23.10.2014 - 6 Flüchtlingskinder in Hagen- Bericht der Verwaltung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Do., 23.10.2014
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Gierke berichtet über den Zuzug, die Unterbringung und die soziale Betreuung von Flüchtlingskindern in Hagen.
Darüber werde es Ausführungen geben zu den Bereichen Bildungszugänge, Sprachförderung und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
(siehe Anlage 1 zu TOP 6).
Frau Kahraman ergänzt die Ausführungen im Hinblick auf die Bildungszugänge, für die das Kommunale Integrationszentrum zuständig sei.
Herr Becker schildert die Problematik aus seiner Sicht als Fachbereichsleiter des Fachbereiches Bildung. Er betont, dass er sich dabei auf die Thematik konzentrieren wolle, wie im Moment das Verhältnis sei zwischen dem Bedarf und den Möglichkeiten, die man anbieten könne (siehe Anlage 2 zu TOP 6).
Herr Reinke schlägt vor, den Bericht für Fragen der Ausschussmitglieder zu dem Themenkomplex Bildung zu unterbrechen.
Er möchte wissen, wie eine Grundschule in diesem Zusammenhang mit Wartelisten umgehe.
Herr Becker macht deutlich, dass man sich vom Verfahren her grundsätzlich darauf geeinigt habe, dass das Kommunale Integrationszentrum die Nahtstelle für das Einfädeln von Seiteneinsteigern sei. Wenn sich alle Beteiligten an dieses Verfahren hielten, könne so eine qualifizierte Zuweisung erfolgen.
Frau Hamann fragt nach den qualitativen Herausforderungen, die darin bestünden, mit diesen Kindern zu arbeiten. Seien diese Kinder überhaupt zu beschulen?
Herr Becker berichtet, dass es dafür ein Fortbildungsprogramm Im Bereich des Landes gebe. Außerdem gebe es auch kollegiale Beratung. Im Rahmen dieser Möglichkeiten werde man von Seiten des Landes stark unterstützt. Leider gebe es keinen Zuwanderungsplan, so dass man im Moment Krisenmanagement betreiben müsse.
Herr Goldbach weist darauf hin, dass man bei dem Bildungsangebot über alle Zuwanderer spreche. Hier sei auch der Bereich der EU-Zuwanderung enthalten. Das mache die Angelegenheit noch vielschichtiger. Daher habe man auch das Instrumentarium der internationalen Förderklassen, in denen auch diejenigen mit eigentlich schon guten Bildungsvoraussetzungen beschult werden könnten. Die Problematik tauche jetzt auch in den Kindertageseinrichtungen auf.
Er beschreibt die mangelhafte personelle Situation im Kommunalen Integrationszentrum. Die Kapazitätsgrenzen seien erreicht. Man versuche, das Beste daraus zu machen.
Frau Kahraman beantwortet eine Frage von Frau Burghardt zu der Alphabetisierung der syrischen Kinder.
Herr Lohmann stellt fest, dass die größte Gruppe der Kinder die 0 bis 6-jährigen seien. Sei eine Aussage dazu möglich, wie viele Kinder davon eine Kindertageseinrichtung besuchten.
Frau Haack macht deutlich, dass sie diese Frage im Moment nicht beantworten könne. Ganz aktuell habe man in den letzten Wochen 25 Anfragen unterschiedlichster Adressaten gehabt, bei der es um Asylbewerberkinder gegangen sei. Man werde sich dieser Probleme jetzt annehmen müssen.
Herr Reinke bedankt sich bei Herrn Becker für seine Ausführungen und bittet nun um Fragen zu dem ersten Teil des Berichts.
Herr Fischer möchte wissen, ob man die Zahlen der Asylbewerber von 2013 und Flüchtlinge.
Herr Gierke erläutert, dass das nicht aufaddiert werden könne, da sich viele Asylbewerber jetzt nicht mehr in Hagen befänden. Mit Stichtag 01. Oktober diesen Jahres habe man in Hagen 410 Asylbewerber gehabt. Darunter seien 181 geduldete Flüchtlinge.
Herr Reinke möchte wissen, ob die genannten finanziellen Bedarfe addiert werden dürften. Sei es damit richtig, dass der Gesamtaufwand für 2013 3,3 Millionen Euro betrage?
Herr Gierke bestätigt diese Annahme. Der Eigenanteil der Kommune habe bei über 2,5 Millionen Euro gelegen. Das sei ein erhebliches Delta an dieser Stelle.
Herr Reinke stellt fest, dass die Ergebnisse des Flüchtlingsgipfels keine wesentliche Erleichterung der finanziellen Belastung zur Folge hätten.
Herr Gierke berichtet, dass der Landeszuschuss für die soziale Betreuung der Flüchtlinge in diesem Jahr bei etwa 41.000 Euro liege. Das sei ein bescheidener Betrag für diese Aufgabe. Es sei dringend notwendig, die soziale Betreuung auszubauen, weil der Bedarf riesig sei.
Herr Reinke möchte wissen, wie hoch der Bedarf für soziale Betreuung in dieser Stadt sei.
Frau Kaufmann macht deutlich, dass die Objektbetreuer der GWH keine Sozialarbeiter seien. Diese seien in einem multikulturellen und multireligiösen Feld tätig. Es gebe auch keine durchgehende Betreuung. Diese müsse bei Bedarf organisiert werden.
Das sei eine riesige Herausforderung für die Stadt Hagen. Es seien unzählige Probleme zu lösen.
Herr Goldbach berichtet, dass man sich in letzter Zeit eine Menge Gedanken zu der sozialen Betreuung gemacht habe. Die Frage von Herrn Reinke könne er dahingehend beantworten, dass dringend eine zusätzliche Stelle bei der Kommune und 2015 auch bei dem Träger benötigt werde. Es werde eine intensive Begleitung derjenigen benötigt, die hierher kämen. Man müsse sich auch Gedanken darüber machen, wie das Zusammenleben in Sammelunterkünften funktioniere. Es gebe natürlich Konflikte dort. Das Thema beschäftige die Verwaltung im Moment täglich.
Frau Kaufmann betont, dass das auch eine Frage der Finanzierung durch das Land sei. Die Kommunen in NRW blieben auf dem größten Teil der Kosten sitzen. Das sei in anderen Bundesländern durchaus anders. Dort würde ein Großteil der Kosten vom Land getragen. Man müsse dabei dann natürlich auch den Spielraum sehen, den eine Stadt wie Hagen habe. Man sei in einer großen Not und sei deshalb froh, wenn man diese zusätzliche Sozialarbeiterstelle ermöglichen könne. Man hoffe auch, dass die Ehrenamtlichen sich weiterhin engagierten. Aber auch dieser Bereich müsse koordiniert und gestaltet werden. Man sei auch sehr dankbar für die Unterstützung der Träger und der Kirchen.
Herr Lohmann fragt, ob Hagen auch von Armutszuwanderung betroffen sei. Gebe es Zahlen dazu?
Frau Witt möchte wissen, in welchem Rahmen sich die Hagener Bürger sich in diesem Zusammenhang ehrenamtlich einbringen könnten. Welche Möglichkeiten bestünden dort und wie werde das publiziert?
Herr Fischer spricht die Spielmöglichkeiten der Flüchtlingskinder an. Es seine ja solche Orte vorhanden. Wie sei es möglich, dort Verbindungen zu schaffen und Zugänge zu ermöglichen.
Frau Burghardt stellt fest, dass die bestehende Situation in Hagen erschütternd sei.
Auf der anderen Seite sei sie auch beeindruckt, wie mit wenigen Möglichkeiten doch noch vieles erreicht werde. Man habe sich als Kinderschutzbund natürlich auch mit diesem Thema beschäftigt. Es bestünden Überlegungen, in diesem Bereich unterstützend tätig zu werden. Man habe auch schon Spenden erhalten. Eine Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum sei sicher von großem Wert und werde von ihr angestrebt.
Herr Goldbach antwortet, dass auch Hagen mittlerweile von Armutszuwanderung betroffen sei. Man werde dieses Thema an einem Runden Tisch mit den Beteiligten ausgiebig erörtern.
Herr Gierke ergänzt, dass die Diakonie schon seit vielen Jahren ehrenamtliche Kräfte in diesem Bereich betreue. Bezogen auf die Spielmöglichkeiten für Kinder gebe es im Moment nur Hilfskonstrukte. Anzustreben sei es, dass in den Sammelunterkünften auch Spielmöglichkeiten für Kinder und auch Räume für Erwachsene geschaffen würden. Das gebe es bisher nur in ganz begrenztem Umfang.
Herr Reinke leitet über zum dritten Teil des Berichts.
Herr Goebels berichtet zum Thema „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“.
Herr Fischer fragt, wie alt die minderjährigen Flüchtlinge sind. Wie gehe man mit den jungen Erwachsenen um? Da gehe es ja um Perspektiven für diese jungen Menschen. Mache man da entsprechende Angebote?
Herr Goebels erwidert, dass er nur für die Altersgruppe bis 18 Jahre zuständig sei.
Die Altersgruppe derer, die in Hagen und Dortmund angekommen seien, liege bei 15 bis 18 Jahren.
Herr Gierke ergänzt, dass ihm dazu im Moment keine Zahlen vorlägen. Wenn gewünscht, könnten diese nachgeliefert werden.
Herr Reinke dankt für den ausführlichen Bericht und die Arbeit der Mitarbeiter vor Ort.
Anlagen
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1
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