20.04.2005 - 7.1 Sommerspaß im Kirchbergwellenbad; 2. Lesung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 20.04.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr
Niederköppern erklärt, er wisse aus eigener Erfahrung, dass das Wellenbad
alleine nicht ausreiche, um die Besucherströme zu halten. Die jetzige Absicht,
das Schwimmerbecken zu schließen, führe zur Abwanderung der Besucher und
langfristig zur Schließung des Bades. Dies gelte es abzuwehren.
Herr Buschkühl
berichtet, dass nach neuestem Stand auf eine Verfüllung mit Sand verzichtet,
stattdessen aber ein Bauzaun um das Schwimmerbecken errichtet werden
solle. Man habe einen interfraktionellen
Antrag vorbereitet, der wohl noch entsprechend bearbeitet werden müsse.
Herr Leisten
wünscht eine Schilderung, wie es zu der “Sandlösung” gekommen sei.
Die Bezirksvertretung habe davon nichts gewusst.
Herr Grünhagen
erklärt, aus Sicht der Hagenbad sei in letzter Zeit in der Presse einiges geschrieben
worden, wobei nicht klar sei, woher die vermeintlichen Fakten stammten.
Hagenbad müsse die Bäderlandschaft unter gesamtstädtischen Gesichtspunkten betrachten.
Probleme gebe es nicht nur im Kirchenbergbad, sondern außer im Hengstey- und im
Hestertbad überall. Hagenbad habe die Aufgabe, die Situation für alle Bäder
darzustellen. Die Kosten müssten halbiert und eine langfristige
Attraktivitätssteigerung erzielt werden. Die Sandlösung sei eine Idee zur
Sicherung gewesen, die er selbst immer noch für gut halte. Aufgrund der
negativen Reaktionen werde jetzt wohl darauf verzichtet und ein Bauzaun
errichtet.
Herr Palsherm
meint, eine Betrachtung der Besucherzahlen sei einmal interessant. Er fragt, ob
die Besucher des Hallenbades in den Zahlen mit drin seien. Wenn ein Zaun um das
Becken errichtet werde, sterbe das Bad auf Dauer.
Herr Strüwer
wirft ein, die wilden Spekulationen seien dadurch entstanden, dass von Hagenbad
keiner informiert und keine Fakten auf den Tisch gelegt worden seien. Er meint,
bei der geplanten Maßnahme blieben lediglich noch 180 qm zum Schwimmen übrig.
Auch bei Wasserverlust könne das Becken doch zum Schwimmen vorgehalten werden.
Herr Strüwer möchte von Herrn Grünhagen wissen, wie er sich den zukünftigen
Vereinssport vorstelle.
Herr Grünhagen
erwidert, Aufgabe sei die Senkung des Defizits, und das gehe nur, wenn man
irgendwo anfange. Er könne leider die Emotionen nicht herausnehmen. Durch die
geplante Maßnahme in Hohenlimburg würden 200.000 bis 250.000 € eingespart.
Ein weiteres Absenken des Wasserspiegels sei nicht möglich.
Herr
Eschenbach meint, wenn jetzt doch kein Sand eingefüllt werde spare man das
Geld, um den Betrieb dieses Jahr weiter zu führen. Er fordert den Aufsichtsrat
der HVG dazu auf, das Bad in dieser Saison weiter zu betreiben. Bisher lägen
keine konkreten Zahlen und Fakten vor, und auch in den letzten Jahren habe man
sehr wenig von der Bädersituation gehört.
Herr Leisten
wirft ein, Hohenlimburg sei nicht Boele und nicht Mitte. Er verweist auf das
Thema Kettenbrücke und meint, auch in diesem Fall sei die Verwaltung so
unsensibel vorgegangen und habe die Bezirksvertretung vor vollendete Tatsachen
gestellt. Man hätte ggf. über Geld reden können, aber bis heute lägen der
Bezirksvertretung keine konkreten Zahlen vor. Es gehe hier nicht nur um
Sommerspaß, sondern auch um den Schulsport.
Herr Buschkühl
erinnert an seine Frage nach dem Wasserverlust, um festzustellen, ob das
reparabel sei. Der Bezirksvertretung stehe ein Mitbestimmungsrecht zu, dies sei
nicht nur Sache des Rates und der HVG.
Nach weiteren
Ausführungen von Herrn Buschkühl fragt Herr Feste, wie Herr Grünhagen auf die
Summe von 200 – 250.000 € komme und was die Sanierung des Beckens
kosten würde.
Herr Palsherm
sieht ein, dass Einsparungen vorgenommen werden müssten, aber diese dürften
nicht zu Lasten eines Einzelnen gehen. Er fragt, wie hoch die Wasserverluste
bei den anderen Bädern seien.
Herr Grünhagen
erläutert, es befänden sich feine Risse in der Verfugung am Beckenkopf. Eine
Sanierung würde 1,5 – 2 Mio. € kosten. Das Kirchenbergbad sei in
seiner jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß. Der Schul- und Vereinssport finde
hauptsächlich im Hallenbad statt.
Herr Leisten
bittet um eine Diskussion auf vernünftigem und sachlichem Niveau. Das Hallenbad
in Hohenlimburg reiche nicht aus, da es nicht über eine 50-m-Bahn verfüge. Man
brauche daher eine ordentliche Ganzjahreslösung.
Herr Strüwer
spricht erneut den Wasserverlust an und erkundigt sich, ob die angegebenen
Zahlen stimmen. Er fragt, ob man hier nicht im Grunde schon über das Bäderkonzept
rede und bittet um eine ehrliche Meinung, ob die jetzigen Planungen wirklich
noch ein Angebot für Schwimminteressierte oder den langsamen Tod des Bades
bedeuteten.
Herr Akkaya
wirft ein, das Bäderkonzept stehe noch nicht, aber es würden jetzt schon Fakten
geschaffen. Man hätte vorher darüber reden sollen. Die HVG sei in der Pflicht,
das Becken zumindest in dieser Saison noch zu füllen und zu betreiben.
Nach weiteren Wortbeiträgen von Herrn Dr. Schmidt und Herrn Buschkühl verliest Herr Hulvershorn den geänderten Empfehlungsbeschluss.
Die Mitglieder
der Bezirksvertretung legen eine Beratungspause von 17.23 bis 17.35 Uhr ein.
An der
weiteren Diskussion beteiligen sich Herr Eisermann, Herr Arnusch und Herr Leisten.
Herr
Hulvershorn erklärt, man habe sich interfraktionell auf einen neuen Antrag
verständigt.
Herr
Königsfeld verliest den neuen Beschlussvorschlag.
Beschluss:
Die
Bezirksvertretung Hohenlimburg lehnt die Ersatzgestaltung des Schwimmerbeckens
im Kirchenbergbad ab.
Die
Bezirksvertretung Hohenlimburg empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen, auf den
Aufsichtsrat der HVG/Hagenbad einzuwirken, jeden Beschluss über eine
anderweitige Nutzung des Schwimmerbeckens im Kirchenbergbad bis zur endgültigen
Beschlussfassung eines gesamtstädtischen Bäderkonzeptes für die Stadt Hagen zu
verhindern und den Schwimmbetrieb im bisherigen Umfang sicher zu stellen.
