09.05.2017 - 7 Sachstandsbericht Aktivitäten im Social Media B...

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Wortprotokoll

Frau Redlberger gibt Einblick in die die Social Media Aktivitäten des Osthaus Museums und des Kulturbüros. Für das Osthaus Museum bespiele sie seit September 2013, neben Website und Newsletter, mehrere Social Media Accounts. Zu Beginn seien mit viel Elan verschiedene Kanäle ausprobiert worden, so habe sie auch einen Twitter und einen YouTube Account angelegt, und inzwischen sei das Museum nun auch bei Instagram tätig, decke also einen sehr breiten Bereich ab. Der Elan und Arbeitszeit der Anfangszeit sei genutzt worden um zu sondieren, welche Kanäle dem Museum tatsächlich etwas einbrächten.


Twitter sei perfekt, so Frau Redlberger, um mit Fachkollegen ins Gespräch zu kommen, Tagungen aus der Ferne mit zu verfolgen oder um Journalisten zu erreichen. So sei man hierüber auch schon auf der ersten Seite der Bild Online gezeigt gewesen, mit einem Tweet, der Karl Ernst Osthaus beim Selfie-Machen mit einem Smartphone gezeigt habe. Twitter funktioniere in der Hinsicht gut, aber um alltäglich Besucher anzusprechen, sei das nicht das geeignete Medium für das Museum. Ähnlich bei dem Kanal YouTube: dort Erfolg zu haben, gelinge nur mit guten Filmen. Zeige das Museum einen Filmemacher, sei automatisch Material vorhanden, das online gestellt werden könne. Das Museum könne aber nicht regelmäßig selbst Filmmaterial produzieren. Instagram wiederum sei ein bildbasierter Kanal und die Präsenz dort ein Versuch anlässlich der Ausstellung „participate“. Dies mache Sinn, weil „participate“ eine Ausstellung sei, die sich um Fotografie drehe. Besucher könnten vor den Darstellungen von Meisterwerken der Kunstgeschichte posieren, sich spielerisch mit den Werken auseinandersetzen, und dies ins Internet bringen mit einem Hashtag. Das Museum sei auf Instagram bis Amerika wahrgenommen worden für diese Ausstellung, die Besucher hätten die Möglichkeiten gut genutzt. Diese Instagram-Aktivitäten benötigten aber die passenden Ausstellungsformate, um langfristig in dieser Intensität auch von Besuchern genutzt zu werden. Das Hauptstandbein des Osthaus Museum bliebe also Facebook. Dort setze man fünf bis sechs Beiträge pro Woche ab, und sei auf eine gewisse, geringe Stundenzahl reduziert, so dass Investition und Nutzen dort im Einklang stünden. 3545 Abonnenten habe das Museum derzeit bei Facebook, über diese Abonnentenzahl hinaus verteile Facebook die Nachrichten zusätzlich im größeren Rahmen, so dass man im Monat April 16.000 Personen erreicht habe mit den Facebook Beiträgen. Der etwas größere Anteil der Abonnenten seien Frauen. Der größte Prozentsatz der Abonnenten sei zwischen 45 und 54 Jahre alt, nur 2 Prozent der Abonnenten sei unter 24 Jahre alt. Man sage ja, die Facebooknutzung sei rückläufig bei jungen Menschen, dies zeige sich auch an dem Abonnenten des Museums. Es sei das Alter des üblichen Museum-Stammpublikums, das man auch bei Facebook anspreche. Nichtsdestotrotz sei Facebook so programmiert, dass es die Beiträge des Museums bei jüngeren Menschen ausrollt, sich also gegenläufig verhalte. Ein Viertel der Abonnenten sei nicht deutschsprachig, was für die internationalen Verbindungen des Museums spräche, und für die internationale Kunst, die gezeigt werde. Viele Fans lebten in der Türkei, in Russland, in Amerika. Zudem seien es fast so viele Dortmunder wie Hagener. Prozentual würden Bochum, Köln und Hohenlimburg folgen, letzteres werde bei Facebook in der offiziellen Statistik extra ausgezeichnet. Was diese Zahlen denn nun tatsächlich bedeuten würden, läge zum einen in der Frage, welche Präsenz man habe, und zum anderen in der Frage, ob man damit Tickets verkaufen, Besucher ins Museum lotsen könne. Anhand zweier Beispiele führt Frau Redlberger aus, dass man dies nicht in jedem Fall genau nachvollziehen könne, dass es aber in dem Moment, wo Dritte, bestenfalls bekannte Personen, sich auf Facebook für ein Angebot des Museum aussprächen, auch Anmeldungen zu Veranstaltungen gäbe. Facebook sei geeignet, um Fürsprecher zu finden, um für das eigene Haus ins Gespräch zu kommen, Unterstützung zu finden, und dann funktioniere es auch, Tickets zu verkaufen. Auf der Facebook Seite des Kulturbüro zum Interkulturfestival Schwarzweißbunt sei festzustellen, dass inzwischen auch ganz andere Besucher angesprochen würden.


Frau Redlberger merke dies an der Sprache, an den Profilbildern, an den Kommentaren, z.B. bei einer Veranstaltung mit einem Fußballclub, welcher Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund mit eingesessenen Hagenern zusammenbringe. Als Kulturanbieter sei es wichtig, ein breiteres Publikum zu erreichen. Seit den Siebzigern Jahren heiße es „Kultur für alle“, und „niedrige Schwellen“. Hier sei gerade Facebook ein Medium, wo Menschen leichter kommentieren würden, schneller Fragen stellten, man merke dass es Erstbesucher seien mit Fragen nach Öffnungszeiten und Preisen. Der große Vorteil von Facebook läge in der niederschwelligen Interaktion. 78 Prozent der Deutschen würden ein Smartphone nutzen. Wenn man in den digitalen Bereichen nicht aktiv sei, werde man nicht wahrgenommen und ginge unter. Deswegen sei Facebook sowohl für das Museum, als auch fürs Kulturbüro wichtig, aber eben immer auch im Hinblick darauf, zeitliche Investition und Nutzen im Gleichgewicht zu halten.

 

Herr Söhnchen dankt und übergibt an Dr. Blank.

 

Herr Dr. Blank knüpft an die Ausführungen von Frau Redlberger an, welche er auch weitgehend für das Stadtarchiv bestätigen könne. Er erläutert die Statistiken anhand der ausgelegten Tischvorlage.

 

(Anmerkung der Schriftführerin: Die Tischvorlage von Dr. Blank ist als Anlage 1 dieser Niederschrift beigefügt)

 

Herr Söhnchen dankt den Berichtenden.

 

Dr. Geiersbach gibt an, wenn er recherchiere, sei er klassisch im World Wide Web unterwegs. Würde er dort auch alle Informationen finden, oder gäbe es Informationen, die nur und ausschließlich bei Facebook zu finden seien, also spezielle, andere Dinge, die ihm verborgen bleiben würden. Das fände er nicht gut und auch nicht praktisch, wenn es eine Aufteilung der Informationen auf verschiedene Formate gäbe.

 

Frau Redlberger weist darauf hin, dass man sich den Facebook Account anschauen könne, ohne sich selbst bei Facebook anmelden zu müssen. Es sei zwar ein „Störer“ davor, aber man könne dennoch etwas sehen. Des Weiteren sei es Sinn der Social Media Aktivitäten, die Kanäle entsprechend der dortigen Gepflogenheiten zu bedienen. Sie schreibe für Facebook anders als für Twitter, bei Instagram schreibe sie gleich auf Englisch. Es seien ganz unterschiedliche Vorgehensweisen, und gerade in der Spezifizierung der Zielgruppen läge ja der Vorteil der Social Media Kanäle. Die Fakten wann sei welche Ausstellungseröffnung, welche Inhalte habe die Ausstellung – seien auf der Webseite des Museums zu finden. Alles andere seien konfektionierte Inhalte, die die Fakten von verschiedenen Seiten beleuchteten, aber am Grundstock der Informationen nichts verändern würden.


Herr Dr. Blank weist darauf hin, dass man im historischen Bereich in der Tat unterschiedliche Angebote fände. Bei Facebook läge der Schwerpunkt bei historischen Aufnahmen, etwas Vergleichbares im World Wide Web könne man aus Kapazitätsgründen nicht anbieten. Man könne aber im World Wide Web schon in den Findbüchern des Stadtarchivs recherchieren, und man habe auch vor, nach dem Umzug des Stadtmuseums und Stadtarchivs eine Bilddatenbank zu erarbeiten, zusammen mit Habit. Diese solle mit weiteren Recherchemöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, sofern der Datenschutz es erlaube.

 

Herr Walter lobt die Facebook Angebot des Osthaus Museums und des Stadtarchivs, er könne diese jedem, der sie noch nicht kenne, empfehlen. Facebook habe insgesamt eher für ältere Nutzer Bedeutung, jüngere Menschen zögen sich wieder zurück. Gerade auf der Seite des Stadtarchivs sei der höchste Attraktivitätsgrad gegeben, wenn zu historischen Ereignissen passende Fotos aus dem Stadtarchiv auf die Seite gestellt würden. Man sehe, dass viele Hagener, auch gerade Menschen, die aus Hagen stammten und jetzt in anderen Regionen lebten, dies attraktiv fänden. In seiner Schulzeit haben man direkt zum Stadtarchiv gehen und eine Gebühr bezahlen müssen, um so ein Foto zu erhalten. Derzeit könne man sich das Foto einfach runterladen, die Bilder würden sozusagen frei vagabundierend benutzt werden können, ohne auf Bildrechte zu achten. Herr Walter fragt, ob man eine Einrichtung schaffen könne, wo man sich für einen gewissen Betrag das Gewünschte herunterladen könne, weil die Wenigsten noch Interesse hätten, ins Stadtarchiv zu gehen.

 

Dr. Blank erläutert, die Aufnahmen bei Facebook könne man für den Druck nicht benutzen, sondern nur auf dem Rechner anschauen. Aber die geplante Bilddatenbank werde gekoppelt sein mit einem elektronischen Bezahlsystem, so dass man sich groß aufgelöste Bilder herunterladen könne, indem man sie online bestelle, sie mit einem Code versehen würden, und dann nach dem Bezahlen genutzt zu werden zur einmaligen Verwendung in einer Publikation oder Ähnlichem. Der Bestand werde verstichwortet, so dass man recherchieren könne. Das gäbe es auch bei anderen Archiven, sei also in dem Sinne nichts Neues.

 

Herr Söhnchen dankt für diesen ersten Einblick im Bereich Social Media im Kulturbereich. Vielleicht werde man sich von Zeit zu Zeit die Entwicklungsstufen vortragen lassen.


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Anlagen