28.04.2005 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 28.04.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Demnitz bittet vor Eintritt in die Tagesordnung damit einverstanden zu sein, die Tagesordnung um die Punkte
“I 4.3
Dringlichkeitsantrag nach § 6 Absatz 5 Geschäftsordnung
hier: Zukunft des Kirchenbergbades vor dem Hintergrund einer zu erwartenden
Bäderkonzeption”
und
“I 4.4 Dringlichkeitsantrag
nach § 6 Absatz 5 Geschäftsordnung
hier: Lackierung des Kunstwerkes Windsbräute durch den Geschäftsführer der
Stadthalle”
zu erweitern. Der TOP I.4.3 soll zusammen mit dem Empfehlungsbeschluss der Bezirksvertretung Hohenlimburg zum Kirchenbergbad wegen des großen öffentlichen Interesses bereits hinter dem Punkt Mitteilungen beraten werden.
Im nichtöffentlichen Teil bitte er damit einverstanden zu sein, die Tagesordnung um die Punkte
II 4.1
“Finanzangelegenheiten”
sowie
II 5.5
“Beteiligungsangelegenheiten”
zu erweitern.
Weiterhin bitte er damit einverstanden zu sein, den
nichtöffentlichen TOP II 5.3
“Grundstücksangelegenheiten”
von der Tagesordnung zu nehmen, weil im Haupt- und Finanzausschuß hierzu noch Beratungsbedarf besteht.
Herr Demnitz verweist auf die ausliegenden Informationsvorlagen und Beschlüsse.
Bedenken
hiergegen bestehen nicht.
Herr Sch. spricht für
die Initiative “Für Wasser gegen Sand im Kirchenbergbad” und
übergibt dem Oberbürgermeister 3500 Unterschriften.
Frau T. fragt, ob
beabsichtigt sei, den Kalkbuchenwald zugunsten des Dolomitsteinbruches zu
opfern und ob eine schriftliche Garantie der Betreiberfirma vorliege, dass 25
Jahre Arbeitsplätze für Hagener Bürger vorgehalten werden.
Herr Dr.
Schmidt entgegnet, dass vor einigen Tagen ein umfangreicher Antrag des
Betreibers auf Erweiterung des Abbaugebiets eingegangen sei. In den nächsten 1
½ Jahren wird ein Genehmigungsverfahren mit umfangreicher Beteiligung von
Behörden, Verbänden und Bürgern durchgeführt. Er sei sicher, dass alle Belange
ausreichend geprüft werden.
Herr P. möchte
wissen, ob es richtig sei, dass die aktuellen Durchführungsbestimmungen für
angemessenes Wohnen gemäß HARTZ IV im ersten Quartal 2005 überhaupt nicht zur
Anwendung gekommen seien.
Herr Dr.
Schmidt antwortet, dass in einer kleinen Arbeitsgruppe die Richtlinien überarbeitet
worden seien. Diese Änderungen werden der Trägerversammlung der ARGE vorschlagen.
Er schlägt vor, diese Änderungsvorschläge dem Protokoll als Anlage 1 beizufügen.
Grundsätzlich werde zukünftig bei geringfügigen Überschreitungen keiner mehr
zum Wohnungswechsel aufgefordert.
Frau H. fragt Herrn
Weber, ob der Artikel vom 15. März 2005 in der Westfälischen Rundschau richtig
sei, dass die SPD-Ratsfraktion beschlossen habe, das Kirchenbergbad im Sommer
nicht in Betrieb zu nehmen. Wenn dies so sei, möchte sie wissen, was jetzt zu
dem Meinungswechsel geführt habe.
Herr Weber bestätigt die
Aussage aus dem Zeitungsartikel. In neueren Diskussion mit Hohenlimburger
Bürgern habe die Befürchtung bestanden, dass eine Auffüllung mit Sand
möglicherweise sinnweisenden Charakter habe. Die SPD wolle nicht das Gefühl
hinterlassen, dass hier bereits Fakten geschaffen werden.
Frau L. wirft die
Frage auf, ob der Artikel vom 20.04.2005 in der Westfälischen Rundschau den
Oberbürgermeister richtig zitiere, dass die Bezirksvertretung keinen Einfluss
auf den Erhalt des Kirchenbergbades habe, sondern die Entscheidung vom Stadtrat
getroffen werden.
Herr Demnitz entgegnet,
dass dies formal richtig sei. Selbstverständlich werde man zur
Entscheidungsfindung mit dem gesamten politischen Raum Gespräche führen.
Frau S. bezieht sich
auf einen Artikel der Westfälischen Rundschau vom 22.03.2005. Dort sei zu
entnehmen gewesen, dass der Verkauf der Stadtwerke an die HVG zum 01.01.2002
einen Gewinn von 181 Mio. Euro erbracht habe. Diese Gelder seien mit
Gewinnerwartung in Aktienfonds angelegt worden, hätten jedoch Verluste erbracht.
Sie wolle wissen, was mit diesen 181 Mio. Euro geschehen ist.
Herr Demnitz antwortet,
dass die Zinserwartung nicht eingetreten sei, das Defizit werde aus dem
städtischen Etat gespeist werden müssen. Die Mittel sind eigentlich nicht vorhanden,
so dass der bisherige Umfang einer Bezuschussung für die Zukunft fraglich sei.
Herr T. möchte
wissen, ob das Kirchenbergbad für die Zukunft bestehen bleibt.
Herr Demnitz erwidert,
dass hierzu heute keine Aussage möglich sei. Der Aufsichtsrat der HVG werde in
eine Klausurtagung gehen, es sollen breite Gespräche mit der Bevölkerung geführt
werden, das Ergebnis bleibe jedoch offen.
Herr F. möchte
wissen, ob es stimmt, dass die HVG mit 87 Mio. Euro Gewinn abgeschlossen habe.
Er fragt, wo diese Zahlen öffentlich einzusehen sind.
Herr Demnitz erklärt, dass
die Zahlen, die zu veröffentlichen sind, auch veröffentlicht werden. Er könne
jedoch sagen, dass in der HVG keine Gewinne erzielt wurden.
Frau R. möchte
wissen, was die Stadt Hagen gegen Scheinselbständigkeit und den Einsatz von
Arbeitskräften aus Europa unternimmt.
Herr Dr.
Schmidt entgegnet, dass in Hagen eine Dienststelle zur Überprüfung von
Schwarzarbeit aktiv sei. Ansonsten sei es schwierig, die Frage der
Scheinselbständigkeit zu beantworten, da es sich überwiegend um Bundesgesetze
handele.
Herr O. fragt, wie
viel erfolgreiche Vermittlungen in ordentliche Arbeitsplätze die ARGE
vorzuweisen habe.
Herr Dr.
Schmidt erwidert, dass HARTZ IV leider keine Arbeitsplätze schaffe, sondern nur
vermitteln und qualifizieren könne. Beim Werkhof habe man von ca. 200 zugewiesenen
Personen sieben und beim Diakonischen Werk von 57 zwei Menschen in Arbeit
vermittelt.
Herr Rumberg ergänzt, dass
insgesamt ungefähr 220 Menschen durch die Arbeit der ARGE in den ersten
Arbeitsmarkt vermittelt worden seien.
Frau H. fragt, warum
es möglich sei, das Krematorium barrierefrei umzubauen und die Villa Post, wo
gehbehinderte Menschen an Kursen teilnehmen wollen, nicht. Außerdem kritisiert
sie, dass in den Prospekten der VHS nicht auf das Problem der Barrierefreiheit
hingewiesen werde.
Herr Demnitz bittet Frau
H., ihre Anregungen in den politischen Raum einzuspeisen, z.B. in den
Behindertenbeirat und den Beschwerdeausschuss.
Herr
Sondermeyer hält Barrierefreiheit in Hagen für ein Fremdwort und
bittet, dass das Thema zukünftig stärker beachtet wird.
Herr Dr. Schmidt verweist
darauf, dass an der Villa Post ein Aufzug bestehe, der einen Zugang zum Gebäude
ermögliche. Den Hinweis auf die Prospekte greife er gerne auf.
Herr Z. fragt Herrn
Weber, wie der Stand bei der Behindertentoilette in Haspe sei. Außerdem möchte er
wissen, wie z.B. die öffentliche Toilette am Volkspark für Behinderte
zugänglich sei.
Herr Weber antwortet,
dass die Toilette in ca. 10 bis 12 Wochen einsatzfähig sei. Für die allgemeine
Frage vertritt er die Auffassung, dass hier ein Gesamtkonzept entwickelt werden
müsse.
Herr
Sondermeyer erklärt für die PDS, dass diese darauf drängt, ein
Netzwerk von behindertengerechten Toiletten zu schaffen.
Herr
Marscheider freut sich darüber, dass die Toilettenanlage am
Wilhelmsplatz wieder in Betrieb genommen werden konnte. Man müsse aber auch
bedenken, dass diese Projekte Geld kosten und dies in Zeiten knapper Kassen ein
handfestes Problem darstelle.
Herr R. spricht sich
dafür aus, dass die Windsbräute in der neuen, farbigen Gestaltung erhalten
bleiben.
Herr Demnitz entgegnet,
dass durch das Urheberrecht nicht zu erwarten sei, dass der jetzige Zustand
erhalten bleibe.
