01.02.2011 - 12 Aktuelles Planvorhaben auf dem Brandt-Gelände i...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 12
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Di., 01.02.2011
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Dorothee Jacobs
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Nach Auffassung von Herrn Dücker sind die
Vorschläge des Investors dort nicht zu realisieren und somit abzulehnen. Dieser
Bereich sei nur in Richtung Gewerbe zu entwickeln. Entsprechende Gespräche
sollten mit dem Eigentümer geführt werden, um wegzukommen von den
ursprünglichen Ideen des Einzelhandels- bzw. FOC-Konzepts. Dies sei seiner
Meinung schon auf Grund der verkehrlichen Situation dort nicht mehr möglich.
Die bestehenden Gebäude sollten aus dem
Denkmalschutz entlassen werden und einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden.
Kleine bis mittlere Handwerkbetriebe könnten dort ihre Heimat finden und sich
weiter entwickeln. Dies sei eine große Chance für Westerbauer auch zur
Schaffung neuer Arbeitsplätze. Vielleicht wären Gespräche der Verwaltung mit
dem Eigentümer hilfreich, um zu entsprechenden Lösungen zu kommen.
Herr Grothe berichtet, dass sowohl der Eigentümer
als auch dessen Bevollmächtigter für diese Flächen mit der Bitte um
Informationen angeschrieben worden seien, wie sie weiter mit der Fläche
umzugehen gedächten. Es sei deutlich formuliert worden, dass die Stadt ein
Verkehrskonzept, einen Investor und ein Umsetzungskonzept erwarte, um evtl.
nochmals über die Idee FOC und anderes nachdenken zu können. Ein Termin sei
inzwischen festgelegt. Dieser sollte zunächst abgewartet werden.
Herr Klinkert begrüßt dieses Gespräch mit
Eigentümer und Entwickler. Diese sollten sich überlegen, ob sie nicht doch mit
abgewandelten Vorstellungen auf die Stadt zukommen sollten.
Lt. Herrn Romberg müsse dem Eigentümer deutlich
gemacht werden, dass seine Vorstellungen von großflächigem Einzelhandel nicht
praktikabel seien. Er frage sich jedoch, ob die angesprochenen gewerblichen
Nutzungen nicht im Widerspruch zu den städtischen Planungen wie Gartencenter
ständen.
Herr Grothe erwidert, dass die Stadt derzeit
beabsichtige, die in Frage stehenden Flächen aus der Industrienutzung
herauszunehmen, um sie aus landesplanerischer Sicht zu einem Allgemeinen
Siedlungsbereich zu machen. Dies könnte auch Gewerbe einschließen. Er sehe
jedoch die Schwierigkeit, dass dies finanziell nicht funktioniere. Die
Abrisskosten schätze er auf einen mehrstelligen Millionenbetrag. Er kenne
jedoch Konzepte aus anderen Städten, die für die bestehenden Gebäude versuchten
Untermieter zu finden, z. B. kleine Handwerksbetriebe. Diese Idee sei jedoch
bisher an den Vorstellungen des Eigentümers gescheitert.
Neben der möglichen Nutzung als Gewerbehof bringt
Herr Dr. Ramrath ins Gespräch, den Abriss durch einen öffentlich rechtlichen
Träger z. B. wie im Nahmertal zu organisieren. Wenn auf dem Brandt-Gelände eine
gewerbliche Nutzung installiert werden sollte, sei für den Eigentümer ein
Abriss aus wirtschaftlichen Gründen nicht finanzierbar. Dann würde diese Brache
für lange Zeit bestehen bleiben. Auch ein Teilabriss könnte möglicherweise
verfolgt werden.
Problem ist für Herrn Wolzenburg, dass die Stadt
noch nicht wisse, was auf dem Gelände gewollt sei. Ihm sei jedoch wichtig, dass
die Tendenz nicht unbedingt in Richtung FOC gehe, mit den Schwierigkeiten, wie
sie schon von Herrn Dücker angedeutet worden seien.
Herr Bögemann bringt die Möglichkeiten von
Loft-Wohnung in diesen alten Fabrikgebäuden ins Gespräch.
Lt. Herrn Meier bringe eine Einzelhandelsnutzung
natürlich eine höhere Rendite. Sicherlich sei auch eine gewerbliche Nutzung
möglich, dann wäre die Gewinnerwartung aber geringer. Die Planungshoheit liege
bei der Stadt und diese müsse sagen, in welche Richtung es dort gehe.
Herr Dücker möchte zunächst die Gespräche der
Verwaltung mit dem Eigentümer abwarten, wobei er davon ausgehe, dass die
Chancen eines FOC an dieser Stelle gering seien. Gleichwohl sollte weiterhin
über ein Gartencenter auf der gegenüber liegende Straßenseite nachgedacht
werden.
Herr Romberg berichtet, dass der dortige Investor
hierfür derzeit nicht mehr zur Verfügung stehe. Des Weiteren bittet er darum,
in den Gesprächen mit dem Eigentümer deutlich zu machen, dass mit Einzelhandel
nicht weiter zu kommen sei. Er warne auch davor, sich zu sehr mit Gewerbe in
den bestehen Gebäuden zu befassen, da hier sehr schnell bauordnungsrechtliche
Gründe wie Brandschutz gegen sprechen würden.
Herr Grothe gibt zu bedenken, dass die Stadt die
Ausweisung eines Allgemeiner Siedlungsbereiches anstrebe. Dies biete allen
dortigen Eigentümern Entwicklungsmöglichkeiten in Richtung
Fachmarkt/Einzelhandel. Er sei der Auffassung, dass es eine große Lösung auf
einen Schlag nicht geben werde. Es sollte zunächst klein angefangen werden.
Dies beinhalte auch die Aufgabe des Eigentümers,
dort Aktivitäten in jeder Form zuzulassen. Er bitte darum, zunächst die
Gespräche abzuwarten.
Die Diskussion abschließend macht Herr Dr.
Ramrath den nachfolgenden Beschlussvorschlag und stellt fest, dass hiergegen
keine Bedenken bestehen.
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss lehnt das
vorgestellte Nutzungskonzept ab.
Die Verwaltung wird beauftragt, Gespräche
insbesondere mit dem Eigentümer forciert weiter zu führen. Hierbei und auch bei
der weiteren Planung soll das Hauptaugenmerk auf Gewerbe gerichtet werden.
Der Beschluss wird sofort umgesetzt.
