16.10.2013 - 4.4 Umbenennung der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

Herr Dahme eröffnet den Tagesordnungspunkt und erläutert kurz die dazu entsprechenden Mitteilungen der Verwaltung.

 

An der anschließenden Diskussion beteiligen sich Frau Ellner, Frau Priester-Büdenbender und Frau Köppen sowie die Herren Schulz, Bleicker, Grzeschista, Dahme, Aßmuth und Neuhaus.

 

Auf die Frage von Herrn Schulz, ob alle Kosten die mit einer möglichen Umbenennung zusammenhängen ausgemacht werden konnten, teilt Herr Bleicker mit, dass eine exakte und damit auch abschließende Kosteneinschätzung, auch aufgrund der Vielschichtigkeit der Verwaltung, nicht gegeben werden kann. Er gehe aber nicht davon aus, dass darüber hinaus noch beträchtliche Kosten entstehen könnten.

 

Herr Grzeschista spricht mögliche Probleme im Hinblick auf die unzähligen Veränderungen bezüglich der Software innerhalb der letzten 20 Jahre an. So könne man nicht sagen, welche Bereiche doch höhere Kosten verursachen werden, um eine entsprechende Namensänderung vorzunehmen.             

 

Herr Bleicker weist nochmals darauf hin, dass es nicht nur um die Bezirksvertretung, sondern insbesondere auch um die Umbenennung des gesamten Stadtbezirkes

gehe.

 

Menschen leben auch von der Identifizierung die sie mit ihrem Stadtbezirk haben, was sich oftmals an einem Namen festmache, so Herr Dahme. So gebe es doch bei Einigen Vorbehalte gegenüber dem derzeitigen Namen. Eine Umbenennung in

Hagen-Süd würde alle vorhandenen Ortsteile mit einbeziehen. So könne auch er

einer Umbenennung mit der genannten Namensgebung zustimmen. 

 

Herr Neuhaus verliest folgende persönliche Stellungnahme:

 

Es ist meines Wissens das erste Mal, dass ein Bezirksbürgermeister die Namensänderung eines Stadtbezirks beantragt.

Die Mehrheit der Bürger wird sich fragen, ob wir keine anderen Sorgen haben. Die Stadt ist in einer finanziellen Notlage, es wird in Kürze eine Abstimmung über die Auflösung des Bürgeramtes in Eilpe geben. Es wird sogar über die Auflösung der Bezirksvertretung gesprochen.

In dieser Situation beantragen der Bezirksbürgermeister und die FDP eine Namensänderung.

Wir sind von den Bürgern gewählt worden, um zum Wohle unserer Stadt und unseres Stadtbezirks zu handeln. Sicher befinden wir uns immer in einem Abwägungsprozess.

 

Älter als die Stadt Hagen ist der Stadtteil Eilpe, ebenso die ehemalige Gemeinde Dahl. Die damaligen Mitglieder der Bezirksvertretung kamen alle aus den Ortsteilen des Bezirks und haben sich sicher ernstlich überlegt, wie sie den Stadtteil nach der Neugliederung benennen wollen und haben für mich eine Bezeichnung gefunden, die der Historie entspricht.

 

Zwei Beispiele möchte ich Ihnen nennen, welche Auswirkungen Umbenennungen haben können:

Durch die Aufgabe der Vereinsnamen TV Rummenohl und TV Priorei ist die hundertfache Nennung der Ortsnamen durch die Presse aufgegeben worden. Ob in Ostwestfalen, Südwestfalen oder im Ruhrgebiet ist der Name TuS Volmetal bekannt, hoch angesehen, beliebt und erfolgreich. Die Ortsnamen Rummenohl und Priorei werden in der Sportpresse nicht mehr erwähnt. In Ostwestfalen fährt man nicht mehr nach Rummenohl oder Priorei, man fährt nach Hagen-Dahl, um gegen den TuS Volmetal zu spielen.

 

Die ev. Kirchengemeinde Rummenohl und Dahl/Priorei sind zusammengelegt worden. Sie nennen sich jetzt die Auferstehungskirchengemeinde Hagen. Auch hier hat man es geschafft, die Ortsnamen Rummenohl – Dahl – Priorei aus der öffentlichen Wahrnehmung zu entfernen. Jeder Bürger in Hagen, Herdecke, Wetter, Breckerfeld und des Umlandes wusste, wo die Kirchengemeinden Dahl/Priorei – Rummenohl sind. Wer weiß heute, wo die Auferstehungskirchengemeinde Hagen ist.

 

Dies sind nur zwei Beispiele, wie man durch Entscheidungen in Gremien Eingriffe in Ortsbezeichnungen, die Jahrhunderte bestehen seine Identität mit seinem Ort und der Zugehörigkeit aufgibt.

 

Ich bitte die Mitglieder der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl diese Gedanken zu berücksichtigen und auf eine Änderung des Namens unseres Stadtbezirks zu verzichten.

 

Ich habe auch Verständnis für einige Argumente, das eine oder andere vielleicht zu verbessern. Dies sind aber für mich keine ausreichenden Gründe, um eine Umbenennung des Bezirks zu rechtfertigen. Ich werde mich für den Erhalt des Stadtbezirkes Eilpe/Dahl einsetzen und einer Umbenennung nicht zustimmen.

 

 

Herr Schulz entgegnet zu der verlesenen Stellungnahme, dass es darum gehe, eine allumfassende Bezeichnung zu finden.

 

Dieser Auffassung schließen sich Frau Priester-Büdenbender, Frau Ellner sowie Herr Aßmuth an und plädieren für eine Umbenennung mit dem Namen Hagen-Süd, der alle Ortsteile mit einbeziehe.

 

Frau Köppen empfindet die sehr umfängliche Diskussion zum Thema zeitlich unpassend. So sehe auch sie derzeitig andere Probleme im Vordergrund. Sicher müsse man sich mit dieser Thematik auseinander setzen – jedoch zu einer späteren Zeit und auf einer anderen Ebene. So werde man sich als Bündnis 90/Die Grünen heute enthalten.

 

Herr Dahme schlägt vor, die Sitzung für eine kurze Aussprache mit den Fraktionssprechern zu unterbrechen.

 

Dagegen werden keine Bedenken erhoben.

 

Hinweis der Schriftführerin:

Die Sitzung wird für eine kurze Aussprache von 17.02 Uhr -17.12 Uhr unterbrochen.

 

Nach der Aussprache teilt Herr Dahme mit, dass er sich bezüglich der Entscheidung für die Umbenennung des Stadtbezirks und der Bezirksvertretung eine möglichst breite Mehrheit wünsche. Dies sehe jedoch derzeit nicht danach aus, sodass er vorschlägt, den Tagesordnungspunkt in die neue Legislaturperiode zu vertagen und es der neuen Bezirksvertretung zu überlassen, über eine mögliche Umbenennung zu entscheiden.

 

Bedenken dagegen gibt es nicht, sodass wie folgt beschlossen wird:

 

 

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Beschluss:

Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl vertagt den Beratungsgegenstand und empfiehlt der sich neu konstituierenden Bezirksvertretung diesen Tagesordnungspunkt zu beraten.

 

 

 

 

 

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

3

 

1

CDU

3

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

2

 

 

FDP

 

1

 

Hagen Aktiv

 

 

1

Die Linke

 

 

 

 

X

Mit Mehrheit beschlossen

 

Dafür:

8

Dagegen:

1

Enthaltungen:

2

 

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Anlagen zur Vorlage

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Anlagen