22.09.2015 - 8 Vorstellung des "Mülheimer Modells" - Bildung v...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Sitzung:
-
Sitzung des Schulausschusses
- Gremium:
- Schulausschuss
- Datum:
- Di., 22.09.2015
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:09
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Jochen Becker bittet Herrn Schubert vom Ressort Statistik die Ergebnisse der Betrachtung nach Indizes vorzustellen. Herr Schubert berichtet, dass der Untersuchung 284 Großblöcke zu Grunde liegen, 15 davon seien unbewohnt. Für die näher untersuchten 269 Blöcke wurden sieben Indikatoren (jeweils die Gesamtzahl der Kinder im Alter von drei bis fünf Jahre, der Migranten, der Migranten im Alter von drei bis fünf Jahre, der SGB-II-Empfänger, der SGB-II-Empfänger im Alter von drei bis fünf Jahre, der arbeitslosen SGB-II- und SGB-III-Empfänger und der alleinerzogenen Kinder im Alter von drei bis fünf Jahre) zum Stand 31.12.2014 ermittelt. Anschließend geht er näher auf die konkrete Berechnung ein, während Herr Jochen Becker die sozialen Brennpunkte anhand der farbigen Darstellung des im Sitzungsraum ausgehängten Stadtplans erläutert. Er betont, dass die einzelnen Schulen die vom Ressort Statistik genannten Sozialdaten bestätigt hätten. Herr Jochen Becker führt sodann aus, dass bei einer Reduzierung der Klassengröße in den genannten Schwerpunktschulen auf 20 Kinder pro Klasse im letzten Jahr zur Folge gehabt hätte, dass 47 einzuschulende Kinder abgelehnt worden wären. Die nächstgelegene Schule hätte Kinder in gleichem Umfang ebenfalls ablehnen müssen. So wären große „Wanderungs-Ketten“ entstanden. Mithin wolle die Verwaltung das bisherige Verfahren bei der Umsetzung der Kommunalen Klassen-Richtzahl (KKR) fortführen.
Frau Heukeroth sieht es nach wie vor als Ziel an, die Belastung für alle Kinder in den Klassen fairer und transparenter zu gestalten. Dies sei durch das „Mülheimer Modell“ mit seinen Indizes zu erreichen. Allerdings habe das besagte Modell andere Schwerpunkte gesetzt als das Ressort Statistik. Sie hält die „verdeckten Zahlen“ für eine genauere Betrachtung für wichtig. Die Schüler/-innen der einen Schule hätten andere Indizes als Schüler/-innen der anderen Schule. Die Daten dafür seien im Schulverwaltungsprogramm SchILD-NRW vorhanden, müssten nur entsprechend ausgewertet werden. Dies sei auch datenschutzrechtlich unbedenklich. Falsche Zahlen führten indes zu falschen Entscheidungen. Sie verweist auf das als Anlage (s. Tagesordnungspunkt I.2. „Mitteilungen“) beigefügte Schreiben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, das eine Verteilung nach Indizes präferiert. Herr Jochen Becker weist auf die begrenzten Ressourcen der Verwaltung hin und erklärt, dass eine Detaillierung nur dann Sinn mache, wenn sich diese spürbar auf das Ergebnis auswirken würde. Dies sei jedoch nicht zu erwarten, mithin würde eine feingliedrigere Betrachtung unnötig Arbeitskraft binden. Frau Kaufmann wendet sich gegen eine „Kinderlandverschickung“, strebt getreu dem Motto „kurze Beine, kurze Wege“, eine wohnortnahe Beschulung an. Das werde durch die Vorgehensweise der letzten zwei Jahre erreicht. Frau Fischbach und Herr Walter unterstützen sie, sehen in den auf der Karte anschaulich dargestellten Ergebnissen die damalige Entscheidung des Unterausschusses bestätigt.
Für Herrn Dr. Geiersbach könne der Schulträger lediglich bei Einrichtung der Eingangsklassen Festlegungen bzgl. Umfang und Ort treffen, dann jedoch keinen weiteren Einfluss mehr nehmen. Anschließend stelle sich die Frage, wie die Schulaufsicht mit der Lehrerzuweisung umgehe. Herr Schäfers relativiert dies unter Hinweis auf die qualifiziert geleiteten Förderklassen, die denen dem individuellen Lernstand der Kinder Rechnung getragen werde. Laut Frau Heukeroth könne eine ausreichende Lehrerversorgung nur anhand konkreter Zahlen sichergestellt werden. Frau Speckmann verweist auf kleinere Gruppen in den Bereichen, in denen diese notwendig seien. Mit dem bisher angewandten Verfahren der schulscharfen Betrachtung bleibe man flexibel, um entsprechend reagieren zu können. Sie betont, dass die Lehrerressourcen entsprechend bedarfsgerecht aufgestockt worden und alle Schulen gut versorgt seien. Den Schulen sei es letztendlich selbst überlassen, wie sie das Personal vor Ort einsetzen würden. Herr Hermann sagt, dass bereits alle Zahlen vorlägen. Noch näher ins Detail gehen könne der Schulträger nicht.
