10.05.2017 - 8 Bericht aus der Pflegeplanungskonferenz
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Mi., 10.05.2017
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Wirth berichtet von der Regionalplanungskonferenz (siehe Anlage zu TOP 8).
Auf die Frage von Herrn Quadt nach der Zusammensetzung des Teilnehmerkreises teilt Herr Wirth mit, dass sowohl Menschen mit körperlichen als auch mit stark intellektuellen Beeinträchtigungen an der Konferenz teilgenommen hätten. Die Auswahl der Teilnehmer sei aus dem Arbeitskreis Partizipation erfolgt. Man bemühe sich, das so zu gestalten, dass allen Menschen ermöglicht werde, an Veranstaltungen dieser Art teilzunehmen. So verstehe man den Ansatz von Inklusion.
Herr Quadt merkt an, dass er in dem Zusammenhang ein Problem mit dem Begriff „Mitbestimmung“ habe. Er würde den Begriff „Selbstbestimmung“ bevorzugen.
Herr Meier berichtet, dass sich viele der vorgetragenen Punkte auch in seinem täglichen Berufsleben als Architekt wiederfinde. Das Thema Wohnen sei in dem Zusammenhang ein ganz wesentliches Thema. Menschen mit Behinderungen wünschten sich ein ganz normales Umfeld mit der Möglichkeit der Teilhabe. Der Wohnraum müsse bezahlbar sein. An der Stelle gebe es eine Diskrepanz. Der Staat lege nicht den Fokus auf diese Personengruppe. Die Förderprogramme seien in Hagen nicht erfolgreich. Vieles spiele sich in Hagen im frei finanzierten Wohnbereich ab.
Man habe nicht nur ambulant betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen, sondern auch Menschen, die stationär unterzubringen seien. Dort gebe es nach wie vor einen großen Bedarf. Leider sei dieser Bereich jedoch stark reglementiert. Das führe dazu, dass sich die Vorstellung Einzelner im stationären Bereich nicht verwirklichen ließe. Der Konflikt bestehe darin, dass man konzeptionell wisse, dass es in eine andere Richtung gehe müsse. Auf der anderen Seite stehe der Staat, der das zwar für wünschenswert, aber nicht bezahlbar halte.
Er halte Veranstaltungen dieser Art zwar für gut, aber es würden Erwartungshaltungen geweckt, die nicht zu erfüllen seien. Das sei ein Problem. Es sei eine politische Diskussion, die man in dem Zusammenhang führen müsse.
Frau Sauerwein weist darauf hin, dass die Wünsche der Menschen in Bezug auf Wohnen doch genau mit den Inhalten übereinstimmen, über die man bei den Quartierskonzepten nachdenke. Das sei doch die Aufgabe der Stadtentwicklung. Bei dem zukünftigen Planungs- und Entwicklungskonzept sollten auch solche Aspekte eine Rolle spielen. Das Votum der Regionalen Planungskonferenz sollte mit einbezogen werden.
Herr Hentschel sagt, dass es schon hilfreich sei, barrierearm zu bauen.
Herr Goldbach ist im Hinblick auf geweckte Erwartungen der Meinung, dass es immer gelingen könne, ein Modell auch in Hagen zu realisieren. Der sehr preiswerte Wohnungsmarkt in Hagen erschwere genau das Erreichen dieser Zielsetzungen. Ein solcher Impuls, dass die Wünsche in solchen Konzepten vorkommen müssten, sei aber richtig. Es seien eher die auswärtigen Investoren, die bereit seien, solche Förderprogramme umzusetzen. Die hiesigen Wohnungsgesellschaften scheuten sich eher, solche Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Die Erlöse, die auf dem Hagener Wohnungsmarkt zu erzielen seien, seien leider ein Hinderungsgrund. Man habe in Hagen auch eine sehr niedrige Mietobergrenze. Diese liege derzeit bei 4,65 €. In Köln liege diese dagegen bei 8,50 €. Dennoch sollten diese Barrieren nicht davon abhalten, richtige Ziele in die Konzepte einzubringen. Ansonsten werde man in der Entwicklungsperspektive abgehängt.
Frau Rupa nimmt Bezug auf die von Herrn Maier angesprochenen stationären Einrichtungen. Der Landschaftsverband habe die Platzzahlen entsprechend gedeckelt. Das bedeute, dass es keine neuen stationären Plätze gebe. Man sie derzeit dabei, alte große Einrichtungen abzureißen und dafür mehrere neue kleinere Einrichtungen zu bauen. Da könne man dann auch mit anderen Konzepten arbeiten.
Herr Wirth weist darauf hin, dass Inklusion auch an gewisse Grenzen stoße. Auch Selbstbestimmung habe ihre Grenzen. Als Arbeitnehmer habe man beispielsweise keine Selbstbestimmung mehr, sondern höchstens Mitbestimmung.
Diese Realität gelte für alle Menschen.
Wenn jedoch als Wunsch „ respektvoller Umgang miteinander“ geäußert würde, zeige das, dass Menschen auch andere Erfahrungen gemacht hätten. Dafür werde kein Geld benötigt, sondern eine Bewusstseinsentwicklung. Wenn das gelänge, sei das schon von großem Wert.
Herr Hentschel schließt sich den Ausführungen von Herrn Goldbach in Bezug auf den Hagener Wohnungsmarkt an. Er beschreibt ein Projekt, das sich nicht verwirklichen lässt und äußert sein Bedauern darüber.
Herr Wegener äußert eine eindringliche Bitte an den Sozialausschuss. Man habe in der heutigen Sitzung gehört, dass sich die Gesellschaft bewegen müsse. Das gehe aber nur in ganz kleinen Schritten, wie die Vergangenheit zeige. Er schlage vor, dass der Sozialausschuss die Dinge zusammentrage, die geäußert worden seien. Man solle in einem eigenen Tagesordnungspunkt in jeder Sitzung einen der Punkte behandeln, um in dieser Stadt etwas zu bewegen. Ihm schwebe eine Phase von fünf Jahren vor. Das sei ein überschaubarer Zeitraum. Anschließend könne man hoffentlich feststellen, dass man an bestimmten Stellen weiter gekommen sei. Er erinnert an die gesellschaftliche Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Da habe sich bis heute Menge entwickelt.
Frau Cramer bedankt sich bei Herrn Wegener für die Anregung. Man werde diese sicher wieder aufgreifen.
Anlagen
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(wie Dokument)
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751,4 kB
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