30.04.2015 - 8 Verlagerung des Historischen Centrums-mündliche...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Do., 30.04.2015
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:10
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Dr. Blank berichtet über das, am 26.03.2015, stattgefundene Gespräch mit der Leiterin des LWL-Museumsamtes und ihrem Vertreter. Im Rahmen dieses Gespräches sei den beiden Entscheidungsträgern des LWL-Museumsamt die konzeptionellen Vorstellungen vorgestellt worden. Diese konzeptionellen Vorstellungen lehnen sich in verfeinerter Form und das, in der Vergangenheit dem Ausschuss, bereits vorgestellte Konzept an. So könne man sich im Souterrain des Osthaus-Museum eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, verbunden mit der „Architektur der Erinnerung“, vorstellen. Im Erdgeschoss des früheren Kreisgerichtes wird es dann zukünftig ebenfalls Ausstellungen zur Stadtgeschichte und Ausstellungen zu Schwerpunktthemen geben. In diesen Räumen werde ebenfalls die museumspädagogische Arbeit stattfinden. Dieses Konzept werde aber noch weiter ausgearbeitet und dem Ausschuss, dann in einer der nächsten Sitzung präsentiert. Die Kollegin und der Kollege vom LWL-Museumsamt waren von der Konzeption angetan und gingen konform mit dem Gedanken um, das Stadtmuseum an einen innerstädtischen Standort zu verlagern.
Die Kollegen des LWL schlugen ebenfalls die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, in die sie sich auch einbringen wollen.
Herr Söhnchen möchte gerne wissen, inwieweit es in diesem Gespräch mit dem LWL auch um die, immer wieder zur Diskussion stehenden, Fördergelder und deren Zweckbindung ging oder ob dieses Thema im Prozess einer Arbeitsgruppe zu Sprache kommen werde, wer Mitglied dieser Arbeitsgruppe sei und wie der Kulturausschuss damit verlinkt sei.
Herr Söhnchen macht nochmal deutlich, dass sich, nach seiner Wahrnehmung, der Ausschuss gegen das Souterrain ausgesprochen habe.
Genau diesen Punkt möchte Herr Asbeck ebenfalls kritisch anmerken. Ebenfalls kritisch möchte er anmerken, dass jetzt immer noch keine vernünftige Kostengegenüberstellung von verschiedenen Alternativen erfolgt sei, welche der Ausschuss schon seit längeren fordere. Es könne nicht sein, dass dieses Konzept jetzt in eine Richtung ginge, die der Ausschuss gar nicht zugestimmt habe. Er erwarte in Zukunft eine beschlussfähige Vorlage.
Herr Fritzsche würde gerne wissen, ob der LWL sich eine neue Förderung dieser Konzeption vorstellen könne, obwohl eventuell eine Rückzahlung für die Standortverlagerung aus Eilpe erfolgen müsse. Des Weiteren fragt er, ob es bereits Überlegungen gegeben habe, das gesamte frühere Kreisgericht museal zu nutzen wenn die sich darin befindliche Büroräume verlagert werden.
Herr Dr. Belgin möchte anmerken, dass dem Ausschuss bereits mehrmals konzeptionelle Vorstellungen vorgestellt wurden, die die Verlagerung des Stadtmuseums in das Souterrain beinhaltet hatten. Dieses Konzept sehe nun folgendermaßen aus. Das Souterrain soll die Stadtgeschichte, in einer anderen Form als heute, wiedergeben. Der zweite Teil des Stadtmuseums soll in dem kompletten Erdgeschoss des früheren Kreisgerichtes seinen Platz finden. Dort befinden sich aktuell Büroräume. Als dritte Säule seien dann alle 2 Jahre, große historische Ausstellungen mit kulturhistorischen Anteilen geplant. Dem LWL wurde genau dieses Konzept vorgelegt. Es gehe bei diesem Konzept nicht alleine um das Souterrain. Diese konzeptionellen Vorstellungen wurden immer wieder von der Kulturverwaltung, sehr transparent, dem Ausschuss vorgestellt.
Man müsse sich im Klaren sein, dass diese Verlagerung Ausfluss des Sparauftrages an die Kulturverwaltung gewesen sei, 265.000 Euro im Jahr einzusparen.
Herr Söhnchen hinterfragt nochmal, ob der LWL wisse, dass dieser Kulturausschuss nicht an einer Souterrain-Lösung interessiert sei. Mehrfach wurde diesem Ausschuss ein Konzept vorgestellt und mehrfach habe der Ausschuss geäußert, dass er an dieser Lösung kein Interesse habe. Eine Abstimmung dieses Konzeptes mit diesem Ausschuss erfolgte nicht.
Herr Huyeng erklärt, dass die Verwaltung aus dem letzten Ausschuss als Auftrag mitgenommen habe, mit dem LWL zu eruieren, ob das vorgestellte Konzept so überhaupt möglich sei. Der LWL gebe unter bestimmten Bedingungen, die bei der Umsetzung zu berücksichtigen seien, zu diesem Konzept seine Zustimmung. Generell sei dieses Konzept, laut LWL, auch förderwürdig. Derzeit seien aber die Förderanträge beim LWL überzeichnet, mit dem was dem LWL als Fördergelder zur Verfügung stehe. Der LWL habe vorgeschlagen, rechtzeitig eine Förderung zu beantragen und sie könnten sich im Rahmen des vorgestellten Konzeptes eine Förderung vorstellen, unabhängig davon, ob das Stadtmuseum aus dem Standort des HCH rausgezogen werde. Bezüglich der Frage nach der Rückzahlung der bereits erhaltenen Fördergelder, konnten die Entscheidungsbefugten des LWL keine Auskunft geben. Diese Angelegenheiten würden beim LWL von der Justizabteilung bearbeitet. Hier sei zur weiteren Verhandlungen ein Termin für den 06.05.2015 geplant. Mittlerweile lege auch auf das Schreiben an die Bezirksregierung Arnsberg eine Antwort vor. Demnach sei im Zweifelsfalle, im Rahmen einer Ermessensentscheidung, die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Verlagerung des Stadtmuseums aufgrund eines Vorschlages im GPA-Bericht entstanden sei. Dieses sei aber mit dem LWL zu klären. Soweit aber eine Rückzahlungsverpflichtung entstehen würde, empfehle der Regierungspräsident mit den politischen Vertretern im Landtag diesbezüglich Kontakt aufzunehmen. Denn dann liefe es letztendlich auf eine ministeriale Entscheidung hinaus, inwieweit die Förderrichtlinien des LWL auszulegen wären.
Herr Fritzsche möchte nochmal auf das eingehen, was Herr Asbeck auch gerade ausführte. Eine halbwegs aussagekräftige Kostengegenüberstellung werde schon aus dem Grund benötigt, da bereits im Ausschuss mehrfach angezweifelt wurde, dass diese Verlagerung tatsächlich diesen gewünschten Konsolidierungsbeitrag bringen werde. Zusätzlich wäre auch angeregt worden, mit den Vermietern in Eilpe in Nachverhandlungen zu gehen, damit festgestellt werden könne, ob nicht ein Teil des Konsolidierungsbeitrages durch entsprechende Mietersparnisse kompensiert werden könne.
Des Weiteren möchte Herr Fritzsche gerne wissen, ob das Stadtmuseum für die Dauer der Neukonzeption in Eilpe geöffnet bleiben könne.
Herr Huyeng antwortet, dass die Verhandlungen mit dem Vermieter über die GWH laufe, es hier aber noch keinen aktuellen Sachstandsbericht gebe.
Herr Walter fragt, ob als Alternativlösung, bei einer geforderten Rückzahlung an den LWL, darüber nachgedacht wurde, bis Mietvertragsende am bekannten Standort zu verbleiben um dann beim LWL für die Neukonzeption neue Fördermittel beantragen zu können. So könne in aller Ruhe nach anderen kostengünstigeren Alternativen gesucht werden. Er selbst halte die Souterrain-Lösung auch nicht für ideal, insbesondere, da noch nicht bekannt sei welche Kosten entstehen, eventuell auch für die Einlagerung der Exponate für die Zeit der Neukonzeption.
Herr Söhnchen interessiert sich nochmal für die Arbeitsgruppe und fragt, wer dort mit eingebunden sei, wann diese eingerichtet werde oder schon eingerichtet sei und den Termin am 06.05.2015 mit dem LWL wahrnehme und wie der Kulturausschuss dort mit eingebunden werde.
Herr Huyeng antwortet, dass es sich bei Gruppe, die am 06.05. nach Münster fahre nicht um die Arbeitsgruppe handelt. Dieses Gespräch laufe ausschließlich auf der Verwaltungsebene und es gehe, um die reine Klärung von juristischen Fragen im Zusammenhang mit eventuellen Rückzahlungsmodalitäten. Die Arbeitsgruppe sei für rein inhaltliche Fragen der Gestaltung der Konzeption angedacht.
Auf die Frage von Herrn Walter möchte Herr Huyeng daran erinnern, dass man unter einem gewissen Zeitdruck stehe. Es gebe diese Konsolidierungsmaßnahme, bei der man versuchen müsse, ab dem Jahr 2016 eine entsprechende Lösung zu finden. Eine Einlagerung der Exponate im Depot der Berliner Straße wäre für die Dauer der Neukonzeption, die ca. 2 Jahre dauern könne, möglich.
Frau Heukeroth möchte nochmal die unbeantwortete Frage von Herrn Fritzsche aufgreifen, ob es die Möglichkeit der Ausweitung im früheren Kreisgericht als musealen Standort gebe.
Herr Dr. Geiersbach möchte nahelegen, doch demnächst eine klare Beschlussvorlage vorzulegen, damit diverse Missverständnisse ausgeräumt werden können.
Herr Dr. Belgin möchte die Worte von Herrn Huyeng nochmal aufgreifen und äußert deutlich, dass ab dem Jahr 2016 die Konsolidierungsmaßnahme von 265.000 Euro zu erfüllen sei und gleichzeitig möchte er daraufhin weisen, dass die Konsolidierungsmaßnahme „Hohenhof“ mit 180.000 Euro zusätzlich noch zu erfüllen sei. Diese Sitzung heute habe doch gezeigt, dass die Kulturverwaltung mit diesen Sparvorgaben in einem System gefangen sei, aus dem sie alleine nicht mehr rauskomme und hierfür politische Hilfe benötige.
Auf die Frage von Frau Heukeroth und Herr Fritzsche antwortet Herr Dr. Belgin, dass eine Verlagerung der Mitarbeiterbüros aufgrund der Praktibilität und der Wertschätzung gegenüber Sponsoren nicht denkbar sei.
Herr Huyeng möchte dazu noch anmerken, dass für die Einrichtung eines kompletten Museums in die Räume des früheren Kreisgerichtes nicht die finanziellen Mittel vorliegen.
Herr Söhnchen wiederholt erneut seine Frage nach der Arbeitsgruppe.
Herrn Huyeng stellt nach kurzer Diskussion fest, dass eine solche Arbeitsgruppe erst dann einzurichten sei, wenn der Ausschuss beschlossen habe, welcher Weg zu gehen sei. Dafür bedarf es vorab der Klärung der Zahlen und einer entsprechenden Vorlage.
Herr Andelija fragt, ob er es richtig verstanden habe, dass dem LWL die Souterrain-Lösung erklärt und angeboten worden sei.
Herr Dr. Belgin erklärt, dass zunächst das Konzept der 3-Säulen-Lösung, heißt Nutzung des Souterrain im Osthaus-Museum, Nutzung des Erdgeschoss im früheren Kreisgericht und ungefähr alle 2 Jahre eine große Ausstellung in der Art von „Weltenbrand“ auf einer ca. 1000qm Fläche, mit dem LWL besprochen wurde. Anschließend wurde, gemeinsam mit dem LWL, ein Lokaltermin zur Besichtigung der Örtlichkeiten vereinbart und durchgeführt. Dabei sei man bei dem LWL mit diesem Konzept auf großes Verständnis gestoßen.
Frau Buchholz fällt es schwer, sich das Raumkonzept vorzustellen. Sie wünscht sich die Vorlage von Skizzen.
Herr Dr. Belgin antwortet, dass im Souterrain von ca. 200qm ein Teil des Stadtmuseums fest installiert sein werde. Im Erdgeschoss des früheren Kreisgerichtes wird ebenfalls ein fester Teil installiert werden. Die Büros, die sich derzeit noch im Erdgeschoss befinden, werden in die oberen Geschosse verlagert. Die Ausstellungsfläche von 1000qm gehöre zwar zum Osthaus-Museum, werde diesem aber nicht weggenommen. Hier werden Wechselausstellungen in der Art von „Weltenbrand“ geplant. Es gehe nicht darum, Räume des Osthaus-Museums zu opfern um dort ein Historisches Centrum zu konzipieren. Im Gegenteil, für das Historische Centrum bedeute dies ein Zugewinn von Ausstellungsfläche und Ausstellungsmöglichkeiten, die bis dato nicht bestanden haben.
Herr Söhnchen hält fest, dass zur nächsten KWA-Sitzung eine schriftliche Beschlussvorlage mit entsprechendem Zahlenwerk gewünscht sei.
