11.09.2014 - 8 Aufnahme des Hagener "Hohenhof" in das UNESCO-W...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Do., 11.09.2014
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Dr. Schulte begrüßt alle Anwesenden und bedankt sich, dass ihr mündlicher Sachstandsbericht in der Tagesordnung vorgezogen wurde. Anschließend berichtet Sie über den aktuellen Sachstand des Welterbeantrages industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet, in dem der Hagener Hohenhof eingebunden ist. Zunächst erläutert sie kurz das mehrstufige, langwierige und langjährige Verfahren, dass mit der Anerkennung als Weltkulturerbe einhergeht.
Der Anfang des Verfahrens, den Hohenhof in ein Welterbeverfahren einzubinden, geschah anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2010. In dessen Rahmen wurde eine Machbarkeitsstudie bezüglich des Hohenhofes erstellt, an der an einer Stelle das Landesbauministerium, vertreten durch Frau Dr. Ringenbeck, damalige Landesdenkmalpflegerin, beteiligt wurde. Im Jahr 2011 erhielt die Verwaltung vom KWA den Auftrag der Einbringung des Hagener Hohenhofes in ein Welterbeantragsverfahren.
Dieser Auftrag bedeutete für die Verwaltung den Einstieg in das konkrete Verfahren. Es wurde zunächst die Machbarkeit eruiert, den Hohenhof in das Verfahren über das van-der-Velde-Projekt mit einzustielen. Da es sich hierbei aber, um ein sehr komplexes Verfahren schon aufgrund seiner Transnationalität handelt, entschied man sich für die Aufnahme in einem anderen Projekt. Hierbei handelt es sich um das serielle Projekt „industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“. Entwickelt wurde dieser Antrag von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Dortmund mit Unterstützung von Frau Nahles und dem RVR. Letztendlich wurde der Hagener Hohenhof, als Wohnform der Industriekultur und als Wohnsitz des Vordenkers des RVR, als ideellen Zentralpunkt in das Projekt mit eingebunden. Im Juni 2012 gab dann das Bundesland NRW, das Projekt „industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ als einzigen von zwei möglichen Vorschlägen auf die Bundesvorschlagsliste für die Bundeskultusministerkonferenz. Von dort erfolgte dann, die weitere Auswahl, welche von 36 Vorschlägen der 16 Bundesländer in die UNESCO-Konferenz zur Auswahl der Weltkulturerbestätten einfließen sollte. Die Entscheidung der Bundeskultusministerkonferenz fiel im Juni dieses Jahres, demnach wird das Projekt von NRW nicht in die Weltkulturerbekonferenz 2015 eingereicht werden. Der Fachbeirat der Ministerkonferenz begründete die Ablehnung ausführlich mit der fehlenden funktionalen, topografischen und genetischen Zusammenhänge der einzelnen Objekte des Projektes, sollten hier die einzelnen Objekte in einem besseren Zusammenhang gebracht werden können, stünde einer erneuten Einbringung nichts im Wege. Dieses wird auch so vom Land NRW positiv befürwortet und hat hier seine weitere Unterstützung zugesagt. Es wurde die Bildung eines Lenkungskreises, dessen Mitglieder sich zusammensetzen aus der Stiftung, dem Bauministerium, den Hauptträgern der Objekte und auch dem RVR beschlossen. Die Stadt Hagen werde dieses Verfahren auch weiterhin unterstützen und als Träger des Hagener Hohenhofes an der installierten Lenkungsgruppe teilnehmen.
Im Oktober 2014 findet ein weiteres Treffen der Lenkungsgruppe statt, in dieser dann eruiert wird, wie weiter vorgegangen werden müsse.
Herr Söhnchen bedankt sich für diesen mündlichen Sachstandsbericht und bittet die Politik nun ihre Fragen zu stellen.
Herr Dr. Fischer unterstützt den mündlichen Sachstandsbericht von Frau Dr. Schulte durch eine bebilderte Vorlage des Kulturausschusses des Regionalverbandes Ruhr in Essen in dem alle Objekte des Projektes „industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“, unter anderem, auch der Hagener Hohenhof vorgestellt werden.
Herr Asbeck schließt sich der Zielsetzung an, den Hagener Hohenhof als Weltkulturerbe aufzunehmen, merkt aber in diesem Zusammenhang kritisch das aktuelle Umfeld des Hagener Hohenhofes an. Dort befänden sich eingestürzte Mauern und ähnliches die bei einer Betrachtung durch eine Kommission nicht unbedingt positiv zu Buche schlagen würden. Man müsse aus diesem Grund genauer auf das Umfeld achten, damit dieses dem Hohenhof als Anwärter auf ein Weltkulturerbe würdig sein.
Herr Söhnchen bedankt sich nochmal herzlich bei Frau Dr. Schulte und für die Wortbeiträge und bittet Frau Dr. Schulte bei gegebener Zeit um einen weiteren aktuellen Sachstandsbericht.
