17.02.2005 - 2 Öffentlichkeitsarbeit Stadtsauberkeit
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Sitzung:
-
Sitzung des Umweltausschusses
- Gremium:
- Umweltausschuss
- Datum:
- Do., 17.02.2005
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:08
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Elfi Paech
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Mook verweist auf die vorliegende Vorlage und die dort
beschriebenen Detailmaßnahmen. Gegenwärtig hätten bereits 88 Hagener
Institutionen mit über 3.500 Helferinnen und Helfern ihre Teilnahme zugesagt.
Hierin enthalten seien 32 Kindergärten und 27 Schulen. Eine abschließende
Beurteilung der Beteiligung der Vereine sei wegen der für diese
Teilnehmergruppe erfolgte Fristverlängerung derzeit noch nicht möglich.
Frau Kuschel-Eisermann dankt der Verwaltung für ihre bisher
geleistete Arbeit und fragt nach dem Stand des Sponsorings für die
Reinigungsaktivitäten und nach der vorgesehenen Preisauslobung.
Herr Mook unterscheidet grundsätzlich zwei Gruppen von
Sponsoren: Unternehmen würden beispielsweise Müllsäcke, Handschuhe und weitere
nötige Materialien bereit stellen. Weitere Unterstützung werde beispielsweise
sowohl vom Landesbetrieb Straßenbau in Gestalt der Reinigungen von Ab- und
Zufahrten zu den Bundesautobahnen (z. B. am bekannten neuralgischen Punkt
Dortmunder Straße) erwartet wie auch von der Deutschen Bahn, die sich
hoffentlich wieder wie bereits im vergangenen Jahr einbringen werde.
Zur Unterstützung der Aktion biete er den
Bezirksvertretungen an, beispielsweise für Raucher sogenannte Taschenascher als
Give-aways zu bestellen. Außerdem
würden Lutschpastillen in Klappdosen z. B. für helfende Kinder und Jugendliche
ausgeteilt. Beachtenswert sei, dass einige Kindergärten und Schulen von sich
aus ausdrücklich nur gewünscht hätten, eine Teilnehmerurkunde zum Ausstellen in
ihrer Einrichtung zu erhalten. Diese würde übrigens allen beteiligten
Helferinnen und Helfern übergeben.
Auf die Nachfrage von Herrn Grzeschista nach vorbereiteten
Unterrichtsmappen für den umweltpädagogischen Unterricht antwortet Herr Mook,
dass diesbezüglich in der vergangenen Woche ein erstes Abstimmungstreffen mit
den Beteiligten stattgefunden habe. Herr Mook berichtet weitere Details wie z.
B. dass die vorzubereitenden Unterrichtsmappen sechs Bausteine für die
Unterstützung im Umweltpädagogikbereich eingesetzten Kräfte enthalten werde.
Herr Breddermann ergänzt die Ausführungen Herrn Mooks mit
dem Hinweis darauf, dass der Unterricht grundsätzlich handlungsorientiert
ausgestaltet werden soll und dass der übrige Unterrichtsstoff nicht ausfallen
würde. Die Schulen wären bezüglich der Terminierung der Unterrichtseinheiten
selbstverständlich frei.
Herr Erlmann stellt zusammenfassend fest, dass der
Umweltausschuss den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis nimmt.
Sachstandsbericht Hartz-IV:
Herr Erlmann leitet den Sachstandsbericht der Verwaltung mit
einem kurzen Rückblick und dem Hinweis auf die komplexe Problematik und die
entsprechenden, zahlreichen Abstimmungsgespräche ein.
Herr Dr. Schmidt erhält das Wort und erklärt, dass die
anstehenden Nachfolgeregelung zunächst die Sicherstellung der
Innenstadtreinigung über den 01.03. des Jahres hinaus betrifft.
Darüber hinaus bestehen bereits konkrete Vorstellungen über
eine Ausweitung auf die übrigen Stadtgebiete bzw. auf zusätzliche
Reinigungsleistungen wie z. B. die Wildkrautreinigung von Verkehrsinseln und
Überlegungen zur Einrichtung von sogenannten Bringehöfen. Herr Dr. Schmidt resümiert, dass die bislang
mit gutem Erfolg durchgeführte Reinigung der Innenstadt in der gegenwärtigen
Phase unter Einbeziehung von ABM-Kräften erfolge. Da die Stadt Hagen die
insoweit entstehende Komplementärfinanzierung i. H. v. rd. 116.000,00 € für ein
halbes Jahr nicht werde aufbringen können, soll nun ab dem 01.03.2005
versuchsweise für ein halbes Jahr dieselbe Reinigung mit sogenannten Hartz-IV-Kräften
erfolgen. Begonnen werden soll - wie bereits dargestellt - zunächst mit der
Fortführung der Innenstadtreinigung. Es müsse damit gerechnet werden, dass die
bislang spürbar verbesserte Innenstadtsauberkeit sich zunächst wieder
verschlechtern könnte. Das Problem beginne damit, dass die Arbeitsgemeinschaft
und das Fallmanagement Personen versuchsweise nach einer Einzelfallprüfung
zuweisen müsse. Mit jeder einzelnen Person wäre ein sogenannter
Eingliederungsvertrag zu schließen. Eine pauschale Blockzuweisung sei nicht
vorgesehen. Insofern sei es verständlich, dass es derzeit mehr als fraglich
sei, ob die zum 01.03. des Jahres beantragten und zu besetzenden
Arbeitsgelegenheiten tatsächlich abgedeckt werden könnten. Es sei darüber
hinaus sicherlich als positives Signal zu werten, dass der Gesamtpersonalrat
seinerseits dem Einsatz von 1-€-Kräften im Rahmen der vorgeschlagenen
Reinigungsbausteine kurzfristig zugestimmt habe.
Herr König ergänzt die Ausführungen Herrn Dr. Schmidts aus
der Sicht des Hagener Entsorgungsbetriebes.
Er betont hierbei, dass bis heute jedoch keine konkreten
Zusagen bezüglich einzusetzenden Personals ab dem 01.03. vorlägen. Die
benötigten Anleiter sowie die benötigten
Unterkünfte wären jedoch verfügbar. Insofern sei die von Herrn Dr.
Schmidt bereits angesprochene Qualitätssicherung über den 01.03. d.J. hinaus
fraglich. Es dürfe auch nicht verschwiegen werden, dass bei der seit einem
halben Jahr über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erfolgende Reinigung im
Verhältnis zu den vorherigen Reinigungsperioden eine 20-%-igen Ausfallquote der
eingesetzten Kräfte festzustellen wäre.
Herr Breddermann fragt, aus welchem Grund die Verwaltung
offenbar erst in den letzten Wochen das Thema forciert angegangen sei und ob
die betreffenden Kräfte überhaupt von ihrer Grundeinstellung her für diese
Tätigkeiten geeignet seien. In der zurückliegenden Zeit wurde vor dem Einsatz
der Reinigungskräfte auch eine Vorbereitungsperiode eingeplant. Diese wichtige
Vorbereitungsphase solle offenbar zukünftig entfallen. Es würde ihn außerdem
interessieren, wie der vorgeschriebene Qualifizierungsanteil für die
eingebundenen Personen durchgeführt werden würde und welche Organisation die unter anderem hierfür vorgesehen 250,00 €
erhalten würde. Aus seiner Tätigkeit beim Malteser Hilfsdienst sei ihm bekannt,
dass die Fallmanager der ARGE gegenwärtig gar nicht so viel geeignetes Personal
verfügbar machen könnten, wie es eingesetzt werden könnte.
Herr Dr. Schmidt leitet seine Antwort mit dem Hinweis darauf
ein, dass er am liebsten die gestellten Fragen dem Protokoll beifügen würde und
diese sodann an die Oppositionsführerin Frau Merkel und Herrn Bundeskanzler
Schröder weiterleiten würde. Festgehalten werden müsse jedoch, dass es sich bei
den Hartz-IV-Kräften jedenfalls nicht um einen neuen Sklavenmarkt handele.
Im Einzelnen hebt Herr Dr. Schmidt hervor, dass die
Verwaltung sich sehr wohl, nämlich zuletzt im Dezember 2004 einmal und im
Februar 2005 zweimal mit der Problemlage befasst habe. Die grundsätzliche
Zusicherung der ARGE für die Besetzung einer großen Zahl von
Arbeitsgelegenheiten läge auch vor. Nachdem deutlich wurde, dass die im Falle
von ABM-Finanzierung nötig werdenden Komplementärmittel bei der Stadt nicht
verfügbar seien, bliebe als einzige Variante zur Aufrechterhaltung der
Reinigungsaktivitäten der Einsatz von Hartz-IV-Kräften. Über die
Mittelverwendung der 500,00 bzw. 250,00 € je Monat und Einzelfall wurde in der
Vergangenheit ebenfalls mehrfach berichtet. Ob unter der Anwendung der gegebenen
Förderkriterien zukünftig auch die Reinigungsleistungen ohne vorbereitende Qualifizierung möglich seien
bzw. ob es Sinn macht, zunächst durch den Träger qualifiziert zu werden, muss
noch zu gegebener Zeit zwischen der Beschäftigungsstelle und dem sogenannten
Träger vereinbart werden.
Herr Dr. Schmidt betont, großen Wert auf die Zustimmung seitens des
Gesamtpersonalrates der Stadtverwaltung Hagen sowie der Politik zu legen, wenn
zukünftig bei der Stadtverwaltung weit mehr Arbeitsgelegenheiten als bislang
besetzt würden. Die gegenwärtige Phase
der Arbeitsaufnahme durch die Arbeitsgemeinschaft sei im Moment noch durch zu
verbessernde organisatorische Rahmenbedingungen geprägt. Zumindest die großen
Träger in Hagen benötigen auch vor dem Hintergrund der erforderlichen
Planungssicherheit in absehbarer Zeit auch eine gruppenweise Zuweisung von
Kräften.
Herr Erlmann stellt fest, dass es keine weiteren
Wortmeldungen mehr gebe.
