13.04.2005 - 5 Vorschlag zur Tagesordnung des Herrn Dr. Thomas...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

Der Vorsitzende nimmt Bezug auf die Diskussionen in der vorigen Sitzung und stellt dar, daß eine Veranstaltung mit LehrerInnen und dem Schulrat geplant ist, in der die Problemlage sowie Lösungsmöglichkeiten umrissen werden sollen. In der Folge soll dann eine Veranstaltung mit Eltern durchgeführt werden. Er hofft, daß dies bis zur nächsten Sitzung gelingt.

Herr Dr. Alekos erläutert seinen Antrag (wurde mit der Einladung versandt).

Er nimmt Bezug auf die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung und darauf, daß unverhältnismäßig viele Migrantenkinder die Hauptschule besuchen. Er befürchtet, daß viele dieser Kinder in ihrem späteren Leben arbeitslos sein werden und auf Unterstützung angewiesen sein werden. Er befürchtet eine Tendenz zur Kriminalisierung und zur Ghettoisierung der Stadt.

Er fordert diesen benachteiligten Kindern, auch den deutschen, eine bessere Chance auf eine erfolgreiche Bildungskarriere einzuräumen, indem Förderung möglichst früh, also schon im Kindergarten einsetzt.

Unabhängig von der anstehenden Veranstaltung fordert er den Integrationsrat auf dafür einzutreten, daß ab dem 3. Lebensjahr in jedem Hagener Kindergarten eine Stunde Sprachförderung /Tag durchgeführt wird. Die bis jetzt durchgeführte Sprachförderung reicht seines Erachtens bei weitem nicht aus.

Weiter führt er aus, daß ein großer Teil der Einzuschulenden Defizite in der Motorik aufweisen und übergewichtig sind.

Unter Hinweis auf die gute Förderpraxis in Skandinavien bittet er, einen Beschluß im Sinne seines Antrags an den Schulausschuß zu richten.

Dr. Alekos bittet dringend, nicht unter Hinweis auf die Haushaltssituation der Stadt die Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben. Von Bund und Land seien keine schnellen Finanzhilfen für solche Programme zu erwarten. Wenn man die Zukunft der Kinder nicht “verschlafen” wolle, müsse die Kommune jetzt aktiv werden.

Frau Herms stimmt Herrn Alekos Problemaufriß zu, gibt aber zu bedenken, daß in letzter Zeit schon etliche Maßnahmen in Angriff genommen wurden. Sie bittet, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen. Sowohl in den Schulen als auch in den Kindergärten findet zusätzliche Sprachförderung statt. Dem Schulausschuß wird regelmäßig darüber berichtet. Es gibt, so führt sie weiter aus, an einigen Kindergärten auch schon logopädische Untersuchungen. Frau Herms weist darauf hin, daß ein eventueller Beschluß des Integrationsrates sich wegen des Elementarbereichs auch zusätzlich an den Jugendhilfeausschuß richten müsste.

Ergänzend fügt sie hinzu, daß der Blick nicht nur auf die Kinder gerichtet werden darf, denn es gibt auch die Möglichkeit, Deutschkurse für Mütter zu organisieren. Auch hier sei großer Bedarf.

Herr Oberste- Berghaus unterstützt die Ausführungen von Frau Herms. Er bittet, die körperliche Entwicklung der Kinder nicht aus dem Auge zu verlieren. Die offene Ganztagsschule bietet Möglichkeiten Angebote zur körperlichen Fitness zu machen.

Herr Hammer stimmt den Ausführungen von Herrn Alekos zu. An Frau Herms richtet er die Bitte, mit der Bestandsaufnahme nicht zu lange zu warten, da das Problem sehr auf den Nägeln brenne. Auch beim Land solle trotz der zu erwartenden. Langwierigkeit der Beantragung nachgefragt werden, welche Förderprogramme zur Zeit möglich sind. Erspricht sich für einen Sachstandsbericht der Verwaltung aus.

Herr Kortmann führt aus, die Diskussion beschäftige sich nur mit den Familien, deren Kinder einen Kindergarten besuchen. Viel größere Probleme gebe es aber bei denjenigen, die ihren Nachwuchs nicht zum Kindergartenbesuch anmelden. Auch in der offenen Ganztagsgrundschule sei man froh, wenn die Eltern mit Migrationshintergrund das Angebot wahrnehmen. Deshalb appelliert Herr Kortmann an den Integrationsrat, für die Teilnahme an der offenen Ganztagsgrundschule zu werben.

 

Herr Dr. Alekos führt nach einer längeren Diskussion über die bestehenden Angebote aus, daß allein die Existenz von Maßnahmen noch nichts über deren Qualität aussage. Aus eigener Erfahrung wisse er, daß viel zu wenig Stunden Sprachförderung angeboten würden und daß bei krankheitsbedingtem Ausfall einer Erzieherin die Sprachförderung ganz ausfalle. Er spricht sich für ein System der Qualitätskontrolle aus.

Frau Kingreen fragt, wie viele Erzieherinnen in bezug auf Sprachförderung fortgebildet werden. Sie regt an, alle Migrantenvereine anzuschreiben mit der Bitte, die Eltern aufzufordern, ihre Kinder zum Kindergarten anzumelden.

Herr Asma weist darauf hin, daß in vielen Stadtteilen nicht genug Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, so daß gerade Migrantenkinder oft erst mit 5 Jahren in den Genuß einer Betreuung kommen. Zusätzlich führt er aus, daß die hohe Konzentration von nicht deutsch sprechenden Kindern in manchen Kindergartengruppen eher kontraproduktiv für die Entwicklung des deutschen Sprachvermögens ist.

Herr Öztaskin weist darauf hin, daß seiner Meinung nach die “Integrationsstunden”, die die Landesregierung Schulen mit hohem Migrantenanteil zur Verfügung stellt oft nicht für Förderung verwendet werden sondern zum Ausgleich von Personalengpässen im Krankheitsfall verwendet werden.

Der Vorsitzende schlägt, nachdem klar ist, daß der Integrationsrat der Anregung von Dr. Alekos folgen will, vor, den Antrag nach betroffenen Sachgebieten zu stückeln und die Themenbereiche einzeln in den nächsten Sitzungen zu bearbeiten. Nach einer längeren Diskussion faßt der Integrationsrat den  Beschluß entsprechend der Vorlage des Herrn Dr. Alekos

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Beschluss:

Der Integrationsrat empfiehlt den jeweiligen Fachausschüssen, folgende Maßnahmen zu initiieren:

Eine Stunde Sprachförderung pro Tag in allen Kindergärten ab dem dritten Lebensjahr.

Ausmerzen eventueller _Sprachdefizite durch gezielten Sprachunterricht in der Ganztagsschule während er Nachmittagsbetreuung

Betreuung der Kinder bei den Hausaufgaben in der Ganztagsschule, da oft eine effektive Unterstützung diesbezüglich zu Hause fehlt

Logopädische und ergotherapeutische Mitbetreuung in den Kindergärten

Umsetzung der o. g. Punkte umgehend, mit den vorhandenen Mitteln und Personal, da etwaige Forderungen an Düsseldorf oder Berlin das Gesamtprojekt um Jahre hinauszögern würde

Mittelfristig Aufstocken des Schuletats, um die Strukturen auszubauen und effizienter zu gestalten.”

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

 

 Einstimmig beschlossen

 

 

x

 Mit Mehrheit beschlossen

 

 

 

 Einstimmig abgelehnt

 

 

 

 Mit Mehrheit abgelehnt

 

 

 

 Abgelehnt bei Stimmengleichheit

 

 

 

 Ohne Beschlussfassung

 

 

 

 Zur Kenntnis genommen

 

 

 

      

 

 

 

 

 

Dafür:

      

 

 

Dagegen:

      

 

 

Enthaltungen:

 1

 

 

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