07.11.2017 - 6 Anfragen gemäß § 18 der Geschäftsordnung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 07.11.2017
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:08
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Dr. Fischer spricht das Thema Provenienzforschung an und fragt, was dazu in Hagen bislang geschehen sei.
Frau Dr. Schulte führt aus, Hagen sei von Anfang an in diese Prozesse involviert gewesen. Schon anfangs habe es eine sehr genaue Liste gegeben, und man habe Fotoalben von den Werken, die zeigten, was im damals so genannten Karl Ernst Osthaus Museum beschlagnahmt worden sei. Insofern sei gut feststellbar, welche Werke über die Kunstverwertung bei Gurlitt gelandet seien. 1937 hätten in Juni und August Beschlagnahmungen stattgefunden, insgesamt 400 Werke, darunter die meisten von Rohlfs. Fünf oder sechs Werke seien bei Gurlitt gelandet, diese seien eher in Bern als in Bonn zu sehen. Die sogenannte „Entartete Kunst“ werde nicht restituiert, nur Raubkunst, so dass hier alles in den Besitzverhältnissen verbleibe.
Herr Dr. Blank ergänzt unter Verweis auf die neue Publikation „111 Hagener Stücke“, dass auch hier Dinge dabei seien, bei denen man die ursprünglichen jüdischen Besitzer kenne. Nicht nur Kunstwerke seien in Hagen konfisziert und dann verkauft worden, sondern auch profane, wenngleich sehr wertvolle Dinge, wie Herr Dr. Blank anhand eines Hagener Beispiels erläutert. Es gäbe erst in den letzten Jahren eine verstärkte Aufmerksamkeit für die Gegenstände, die auf diesem Wege in Stadtmuseen gelandet seien.
