13.01.2005 - 4 Vorschlag der CDU-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 13.01.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung
des Diskussionsergebnisses:
Herr Demnitz teilt seine
Entscheidung mit, dass die Widerspruchsmöglichkeiten in Bezug auf die im Erlass
des Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur uns Sport (MSWKS) vom
16.12.2004 angekündigte Weisung der Bezirksregierung Arnsberg als Obere
Denkmalbehörde auszuschöpfen seien und der Inhalt der Widerspruchsbegründung
möglichst zeitnah dezernats- und ämterübergreifend vorbereitet und abgestimmt
werden solle.
Herr
Gerbersmann
erklärt, dass die CDU-Fraktion diesen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt habe,
weil sich durch die Presseberichterstattung der vergangenen Tage die Hinweise
darauf verdichten, dass wesentlich mehr Gebäude auf die Denkmalliste gesetzt
werden sollen, als angenommen. Hinzu komme die einstimmige Ablehnung der
Vorlage 0325/2004 in der Bezirksvertretung Haspe, der dadurch zuwider gehandelt
werde. Durch den Denkmalschutz sei die Gefahr gegeben, dass
Vermarktungshemmnisse entstehen und man letztendlich eine Denkmalruine am
Eingang der Stadt übrig behalte. Dies berge auch die Gefahr, dass die Stadt
Hagen diejenige sei, die später zusehen müsse, wie sie dieses Grundstück verwerte
und unterhalte.
Die
CDU-Fraktion halte daher den Beschluss der Bezirksvertretung Haspe für sinnvoll
und bitte den Oberbürgermeister, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen,
damit die endgültige Unterschutzstellung verhindert werde. Auch möge der
Oberbürgermeister in politischen Gesprächen mit dem Ministerium die Wichtigkeit
einer vernünftigen Nutzung dieses Geländes erörtern.
Zum
zweiten dränge sich ihm auch unter Berücksichtigung der
Presseberichterstattung der Verdacht auf, dass Ausgangspunkt der
Unterschutzstellung eine Initiative sei, die aus dem Rathaus selber hervor
gegangen sei. Er bitte um eine chronologische Darstellung der Verwaltung
darüber, was Ursache des ganzen Verfahrens gewesen sei.
Herr Grothe verweist auf
das ausliegende Papier zum chronologischen Ablauf, der dem Protokoll als Anlage
3 beigefügt ist. Eine vorläufige Unterschutzstellung sei aufgrund von
Abrissanträgen, die im Herbst 2004 vorlagen, akut geworden.
In den
Weisungen des Ministeriums an die Bezirksregierung gehe es darum, dieses
Denkmal jetzt noch einzutragen.
Das
entsprechende Gutachten sei vom Westfälischen Amt für Denkmalschutz und nicht
von der unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen erstellt worden.
Beim
Denkmalschutz gebe es ein zweistufiges Verfahren, der erste Akt hierbei sei die
Eintragung des Denkmals. Ein in die Liste eingetragenes Denkmal könne aber
durchaus noch abgerissen werden. Zwar werde der Denkmalschutz kritisch
beurteilt, sei aber sicherlich noch bewältigbar.
Die Stadt
Hagen sei angewiesen, die Eintragung vorzunehmen, jedoch habe man sich heute
morgen darauf verständigt, alle juristischen Möglichkeiten zu nutzen, um diese
Eintragung zu verhindern.
Herr Grothe erläutert am
Rahmenplan Westerbauer, welche städtebaulichen Entwicklungen auf diesem Gelände
möglich seien.
Herr Thielmann dankt Herrn
Grothe für die chronologische Darstellung. Er sehe die Unterschutzstellung
nicht allzu problematisch, gebe es doch genügend gute Beispiele für
interessante Nutzungen von denkmalgeschützten Gebäuden.
Im übrigen
sehe er Herrn Brandt in der Verpflichtung, sich um seine Liegenschaften zu
kümmern, denn schon im Grundgesetz stehe, dass Eigentum verpflichte.
Man müsse
jetzt aber auch etwas Zeit haben, denn vielleicht finde sich noch der ein oder
andere Interessent, der auf dem Gelände investieren möchte.
Herrn Asbeck interessiert,
ob der Hinweis des Westfälischen Amtes für Denkmalschutz am 26.05.2000 die
erste Aktivität in der Angelegenheit gewesen sei. Der anonyme Hinweis aus dem
Jahre 2002 sein ein gewisses Indiz dafür, dass jemandem Schaden zugefügt werden
solle.
Er befürchte,
dass in der Vergangenheit die Verwaltung sich nicht energisch genug gegen die
Unterschutzstellung gewehrt habe. Hier vermisse er auch eine frühzeitigere und
umfassendere Information der politischen Gremien.
Eine solch
offene Einfahrt, wie es sie im Bereich Bechelte gebe, werde durch die
denkmalgeschützten Gebäude auf Dauer verhindert. Deswegen sei er nicht der
Auffassung von Herrn Grothe, dass erst einmal eine Eintragung in Kauf genommen
werden könne. Er halte es für klüger, direkt den Anfängen zu wehren.
Herr Jörg vertritt die
Auffassung, dass politische Beschlüsse einer Bezirksvertretung eine
Unterschutzstellung nicht aufhalten können. Die Denkmalbehörde sei
legalitätspflichtig, so dass sie handeln müsse, wenn ihr Fakten bekannt werden.
Fraglich sei
doch, wie man mit einer solchen Situation jetzt umgehen müsse. Hier begrüße er
die vorliegenden Vorschläge. Zunächst könne man festhalten, dass der
Oberbürgermeister selber gegen die Unterschutzstellung Widerspruch eingelegt
habe. Außerdem habe man die Wirtschaftsförderung und die Parteien, die
ebenfalls gegen einer Unterschutzstellung seien, konsultiert.
Investoren
könne die Wirtschaftsförderung sagen, dass politische Einigkeit bestehe, hier
Arbeitsplätze anzusiedeln. Er sei der Auffassung, dass dieses wichtige Zeichen
heute auch vom Haupt- und Finanzausschuss ausgehen könne.
Herr
Gerbersmann möchte noch mal deutlich machen, warum der CDU-Fraktion
diese Thematik so wichtig sei. Es gehe nicht darum, einem Unternehmer, der die
Stadt Hagen an anderer Stelle hängen gelassen hat, den Rücken zu stärken. Es
gehe vielmehr darum, die Möglichkeiten, die sich nach dem beklagenswerten
Weggang der Firma Brandt bieten, wenigstens nutzen zu können. Interesse der
Stadt Hagen müsse sein, dass dort im Stadtteil Westerbauer wieder städtisches
Leben stattfinden könne.
Er bitte die
Verwaltung, der CDU-Fraktion die Stellungnahme vom 08.11.2004 an das
Ministerium zur Verfügung zu stellen.
Herr
Sondermeyer äußert sich betroffen und meint, dass die Firma Brandt
der Stadt Hagen und ihren Bürgern Schaden zugefügt habe. Er frage sich, wessen
Interesse es eigentlich sei, das Gebäude abzureißen, solches der Stadt Hagen
oder der Firma Brandt.
Zu bedenken
gebe er aber, dass durch die Eintragung eine Industriebrache am westlichen
Eingang der Stadt entstehen könne.
Zuletzt bittet
er darum, dass die Abkürzungen in der chronologischen Aufstellung mit Fußnote
versehen werden, da gerade politische Neulinge nicht alle Behördenbezeichnungen
kennen.
Herr Dr.
Schmidt hält Herrn Sondermeyer entgegen, dass man in der Angelegenheit nicht
nachtragend sein dürfe. Zwar stimme er zu, dass der Weggang vor zwei Jahren
nicht schön für die Stadt Hagen gewesen sei, jedoch dürfe man die jetzige
Problematik nicht damit vermengen.
Er erwarte
vielmehr ein Signal, dass bei sinnvollen Investitionen seitens der Stadt Hagen
alles unternommen werde, um die Denkmalschutzproblematik vom Tisch zu bekommen.
Zum zweiten müssen sich die vorhandenen Ideen soweit konkretisieren, dass
Gespräche mit dem Land NRW geführt werden können um Hilfestellungen zu
bekommen.
Herr Grothe ergänzt die
Ausführungen von Dr. Schmidt, dass die Verwaltung alles tue, damit dort
sinnvolle Investitionen getätigt werden können. Im übrigen sei er auch bereit,
Zwischennutzungen zu akzeptieren.
Die Schreiben
der unteren Denkmalbehörde könne er gerne zur Verfügung stellen, jedoch werde
hieraus nicht die eben vorgetragene politische Vehemenz hervorgehen, da diese
Dienststelle eben als untere Denkmalbehörde und nicht als Wirtschaftsförderung
gehandelt habe.
Zum den
anonymen Schreiben schlage er vor, diese dem Protokoll als Anlage 4 beizufügen.
Herr
Gerbersmann sieht sich durch die Aussage von Herrn Grothe in der
Vermutung bestätigt, dass die bisherigen Schreiben immer nur aus der Sicht der
unteren Denkmalbehörde verfasst worden seien.
Für
die CDU-Fraktion schlage er folgenden Beschluss vor:
Die
Verwaltung wird beauftragt alle rechtlichen Möglichkeiten gegen eine endgültige
Unterschutzstellung zu nutzen, damit zukünftige Investitionen nicht behindert
werden.
Herr Jörg schlägt vor,
den Beschluss wie folgt zu ergänzen:
Der Oberbürgermeister wird gebeten, Herrn
Minister Vesper den dargelegten politischen Willen in einem Schreiben
mitzuteilen.
Herr
Marscheider meint, dass diese Diskussion viel zu spät komme.
Richtig wäre gewesen, wenn Verwaltung und Politik solch ein Thema bereits ein
halbes Jahr früher behandelt hätten.
Beschluss:
Die
Verwaltung wird beauftragt alle rechtlichen Möglichkeiten gegen eine endgültige
Unterschutzstellung zu nutzen, damit zukünftige Investitionen nicht behindert
werden.
Der Oberbürgermeister wird gebeten,
Herrn Minister Vesper den dargelegten politischen Willen in einem Schreiben
mitzuteilen.
