25.11.2015 - 7 Betreuung von Kindern von Flüchtlingen und Zuwa...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Frau Haack berichtet über die aktuelle Situation von Kindern von Flüchtlingen und Zuwanderern.

 

Die Anzahl der neu-zugewanderten Familien habe sich im letzten Monat leicht erhöht. Bisher seien  durchschnittlich 70 Kinder unter sechs Jahren monatlich hinzugekommen. Im vergangenen Monat seien es 90 Kinder gewesen. Insgesamt zeige  die Statistik eine Erhöhung um 1300 Kinder U6.

Dabei liege der Anteil der Kinder von EU-Zuwanderern nach dem Freizügigkeitsgesetz bei 75%.

Die Altersstruktur zeige, dass 50% der Kinder unter drei Jahren seien.

70% der neuen Mitbürger ließen sich im Stadtbezirk Mitte nieder. Hier seien es insbesondere die Sozialräume Stadtmitte, Altenhagen und Wehringhausen, die extrem belastet seien (Haspe 12%, Hagen-Nord 10%, Eilpe 5% und Hohenlimburg 4%).

Bei den EU-Zuwanderern stammten 50% (495) aus Rumänen; gefolgt von Bulgarien (114) und Polen (103). Darüber hinaus stammten 65-75 U6-Kinder aus Griechenland, Spanien und Italien. 

Bei den Flüchtlingskindern seien 25% syrischer Abstammung (78), gefolgt von Kindern aus dem Kosovo (34) und Serbien (25). Weitere Herkunftsländer seien Nigeria, Afghanistan, Eritrea, Marokko, Iran, Irak, und Albanien.

Im laufenden Kindergartenjahr hätten 425 Kinder mit einem Betreuungsplatz in einer Kita versorgt werden können. Davon seien 98 Kinder unter drei Jahren und 327 Kinder im Alter von 3–6 Jahren (davon 94 Kinder im letzten Kindergartenjahr).

Die Anzahl der nicht-versorgten Kinder belaufe sich aktuell auf 308 Kinder im Alter von 3–6 Jahren (davon 90 Kinder im letzten Jahr) und 143 Zweijährige. 

Zur Versorgung dieser Kinder seien 60 Plätze analog der Tagespflege für die nicht-versorgten 3–6 jährigen Kinder und 200 Plätze in Krabbelgruppen nach dem Landesprogramm „Projektmittel zur Kinderbetreuung in besonderen Fällen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien“ geschaffen worden.

 

Herr Fischer ergänzt, dass man gestern im Jugendring mit den Mitgliedsverbänden  zum Thema „Kinder- und Jugendarbeit und die Angebote von Kindern und Jugendlichen“ zusammen gesessen habe.  Man habe sich darauf verständigt, zusammen mit dem Fachbereich einen Runden Tisch für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ins Leben zu rufen. Dort sollten diejenigen, die in dem Bereich aktiv seien, sich

miteinander abstimmen und sich gegenseitig helfen.

 

Herr Reinke zeigt sich erfreut über diese Mitteilung.

 

Frau Buchholz fragt, ob es angedacht sei, Großtagespflegegruppen einzurichten.

Gebe es genug Tagesmütter und geeignete Räumlichkeiten?

 

Frau Haack antwortet, dass geeignete Räumlichkeiten das größere Problem seien.

Es gebe im Moment dazu Gespräche mit der Fachabteilung und den Trägern, die Tagespflege in Hagen anböten, wie man perspektivisch damit umgehen könne.

 

Herr Goebels berichtet zum aktuellen Stand „Unbegleitete minderjährige Ausländer in Hagen“.

Man habe heute den Aufnahmeschlüssel durch das Landesjugendamt Rheinland bekommen. Es seien zurzeit insgesamt 9917 unbegleitete minderjährige Ausländer  in Nordrhein-Westfalen unterzubringen oder bereits untergebracht. Davon müssten noch 297 verteilt werden. Die Quote für Hagen betrage ca. 100/105 minderjährige unbegleitete Ausländer, die aufgenommen  werden müssten. Das sei der aktuelle Stand, der sich täglich  verändere. Mit dem heutigen Tag habe man 61 minderjährige unbegleitete Ausländer in Hagen untergebracht. Er sei  den Trägern dankbar für ihre Kooperation. Leider käme es innerhalb der Gruppe der jungen Menschen auch zu Spannungen.   

 

Herr Reinke möchte wissen, ob alle 61 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge hätten untergebracht werden können.

 

Herr Goebels weist darauf hin, dass von den 61 jungen Menschen 12  im Rahmen von Inobhutnahmen untergebracht worden seien. Diese müssten vom Land formal noch zugewiesen werden. Erst dann könne eine Vormundschaft eingerichtet werden. 

Wenn bis Ende des Jahres alle 105 Menschen zugewiesen würden,  werde es mit der Unterbringung kritisch. Man habe daneben auch normale Unterbringungen. Das werde allmählich zu einem Riesenproblem.

 

Herr Reinke möchte wissen, ob es Lösungsansätze gebe.

 

Herr Goebels bejaht diese Frage und stellt fest, dass die Unterbringung nach § 42 a SGB VIII den Kommunen ein wenig weiterhelfe, weil man dort nicht die Jugendhilfestandards umsetzen müsse. Kurzfristig müsste man auch mal flexible Lösungen finden, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Man suche auch das Gespräch mit den Trägern im Hinblick auf Verselbständigungen von denjenigen, die schon länger untergebracht seien, um freie Plätze zu schaffen. 

 

Frau Witt möchte wissen, ob genug Wohnungen für Verselbständigungen vorhanden seien.

 

Herr Goebels erklärt, dass das im Moment noch kein Problem sei. Das könne sich natürlich zukünftig anders darstellen.   

 

Frau Kaufmann weist darauf hin, dass die Jugendlichen, die betreut werden müssten, sehr unterschiedlich seien. Eine große Gruppe dieser Jugendliche werde sehr leicht zu integrieren sein. Andere Jugendliche seien völlig anders sozialisiert. Die Betreuung von  Jugendlichen  aus den Balkanländern beispielsweise sei sehr schwierig. Sie habe Zweifel daran, ob man das schaffe. Man müsse sich Gedanken darüber machen, ob diese Standards beibehalten werden könnten.

 

Herr Lohmann berichtet, dass man in Dortmund am 11. November, 24.00 Uhr 70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gehabt habe. Nur 6 Stunden später habe sich die Zahl auf 210 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erhöht. Jede genannte Zahl sei bereits kurze Zeit später überholt.

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