10.02.2005 - 4 Öffentliche Straßenbeleuchtung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 10.02.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- AdR Amt des Rates
- Bearbeitung:
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr
Demnitz
begrüßt die Herren Dr. Fülling, Hinz und Halbe von der Mark-E sowie die Herren
Themel senior und junior von der Firma Themel und Wagener und bietet ihnen
Gelegenheit, ihre Sichtweise zur Veränderung in der öffentlichen
Straßenbeleuchtung darzulegen.
Herr Dr.
Fülling verweist auf seine Stellungnahme vom 28.01.2005, die die wesentlichsten
Vorgänge aus Sicht der Mark-E darstelle. Er bleibe dabei, dass das selbständige
Garantieversprechen die Mark-E einseitig belaste. Dies werde keinem anderen
Bieter auferlegt. Im übrigen könne dies zu steuerrechtlichen Problemen führen.
Herrn Themel
sen. kritisiert die Punktevergabe im Ausschreibungsverfahren.
Herr Grothe verweist auf
die Schwierigkeit, hier über ein nichtöffentliches Vergabeverfahren zu reden.
Aus diesem Grund habe er zwei Tischvorlagen verteilen lassen, die die bisherige
Argumentation der Stadt Hagen im Vergabeverfahren darlegen und dem Protokoll
als Anlage 2 und 3 beigefügt sind.
Es sei
unrichtig, dass die Mark-E vom Verfahren ausgeschlossen worden sei, vielmehr
haben alle Rahmenbedingungen für einen anderen Bieter gesprochen.
Die
Überprüfung des Vergabeverfahrens vor der Vergabekammer in Arnsberg werde
voraussichtlich Ende Februar 2005 abgeschlossen sein.
Herr Dr.
Ramrath nimmt dieses Verfahren zum Anlass, dass zukünftig zwischen
Beteiligungsunternehmen der Stadt Hagen und der Konzernmutter ein anderer
Umgangston gepflegt werden müsse. Durch solche öffentlichen Beschuldigungen
erleiden alle Beteiligten eine Imageschädigung.
Zur Sache
wolle er noch anmerken, dass die Stadt Hagen bis zuletzt alles versucht habe,
um der Mark-E eine Chance für die Weiterführung der öffentlichen
Straßenbeleuchtung zu geben. Durch das zwingend vorgeschriebene
Vergabeverfahren und die daraus resultierenden eindeutigen Ergebnisse habe die
Stadt Hagen keine andere Möglichkeit gehabt, als so zu entscheiden.
Er könne sich
auch nicht vorstellen, was ein Vergabeüberprüfungsverfahren vor der
Vergabekammer in Arnsberg bringen solle. Selbst wenn dem Einspruch stattgegeben
würde, würde dies nicht dazu führen, dass die Mark-E den Auftrag bekomme. Auch
aus diesem Grund halte er dieses Verfahren für völlig unangemessen.
Herr Demnitz hält den
Verfahrensstand ebenfalls für unglücklich. Für die Zukunft sei man sicherlich
gehalten, Verfahren zu entwickeln, die selbstverständlich immer im Rahmen der
Legalität ablaufen aber auch beiderseitige Interessen berücksichtigen.
Herr
Gerbersmann erwartet eine gemeinsame Haltung aller städtischen
Vertreter im Aufsichtsrat der Mark-E, denn schließlich sei die Stadt Hagen zu
einem nicht unerheblichen Teil Eigentümer von Mark-E. Deswegen müsse diese
Eigentümerposition auch wahrgenommen werden.
Er halte die
derzeitigen Vorgänge ebenfalls für bemerkenswert. Auf der einen Seite verlange
die Tochter Mark-E Rücksicht von der Mutter Stadt Hagen, was die Stromlieferung
angehe. Hier habe man immer gesagt, dass das die Mark-E in ihrem Kerngeschäft
geschützt werden müsse. Auf der anderen Seite geht die Tochter gegen die Mutter
vor, wenn nun das Angebot eines Dritten, welches die Dienstleistung betreffe
und außerhalb des Kerngeschäftes liege, günstiger sei, als das von Mark-E.
Zuletzt habe
er noch einige Fragen an die Mark-E. Er wolle wissen, ob es richtig sei, dass
die Stadt Hagen bereits Anfang Dezember angefragt habe, wie das Licht im Januar
auszuschalten sei und ob erst am 03. Januar 2005 hierauf eine Antwort
dahingehend erfolgt sei, dass die Mark-E eine namhafte fünfstellige Summe für
die Bereitstellung des Schaltimpulses gefordert habe. Weiter möchte er wissen,
ob Mark-E sich geweigert habe, die Schaltschränke zu nennen, die durch den
Impuls angesteuert werden.
Abschließend
fragt er nach, ob Mark-E das Zuschlagskriterium mittlerweile bekannt sei.
Herr Thielmann ist bestürzt
über das Schauspiel, welches sich der Öffentlichkeit biete. Dies diene sicherlich
nicht dazu, das Vertrauen zwischen Mutter und Tochter zu fördern.
Man könne
jedoch argumentieren, dass der Webfehler in dieser Angelegenheit die Kündigung
des Vertrages Ende 2003 gewesen sei und die Politiker hier auch eine gewisse
Schuld treffe. Keiner habe damals geahnt, dass diese Kündigung eine europaweite
Ausschreibung nach sich ziehe. Mit der derzeitigen Situation müsse man leben,
jedoch war es niemals Absicht, die Mark-E aus dem Geschäft zu drängen.
Herr Riechel hatte
gehofft, dass es sich nur um eine Verkettung unglücklicher Umstände gehandelt
habe. Nach den bisherigen Ausführungen habe er den Eindruck gewonnen, dass es
wohl doch erhebliche Störungen zwischen Mutter und Tochter gebe.
Selbstverständlich
müsse Herr Dr. Fülling aus aktienrechtlicher Sicht ein solches Vergabeverfahren
prüfen, aber er habe genauso die Verpflichtung, dies vorab mit dem
Aufsichtsratsvorsitzenden, Herr Oberbürgermeister Demnitz, zu besprechen.
Zur Sache
wolle er noch anmerken, dass die Mark-E bereits am 24.09.2004 einen Brief
erhalten habe, aus dem die Mitbieter und die Vergabebedingungen hervorgegangen
seien.
Herrn Weber ist deutlich
geworden, dass die Vorbereitung von Beschlusslagen durch die Verwaltung einer
besseren Überprüfung bedürfe. Damals sei der Politik nicht bewußt gewesen, dass
die Kündigung eine europaweite Ausschreibung auslöse.
Man habe dann
den Vertrag um ein Jahr verlängert und in der Zeit Überlegungen angestellt, wie
man die Mark-E als Tochter im Boot halten könne. Die Ausschreibung habe nun
jedoch ergeben, dass anderer Bieter ein günstigeres Angebot abgeben konnten.
Bei Durchsicht
der gegenseitigen Stellungnahmen ergeben sich für ihn einige Ungereimtheiten.
Auch er sei der Auffassung, dass man eine gemeinsame Linie vor der nächsten
Aufsichtsratsitzung der Mark-E finden müsse.
Gewinnen könne
jedoch bei der ganzen Angelegenheit keiner der Beteiligten.
Herr Dr.
Fülling vertritt den Standpunkt, dass die öffentliche Diskussion nicht durch
Mark-E betrieben worden sei. Auf die direkte Frage nach den Zuschlagskriterien
könne er nur entgegnen, dass der Mark-E diese bis heute nicht bekannt seien. Es
habe lediglich ein dreizeiliges Schreiben von Bird & Bird gegeben, aus dem
hervorging, dass die Mark-E nicht den Zuschlag erhalten habe. Auch seien keine
Mitbewerber bekannt gewesen.
Zu den
technischen Fragen wolle er gerne auf Herrn Hinz verweisen, der das Geschäft
von der operativen Seite betreut habe.
Herr Hinz stellt den
technischen Ablauf aus Sicht der Mark-E dar. Das Steuersystem sei von Mark-E
entwickelt und aufgebaut worden. Am 02.12.2004 habe man eine Nachfrage
bekommen, wie dieser Impuls zur Verfügung gestellt werden könne. Bis zum
17.12.2004 sei man davon ausgegangen, diesen Impuls weiter zur Verfügung zu
stellen, weil man gehofft hatte weiterhin den Auftrag zu bekommen.
Danach habe
man ein Angebot über 45.000 Euro erstellt und dieses zusammen mit den
Übergabeunterlagen und den Schlüsseln am 27.12.2004 an die Stadt Hagen
übergeben. Am selben Tag habe man über eine Bandansage auf die neue
Störungshotline verwiesen. Weitere Gespräche habe es in der Woche nicht
gegeben.
Danach habe
man die Anlage außer Betrieb nehmen müssen, weil es nicht zulässig sei, in eine
fremde Anlage Steuerungsimpulse zu senden.
Herr Themel
jun. bezieht sich auf die Äußerung von Herrn Grothe in der Sitzung des Haupt-
und Finanzausschusses vom 13.01.2005. Hier sei gefragt worden, warum der
Notdienst nicht an seine Firma vergeben worden sei. Herr Grothe habe daraufhin
gesagt, dass hierüber mit seiner Firma gesprochen worden sei. Dies sei nicht
der Fall.
Die Firma
Themel & Wagener habe schon für die Stadwerke, später für die Mark-E als
Subunternehmer gearbeitet und werde dies auch gerne für jede andere Firma tun.
Herr Grothe warnt davor
über nichtöffentliche Information zu sprechen. Deswegen wolle er nicht auf die
von einigen Rednern gestreiften Themen eingehen, sondern das
Vergabeüberprüfungsverfahren abwarten.
Entgegen der
Aussage von Herrn Dr. Fülling sei klar erkennbar, welche Vergabekriterien die
Stadt Hagen zugrunde gelegt habe. Nicht erkennbar sei jedoch die Gewichtung und
dies decke sich auch mit der Rechtsprechung. Die Gewichtung der Kriterien könne
der Ausschreibende selbst nach seinen Vorschlägen entscheiden.
Im übrigen sei
aktenkundig, dass seit Oktober 2004 der Mark-E ein Bewerber bekannt war.
Herr Asbeck hält das
Endergebnis für unerträglich. Vermutlich müsse man zukünftig doch wieder mehr
Geld als geplant ausgeben, nur weil Mutter und Tochter uneinig seien. Außerdem
frage er sich, warum der Oberbürgermeister nicht innerhalb der Verwaltung dafür
gesorgt habe, einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.
Herr Demnitz entgegnet,
dass er seine Sichtweise in der letzten Sitzung mehr als deutlich dargestellt
habe. Wenn Herr Asbeck dies nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dann sei das seine
Sache.
Herr Thielmann schlägt vor,
diese Diskussion jetzt zu beenden, bevor sie in gegenseitigen Beschuldigungen
untereinander ende. Das Verhalten der Mark-E solle im Aufsichtsrat weiter
thematisiert werden.
