30.11.2017 - 2.4 Sachstandsbericht zur Perspektive der Hagener W...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Oberbürgermeister Schulz bittet, den Antrag der Fraktion Bürger für Hohenlimburg / Piraten Hagen zu den Wochenmärkten (Vorlage 1103/2017, TOP I.4.1.) an dieser Stelle mitzuberaten. Dagegen werden keine Einwände erhoben.

 

Herr Schmidt bezieht sich auf Ziffer 1.2. der Berichtsvorlage und vertritt die Auffassung, dass der Facebookauftritt mit 300 Abonnenten noch nicht als erfolgreich bezeichnet werden könne. Werbemaßnahmen seien schon für einstellige Eurobeträge möglich.

Die in Ziffer 1.4. erwähnte Überlegung des AK Wochenmärkte, die Stadtteilmärkte nur noch an einer Stelle zu veranstalten, hält er für nicht sachgerecht. Dies missachte den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses aus März 2017, in dem ein Werbemarkt von 16:00 bis 20:00 Uhr beschlossen worden sei. Dieser sollte dazu dienen, neue Händler für die Märkte in den Nebenzentren zu generieren. Stattdessen sei jetzt ein Werbemarkt installiert worden, der sich zeitlich mit den Märkten in Nebenzentren überschneide und diesen sowohl Kunden als auch Händler entziehe.

Bis Sommer 2017 habe es in Hohenlimburg über sechs bis sieben Jahre einen Markt gegeben, dessen Händleranzahl stabil geblieben sei. Im Oktober sei der Werbemarkt installiert worden. Seitdem habe der Markt in Hohenlimburg zwei Händler weniger. Er sehe da einen ursächlichen Zusammenhang, zumal die Händler mitgeteilt hätten, mit dem in Hohenlimburg erzielten Umsatz einigermaßen zufrieden zu sein und dort verbleiben wollten.

Er halte eine neue Beschlussfassung für erforderlich. Mit dem neuen Werbemarkt sei hinsichtlich der Öffnungszeiten, der nicht erstellten Werbematerialien für die Stadtteilmärkte, der eingerichteten Möglichkeit zum Direktverzehr und der nicht eingehaltenen Beschränkung auf Händler, die auch auf den Stadtteilmärkten teilnehmen, in mindestens vier Punkten gegen den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses verstoßen worden.

Der Gedanke, die Marktverwaltung auf die HAGENagentur zu übertragen, sei seitens der Bezirksvertretung Hohenlimburg begrüßt worden.

 

Herr Oberbürgermeister Schulz teilt dazu mit, dass er während seiner Sommertour mit den Händlern auf dem Hohenlimburger Markt gesprochen habe. An diesem Tag seien nur zwei Händler vor Ort gewesen.

Weiterhin habe er mit allen Markthändlern des Werbemarktes gesprochen. Diese würden die späte Öffnungszeit bis 20:00 Uhr nicht annehmen, da sie am nächsten Morgen wieder auf einem anderen Markt stehen und in der Nacht noch Ware beschaffen müssten. Keiner dieser Händler hätte die Entscheidung, auf dem Werbemarkt anzubieten, von einem Standplatz auf einem Stadtteilmarkt abhängig gemacht.

Er vertritt die Auffassung, dass die Annahme von Märkten durch die Kundschaft nicht politisch gesteuert werden könne. Es könnten nur Rahmenbedingungen gesetzt und Anreize geschaffen werden.

 

Herr Hentschel führt aus, dass es Sinn des Werbemarktes gewesen sei, die Stadtteilmärkte zu stärken. Der jetzige Werbemarkt sei eher Konkurrenz zu diesen.

Die in der Berichtsvorlage angeführte Überlegung, Stadtteilmärkte nur noch an einer Stelle zu veranstalten, widerspreche nach seiner Auffassung der Zusage der Verwaltung, den Wehringhauser Markt nach Umbau des Marktplatzes aktiv zu bewerben.

 

Herr Thielmann zeigt Verständnis für den Wunsch von Herrn Schmidt, einen gut besuchten Wochenmarkt in Hohenlimburg zu haben. Die Händlerschaft sei jedoch gewinnorientiert und das Käuferverhalten habe sich verändert. Es werde mehr Wert auf einen Eventcharakter und auf ausreichende Parkplätze gelegt. Aufgrund ausreichender Parkgelegenheiten seien die Märkte in Boele und Emst noch erfolgreich.

Er verstehe, dass der Werbemarkt von 10:00 bis 18:00 Uhr veranstaltet werde.

 

Herr Thieser stimmt Herrn Thielmann weitgehend zu. Wenn Händler nicht ausreichend Gewinn machen können, würden sie nicht mehr kommen. Als Lokalpolitiker habe man da nur wenig Einflussmöglichkeiten. Auch die Markthändler seien für die Attraktivität der Märkte verantwortlich.

 

Herr Schmidt hält die Ausführungen zur Entwicklung von Wochenmärkten nicht für geeignet, den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses zu ignorieren.

 

Herr Meier kritisiert, dass das vor zwei oder drei Jahren angeforderte Konzept für die Wochenmärkte noch nicht vollständig vorliege. Er begrüßt hingegen, dass ein Arbeitskreis gegründet worden sei, denn die Entwicklung der Märkte sei nur mit Unterstützung der Händler möglich.

Sein Wunsch sei, das Erscheinungsbild des samstäglichen Marktes vor der Johanniskirche dahingehend zu verändern, dass statt der Bekleidungsstände vor der Kirche Lebensmittelstände platziert würden.

Hinsichtlich des Werbemarktes habe seine Fraktion sowohl mit den Markthändlern als auch mit den Kunden und den umliegenden stationären Händlern gesprochen. Alle hätten sich zufrieden gezeigt, weshalb der Markt dort erhalten werden sollte.

Hinsichtlich des Marktes in Helfe, der nur aus ein bis zwei Händlern bestehe, würde die Stadt Geld verschwenden, denn nach dem Markt würde der HEB den Platz reinigen, der dem Wohnungsverein gehöre. Dies würde den Gebührenansatz für die anderen Märkte erhöhen.

Hinsichtlich der erhaltenswerten Stadtteilmärkte müsse man die Bevölkerungsstruktur und die Standorte beachten; in Haspe sei ein Standortwechsel erfolgreich gewesen.

 

Herr Strüwer vergleicht die Diskussion über die Wochenmärkte mit der Diskussion über den Einzelhandel in den Stadtteilen. Dort hätte es in den letzten Jahren auch eine Abwärtsspirale gegeben. Bestimmte Bevölkerungsgruppen seien auf wohnortnahe Versorgung angewiesen, aber die Markthändler müssten auch an ihre Existenz denken. Versuche Hohenlimburger Markthändler, auch in Elsey anzubieten, seien nicht erfolgreich gewesen.

Die Entwicklung des Werbemarktes sollte abgewartet werden. Letztendlich würden die Markthändler und die Bürger über die Attraktivität der Märkte entscheiden.

 

Herr Hentschel führt nochmals seine Ansicht aus, dass der Werbemarkt den Stadtteilmärkten schade.

 

Herr Riechel weist darauf hin, dass ein Markt ein Standortfaktor sei. Der Werbemarkt sollte daher nicht auf dem Platz stattfinden, der ohnehin schon stark frequentiert werde, sondern beispielsweise auf dem eher unbelebten Theatervorplatz, um dessen Attraktivität zu steigern.

 

Herr Meier mahnt nochmals das Konzept für die Wochenmärkte an. Dieses sollte in Gesprächen mit den Markthändlern auch für die Stadtteile aufgestellt werden. Den Vorschlag von Herrn Riechel, durch die Märkte Stadtentwicklung zu betreiben, unterstütze er nicht.

 

Herr König stimmt dahingehend zu, dass der Werbemarkt formal nicht so umgesetzt wurde, wie er beschlossen worden sei. Er unterstütze aber die pragmatische Entscheidung, ihn wie geschehen umzusetzen, da er von Händlern und Kunden gut angenommen werde.

 

Herr Huyeng teilt hinsichtlich des angemahnten Konzeptes mit, dass dieses derzeit erarbeitet werde. Verschiedene Dinge seien ausprobiert worden. An der Springe habe es beispielsweise Umsortierungen gegeben. Die gemachten Erfahrungen würden das Konzept beeinflussen, das voraussichtlich im ersten Halbjahr des Jahres 2018 vorgelegt werden könne.

 

Herr Hentschel fragt nach, wie die in der Berichtsvorlage angeführte Zentralisierung der Wochenmärkte gemeint sei.

 

Herr Oberbürgermeister Schulz teilt dazu mit, dass die Vorstellung dazu mit in das Konzept aufgenommen werde.

 

Herr Schmidt teilt mit, dass eine Beschlussfassung  zur Vorlage 1103/2017 nicht mehr erforderlich sei.

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Beschluss:

 

Der Haupt- und Finanzausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

 

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Abstimmungsergebnis:

 

X

Zur Kenntnis genommen

 

 

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