittlerweile Wirkung.

Das habe dazu geführt, dass nach der ersten Runde der Anmeldungen in den Kitas ein Fehlbedarf von 650 Plätzen zum nächsten Kindergartenjahr gehabt habe. Diese Eltern seien angeschrieben worden, dass sie das Formular ausgefüllt zurückschicken müssten, wenn sie ihren Rechtsanspruch geltend machen wollten. Dieses Schreiben habe man von  350 Eltern für ihre Kinder erhalten. Es gebe also 350 unversorgte Kinder, die einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Einrichtung oder Tagespflege ab dem 01. August hätten.  

Von den 350 Kindern seien 150 Kinder unter drei Jahren. Diese werde man durch die Angebote in der Großtagespflege und durch zusätzliche Angebote von Tagesmüttern versorgen können.

Es fehlten dann letztendlich  200 Plätze für Kinder, die zum Stichtag  drei Jahre alt seien.  Man habe sich zur Lösung dieses Fehlbedarfes mit verschiedenen Modellen befasst, von denen  man einige wieder verworfen habe. Man sei derzeit auf der Suche nach einem konkreten Objekt, in dem man bis zu 200 Plätze an einem Ort in relativ zentraler Lage für einen Übergangszeitraum von zwei bis drei Jahren anbieten könne. Damit hätte man dieses strukturelle Problem zunächst gelöst. Es wäre sehr erfreulich, wenn sich dieses Vorhaben so realisieren  lasse. Dabei sei nur eine kommunale Trägerschaft der Einrichtung möglich. Die damit verbundenen laufenden Kosten seien bereits im Haushaltplan mit eingerechnet. Kosten im investiven Bereich seien noch nicht veranschlagt.

 

Herr Reinke dankt für die Ausführungen. Die Dramatik der Situation sei dem Ausschuss bereits seit Ende letzten Jahres durch die Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung bewusst.

 

Herr Jörg merkt an, dass es natürlich sehr erfreulich sei, wenn Süd-Ost-Europäer dieses Angebot  mehr nutzten. Wie lasse sich das erklären? Er möchte wissen, wie man perspektivisch damit umgehe. Gebe es in dem Zusammenhang eine Strategie des Jugendamtes? Man wisse ja nie, wie groß der Bedarf im nächsten Jahr sein werde. Man habe ja bereits festgestellt, dass genug Geld für Neubauten da sei. Man bekomme das im Moment aber nicht realisiert.

 

Frau Kaufmann macht deutlich, dass Gesamtstrategie sein müsse, die Kinder in vorschulische Einrichtungen  zu bekommen. 

 

Herr Goldbach beantwortet die Frage von Herrn Jörg dahingehend, dass er davon ausgehe, dass die unterschiedlichen Projekte mittlerweile Wirkung zeigten. Das Präventionsprogramm der Frühen Hilfen in Hagen sei auch hochwirksam und erfolgreich. Das in dem Bereich investierte Geld sei seines Erachtens sehr gut angelegt.  70 % der Familien sei länger als ein Jahr in Hagen. Diese seien in Hagen angekommen und kämen daher auch in den Bildungseinrichtungen an. Das sollte möglichst frühzeitig geschehen.

Man werde justieren, wie man den Bedarf der Gruppe von EU-Zuwanderern anpassen werde. Man habe den natürlich von Beginn an nicht so hoch angesetzt wie bei den Ur-Hagenern unabhängig von der Nationalität. Man sei den Fakten gefolgt. Er gehe davon aus, dass sich das langsam angleiche. In den letzten zwei Jahren habe man durch die hohe Zuwanderung und die hohe Fluktuation  keine verlässliche Planungsgrundlage gehabt.

Die von ihm gemachte Prognose, dass man noch zehn Kitas mit je vier Gruppen brauche, sei nach wie vor richtig. Wenn der Bedarf irgendwann mal wieder geringer werden sollte, werde das auch kein Problem sein, da man in den Einrichtungen einen großen Renovierungsstau habe, den man dann auch entsprechend anpassen könnte.  

 

Frau Hamann merkt an, dass Herr Goldbach zu Recht die Wirksamkeit des Einsatzes der Familienbegleiterinnen hervorgehoben habe, die man klugerweise in Hagen von Beginn an flächendeckend entwickelt habe. Ein Instrument allein sie da aber nicht ausreichend. Durch die Brückenprojekte würden auch viele Familien erreicht. Auch das Bundesprojekt „BiBer“, das in zwei Stadtteilen angesiedelt sei, ziele auf süd-ost-europäische Familien ab. Da sei man aber erst wirksam geworden, als man Muttersprachlerinnen eingestellt habe. Das gelte auch zunehmend für die Familienbegleiterinnen. Qualifikation und ergänzende Unterstützung durch Kultur- und Sprachmittler sei der Schlüssel. Man habe keine andere Wahl als in Bildung der Kinder zu investieren. Sie fragt im Hinblick auf das Notprogramm, ob man es schaffen könne, bis zum 01. August Fachkräfte zu akquirieren. Sie habe die Sorge, dass Standards verloren gehen könnten.

 

Herr Hannusch bestätigt, dass das eine Herausforderung sei, die man meistern müsse. Wenn der Beschluss vorliege, müsse man Personal akquirieren. Da sei die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre. Man habe derzeit bei der Stadt Hagen noch eine relativ gute Bewerbungssituation. Offensichtlich sei man auch ein attraktiver Arbeitgeber. Wichtig sei es, die Standards zu halten. Dafür sei man in einem ständigen Dialog mit den freien Trägern. Die Fachlichkeit müsse gegeben sein. Es werde nicht leicht, aber er gehe davon aus, dass das zu schaffen sei.

 

Herr Reinke weist darauf hin, dass man den gestrigen Bericht  in der nächsten Sitzung thematisieren werde.

 

Er stellt den Beschlussvorschlag zur Abstimmung. 

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Beschluss:

 

Der Jugendhilfeausschuss beschließt:

 

1. die in der Anlage aufgeführte Belegung der Kindertageseinrichtungen für das

   Kindergartenjahr 2018/2019

2. die in der Vorlage genannten Plätze in Tagespflege für das Kindergartenjahr   

   2018/2019

3. die in der Vorlage genannten  zusätzlichen Betreuungsplätze für Kinder im Alter

   von drei bis sechs Jahren.

 

Alle Maßnahmen werden mit Beginn des neuen Kindergartenjahres zum 01.08.2018 umgesetzt.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

2

 

 

CDU

2

 

 

Die Linke

1

 

 

Vertreter der Jugendhilfe

7

 

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

12

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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