19.05.2005 - 5 Vorschlag der CDU-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Do., 19.05.2005
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- AdR Amt des Rates
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Gerbersmann freut sich auf die kommende auch
kontroverse Diskussion mit den anderen Fraktionen und BürgerInnen. Dies sollten
sicherlich auch konkrete Dinge sein und nicht nur allgemeine
Problembeschreibungen. Daneben spricht er noch die Einbeziehung der
ausländischen Mitbürger in das wirtschaftliche Leben dieser Stadt an. Hierzu sollten auch die entsprechenden
Programme, dies es gibt oder auch noch nicht,
Unterstützung geben. Er verweist auch auf die Hilfe der Regionalplanung.
In vielen Dingen müsse es auch zu Absprachen mit den Umlandgemeinden kommen. Es
könne nicht sein, dass nur zu finanziellen Lasten dieser Stadt hier
Einrichtungen geschaffen würden, die auch insbesondere von den Bürgern der
Umlandgemeinden genutzt würden. Hier müsse es zu einer Regionalentwicklung
kommen. Eine Beschlussfassung sei heute noch nicht notwendig, hierzu gebe es
eine parteiübergreifende Absprache, dass dies im Juni erfolge.
Herr Grothe glaubt nicht an eine Hilfe der
Landesplanung, da dieses Instrumentarium seiner Ansicht nach nicht greife.
Evtl. könnte eine stärkere Kooperation
mit der Stadt Iserlohn zum Erfolg führen.
Vorschlag der zuständigen Beigeordneten sei möglicherweise eine
gemeinsame Sitzung der beiden Stadtentwicklungsausschüsse zum Thema der beiden
Flächennutzungspläne im Herbst bzw. Winter.
Herr Asbeck stellt fest, dass die
Beschlussfassung zunächst vertagt wird.
Beschluss:
1. Die Verwaltung wird
beauftragt, ein Maßnahmenpaket “Hagen 2030” zu entwickeln zu den
Themen Abwanderung, Integration und Demographischer Wandel, das folgende Ziele
verfolgt:
a. Der Trend zur
Abwanderung aus Hagen soll gestoppt oder gar umgekehrt werden.
b. Es sind verschiedene
Konzepte zur Begleitung des Demographischen Wandels vorzuschlagen. Dabei ist
auf die Erfahrungen anderer Kommunen zurückzugreifen.
c. Die Integration der in
Hagen lebenden Ausländerinnen und Ausländer ist zu verbessern.
2. Die Verwaltung wird
beauftragt, die Themen Abwanderung, Integration von Migranten und die
Begleitung des Demographischen Wandels bei ihrem Handeln in den Mittelpunkt zu
stellen. Verwaltungshandeln ist auf die Vereinbarkeit mit diesen drei Zielen zu
überprüfen.
3. Die Verwaltung wird
beauftragt, bis zur Vorlage des Gesamtkonzeptes unverzüglich die Beschlüsse zum
Stadtentwicklungskonzept 2015 (Vorlage 600153/01), soweit nicht bereits geschehen,
in konkrete Vorlagen und in den Gremienprozess einfließen zu lassen.
4. Auch der zurzeit in
Bearbeitung befindliche neue Flächennutzugsplan (FNP) ist in enger Abstimmung
mit dem Konzept “Hagen 2030” zu entwickeln.
5. Die Stadtverwaltung
wird beauftragt, kurzfristig ein Programm “Familien bauen Zukunft”
zu entwickeln. Dabei sollen Familien nicht nur günstige Konditionen beim Kauf
von Grundstücken angeboten werden (Ratenzahlung des Grundstückspreises, etc.),
sondern auch möglichst die Freiheit eingeräumt werden, frei von einem
vorgegebenen Bauträger ihr Eigenheim zu verwirklichen. Bei der familien- und
umweltgerechten Sanierung von Alteigentum sollen Familien durch fachliche
Beratung unterstützt werden, die entsprechenden Förderprogramme zu finden.
6. Der Oberbürgermeister
wird gebeten, künftig offensiv die Hagener Interessen zur Stärkung des
Standortes und seiner Attraktivität zu vertreten und sich das Ziel einer
Einwohnerzahl von >200.000 Hagener Bürgerinnen und Bürger zueigen zu machen.
Ferner wird er darum gebeten, gegenüber der Landesregierung, im Regionalverband
Ruhr und im Landschaftsverband Westfalen-Lippe diese Haltung der Stadt Hagen zu
vertreten.
7. Der Oberbürgermeister
wird gebeten, Bundes- und Landesregierung aufzufordern, die Lasten jeder Aufgabe,
die sie auf die Kommune verlagert haben, entsprechend finanziell auszugleichen.
Dies gilt besonders für die Maßnahmen in den Bereichen Schule, Kinderbetreuung
und den Bereich der Programme zur erfolgreichen Integration von Ausländern und
Spätaussiedlern.
8. Auf Basis dieser
Zuwendungen sind entsprechende Integrations- und Einbürgerungsprogramme zu
entwickeln mit denen sichergestellt werden soll, dass sich die hier lebenden
Menschen mit Migrationshintergrund tatsächlich sprachlich und kulturell integrieren,
ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben.
9. Der Oberbürgermeister wird gebeten, sich mit den Nachbargemeinden ins Benehmen zu setzen, um im Rahmen einer regelmäßig tagenden Regionalkonferenz die Stadt-Umland-Kooperation zu verbessern. Ein noch vom Rat der Stadt Hagen zu erarbeitender und verabschiedender Zielkorridor soll dem Oberbürgermeister als Ausgangspunkt für den interkommunalen Dialog dienen.
10. Der Oberbürgermeister
wird gebeten, bei der künftigen Landesregierung dahingehend vorstellig zu werden,
einen sinnvollen Verteilungsmodus für Schlüsselzuweisungen, Fördermittel und
anderen Zuwendungen an Städte und Gemeinden zu finden, um ein Ausbluten der
Städte zugunsten der ländlichen Gemeinden zu verhindern. Darüber hinaus ist
über eine Revision des kommunalen Finanzausgleichs nachzudenken.
11. Der Oberbürgermeister
wird gebeten, die bisher aufgetretenen Unstimmigkeiten über die
Einwohnerstatistik und die korrekte Zahl der Hagener Einwohner mit der
Landesregierung zu klären, um bei der weiteren Arbeit von einer einheitlichen
Zahlenbasis ausgehen zu können. Dabei kann nach Ansicht des Rates der Stadt
Hagen nur die amtlich ermittelte Einwohnerzahl der Stadt Hagen zu Grunde gelegt
werden.
12. Die Verwaltung
berichtet, neben dem in Zukunft laufenden Berichtswesen, mindestens
vierteljährlich über den Stand der Projekte und Tätigkeiten. Entsprechende
zeitliche Zielkorridore sind mit jedem Punkt dieses Antrags verbindlich
zwischen Rat und Politik zu vereinbaren und werden damit Teil des Beschlusses.
