24.08.2005 - 5.1 Kastanien in Hohenlimburg an der Bahnstraße
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 24.08.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Leisten weist darauf hin, dass
die Situation hinreichend bekannt sei. Bei geschlossener Schranke sei der
Verkehrsfluss Richtung Bahnhof unterbrochen.
Zudem gäbe es für die Anwohner
gegenüber der Kastanien das Problem der Verdunkelung. Letzteres Problem könne
auch der geplante Brückenbau nicht lösen.
Die Finanzierung solle in das
Straßenbauprogramm spätestens 2006, wenn es 2005 nicht mehr möglich sei,
aufgenommen werden.
Frau Sauerwein gibt zu bedenken, dass
der Verkehrsfluss sicherlich behindert werde, jedoch habe es in der
Vergangenheit ein hartes Ringen vieler Bürger und Bürgerinnen um den Erhalt
eben dieser Kastanien gegeben. Dies, und auch die Optik wolle sie zu bedenken
geben. Eine Verschattung der Wohnung könne sie nicht erkennen, sie habe sich
gerade noch einmal die Häuser angesehen.
Herr Palsherm meint, dies sei ein
Antrag vor allem für Autofahrer. Herr Palsherm möchte wissen, wie man mit den
Fußgängern verfahren solle, wenn die Schranken geöffnet sind. Die Straße sei
recht schmal, um eine Überholspur einzurichten. Ob man da nicht bereits den
Gegenverkehr stören würde?
Das Gesamtproblem müsse erst einmal
über einen Untersuchungsauftrag geprüft werden. Außerdem müsse die Kostenfrage
geklärt werden.
Herr Eisermann schließt sich dem
Antrag seiner Fraktion nicht an und nennt dafür drei Gründe:
Der erste Grund sei der zu bauende
Bahnübergang Herrenstraße im Jahr 2006, dann habe man eh eine veränderte
Verkehrssituation. Die Fällaktion und das Einrichten einer zweiten Fahrspur für
einen relativ kurzen Zeitraum sei dann Verschwendung von Steuergeldern.
Zweitens gäbe die Straßenbreite die Einrichtung einer zusätzlichen Fahrspur
nicht her. Drittens könne er die mangelnde Sonneneinstrahlung in den Wohnungen
an der Bahnstraße auch nicht nachvollziehen.
Herr Buschkühl weist noch einmal
darauf hin, dass die Beseitigung des Bahnübergangs Herrenstraße bereits seit 26
Jahren in Planung sei. Er sehe keine Lösung in absehbarer Zeit.
Herr Buschkühl wägt den Erhalt der
alten Bäume und den schlechten Verkehrsfluss ab. Man müsse berücksichtigen,
wieviel Zeit die Hohenlimburger vor dieser Schranke verbrächten, da sie zeitweise
bis zu 20 Minuten geschlossen sei.
Ebenfalls zu beachten sei das Problem
der Umweltverschmutzung und die Unfallverhütung. Da wir in einer Stadt lebten,
in dem ein hoher Baumbestand vorherrsche, hätten diese Kastanien nicht eine so
große Bedeutung. Die Wohnungen seien seiner Meinung nach tatsächlich zu
beschattet.
Herr Leisten geht noch einmal auf die
angebliche Sicherheit ein, die diese Verkehrsinsel mit den Kastanien darauf
vermittele und erinnert an die zwei tödlichen Unfälle mit Fußgängern in der
letzten Zeit. Die Situation werde durch die genannten Maßnahmen sicherlich
verbessert.
Herr Eschenbach spricht sich ebenfalls
dafür aus, die Kastanien entfernen zu lassen. Es müsse jedoch dann ein Konzept
her, um die Sicherheit derjenigen Fußgänger zu gewährleisten, die die Straße
direkt Richtung Bürgersaal überqueren wollen. Dafür habe man bislang noch gar
keine Lösung gehabt.
Dies sei jedoch wohl nur ohne die
Kastanien möglich. Er glaube schon fast nicht mehr an die Brücke über die Bahn.
Herr Eisermann erkundigt sich bei der
Verwaltung nach den Kosten für eine solche Baumfällung.
Herr Bauhaus meint, ohne Plan könne
man keine Zahlen nennen. Er spräche damit auch für die beteiligten Ämter. Es
wäre am besten, die Angelegenheit zu Papier zu bringen und vernünftig zu
überplanen. Dann könne man für die verschiedenen Varianten die Kosten benennen
und anschließend beraten.
Herr Arnusch möchte wissen, wie die
Polizei dazu steht, vor allem unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit.
Herr Arnusch befürwortet einen Prüfauftrag, um anschließend über den Erhalt der
Kastanien zu entscheiden.
Herr Buschkühl vertritt die Ansicht,
wenn die Sache nicht finanzierbar sei, könne man sie sowieso nicht realisieren.
Egal, welcher Plan gefasst würde – es gäbe keinen Plan, bei dem die
Kastanien stehenbleiben könnten. Daher solle man zuerst einen Beschluss fassen,
und dann eine Prüfung vornehmen lassen.
Herr Sondermeyer wendet sich an die
Polizei mit der Frage, ob es Möglichkeiten gäbe, gegen grob fahrlässiges
Verhalten im Straßenverkehr polizeilich vorzugehen, z.B. wenn jemand
verkehrswidrig an einer Verkehrsinsel vorbeifahre. Außerdem möchte Herr Sondermeyer
wissen, ob es sich bei den Bäumen nicht um Naturdenkmäler handele. Wie viele
Bäume müsse man als Ersatz pflanzen, wenn die Kastanien gefällt würden?
Herr Palsherm spricht sich dafür aus,
zunächst die Angelegenheit prüfen zu lassen, dann zu entscheiden.
Herr Grunwald erläutert, dass es
selbstverständlich Möglichkeiten gebe, gegen sich verkehrswidrig verhaltende
Verkehrsteilnehmer vorzugehen. Voraussetzung sei natürlich, dass das zu ahnende
Verhalten auch gesehen und angezeigt werde. Dann werde man sich darum kümmern.
Was das Projekt der Verkehrsführung angehe, sei das Verkehrdezernat der Polizei
sowieso mit beteiligt.
Herr Leisten stellt folgenden neuen
Beschlussvorschlag zur Abstimmung:
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Hohenlimburg beauftragt die Verwaltung, die Verkehrsführung dergestalt zu überplanen, dass ein reibungsloser Verkehrsablauf in Richtung Bahnhof/Parkhaus auch bei geschlossener Schranke gewährleistet werden kann.
Ein entsprechender Lösungsvorschlag der Verwaltung mit dem Ziel, die
Kastanien zu opfern, ist der Bezirksvertretung Hohenlimburg vorzustellen.
