13.01.2005 - 5 Vorschlag der CDU-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 13.01.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung
des Diskussionsergebnisses:
Herr
Gerbersmann zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Verwaltung die
Politik nicht selbständig sondern erst auf Nachfrage über die anhängige
Vergabebeschwerde informiert habe. Auch fehle eine Einschätzung über die vom
Anwalt der Gegenseite vorgetragenen Argumente sowie eine Information über die
Interimslösung. Hierzu bitte er um einen kurzen Bericht.
Er halte es
für sinnvoll, dass interfraktionell jetzt eine gemeinsame Position zu diesem
Thema erarbeitet werde.
Zum
Vergabeverfahren sei die CDU-Fraktion der Auffassung, dass man gerade keine
Zufallsvergabe, bei der ein Anbieter einige Euros günstiger anbiete, gewollt
habe. Vielmehr wollte man die Möglichkeit schaffen, dass alle Anbieter
Gelegenheit erhalten, sämtliche Argumente, die für eine Beauftragung sprechen,
vorzutragen.
Bemerkenswert
sei auch das Verhalten der Tochter Mark-E im Vergabeverfahren. Schließlich
gehöre dieses Unternehmen zu fast 50 Prozent der Stadt Hagen. Deswegen könne es
nicht sein, dass dieses Unternehmen die Stadt Hagen mit einer Vergabeprüfung
hindere, die Straßenbeleuchtung adäquat fortzuführen.
Zuletzt bittet
er Herrn Grothe, zu der Gegendarstellung der Firma Stadtlicht in der
Westfälischen Rundschau vom 12.01.2005 eine deutliche Erklärung abzugeben. Aus
seiner Sicht habe die Politik nie Zweifel daran gelassen, dass der
Stromliefervertrag von der Vergabe ausgenommen sei. Deswegen wundere es ihn,
wie die Firma Stadtlicht auf die Idee komme, dass sie diejenige sei, die den
Stromliefervertrag vergeben könne.
Herr Demnitz berichtet von
seinem Gespräch am 21.12.2004 mit Herrn Dr. Fülling. Im Rahmen dieses
Gespräches habe Herr Dr. Fülling erklärt, dass sich Mark-E in der Prüfungsphase
befinde, ob eine Vergabebeschwerde eingereicht werden solle. Deswegen habe er
keine Veranlassung gesehen, weiter tätig zu werden.
Am 24.12.2004
sei er in den Urlaub gegangen, der bis zum 07.01.2005 angedauert habe. Dieser
sei nur am 05.01.2005 durch die Gedenkveranstaltung zum Seebeben unterbrochen
worden. Im Anschluss an diese Veranstaltung habe es ein Gespräch mit Herrn
Gerbersmann gegeben, bei dem ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden terminiert
werden sollte. Die Vergabeüberprüfung durch Mark-E sei am 29.12.2004 in
Arnsberg eingereicht worden. Nach seiner Auffassung habe er sich keine
mangelnde Information der Fraktionen vorzuwerfen.
Als
Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender bei Mark-E lebe er in einem
Spannungsfeld. Jedes Aufsichtsratsmitglied habe zum Wohle des Unternehmens,
jedes Ratsmitglied zum Wohle der Stadt Hagen zu arbeiten. Dies sei jedoch kein
Widerspruch in sich. Es gebe im Aufsichtsrat auch Vertreter, die nicht aus Hagen
kommen. Deswegen müsse man bei den Entscheidungen von Mark-E auch
berücksichtigen, dass diese ihren jeweiligen Körperschaften Rechenschaft
schulden.
Ansonsten
bitte er darum, dass die weitere Diskussion so geführt werde, dass sie Schaden
von der Stadt Hagen und von Mark-E abwende.
Herr Grothe stellt zu der
Gegendarstellung der Firma Stadtlicht klar, dass Stromlieferant die Mark-E sei.
Aufgrund der vertraglichen Situation bleibe dies auch so.
Im übrigen
habe es mit der Mark-E am 04.12.2004 Schriftwechsel mit dem Inhalt einer
geordnete Übergabe der Stadtbeleuchtung gegeben. Mark-E habe hierauf erst am
27.12.2004 mit der Überlassung von ungefähr 200 kg schriftlicher Unterlagen
reagiert. Dies sei nicht besonders geordnet gewesen, so dass die Stadt Hagen
nicht in der Lage gewesen sei, zum Jahreswechsel 2004 / 2005 vernünftig
schalten zu können. Deswegen seien die Leuchten auch am Morgen des 01.01.2005
nicht abgeschaltet worden, was zu einem Stromverbrauch im Wert von ungefähr
1000 bis 2000 Euro geführt habe. Zur Zeit werde die Straßenbeleuchtung in
Handschaltung bedient. Mit dem Bieter, der vom Rat bestimmt worden sei,
erstelle man gerade eine Regelung für eine automatische Schaltung.
An die Firma
Stadtlicht wurde auch die Verkehrssicherungspflicht vergeben, damit defekte
Leuchten ersetzt werden können. Hierzu sei eine Hotline geschaltet. Bis heute
seien 306 Anrufe eingegangen, was rekordverdächtig sei. Alleine 106 Anrufe
bezogen sich auf die nicht abgeschalteten Leuchten am 01.01.2005. Ansonsten
wurden 118 Störungen gemeldet, von denen 99 bereits erledigt seien. Die Firma
Stadtlicht werde kurzfristig ein Büro in Hagen einrichten.
Herr Thielmann meint, die
Probleme hätten damit angefangen, dass die Stadt Hagen den Vertrag mit Mark-E
gekündigt habe, um bessere Konditionen zu verhandeln. Man habe damals nicht
berücksichtigt, dass dies eine europaweite Ausschreibung nach sie gezogen habe.
Er sei jedoch absolut der Auffassung,
dass das Vergabeverfahren sauber abgelaufen sei. Zu seinem Bedauern habe Mark-E
diesen Auftrag nicht bekommen.
Die Übergangsprobleme beim Wechsel
eines Anbieters seien in gewisser Hinsicht normal, dennoch sollten Mark-E in
den entsprechenden politischen Gremien hierzu noch mal Stellung beziehen.
Herr Jörg hält die
Situation für fatal, wenn das Interesse der Bürgerinnen und Bürger von Mark-E
und der Stadtverwaltung im Übergabestreit so weit hinten angestellt werde. Ihn
beruhigen die Ausführungen von Herrn Grothe, dass man die Übergangsphase nun in
den Griff bekommen werde.
Nach außen
müsse das Signal gesetzt werden, dass die Straßenbeleuchtung in Hagen wieder
gesichert sei.
Herr Riechel hat
erheblichen Klärungsbedarf, was die Beziehungsebene zwischen Mark-E und der
Stadt Hagen angehe. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen ist der Auffassung, dass
nach Bekanntwerden der Absicht von Mark-E, eine Vergabebeschwerde zu prüfen,
ein Gespräch zwischen der Stadtspitze und Mark-E hätte geführt werden müssen.
Wenn er selbst
im Aufsichtsrat von Mark-E sitzen würde, dann würde er für solche Vorgänge
deutliche Worte finden. Es könne nicht sein, dass eine mehrheitlich von der
Stadt Hagen beeinflußte Tochter solch ein Verhalten an den Tag lege.
Herr
Marscheider bedauert ebenfalls, dass die Vergabebeschwerde ohne
Information des Oberbürgermeisters durchgeführt worden sei. Außerdem sei die
Übergabe der Geschäfte ausgesprochen unfair gelaufen. Hier hätte ein bißchen
guter Wille eine Menge ausgemacht.
An der
weiteren Diskussion beteiligen sich Herr Gerbersmann, Herr Asbeck, Frau Suda,
Herr Demnitz und Herr Grothe.
