08.02.2012 - 7 Prävention Jugendkriminalität / Projekt "Kurve ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Mi., 08.02.2012
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Grohmann vom
Polizeipräsidium Hagen stellt sich vor und berichtet von dem Projekt
„Kurve kriegen“ (siehe Anlage
zu TOP 7).
Frau Biedermann möchte
wissen, ob an die Eltern gedacht worden sei, die die deutsche Sprache nicht
verstünden. Wie sähe da eine Annäherung aus?
Herr Grohmann antwortet,
dass sich dieses Problem bisher nicht gestellt habe. Bei zwei Eltern, die
Sprachprobleme hätten, hätten diese sich selbst um einen Dolmetscher bemüht. Es
bestehe grundsätzlich auch die
Möglichkeit, über die Diakonie Dolmetscher zu finden.
Herr Losch fragt,
inwieweit man Einfluss auf die Eltern nehmen könne, damit diese ihre Kinder an
dem Projekt teilnehmen ließen.
Herr Grohmann berichtet,
dass das der Prozess sei, an dem er nicht beteiligt sei. Es sei Aufgabe der
Polizei, die Eltern von dem Projekt zu überzeugen. Er habe nur mit den Eltern
zu tun, die zugestimmt hätten. Die Zustimmung sei jedoch grundsätzlich ziemlich
hoch. Es sei jedoch eindeutig vom Ministerium so formuliert, dass die Teilnahme
an dem Projekt freiwillig sei und vom Einverständnis der Eltern abhänge.
Frau Burghardt erkundigt
sich, wie diese Familien akquiriert würden. Ihr sei in diesem Zusammenhang
sofort die Wilhelm-Busch-Schule eingefallen. Sie wisse, dass dort schon ganz
junge Kinder betroffen seien. Sie rege an, dort einmal genauer hinzuschauen.
Sie schätze das so ein, dass dort eine große potentielle Zielgruppe vorhanden
sei.
Herr Grohmann macht
deutlich, dass die Straftat im Fokus stünde. Eine Anzeige gegen den Straftäter
müsse vorliegen und sei Voraussetzung, um an dem Projekt teilnehmen zu können.
Auf die Frage von Frau Burg-Ahrendt nach der Differenzierung von
insgesamt 21 männlichen und weiblichen Projektteilnehmern erklärt Herr
Grohmann, dass sich 2 Mädchen darunter befänden.
Frau Timm-Bergs fragt, ob
sich die Freiwilligkeit auch auf die betroffenen Jugendlichen beziehe oder ob
es sich um ein Instrument der Strafe handele?
Herr Grohmann antwortet,
dass die Freiwilligkeit nicht bei allen 21 Teilnehmern von Anfang an gegeben
sei. Es sei Teil der pädagogischen Arbeit, diese Motivation bei den Kindern und
Jugendlichen mit einer gewissen Hartnäckigkeit zu erreichen.
Herr Strüwer möchte
wissen, ob es auch schon Erfahrungen mit
Abbrüchen gebe.
Herr Grohmann erklärt,
dass es keine Abbrüche von Kindern gebe. Es gebe allerdings Fälle, in denen
Eltern zunächst zugesagt hätten und dann die notwendigen Erlaubnisse nicht
erteilt hätten. Diese seien dann rausgefallen, weil man mit den Kindern dann
nicht arbeiten könne. Einige Eltern seien auch einfach nicht mehr zu erreichen.
Auf die Frage von Herrn Strüwer nach der Intensität der Maßnahmen
erklärt Herr Grohmann, dass diese sehr unterschiedlich sei. Es sei kein
Standardprogramm, das auf alle Teilnehmer angewendet würde. Ausschlaggebend sei
die Notwendigkeit der Hilfe.
Herr Goebels ergänzt die
Ausführungen im Hinblick auf
Freiwilligkeit dahingehend, dass man die Steuerungsgruppe um einen
Familienrichter erweitern wolle. Dieser werde an der nächsten Runde teilnehmen.
Man müsse überlegen, dass mit diesem Präventionsprojekt möglicherweise einige
Familien nicht erreicht werden könnten und welche Möglichkeiten es gebe, damit
umzugehen.
Herr Vitte berichtet, dass
die Eltern, die ihre Erlaubnis verweigerten, dem ASD benannt würden. Dann könnten
die Mitarbeiter des ASD noch mal versuchen, den Eltern eine Teilnahme ihrer Kinder nahezulegen.
Herr Strüwer bittet Herrn
Vitte, der als Koordinator an diesem Projekt mitwirke, um die Schilderung seines persönlichen Eindrucks.
Wie sähe er die Perspektive des Projekts?
Herr Vitte teilt mit, dass
er derjenige sei, der die Familien aufsuche. Heute habe er den 147.
Jugendlichen in seine Liste aufgenommen und geprüft, ob er in dieses Programm
reinpasse. Bei den Familien werde man in
über 90 % der Fälle gut aufgenommen. Die Eltern seien in der Regel dankbar für
die Hilfe.
Herr Strüwer resumiert,
dass es sich bei diesem Projekt um eine gute Sache handele. Man habe heute
durch den Vortrag das Gefühl bekommen, dass das eingesetzte Geld gut angelegt
sei. Die Polizei habe durch diese Maßnahme ganz neue Möglichkeiten, Zugriff auf
Familien und Kindern zu bekommen.
Er bedankt sich für die bisher geleistete Arbeit und wünsche auch
weiterhin viel Erfolg für das Projekt.
