19.01.2016 - 2 Auswertung der Elternbefragung zur Schulentwick...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Sitzung:
-
Sitzung des Schulausschusses
- Gremium:
- Schulausschuss
- Datum:
- Di., 19.01.2016
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Horst Freygang
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Frau Neuhaus weist auf den zur Sitzung ausliegenden Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen (s. Anlage) hin und möchte über die weitere Vorgehensweise laut Punkt 1 des Antrags abstimmen lassen. Frau Heukeroth widerspricht diesem Vorgehen unter Hinweis auf die Geschäftsordnung und möchte den Antrag ihrer Fraktion komplett vorstellen. Diesem Einwand wird gefolgt. Frau Heukeroth unterstreicht die gewünschte Teilung der Abstimmung mit dem klaren Zuspruch der Eltern zur Realschule einerseits und der wenigen Interessensbekundungen für die Hauptschule andererseits. Über beides könne man nicht in einem Beschlusstext abstimmen lassen. Die Hauptschule werde in Hagen nicht mehr nachgefragt, was jedoch nicht an der guten Arbeit der Hauptschullehrer/-innen läge. Längeres gemeinsames Lernen sei für sie die bessere Alternative.
Frau Neuhaus spricht sich im Namen der CDU für die Umsetzung des Elternwillens und damit für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems aus. So solle wieder Ruhe in die Hagener Schullandschaft einkehren. Frau Schlumbom zeigt anhand der Seiteneinsteiger auf, dass der Erhalt der beiden noch nicht geschlossenen Hauptschulen erforderlich sei. Frau Pfefferer will nicht, dass alle Seiteneinsteiger an Hauptschulen untergebracht werden. Das sei mit den Grünen nicht zu machen. Herr Walter geht auf die rasant zunehmende Schülerzahlen-Entwicklung ein, die momentan nur mit den vorhandenen Schulen aufzufangen sei. Andere Lösungen müssten seitens der Bezirksregierung genehmigt werden, was angesichts des ab 1. Februar stattfindenden Anmeldeverfahrens zur Sekundarstufe I zeitlich nicht zu schaffen sei.
Herr Dr. Geiersbach bedauert seitens der SPD, dass die Sekundarschule in Haspe nicht zur Diskussion stand, sich alles auf die Realschule fokussiert habe. Vor allem die Moschee-Gemeinde habe sich für deren Erhalt stark gemacht. So überrasche das Ergebnis der Befragung nicht. Außer den 73 Voten für die Realschule hätten alle anderen Schulsysteme von den Eltern der Viertklässler nur wenig Zuspruch erhalten. Mithin sei die Befragung wenig aussagekräftig. Er hätte sich gewünscht, dass die Realschule nicht zweimal vom Anmeldeverfahren ausgenommen worden wäre. Durch dieses Vorgehen sei in Haspe eine große Lücke entstanden. Dass die Hauptschule wieder in Betrieb gehen solle, sei indes nicht „unplausibel“. Eine integrative Schule könne seiner Meinung nach die Kinder besser fördern. Frau Neuhaus widerspricht dem. Eltern wollten mehrheitlich eine Differenzierung.
Frau Heukeroth verdeutlicht, dass sie zwar eine Schulform schließen, aber keine Schulplätze abbauen wolle. Schulraum werde lediglich umgewidmet. Ihr ginge es um die Form der Beschulung. Die Gesamtschul-Anmeldeüberhänge und damit auch der Elternwille seien seit mehr als zehn Jahren ignoriert worden. Schon frühzeitig hätte mehr gemeinsames Lernen angeboten werden müssen, weil es entsprechend nachgefragt worden sei. Der SPD wirft sie den „Rückschritt ins dreigliedrige Schulsystem“ vor und wirbt um Zustimmung zu ihrem Antrag. Frau Pfefferer sagt, dass sie beim Betrachten des Ergebnisses der Elternbefragung spontan gekichert habe. Allein das Realschulergebnis werde für „bare Münze genommen“, die Zahlen der anderen Schulformen hingegen vernachlässigt. Die Gesamtschule wäre demnach deutlich kleiner, während das Gymnasium vom Netz genommen werden müsste. Bzgl. der Hauptschule sei der Vorschlag der Verwaltung „planlos und mutlos“. Der Schuldezernentin wirft sie vor, alles das einzureißen, was ihr Vorgänger aufgebaut habe.
Herr Becker geht näher auf die Vorlage der Verwaltung ein. Anhand des Ergebnisses für die Gesamtschule zeigt er auf, dass schon bei der ersten Elternbefragung im Jahr 2013 das tatsächliche Anmeldeverfahren das Ergebnis der Abfrage deutlich übertroffen und zu einem Anmeldeüberhang geführt habe. Ähnliches sei auch diesmal zu erwarten. Die Verwaltung habe alle ihr zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen genutzt, um ein möglichst realistisches Bild zu zeichnen. Herr Römer möchte für die AfD den Elternwillen umgesetzt wissen und sieht im Erhalt des „bewährten Schulsystems“ eine gute Lösung. Frau Heukeroth sieht sich durch das gerade veröffentlichte Mercator-Gutachten in ihrer Auffassung, dass längeres gemeinsames Lernen für alle Kinder gut sei, bestätigt. Die „katastrophalen Abschulungen“ müssten beendet werden.
Frau Kaufmann erinnert an die bisher rund 1700 zugewanderten Schüler/-innen, die trotz ihrer Sprachprobleme integriert worden seien. Sie führt aus, dass schon früher die Errichtung einer vierten Gesamtschule seitens der Bezirksregierung abgelehnt worden sei, weil Hagen im Sekundar-II-Bereich ein Überangebot vorweise. Sie bittet alle Mitglieder eindringlich, den Elternwillen zu akzeptieren und der Verwaltungsvorlage zuzustimmen. Frau Bartscher spricht sich für die „Die.Linke“ gleichfalls für die Umsetzung des Elternwillens aus. Frau Neuhaus stellt sodann, beginnend mit dem ersten Teil des Antrags von Bündnis 90 / Die Grünen, die folgenden Beschlussvorschläge zur Abstimmung.
Abstimmungsergebnis:
| Ja | Nein | Enthaltung |
SPD |
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| 5 |
CDU |
| 6 |
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Bündnis 90/ Die Grünen | 2 |
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Hagen Aktiv |
| 1 |
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Die Linke |
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| 1 |
AfD |
| 1 |
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FDP |
| 1 |
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| |||
| Einstimmig beschlossen | ||
| Mit Mehrheit beschlossen | ||
| Einstimmig abgelehnt | ||
x | Mit Mehrheit abgelehnt | ||
| |||
Dafür: | 2 | ||
Dagegen: | 9 | ||
Enthaltungen: | 6 | ||
2) Beschlussvorschlag der Verwaltungsvorlage 0018/2016:
Die Realschule Haspe und die Hauptschule Geschwister Scholl werden nicht geschlossen und nehmen am Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2016/17 teil.
Abstimmungsergebnis:
| Ja | Nein | Enthaltung | |||||
SPD | 5 |
|
| |||||
CDU | 6 |
|
| |||||
Bündnis 90/ Die Grünen |
| 2 |
| |||||
Hagen Aktiv | 1 |
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| |||||
Die Linke | 1 |
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AfD | 1 |
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| |||||
FDP | 1 |
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| |||||
| ||||||||
| Einstimmig beschlossen | |||||||
x | Mit Mehrheit beschlossen | |||||||
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Dafür: | 15 | |||||||
Dagegen: | 2 | |||||||
Enthaltungen: | 0 | |||||||
Anlagen zur Vorlage
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1
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(wie Dokument)
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33 kB
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2
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(wie Dokument)
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25,5 kB
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(wie Dokument)
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27,7 kB
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4
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(wie Dokument)
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25,5 kB
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5
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(wie Dokument)
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19,6 kB
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6
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(wie Dokument)
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118,9 kB
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Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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118,2 kB
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