14.12.2004 - 6 Fortschreibung der Kindergarten-Bedarfsplanung ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Zusätze:
- Verfasser : Frau Haack
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Di., 14.12.2004
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Petra Seifert
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr
Strüwer schildert die Situation und die Auswirkungen auf die von den Kirchen
geführten Kindergärten. Auf Grund der wegbrechenden Kirchensteuereinnahmen
können die Kirchen ihre Kindergärten nicht mehr in bewährter Form weiterführen.
Er weist darauf hin, dass nicht die Sparmaßnahmen der Stadt Hagen für diese
Problematik verantwortlich sind, wie dies fälschlicherweise in den Medien
geschildert worden ist. Die Stadt Hagen bezuschusst die Kindergärten mit mehr
als 11 Millionen Euro pro Jahr. Gemeinsam müssen nun Möglichkeiten gesucht
werden, die Kindergartenschließungen zu vermeiden.
Zur
Fortschreibung der Bedarfsplanung lobt Herr Strüwer ausdrücklich die Vorarbeit
von Frau Haack.
Herr Dr.
Schmidt schließt sich diesem Lob an und stellt die Fortschreibung der
Jugendhilfeplanung vor. Kindergartenbedarfsplanung ist eine gesetzliche
Pflichtaufgabe. Der aktuell vorgelegte Bericht zum Arbeitsfeld
Tageseinrichtungen enthält u.a. eine Bestandserhebung sowie eine Bedarfs- und
Wohnortanalyse. Die Planung sei erschwert durch Probleme beim Anmeldeverfahren.
Die Fortschreibung der Kindergarten Bedarfsplanung 2005 bis 2007 und die
vorgelegte Veränderungsliste seien als Diskussionsgrundlage zu verstehen.
Hierbei sei auch die zukünftige demographische Entwicklung berücksichtigt. Die
Veränderungsvorschläge sollen Grundlage für die Gespräche zwischen Stadt,
kirchlichen Gesamtverbänden und den jeweiligen Trägern dienen. Dr. Schmidt
berichtet über sehr solidarische Gespräche, die bereits stattgefunden haben.
Ziel muss es sein, für mindestens zwei Jahre eine Planungssicherheit im
Kindergartenbereich zu erreichen.
Es wird von
Herrn Strüwer vorgeschlagen, bezirksweise die Bedarfsplanung zu besprechen.
Zum
Stadtteil Haspe gibt Frau Haack an, dass dort viele Eltern ihre Kinder in
dortigen Kindergärten untergebracht haben, die dort selbst nicht wohnen. Eine
Verpflichtung, seine Kinder in seinem Wohnort anzumelden, gibt es nicht.
Herr
Haensel fragt an, ob das vorgelegte Zahlenmaterial bereits der Feinschliff ist
oder ob es noch Korrekturen gibt. Herr Dr. Schmidt und Frau Haack können zu
einzelnen Punkten Missverständnisse
ausräumen. Sie verweisen nochmals auf die den Trägern zugesagten Gesprächen,
die selbstverständlich noch Änderungen zulassen.
Zum
Stadtteil Mitte wurde berichtet, dass der demographische Faktor nicht greift,
so dass Einsparungen hier nicht zu erwarten sind.
Herrn
Reinke wird berichtet, dass Grundschulbezirke anders aufgeteilt sind als die
politischen Bezirke.
Zum Bezirk
Eilpe/Dahl wird ausgeführt, dass dieser überdimensional betroffen ist.
In
der nachfolgenden Diskussion wird klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine
konkreten finanziellen Zusagen angeboten werden können. Bevor über eine
finanzielle Unterstützung der betroffenen Träger verhandelt werden kann, müssen
diese betriebswirtschaftliche Einblicke in ihre Bücher zulassen. Auch müsse
eine Gesamtlösung mit verbindlichen Aussagen zum gesamten Stadtgebiet erfolgen.
Die
finanziellen Überlegungen sind aber konkret im nicht-öffentlichen Teil zu
erörtern.
Herr
Schurgacz schlägt vor, Verhandlungen über den Gemeindeverband zu führen, damit
nicht jeweils Einzelgespräche geführt werden müssen.
Herr Decker
fragt an, ob der Anmeldetourismus abgestellt werden kann. Herr Machatschek
erläutert, dass über die Aufnahme der Träger entscheidet. Es wird aber über ein
Anmeldeverfahren mit Rangliste nachgedacht.
Herr Schledorn
meint, dass es erklärtes Ziel sein müsse, den derzeit beschäftigten Erziehern
eine Perspektive zu geben.
Frau Kurte
unterbreitet zum Beschlussvorschlag der Verwaltung eine Ergänzung in Form eines
neuen Absatz vier. Der alte Absatz 4 wird Absatz fünf.
Es besteht
Einigkeit, dass es in erster Linie um Träger mit hohem Eigenanteil gehe. Herr
Schledorn weist daraufhin, dass aber auch Gesprächsbereitschaft besteht, wenn
an anderer Stelle Probleme entstehen.
Im
Anschluss wird folgender Beschluss gefasst:
Beschluss:
1.
Der Rat nimmt die Fortschreibung der
Kindergarten-Bedarfsplanung zur Kenntnis.
2.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Ergebnisse der
Gespräche mit der ev. und der kath. Kirche in die Januarsitzungen von JHA, HFA
und Rat einzubringen, damit das Anmeldeverfahren für das neue Kindergartenjahr
in allen Hagener Einrichtungen gesichert ist.
3.
Die Verwaltung wird beauftragt, mit den regionalen Hagener
Anbietern Gespräche zur Umsetzung der Kindergarten-Bedarfsplanung zu führen und
die Ergebnisse im Mai 2005 zu berichten.
4.
Die Verwaltung erarbeitet ein Bestandssicherungskonzept.
Ziel
ist es, mit betroffenen Trägern von Kindertageseinrichtungen ein verbindliches
und einvernehmliches Gesamtkonzept für die Kindergartenjahre 2005/2006 und
2006/2007 unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung und der
Auswirkung der Offenen Ganztagsgrundschule zu entwickeln.
Die
finanzielle Absicherung soll auf der Basis einer zwischen Stadt und Trägern zu
treffenden Vereinbarung erfolgen, wobei die Verteilung zusätzlicher Mittel für
die Träger mit hohen Eigenanteilen durch die kirchlichen Gesamtverbände
koordiniert werden soll.
Verbindliche
Bestandszusagen und Verwendungsnachweise sind Bestandteile auszuhandelnder
Verträge.
5.
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den
Trägern mögliche organisatorische und personalwirtschaftliche Optimierungen der
Kindergarten-Betreuung und des Anmeldeverfahrens in Hagen zu erörtern.
