11.11.2015 - 3 Schulentwicklungsplanung in der Sekundarstufe I...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Sitzung:
-
Sitzung des Schulausschusses
- Gremium:
- Schulausschuss
- Datum:
- Mi., 11.11.2015
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:08
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Bettina Haude
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Frau Derksen, Leiterin der Realschule Hohenlimburg und Schulformsprecherin der Hagener Realschulen, verweist auf die vielen Seiteneinsteiger, die jetzt in Auffangklassen, später dann in Regelklassen zu unterrichten seien. Dies sei kein vorübergehendes Problem, vielmehr eines, das sich über mehrere Jahre erstrecken werde. Viele zugewanderte Kinder im Alter bis zu fünf Jahren würden erst in den nächsten Jahren schulpflichtig werden. In Hagen seien alle weiterführenden Schulen voll, Klassen mit 30 bis 32 Kindern keine Seltenheit. Ausgehend von den aktuell in Auffangklassen befindlichen 1265 Schüler/-innen fehlten drei mittelgroße Schulen. Ferner sei die große Zahl an „Abschulungen“ ein Problem. Viele Eltern würden ihre Kinder entgegen den Empfehlungen der Grundschule in höheren Schulsystemen anmelden, so z.B. Kinder mit Hauptschulempfehlung am Gymnasium. An der Realschule Hohenlimburg sei mithin eine weitere siebte Klasse notwendig geworden. Würden Realschüler dort abgeschult, so müssten sie zur einzigen Hauptschule nach Haspe fahren.
Frau Kaufmann möchte diesen Aspekt weiter unter dem neuen Tagesordnungspunkt I.5, dem gemeinsamen Vorschlag der Fraktionen Hagen Aktiv und Bündnis 90/Die Grünen, betrachten. Zur Situation in Haspe führt die Schuldezernentin aus, dass dort vor zwei Jahren eine Bedarfsermittlung stattgefunden habe, Haspe bzgl. der konkreten Sekundarschul-Wünsche auf Platz drei gelandet sei. Aus diesem Grund habe der Rat die Verwaltung beauftragt, diese Vorlage zu erstellen. Herr Becker ergänzt, dass sich der Schulausschuss der Intention des damaligen Beschlusses der Bezirksvertretung Haspe angeschlossen habe und dieser in der Vorlage berücksichtigt sei. Herr Walter spricht sich seitens der CDU für den Erhalt bewährter Schulsysteme aus, um so besser auf die aktuelle Lage, die bei Einführung der Sekundarschulen nicht absehbar war, reagieren zu können. Gleichwohl stehe die CDU zur Sekundarschule. Aufgrund der sich durch Integration und Inklusion stark geänderten Rahmenbedingungen spricht er sich für eine Elternbefragung aus.
Herr Löher schließt sich den Ausführungen von Herrn Walter an, bittet um Abstimmung über den folgenden Antrag der Fraktion Hagen Aktiv: „Der Schulausschuss beauftragt die Verwaltung in den Hasper Grundschulen und der Grundschule Emil-Schumacher eine aktuelle Elternbefragung durchzuführen, um das Bedürfnis zur Errichtung der dann dritten Sekundarschule im Stadtgebiet in Haspe festzustellen. Der Fragebogen orientiert sich an den Grundsätzen für Elternbefragungen, wie sie in der Rechtsprechung ihren Niederschlag gefunden haben und in Nummer 2.1 des Grunderlasses zur Errichtung und Auflösung von weiterführenden allgemeinen Schulen und Berufskollegs vom 6.5.97, der insoweit auch für die Gründung von Sekundarschulen und Gesamtschulen anwendbar ist, zusammengefasst sind. Die Befragung sollte sich an die Eltern der vierten und dritten Grundschulklassen richten. Sie kann auch erweitert werden um die Eltern der ersten und zweiten Grundschulklassen. Inhaltlich wird im Fragebogen ausdrücklich ermittelt, ob der Wille der betroffenen Eltern dahin geht, in Haspe eine Sekundarschule zu errichten oder ob die Realschule Haspe, wie die Hauptschule Geschwister-Scholl, am Anmeldeverfahren teilnehmen soll. Bis zum Ergebnis dieser Befragung wird die Entscheidung über die auslaufende Schließung der Realschule Haspe mit samt den sich aus einem Schließungsbeschluss ergebenden Konsequenzen ausgesetzt. Sollte die Umfrage den Bedarf einer dritten Sekundarschule nicht ergeben, nehmen Realschule Haspe und Hauptschule Geschwister-Scholl am nächsten Anmeldeverfahren teil.“
Herr Römer spricht sich nach dem zur Sitzung ausgelegten Beschluss des Integrationsrates (s. Anlage) und angesichts der Zahlen von Frau Derksen für den Erhalt der Realschule Haspe aus, weil er weite Fahrten für Schüler ablehnt. Gegen eine Elternbefragung habe er nichts einzuwenden. Laut Herrn Dr. Geiersbach habe die SPD an der Realschule immer schon Anmeldungen so lange zulassen wollen, bis die Sekundarschule an den Start gehen könne. Ein übergangsloser Systemwechsel sei stets angestrebt worden. Er kritisiere die „Politik der Chaotisierung“. Die CDU sehe seiner Auffassung nach die Chance, sich von der gemeinsamen Linie zu verabschieden. Haspe sei bei der Abfrage im Jahr 2013 der Stadtbezirk mit dem stärksten Zuspruch für die Sekundarschule gewesen. Die Sekundarschule sei am besten für die Zukunft vorbereitet, weil es an ihr keine Abschulungen gebe. Einer Elternbefragung stimme er zu. Die Entscheidung über die eigentliche Vorlage sei dann zu vertagen. Frau Neuhaus erinnert, dass eine der drei beabsichtigten Sekundarschulen in der kooperativen Form eingerichtet werden sollte. Dieser CDU-Vorschlag sei einfach vom Tisch gewischt worden. Sie sei weiterhin für die dritte Sekundarschule, jedoch in der kooperativen Ausgestaltung. Sie schließe sich dem Antrag von Hagen Aktiv an.
Frau Kaufmann bestätigt, dass Haspe vor zwei Jahren bei der Zustimmung zur Schulform Sekundarschule zwei Stimmen Vorsprung hatte, dies mithin ebenso knapp gewesen sei wie der aktuelle, zur Sitzung ausliegende Beschluss der Bezirksvertretung Haspe (s. Anlage) mit einer Stimme Differenz. Laut Empfehlung der Bezirksregierung Arnsberg solle eine aktuelle Elternbefragung durchgeführt werden, um dann endgültig entscheiden zu können. Auch bezüglich der Hauptschule Geschwister-Scholl müsse dringend eine Entscheidung erfolgen, weil auch diese Schule schon zweimal nicht am Anmeldeverfahren teilgenommen habe.
Herr Becker weist darauf hin, dass diese Entscheidungen dann erst nach einer Elternbefragung getroffen werden könnten. Anschließend geht er näher auf das Verfahren und die Gestaltung einer Elternbefragung ein. In der Ratssitzung am 26. November müsse die Verwaltung mit eindeutigen Vorgaben beauftragt werden, damit die Befragung zwischen dem 7. und 15. Dezember stattfinden könne. Analog zur letzten Umfrage erfolge dann bis zum 14. Januar 2016 die Auswertung, über die in Sondersitzungen des Schulausschusses und des Rates im Januar 2016 zu beschließen sei. Nur bei dieser Taktung sei vor dem am 1. Februar 2016 beginnenden Anmeldeverfahren Klarheit über das weitere Vorgehen herzustellen. Er rechne mit einem höheren Rücklauf als bei der Umfrage 2013. Zu befragen seien die Eltern der zweiten und dritten Jahrgänge, weil diese dann zum Schuljahr 2017/18 an eine weiterführende Schule wechseln würden. In punkto des Antrags von Hagen Aktiv müsste die Hauptschule Geschwister-Scholl herausgenommen werden, weil sonst auch in Boele eine Abfrage erforderlich wäre, was aber offensichtlich nicht gewünscht sei. Herr Römer möchte keinen weiteren Schauplatz eröffnen, während Herr Walter und Herr Dr. Fink weitere Abfrage-Optionen wie unterschiedliche Formen der Sekundarschule und einen Teilstandort der Gesamtschule Haspe anregen.
Frau Pfefferer verweist darauf, dass noch nicht über den konkreten Start der Sekundarschule zum Schuljahr 2017/18 abgestimmt worden sei. Sie bittet, erst einmal darüber zu beschließen. Laut Herrn Dr. Fink wäre auch ein Sekundarschul-Start zum Schuljahr 2016/17 möglich. Frau Neuhaus bittet diesbezüglich erst einmal die Elternbefragung abzuwarten. Frau Fischbach möchte „keine Elternbefragung nach Art der Verwaltung“. Für sie sollen im Fragebogen Real- und Hauptschule sowie Sekundarschule gleichwertig aufgeführt werden. Frau Kulla spricht sich für eine Gesamtschullösung aus, weil diese mehr Möglichkeiten biete. Herr Becker sieht angesichts der völlig unterschiedlichen Auffassungen keine Möglichkeit, eine einheitliche Abfrage zu gestalten. Zur Erstellung der Umfrage-Unterlagen regt er eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe an.
Der Ausschuss ist sich einig, dass über die Vorlage derzeit nicht beschlossen wird, vielmehr das Abfrageergebnis abzuwarten ist. Frau Neuhaus stellt sodann den modifizierten Antrag von Herrn Löher (s. u.) zur Abstimmung. Nach dem Votum unterbricht Frau Neuhaus die Sitzung von 17:16 bis 17:22 Uhr, damit die nur zu diesem Punkt anwesenden Besucher den Sitzungsraum verlassen können.
Beschluss:
In Ergänzung bzw. Modifikation der Vorlage 0880/2015 wird beschlossen:
Die Verwaltung wird beauftragt, das Verfahren zur Gründung der teilintegrativen Sekundarschule Haspe rechtssicher zum Schuljahr 2017/18 einzuleiten. Um die entsprechenden Raumkapazitäten zu sichern, werden ab sofort an der Hauptschule
Ernst Eversbusch keine weiteren Seiteneinsteigerklassen gebildet. Die Zweizügigkeit der Hauptschule ist die Obergrenze für die zum Schuljahr 2016/17 möglichen Aufnahmen. Ferner wird zum Schuljahr 2016/17 an der Hauptschule Ernst Eversbusch keine zusätzliche Klasse für Schulformwechsler eingerichtet.Die Realschule Haspe wird ab dem Schuljahr 2016/2017 auslaufend geschlossen.
Als Nachfolgeschule wird die Realschule Heinrich-Heine bestimmt. Mit Ende des Schuljahres 2016/17 ziehen die verbleibenden 4 Klassen der Realschule Haspe auch nach Boelerheide.
Die freiwerdenden Raumkapazitäten der Realschule werden bedarfsorientiert ergänzend durch die Hauptschule Ernst-Eversbusch genutzt. Dabei ist zu beachten,
dass die für den Aufbau der Sekundarschule Haspe benötigten Kapazitäten nicht belegt werden.
Die Hauptschule Geschwister-Scholl wird ab dem Schuljahr 2016/2017 auslaufend
geschlossen. Als Nachfolgeschule wird die Hauptschule Altenhagen bestimmt. Mit Ende des Schuljahres 2016/17 ziehen die verbleibenden 4 Klassen der Hauptschule Geschwister-Scholl in das Gebäude der Hauptschule Altenhagen am Standort in Vorhalle.
Abstimmungsergebnis:
x | Ohne Beschlussfassung |
2) Abstimmung über den Antrag der Fraktion Hagen-Aktiv zur Durchführung einer Elternbefragung in Haspe und Wehringhausen:
Der Schulausschuss beauftragt die Verwaltung in den Hasper Grundschulen und der Grundschule Emil-Schumacher eine aktuelle Elternbefragung durchzuführen, um das Bedürfnis zur Errichtung der dann dritten Sekundarschule im Stadtgebiet in Haspe festzustellen. Der Fragebogen orientiert sich an den Grundsätzen für Elternbefragungen, wie sie in der Rechtsprechung ihren Niederschlag gefunden haben und in Nummer 2.1 des Grunderlasses zur Errichtung und Auflösung von weiterführenden allgemeinen Schulen und Berufskollegs vom 6.5.97, der insoweit auch für die Gründung von Sekundarschulen und Gesamtschulen anwendbar ist, zusammengefasst sind. Die Befragung sollte sich an die Eltern der zweiten und dritten Grundschulklassen richten. Sie kann auch erweitert werden um die Eltern der ersten Grundschulklassen. Inhaltlich wird im Fragebogen ausdrücklich ermittelt, ob der Wille der betroffenen Eltern dahin geht, in Haspe eine Sekundarschule zu errichten oder ob die Realschule Haspe am Anmeldverfahren teilnehmen soll. Bis zum Ergebnis dieser Befragung wird die Entscheidung über die auslaufende Schließung der Realschule Haspe mit samt den sich aus einem Schließungsbeschluss ergebenden Konsequenzen ausgesetzt. Sollte die Umfrage den Bedarf einer dritten Sekundarschule nicht ergeben, nimmt die Realschule Haspe am nächsten Anmeldeverfahren teil.
Abstimmungsergebnis:
| Ja | Nein | Enthaltung |
SPD | 5 |
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CDU | 6 |
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Bündnis 90/ Die Grünen |
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| 2 |
Hagen Aktiv | 1 |
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Die Linke | 1 |
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AfD | 1 |
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FDP | 1 |
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x | Einstimmig beschlossen | ||
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Dafür: | 15 | ||
Dagegen: | 0 | ||
Enthaltungen: | 2 | ||
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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50,5 kB
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(wie Dokument)
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133,1 kB
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5
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(wie Dokument)
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72,4 kB
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6
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(wie Dokument)
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86,4 kB
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7
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(wie Dokument)
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36,9 kB
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Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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77,8 kB
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