16.05.2017 - 1 Neue Entwicklungen in der Straßen- und Verkehrs...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Di., 16.05.2017
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Einführung durch Herrn Grothe mit Vorstellung der Vortragenden Herrn Prof. Dr. Huber und Herrn Prof. Dr. Greiving.
Herr Prof. Dr. Huber von der Bergischen Universität Wuppertal präsentiert einen Vortrag zum Thema „Neue Entwicklungen in der Straßen-und Verkehrsplanung“.
Dabei geht es um das Thema Hochstraßenbau oder Alternativen. Vorgestellt werden die Beispiele „Große Arterie“ in Boston, „Cheonggyecheon“ in Seoul, „Tausendfüßler“ in Düsseldorf und die „Hochstraße“ in Ludwigshafen.
Herr Prof. Dr. Huber stellt heraus, dass Hochstraßen in der heutigen Zeit eher fragwürdig und Tunnel sehr teuer sind. Generell würden Hochstraßen eher rückgebaut als ausgebaut. Maßnahmen sind aber notwendig, da der Verkehr an seine Grenzen stößt und somit eine Verkehrswende erforderlich ist. Der genaue Inhalt kann der Präsentation (Anlage 1) entnommen werden.
Herr Dr. Ramrath möchte wissen, wie mit der Problematik der Brücken aus der Sicht des Herrn Dr. Huber umgegangen werden soll (Stichwort „Spannungsrisskorrosion“), da diese - auch laut Vortrag - nicht zukunftsfähig sind.
Herr Prof.Dr. Huber teilt mit, dass hier eine Richtungsentscheidung zu treffen ist. Will man die Hochstraßen (teuer in Bau und Unterhaltung) fortführen oder die Gelder doch in eine neue Verkehrsplanung investieren.
Herr Grothe fragt, welche Möglichkeiten es bezüglich der B54 gibt und welchen Verkehr man zukünftig in der Innenstadt Hagen haben will. In der jetzigen Phase sollte nachgedacht werden, ob in Beton investiert werden soll oder in „neue Wege“. Daher sollte der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Huber als Anregung dienen.
Herr Beyel bemängelt, dass die gezeigten Bilder nicht die Nebenstraßen abbilden. So könne man nicht erkennen, wie es in den Nebenstraßen aussieht, und ob es dort zu einer Verlagerung von Umwelt- und Verkehrsbelastungen kommt. Herr Beyel fragt an, ob diese Folgen auch untersucht wurden. Er empfindet die Darstellung als einseitig.
Herr Prof. Dr. Huber erwidert, dass am Beispiel Boston die Straße nunmehr unterirdisch verläuft und somit keine Verschiebung stattfindet. Er räumt aber ein, dass es dazu nicht viele Untersuchungen gäbe. Eine aktuelle Doktorarbeit von der Universität Wuppertal hätte aber gezeigt, dass als Folge der Rückbauten von Hochstraßen mehr Tickets für den ÖPNV gekauft und mehr Wege fußläufig gemacht werden. Nach Ansicht von Herrn Prof. Dr. Huber sollte das Thema grundsätzlich differenziert betrachtet werden.
Herr Plahr stellt fest, dass die genannten Beispiele doch alle von finanzstarken Trägern gebaut wurden und fragt nach dem Kostenfaktor von Rückbau zu Erhalt einer Hochstraße.
Herr Prof.Dr. Huber kann das so nicht beantworten, merkt aber an, dass ebenerdige Maßnahmen immer günstiger sind als Hochbau.
Herr Schmidt fragt, ob neue Belange wie Demografie, der Bedarf an Mobilität, abnehmende Bevölkerung und z.B. Heimarbeitsplätze in die Planungen mit eingeflossen sind.
Herr Prof .Dr. Huber stellt klar, dass Prognosen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Trotzdem solle man sich in die Zukunft hineinbewegen und sich damit beschäftigen, wo es letztendlich hingehen soll.
Herr König fragt, ob es Szenarien gibt, wie dies zu finanzieren ist. Da die Stadt Hagen kein Geld zur Verfügung hat müsste beispielsweise geprüft werden, ob der Abriss einer Brücke auch eine Abschreibung dieser zur Folge hat. Er möchte weiterhin wissen, ob es für solche Szenarien konkrete Hilfen für die Stadt gibt.
Herr Prof. Dr. Huber kann dies nicht beantworten. Eine konkrete Lösung für diese Problematik gebe es nicht. Jedoch stellt er heraus, dass der Erhalt der Brücken beispielsweise jahrelang gepredigt wurde, bis dann „Leverkusen“ passiert ist.
Herr Grothe merkt an, dass zur nächsten Sitzung bereits erste Ergebnisse dargestellt werden könnten, jedoch noch keine Finanzierung.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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3,1 MB
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