09.09.2015 - 8 Unbegleitete minderjährige FlüchtlingeEinrichtu...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Goebels gibt Hintergrundinformationen zu der Berichtsvorlage.

 

Bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen handele sich bei größtenteils um junge Männer.  In Deutschland würden mindestens 8000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge  erwartet. Diese müssten im Rahmen der Jugendhilfe versorgt werden.

Es werde Anfang nächsten Jahres eine bundesweite Verteilung dieser jungen Menschen auf die Kommunen geben. Die Verteilung erfolge nach dem Königsteiner Schlüssel. Man könne noch nicht genau vorhersagen, wie viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Hagen kämen. Voraussichtlich seien es ein bis zwei pro 5000 Einwohner.

Es gebe aber bereits unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Hagen. Man versuche in Hagen, mit allen Vertretern stationärer Jugendeinrichtungen zusammen zu arbeiten und gemeinsam in einer Arbeitsgruppe Lösungen zu finden.

 

Frau Kaufmann berichtet von einer Anfrage aus Dortmund, ob die Stadt Hagen eine Gruppe unbegleiteter  minderjähriger Flüchtlinge aufnehmen könne, bevor die gesetzliche Veränderung eintrete. Die Anfrage aus Dortmund sei mittlerweile durch ein offizielles Schreiben von Ministerin Schäfer unterstrichen worden. Die Städte Dortmund, Köln und  Bielefeld seien am Ende ihrer Kapazitäten angelangt. In dem Schreiben werde Hagen aufgefordert, in den nächsten Wochen die aktuellen Spitzen bei den Einreisezahlen der besonders  betroffenen Jugendämter durch Brückenlösungen abzufedern. 

 

Herr Goldbach berichtet, dass die Stadt Dortmund zu Beginn des Jahres 200 unbegleitet minderjährige Flüchtlinge gehabt habe und jetzt bei 850 mit steigender Tendenz liege.

 

Man prüfe in Hagen derzeit, geplante Maßnahmen bereits früher umzusetzen. In dem Erlass sei verbindlich zugesichert, dass das in dem Fall  auf die kommunale Quote ab 2016 angerechnet werde. 

 

Auf die Frage von Herrn Reinke, ob Hagen die Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitstellen könne, erklärt Herr Goebels, dass die Fluktuation bei diesen Jugendlichen recht groß sei. Ziel sei auch, nach einer gewissen Zeit ältere Jugendliche zu zweit oder dritt in einer Wohngemeinschaft unterzubringen. Die Aufnahme in Pflegefamilien sei  auch eine Möglichkeit der Unterbringung.

 

Herr Sondermeyer ist die Meinung, dass eine pädagogische Wohngruppenbegleitung dieser traumatisierten jungen Menschen nicht ausreiche. Diese benötigten psychologische Betreuung. Fachkräfte würden benötigt, die diese Menschen begleiten könnten.

 

Frau Köppen ergänzt die Ausführungen von Herrn Goebels als einer der Mitträger von stationärer Erziehungshilfe in Hagen dahingehend, dass sie das Vorgehen des Fachbereiches positiv bewerte. Die Kooperation zwischen öffentlichem und freiem Träger funktioniere hier auch gut. Nach der Diagnose müssten Angebote für Anschlussmaßnahmen vorgehalten werden. Man biete ein breites Spektrum an passgenauen Hilfen für die Kinder und Jugendlichen nach einer erfolgten Diagnose an.   

Auch, wenn es noch an vielem fehle, beschreite man hier einen vernünftigen Weg.

 

Frau Hamann macht deutlich, dass nicht für alle Jugendlichen eine stationäre Wohngruppe das richtige Angebot sei. Das werde im Clearing festgestellt. Es gebe in diesem Bereich vielfache Möglichkeiten. Da die Jugendlichen oft knapp unter 18 Jahren seien, gehe es recht schnell um die Verselbständigung in einer eigenen Wohnung mit einer ambulante Betreuung.  In Bezug auf die Therapiebedarfe verfüge man über eine Menge an gut ausgebildeten  Fachkräften im Hinblick auf Traumaberatung- und behandlung. Weiterhin habe die Kinderschutzambulanz bei der Aktion Mensch eine zusätzliche Stelle nur für die Behandlung traumatisierter Flüchtlinge beantragt.    Man akquiriere auch  jede Menge ehrenamtlicher Helfer, die bei der Sprachverständigung  helfen würden.

Sie berichtet von Erfahrungen mit den Mitarbeitern der Stadt Dortmund im Zusammenhang mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

 

Herr Lohmann betont, dass niemand eine Prognose über die weitere Entwicklung machen könne. Fest stehe, dass das System in der Bundesrepublik kollabiert sei. Das habe keiner mehr im Griff. Aus Dortmund könne er berichten,  dass mittlerweile  auch verstärkt minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aus den Balkanländern kämen. Bei anderen Jugendlichen, die ohne Ausweise kämen, müssten Altersfeststellungen  vorgenommen werden. Diese führte dazu, dass 20 bis 25 Prozent tatsächlich nicht volljährig seien. Es gebe einen Riesenansturm. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass kein Sozialsystem in der Lage sei, das aufzufangen, was jetzt komme.

 

Herr Reinke stellt fest, dass es sich um eine Berichtsvorlage handelt, die man zur Kenntnis nehme.          

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