19.09.2013 - 7 Sachstandsbericht zur Klimasituation im Kunstq...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Röspel begrüßt Herrn Schenk und Herrn Kliewe und bittet darum, den Bericht zur Klimasituation so anschaulich wie möglich zu halten.

 

Herr Schenk erläutert in seiner Präsentation das Wärmepumpensystem und den Kreislauf im Sommerbetrieb, durch den das Gebäude des Kunstquartiers mit konstanter Temperatur und Feuchtigkeit versorgt wird. Das Problem bestehe darin, dass die Auffangwanne keinen Überlauf habe, wenn sie also voll ist, schaltet sich die Wärmepumpe ab und das Klima im Kunstquartier bricht zusammen. Um das Abschalten der Wärmepumpe zu verhindern, sei es nötig geworden, eine externe Kühlung zu installieren, somit konnte die Abwärme nach Außen transportiert werden.

 

Frau Nigbur-Martini möchte wissen, wo die Abwärme bleibt und ob der Schlauch, der derzeit auf dem Kunstquartier installiert wurde, auf Dauer dort bleiben muss.

 

Herr Schenk antwortet, die externe Anlage wurde nur für zwei Monate gemietet und der Schlauch werde schon in der nächsten Woche wieder abgebaut. Im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens werde der gerichtliche Sachverständige von einem Geologen prüfen lassen, ob sich diese Situation wiederholen könnte.

 

Herr Dücker stellt fest, die Planung sei offensichtlich seinerzeit nicht optimal gewesen. Da sich das Beweissicherungsverfahren sicher noch 2 bis 3 Jahre hinziehen werde, hat er die Bedenken, dass die Verwaltung  in den nächsten Sommern immer wieder vor der Entscheidung stehe, eine externe Kühlung zu installieren. Er gibt zu bedenken, dass die Verärgerung  der Bürgerinnen und Bürger über diese zusätzlichen Kosten im Kunstquartier immens gewesen seien.

 

Herr Asbeck bezieht sich auf die Gesamtsituation im Kunstquartier, man habe mit der Technik nicht nur im Sommer Probleme, sondern auch im Winter. Er fragt, ob man im Winter mit den bereits veranschlagten Kosten auskomme oder ob auch dort erheblich höhere Kosten zu erwarten sind. Möglicherweise habe man auch derzeit zu hohe Erwartungen an ein dermaßen innovatives Projekt gehabt.

 

Herr Schenk gibt zu bedenken, das Problem der Erwärmung des Sonnenfeldes sei auch Bestandteil des Beweissicherungsverfahrens. Inzwischen habe man Maßnahmen eingeleitet, um den Problemen im nächsten Sommer entgegenzuwirken. In der Vergangenheit habe die Wärmepumpe 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr gearbeitet. Das habe man nun abgestellt, die Wärmepumpe laufe nur noch bei Bedarf. Die Werte im Schumacher Museum seien innerhalb des Auftrages vorgegeben worden, dies habe man abgearbeitet.

Der Winterbetrieb sei durch ausreichende Wärme im Erdreich gesichert. Außer den hygienischen Problemen seien keine weiteren Schwierigkeiten zu erwarten.

 

Herr Sondermeyer möchte wissen, wie lange diese erhöhten Kosten auf die Stadt Hagen zukommen werden. Er fragt, unter welcher Kostenstelle diese Ausgaben  verbucht werden und ob dadurch möglicherweise in anderen Bereichen der Kultur Geld eingespart wird.

 

Herr Kliewe stellt fest, man habe den Verwaltungsvorstand regelmäßig darüber unterrichtet, wie sich die Kosten für den Betrieb zusammensetzen. Alle Kosten werden laufend verzeichnet und können gerne zur Verfügung gestellt werden. Das gesamte Verfahren habe sich nun zu einer Mammutaufgabe entwickelt, an der einige Gutachter beteiligt seien. Nach einer Voreinschätzung eines bereits vorliegenden Gutachtens sei man optimistisch, mit vielen aufgeworfenen Fragestellungen Recht zu haben. Nicht einschätzen könne man aber, zu welchem Zeitpunkt die Gutachter und das Gericht ihr letztes Wort gesprochen haben und der gesamte Prozess zum Ende komme.

 

Herr Sondermeyer wiederholt seine Frage, aus welcher Kostenstelle diese zusätzlichen Ausgaben gedeckt werden und ob dadurch bedingt  in anderen Kulturbereichen Geld eingespart werden müsse.

 

Herr Kliewe antwortet, die GWH trete zunächst in Vorleistung und hoffe gleichzeitig, diese Kosten von den Verursachern zurückerstattet zu bekommen. Nach seiner Einschätzung liegt eine Einschränkung des Kulturbereiches dadurch nicht vor.

 

Frau Nigbur-Martini fragt, ob denn niemandem aufgefallen ist, dass die Anlage unnötigerweise an 365 Tagen für 24 Stunden betrieben wurde. Möglicherweise wären die Probleme dann gar nicht erst entstanden.

 

Herr Schenk antwortet, dies sei natürlich aufgefallen, aber innerhalb eines Beweissicherungsverfahrens müsse man die Beweise zunächst sichern. Erst nach der Bestätigung durch einen Sachverständigen könne man die Mängel beseitigen.

 

Herr Söhnchen hält fest, eine dauerhafte Problemlösung sei also nicht in Sicht. Es sehe also so aus, dass über Jahre hinweg die gleichen Probleme immer wieder auftauchen könnten, ohne dass man tätig werden könnte. Dies sei für ihn nicht ganz nachvollziehbar. Er fragt, wer eigentlich dafür verantwortlich ist, dass an der Auffangwanne der Überlauf nicht vorhanden ist.

 

Herr Schenk bestätigt, genau dies herauszufinden sei die Aufgabe der Sachverständigen innerhalb des Beweissicherungsverfahrens.

 

Herr Söhnchen hakt nach, ob man diese Prozedere nun über Jahre hinaus  betreiben wolle.

 

Herr Huyeng stellt fest, dass beide Museen teuer sind. Er verweist aber auch auf die sehr guten Besucherzahlen und ist stolz darauf, diese beiden  Museen in der Stadt zu haben. Allerdings habe die Technik der Gebäude ihm in den letzten Wochen große Sorgen bereitet und werde das sicher auch weiterhin tun. Das Entscheidende sei auch, dass man nicht wisse, wie die Mängel zu beheben sind. Es stelle sich möglicherweise auch die Frage, wann man die Reißleine ziehen müsse.

 

Herr Söhnchen fragt, was diese Formulierung zu bedeuten habe.

 

Herr Huyeng antwortet, damit sei gemeint, dass im Zweifelsfall das Museum geschlossen werden müsste, man hoffe aber, eine technische Lösung zu finden. Die Juristen hätten die Frage der Verantwortlichkeit und der Kosten zu klären. Das größte Problem sei die höchst  innovative Technik, die damals auch vom Land bezuschusst worden sei. Die Entscheidung zu innovativer Technik im öffentlichen Raum sei auch nachzuvollziehen, nur  beherrsche man diese Technik derzeit nicht.

 

Er erläutert nochmal, aufgrund der herrschenden sommerlichen Temperaturen habe man sehr kurzfristig reagieren müssen, um Schaden von den Bildern abzuwenden.

Herr Dr. Belgin möge selbst  noch etwas zu den konservatorischen Hintergründen sagen.

 

Herr Dr. Belgin erklärt, wie sich Leinwand und Farbe bei jähen Temperaturwechseln verhalten. Die Farbe bekomme bei bestimmten Temperaturen Risse, was zu weiteren Beschädigungen führen und den Wert eines Werkes mindern könne. Dies gelte für die Bilder in beiden Museen und das habe man verhindern wollen.

Seine Aufgabe und auch die von Herrn Lotz sei es, die Werke zu schützen und die konservatorischen Bedingungen zu sichern. Wenn diese Bedingungen nicht mehr gegeben sind, habe man nur die Möglichkeit, entweder die Museen zu schließen oder die Voraussetzungen auf dem Wege zu gewährleisten, wie es nun geschehen sei.

Er weist auf die Verträge mit Leihgebern hin, die eingehalten werden müssen. Auch in diesen Verträgen sind bestimmte Temperaturen der Räumlichkeiten vorgegeben.

 

Herr Klippert hält die Idee, die Museen im Notfall zu schließen, für sehr gewagt und nicht zumutbar. Bei Schließung der Museen würden hohe Kosten für die Logistik und die Lagerung der Kunstwerke entstehen, zudem würden die Einnahmen durch Eintrittsgelder wegfallen. Er stellt ganz klar fest, dass eine solche Lösung nicht infrage kommt.

 

Herr Röspel kann sich dem gerne anschließen. Er möchte nicht versäumen, den Experten bei der GWH dafür zu danken, dass sie dazu beigetragen haben, Schaden von den Museen und den Kunstwerken abzuwenden. Man habe gerade auch gehört, dass dieser Zustand so bleiben wird, bis die abschließenden Gutachten vorliegen.

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Beschluss:

Der Sachstandsbericht wird zur Kenntnis genommen.

 

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Abstimmungsergebnis:

x

Zur Kenntnis genommen

 

     

 

Dafür:

14

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

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