10.05.2012 - 6.10 Geschäftsbericht 2011 der HAGENagentur

Beschluss:
ungeändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Herr Oberbürgermeister Dehm bittet Herrn Schießer, Geschäftsführer der HAGENagentur, bevor es um den Geschäftsbericht 2011 geht, zu dem aus der heutigen Tagespresse zu entnehmenden Problem, dass die Fa. Ranft nicht mit einem geeigneten Grundstück versorgt werden kann, Stellung zu nehmen.

 

Herr Schießer berichtet, dass der Fa. Ranft mehrere Grundstücksangebote unterbreitet wurden. Für eine Firma, die sich mit Recycling von Bauschutt beschäftigt, gibt es die Auflage, dass mindestens ein Abstand von 300 Meter zur nächsten Wohnbebauung eingehalten werden muss, sie darf nicht in einem Überschwemmungsgebiet liegen, und die Fläche muss eine Vollversiegelung haben. Die Topographie und die Lage Hagener Gewerbegebiete geben dies in der Regel kaum her. Deshalb wurden von der HAGENagentur auch Kontakte zu bekannten Privatanbietern hergestellt. Leider konnte keines der Angebote den Ansprüchen der Ra. Ranft gerecht werden. Nach wie vor ist die HAGENagentur bemüht, ein Grundstück, das sowohl den Auflagen als auch den Ansprüchen der Fa. Ranft an Lage und Preis entspricht, zu finden.

Der Umgang der HAGENagentur mit der Firma Ranft war zu keinem Zeitpunkt von Unsachlichkeit geprägt.

 

Frau Schmidt-Winterhof fragt nach, warum das angebotene Schlachthofgelände nicht genommen wurde.

 

Herr Schießer erwidert, dass die HAGENagentur, trotz der schwierigen Eigentumsverhältnisse, zunächst beide Seiten zusammenbringen konnte. Die Verhandlungen wurden dann einseitig von der Fa. Ranft abgebrochen, obwohl das Grundstück aus Sicht der HAGENagentur geeignet ist.

 

Herr Dücker regt an, ob dies nicht eine gute Gelegenheit zur Schaffung eines Präzedenzfalls zu dem eingangs mit Frau Geiß-Netthöfel vom RVR besprochenen Thema der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Brachflächen entlang der B7 wäre.

 

Herr Dr. Ramrath sieht Beratungsbedarf für den Stadtentwicklungsausschuss. Er möchte von der Fachverwaltung erläutert haben, woraus sich der Mindestabstand von 300 Metern zur nächsten Wohnbebauung zwingend ergibt. Außerdem möchte er von Herrn Schießer wissen, ob auch Standorte in Vorhalle geprüft wurden, da es dort bereits ähnliche Gewerbetriebe gibt.

 

Frau Metz äußert ihr Unverständnis darüber, dass der Schlachthof als geeignetes Gelände angesehen wird. Sie kann sich nicht vorstellen, dass hier der Mindestabstand von 300 Meter zur nächsten Wohnbebauung eingehalten wird. In diesem Zusammenhang möchte sie über das Gelände der Fa. Brandt sprechen.

 

Herr Thieser erinnert daran, dass es in der Vergangenheit regelmäßig immer wieder Firmen gegeben hat, deren Wünsche und Anforderungen an ein neues Gewerbegrundstück trotz intensivster Bemühungen nicht erfüllt werden konnten. Dies ist für beide Seiten bedauerlich, aber in letzter Konsequenz leider nicht zu ändern. Auch er regt eine regionale Wirtschaftsförderung an. Es muss zur Selbstverständlichkeit werden, mit den Nachbargemeinden in diesen Punkten zusammen zu arbeiten.

 

Herr Oberbürgermeister Dehm weist noch einmal darauf hin, dass Hagen knapp an Gewerbeflächen ist. Wenn schon aufgrund der Topographie dann noch hinzukommt, dass nur das Niedrigpreissegment zwischen 10,00 € bis 12,50 € infrage kommt, stößt die Wirtschaftsförderung an ihre Grenzen. Trotzdem wird gemeinsam mit der Fachverwaltung und der HAGENagentur über die Vernetzung mit der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr versucht, entsprechende Flächenangebote zu vermitteln. Herr Oberbürgermeister Dehm schätzt die Situation so ein, dass sich die Probleme in den nächsten Monaten und Jahren weiter zuspitzen werden. Er findet es legitim, öffentlichen Druck aufzubauen, wünscht sich aber eine etwas differenziertere Betrachtungsweise.

 

Herr Riechel fragt an, ob sich das Abbruchunternehmen Ranft durch Zurverfügungstellung einer Brachfläche mit aufstehender Gebäudesubstanz nicht selber eine geeignete Fläche schaffen kann und dadurch Synergien geschaffen werden können.

 

Herr Schießer gibt zu Bedenken, dass auch Brachflächen, wie beispielsweise das Gelände der Fa. Brandt oder des Schlachthofs durch den Investor erworben werden müssen.

Beim Schlachthof war es tatsächlich angedacht, dass die Fa. Ranft den Abbruch der aufstehenden Gebäude selber vornimmt.

Die HAGENagentur hat der Fa. Ranft auch in Vorhalle ein Grundstück angeboten, welches den gewünschten Grundstückszuschnitt und die gewünschte Grundstücksgröße von 11.000 qm hatte, aber auch hier ist es an dem Preis gescheitert.

Die HAGENagentur vermittelt derzeit eine Vielzahl ihrer Verkäufe bzw. Umsiedlungen an Brachflächen oder anderweitig nicht mehr genutzte Gewerbeflächen und nutzt in letzter Konsequenz die Vernetzung in der Metropole Ruhr oder zu den benachbarten Wirtschaftsförderungen. In erster Linie wird aber versucht, die Unternehmen am Standort zu halten. Die HAGENagentur wird auch weiter versuchen, ein geeignetes Gewerbegrundstück für die Fa. Ranft zu finden.

 

Herr Hentschel ist überrascht, dass die HAGENagentur versucht, einen Käufer für das Gelände des Schlachthofes zu finden. Seines Wissens steht die Stadt Hagen mit dem Eigentümer noch vor Gericht, und er kann nicht verstehen, dass hier eine Unterstützung stattfindet.

 

Herr Gläser entgegnet, dass das Schlachthofgelände zwei Eigentümern gehört. Der eine ist ein fleischverarbeitender Betrieb, und er kann es sich nur schwer vorstellen, dass dieser neben einem Abbruchunternehmen tätig sein möchte.

 

Herr Oberbürgermeister Dehm stellt fest, dass die Darstellung dessen, was für die Fa. Ranft getan wurde, deutlich war und die weitere Diskussion über eventuell geeignete Grundstücke an dieser Stelle nicht zielführend ist. Er würdigt anhand der erfolgreichen Projekte der letzten Monate die gute Arbeit der Wirtschaftsförderung.

 

Herr Hentschel ist der Auffassung, dass seine Frage nicht ausreichend beantwortet wurde und wiederholt sein Unverständnis über die Hilfestellung der Stadt Hagen beim Verkauf des Schlachthofgeländes. Er möchte wissen, ob die HAGENagentur den Schlachthof immer noch vermarktet und wie hoch der Verkaufspreis war bzw. wie viel die Fa. Ranft bereit war zu zahlen.

 

Herr Schießer antwortet, dass derzeit keine Vermarktung des Schlachhofgeländes stattfindet und dass der HAGENagentur der Kaufpreis aus den privaten Verkaufsverhandlungen nicht bekannt ist.

 

Herr Oberbürgermeister Dehm leitet zum Thema Geschäftsbericht 2011 der HAGENagentur 2011 über und erteilt Herrn Schießer das Wort.

 

Herr Schießer nimmt Bezug auf den durch die HAGENagentur ausgelegten Geschäftsbericht 2011 und stellt die Themen Unternehmensbetreuung, Verkauf von Gewerbeflächen, Einzelhandel, Netzwerke, Stadtmarketing, Tourismus und die Gründung des Unternehmervereins besonders heraus.

 

Herr Thieser möchte wissen, ob die HAGENagentur eine Erklärung für den starken Anstieg der Übernachtungszahlen in den Monaten September und Oktober der letzten beiden Jahre hat.

 

Herr Schießer kann sich dies aktuell auch nicht erklären, weist aber darauf hin, dass die Übernachtungszahlen seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 erfreulicherweise weiter ununterbrochen ansteigen. Die neuesten Zahlen von Januar und Februar melden erneut einen Anstieg von über 10%, und die Verweildauer liegt im Durchschnitt bei rd. drei Tagen. Mit diesen Werten liegt Hagen über allen kreisfreien Städten in NRW. Außerdem ist ein starker Anstieg ausländischer Gäste zu verzeichnen. Herr Schießer vermutet, dass diese erfreuliche Entwicklung auch von der starken Präsenz der HAGENagentur auf den entsprechenden Messen herrührt. Dort wurden Kontakte, insbesondere zu Niederländern, hergestellt und Einladungen ausgesprochen, die wiederum als Multiplikator fungieren. Durch den Tourismus verbleiben hochgerechnet knapp 10 Millionen Euro an Umsätzen in der Stadt Hagen, so dass es sich lohnt, dem Tourismus als Wirtschaftsfaktor Beachtung zu schenken.

 

Herr Kayser fragt nach, ob es im Bereich Tourismus, ähnlich wie bei den Gewerbebetrieben, eine Vernetzung der Einrichtungen z.B. Kulturzentren, Stadttheater usw. gibt.

 

Herr Schießer bestätigt dies. Es wurde eine sogenannte „Tourismusrunde“ ins Leben gerufen, in der alle Kulturbetriebe Hagens vertreten sind. Es geht hier um die Formulierung und Vermarktung von Angeboten.

Reduzieren

Beschluss:

 

Der Geschäftsbericht 2011 der HAGENagentur GmbH wird zur Kenntnis genommen

 

Reduzieren

Abstimmungsergebnis:

X

Zur Kenntnis genommen

 

Dafür:

14

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

Reduzieren

Anlagen zur Vorlage

Reduzieren

Anlagen