21.09.2016 - 1 Mitteilungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Gremium:
- Sport- und Freizeitausschuss
- Datum:
- Mi., 21.09.2016
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Beginn des öffentlichen Teils: 16.04 Uhr
Herr Krippner begrüßt die Delegation von Phoenix Hagen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Eklöh, für den sportlichen Bereich Herrn Grothe, den Trainer Herrn Freyer und den neuen Geschäftsführer Herrn Seidel.
Herr Krippner, schlägt vor, den Bericht zur aktuellen Situation bei Phoenix Hagen unter Punkt „Mitteilungen“ darzustellen.
Herr Grothe teilt mit, dass derzeit eine Reihe von Förderprogrammen vom Land ausgelobt werden, unter anderem ein Programm der Stiftung „Lebendige Stadt“, die sich mit dem Thema Innenstadt auseinandersetzt. Diese Stiftung sucht gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zwei Pilotkommunen, die sich mit dem Thema „Stadtentwicklung gemeinsam aktiv gestalten – Sport bewegt Vielfalt“ auseinandersetzen. Entsprechende Ausführungsunterlagen werden an das Protokoll gehängt, damit jeder diese einsehen kann.
Problematisch sei hier die Bewerbungsfrist, die bereits am 14.10.16 ende. Jeder solle sich überlegen, ob es etwas gebe, was man machen könne. Wie seien die Altersstrukturen in Vereinen, wie kann man junge Menschen für Vereine gewinnen, wie kann man Vereine verjüngen, dies alles könnten Themen sein, welches mit Stadtentwicklung zu tun habe. Das Projekt werde mit 40.000 € gefördert und läuft ein Jahr. Gemeinsam werde ein Konzept für die Zukunft erarbeitet und für die Konzeptentwicklung gebe es dann die Förderungssumme.
Weitere Mitteilungen seitens der Verwaltung liegen nicht vor.
Herr Krippner gibt das Wort an den Aufsichtsratsvorsitzenden von Phoenix Hagen, Herrn Eklöh. Dieser bedankt sich, dass er im Sport- und Freizeitausschuss vorsprechen dürfe und stellt die Wichtigkeit seines Vereins dar, der traditionell in der 1. Bundesliga Basketball spiele. Er erklärt das derzeitige Einnahmevolumen von 2 – 2,5 Mio. € pro Jahr und das der Verein dringend 3 Mio. € erreichen müsse. Sie seien getragen von Sponsoreneinnahmen und Ticketverkäufen, es gebe keine weiteren Einnahmequellen. Damit werden weltweit Spieler eingekauft, die entsprechend Geld kosten, der Spielbetrieb in der Bundesliga sei anspruchsvoll und es werden verschiedenste Auflagen gemacht, die mit der Stadt jeweils geteilt werden müssen.
Der vor 8 Jahren angeschaffte, gebrauchte Hallenboden sei defekt und breche an allen möglichen Stellen, da die nicht mehr modernde Ischelandhalle über einen sog. Schwingboden verfüge, der durch die anderen in der Halle stattfindenden Sportarten ziemlich in die Jahre gekommen sei. Er erklärt den Anwesenden, wie der Boden zu den Trainingseinheiten auf- und wieder abgebaut wird. Er hoffe, dass auch hier Investitionen seitens der Stadt in den Hallenboden für Phoenix Hagen fließen könne.
Herr Patrick Seidel, neuer Geschäftsführer als Nachfolger des erkrankten Peter Brochhagen, stellt sich vor.
Herr Hentschel fragt nach, ob die Stadt sich an dem neuen Hallenboden für Phoenix Hagen beteiligen solle.
Herr Eklöh bejaht dies und erklärt, dass es sich hierbei um eine Investition in Höhe von 80.000 € handele.
Frau Kulla fragt nach, ob der derzeitige Hallenboden ausschließlich von Phoenix Hagen genutzt werde oder ob auch andere Basketball-Mannschaften diesen nutzen.
Herr Eklöh erklärt, dass dieser ausschließlich von Phoenix Hagen genutzt werde, da dieser ein besonderer Boden der BBL sei an den besondere Anforderungen gestellt seien, der leider durch das ständige Auf- und Abbauen mehrfach gebrochen sei.
Frau Kulla erkundigt sich, ob der neue Boden auch immer wieder auf- und abgebaut werden müsse und auch wieder ausschließlich für Phoenix Hagen sei.
Herr Eklöh bejaht dieses und erklärt, dass es mittlerweile neue Systeme gebe, die sich auf solche Situationen eingestellt hätten. Diese würden auch länger halten, mindestens aber 10 Jahre. Phoenix Hagen mache den Boden ja nicht absichtlich kaputt. Er erklärt, welche Druckbelastung durch den Spielbetrieb auf dem Boden laste.
Herr Hentschel erläutert, dass die Problematik ja damals massiv diskutiert wurde, wieso jetzt diese Kosten entstehen würden. Dieses wäre von Anfang an klar gewesen, dass dort Kosten entstehen würden. Man wäre Phoenix Hagen immer weit entgegen gekommen, auch zukünftig werde man so verfahren, aber das diese Kosten entstehen werden, sei von Anfang an klar gewesen und das werde wohl auch weiterhin der Fall sein.
Herr Krippner bemerkt, dass es hervorragend sei, dass die wesentlichen Vereinsfunktionäre von Phoenix Hagen anwesend seien, sich selbst und auch offen ihre Probleme darstellen und nicht Wochen später an die Verwaltung herantreten. Es werde noch genug Material dazu beschrieben werden, dass man abwägen könne.
Herr Grothe fasst die Situation noch einmal zusammen und es sei noch kein Antrag dazu bekannt. Man solle sich nun darüber unterhalten, ob Phoenix Hagen der Stadt einen Antrag zukommen lasse. Auf die Frage, ob die Stadt sich an der Finanzierung beteilige, könne an dieser Stelle noch nicht gesagt werden. Das sei eine politische Entscheidung und darüber müssten noch Gespräche geführt werden.
Der Cheftrainer Ingo Freyer erklärt, warum es vor acht Jahren noch nicht bekannt gewesen sei und teilt mit, dass sich die Regularien in der BBL sich regelmäßig änderten und entwickle sich von Jahr zu Jahr sehr stark nach oben und es war damals noch nicht klar, dass z. B. die Telekom jedes Spiel von jeder Mannschaft übertrage und dort genaue Anforderungen an die Anbringung der Werbung stünde, damit diese im Fernsehen optimal zur Geltung komme. Dieses wäre damals nicht klar gewesen. Der Hallenboden weise Löcher auf und es sei sehr schwierig, ständig um Backsteine herumzulaufen, weil gerade Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden. Aus Sicht eines Sportlers heraus sei es ein Muss, einen neuen Hallenboden zu bekommen, um die den Verhältnissen im deutschen Basketballsport gerecht zu werden.
Herr Schulte fragt an, ob man die Halle nicht mit einem Boden ausstatten könne, den sowohl für Basketball als auch für den Schulsport nutzen könne.
Herr Freyer verneint dies aus Gründen der Darstellung bei der Fernsehübertragung. Die Linierung müsse dort ausschließlich für Basketball sichtbar sein.
Herrn Gronwald fragt bei Herrn Grothe an, ob er sich vorstellen könne, dass die Stadt Hagen neben oder außerhalb der Sportpauschale einen solchen Boden finanzieren zu können.
Herr Grothe erklärt, dass sein Ausdruck, einen solchen Antrag entgegennehmen zu wollen bereits eine Finanzierungszusage beinhalte, sei das zu voreilig gedacht. Am Ende müsse die Politik entscheiden, ob sie Geld dazugeben wolle oder ob Phoenix den Boden selber finanzieren müsse. Dies sei nicht seine Entscheidung, sondern eine politische Entscheidung.
Herr Gronwald gibt an, dass im Rahmen der Tagesordnung über die Optimierung der Kanustrecke gesprochen werde. Dort seien Veränderungen in Höhe von 40.000 € notwendig, die Kosten seien durch Einsparungen beim Rasenplatz in Haspe in Höhe von 75.000 €, die schon eingeplant gewesen seien. Da wären dann jetzt bereits 35.000 € über, die man in die Waagschale werfen könne. Was würde mit Phoenix Hagen geschehen, wenn dieser Boden nicht angeschafft werden könne?
Herr Eklöh erklärt, dass dies eine Pflicht sei, diesen Boden zu erneuern, da man sonst aus der 1. Bundesliga verschwinden würde und Phoenix Hagen als Verein verschwinden würde. Er erläutert das Sanierungskonzept und gibt an, dass das Geld in irgendeiner Form zusammengebracht werden müsse und dass man die Schulden der Vergangenheit abtragen wolle, da der Sport ein viel zu wichtiger Faktor sei.
Wie das zeitliche Fenster für den Boden aussehe, möchte Herr Krippner wissen.
Herr Eklöh erklärt, dass der Boden bereits bestellt sei und stimmt Herrn Hentschel dahingehend zu, dass das eine Überraschung sei. Er werde einen Antrag bei der Stadt stellen.
Herr Hoffmann gibt an, dass gerade eben die Sportkommission getagt hätte um Gelder für vereinseigene Anlagen vergeben zu können. Ob in diesem Rahmen eine Möglichkeit bestanden hätte. Alle stehen sind Phoenix Hagen wohlwollend gegenüber und werden versuchen, ihnen soweit weitestgehend entgegenzukommen.
Herr Hentschel hätte gerne vorher gewusst, dass Phoenix Hagen ein Problem habe. Es wurde nur gesagt, dass Phoenix Hagen sich lediglich vorstellen wolle. Er moniert, dass vom Breitensport geredet werde und letzten Endes das Geld, welches übrig sei, nie in den Breitensport gehe. Hagen Phoenix sei eine Aktiengesellschaft, also ein Privatunternehmen, deshalb müsse man sich Gedanken machen, wie das Geld verteilt werde.
Herr Dr. Fischer stellt dar, dass bei der Vorstellung der neuen Geschäftsführung von Phoenix Hagen wieder der Wunsch nach einer neuen Halle laut wurde. Wie schätze Phoenix Hagen die Besucherzahlen in Zukunft ein? Es sei davon auszugehen, dass die Besucherzahlen in Zukunft von 3200 auf 5000 bis 6000 ansteigen werden. Wieviel Zeit hätte die Stadt Hagen dafür?
Herr Freyer geht von zwei bis drei Jahren aus.
Herr Dr. Fischer fragt an, welche Hallen es in der Bundesliga gebe, die nur noch 3200 Besucher fassen können.
Es gebe noch etwa drei bis vier andere Mannschaften, die so wenig Publikum fassen, so Herr Freyer.
Herr Kriegel gibt an, dass er in der jüngeren Vergangenheit Kontakt zur Basktball-Bundesliga gehabt hätte, dabei ging es um ebenfalls die Frage des Neubaus einer neuen Mehrzweckhalle. Es gebe derzeit keine verbindlichen Planungen über die Umsetzung bezüglich des Besucher-Kontingents. Mit Hagen zusammen spielen fünf oder sechs Mannschaften in der Bundesliga, die auch das Kontingent von 3000 erreichen. Prognosen seien schwer darzustellen.
Herr Freyer gibt an, dass Phoenix Hagen das Nachsehen haben werde, wenn man nicht mit einer größeren Halle aufwarten könne, da auch viele andere Städte mit einer großen Halle präsent sein wollen.
Herr Krippner merkt an, dass es sportlich wohl um den Klassenerhalt gehe. Herr Krippner möchte wissen, wo man sich finanziell in der Liga befinde.
Herr Freyer beschreibt die großen Top-Mannschaften wie Bamberg und München und deren Etat. Hagen sei eher unten angesiedelt wie Göttingen und Braunschweig. Hagen sei die Günstigste, welche in der Liga spiele. Die Schere sei schon sehr weit auseinander, finanzstarke Clubs werden nachkommen, die unteren werden ausgesiebt. Er erklärt, wie man das Potential optimal ausschöpfen könne.
Herr Hoffmann fragt nach, ob im Bereich Etat schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Ob im Bereich der hochpreislichen Karten und VIP-Karten noch etwas mehr erzielen könne? Ob es noch stärker möglich sei, Nachwuchsspieler an die 1. Mannschaft heranzuführen um keine hochpreislichen Spieler einkaufen zu müssen.
Herr Eklöh erläutert, wie sehr man sich auf der Suche nach Förderern sei und man bemüht sei, Gelder aufzutreiben. Durch die Kontaktaufnahme zur SIHK habe man eine neue Kommunikationsplattform betreten. Letzten Endes läuft es immer auf die Hallengröße hinaus, man könne für die Tickets nicht noch mehr Geld nehmen, das sei unseriös.
Zur Nachwuchsfrage beantwortet Herr Freyer, dass man in den vergangenen Jahren schon immer zu den Top-Mannschaften gehöre, was die Einsatzminuten der Nachwuchsspieler anginge. Man bilde auch immer heimische Akteure aus. In anderen Vereinen bilde man meistens externe Spieler aus.
In Hagen gebe es keine Internate, um anders ausbilden zu können. Man müsse Sozialpädagogen einstellen, um diese anbieten zu können, das könne Phoenix Hagen nicht leisten. Er erklärt die Anforderungen, die die Basketball-Bundesliga an die Vereine stelle und gibt an, dass dazu die Hallenzeiten zu gering seien. Hierzu habe man auch beim Sportamt vorgesprochen. Auf Grund der Hallensituation werde der Nachwuchs auch abgeworben, man wisse nicht, wie lange das noch gut gehen werde.
Man benötige mehr Trainings- und Hallenzeiten, um das Niveau zu halten und auch die Nachwuchsspieler. Er erklärt die Kinder- und Jugendarbeit bei Phoenix Hagen.
Herr Römer möchte wissen, ob das Gymnasium Garenfeld die strukturellen Voraussetzungen für ein Internat besitze.
Hierzu erklärt Herr Freyer die Situation in Iserlohn bezüglich der Internatsschule der Iserlohn Roosters. Ihm gehe es um mehr Trainingszeiten.
Herr Hentschel möchte wissen, mit wieviel Geld die Stadt unterstützen solle.
Herr Eklöh wird ein Konzept ausarbeiten und bei der Stadt einen Antrag stellen und bittet um komplette Finanzierung des Hallenbodens.
Herr Krippner bedankt sich bei Phoenix Hagen und hofft auf gute Kommunikation mit Eintracht Hagen, bei denen ein ähnliches Projekt anstünde. Weiter bot Herr Krippner an, dass er sowie sein Stellvertreter Dr. Fischer jederzeit zur Verfügung stehen, um diese Kommunikation zu verbessern.
