07.07.2011 - 2 4. Evaluationsbericht zur interkulturellen Kult...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Frau Stein-Majewski bedankt sich für die rege Teilnahme an der Führung durch den Stadtteil Altenhagen, die heute vor der Sitzung des KWA stattgefunden hat. Dieses Projekt wurde im letzten Jahr entwickelt und soll auch weiter fortgeführt werden.

 

Heute liege bereits der 4. Evaluationsbericht vor, der interessierten Bürgern und Politikern belegen soll, welche Kulturprojekte mit interkulturellem Hintergrund in Hagen stattfinden.

An dieser Stelle möchte sie nur die Schwerpunkte dieser interkulturellen Arbeit hervorheben. Besonders wichtig sei dabei die Kontinuität der speziell für Migranten entwickelten Projekte, die in den letzten Jahren nach den Ansprüchen der Teilnehmer verändert oder erweitert wurden

Die Angebote richten sich oft in erster Linie an Kinder und Jugendliche, was daher rühre, dass in Hagen 47 % aller Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, einen Migrationshintergrund haben. Über diese Kinder gelinge es dann häufig, auch deren Eltern für bestimmte Kultureinrichtungen zu interessieren und ihnen die Schwellenangst zu nehmen. Ein in dieser Hinsicht besonders erfolgreiches Projekt sei z.B. die Istanbul-Ausstellung des Osthaus Museums im letzten Jahr gewesen.

 

Herr Asbeck ist betroffen über den hohen Anteil betreuter Kinder mit Migrationshintergrund. Er möchte den Begriff „betreute Kinder“ näher definiert haben. Auch der Begriff „Migrationshintergrund“ werde unterschiedlich und für seine Begriffe zu weit ausgelegt. Nach seinen Recherchen im Internet zählen alle Flüchtlinge nach 1949 bis in die dritte Generation  statistisch auch dazu. Wenn der Begriff aber so gehandelt werde, frage er sich, welche Aussagekraft solche Zahlen dann haben. Sinnvoller sei es, diesen Begriff einzugrenzen auf Menschen, die sprachlich noch Schwierigkeiten haben und in anderen kulturellen Kreisen groß geworden sind.

 

Frau Stein-Majewski erläutert beide Begrifflichkeiten und ist der Meinung, dass auch bei älteren Menschen, die bereits seit vielen Jahren hier leben, der Migrationshintergrund und die Tradition sehr wichtig sind und noch eine große Rolle spielen.

 

Herr Dücker meint, der Begriff „Migrationshintergrund“ werde von den betroffenen Menschen sehr individuell gesehen. In einem Punkt gebe er aber Herrn Asbeck recht, je höher die Zahl dieser Bevölkerungsgruppe gesetzt werde, desto negativer werde eine  Stadt unverständlicherweise in der Öffentlichkeit gesehen. Es könne ja auch genau umgekehrt sein, indem man sage, eine solche Stadt sei besonders weltoffen und erhalte gerade durch die Migranten viele neue und positive Impulse.

 

Er habe den Evaluationsbericht mit dem aus dem letzten Jahr verglichen und dabei festgestellt, dass sich nicht zuletzt durch das Kulturjahr RUHR 2010 doch einiges getan habe. Besonders positiv sei, dass sich die kulturellen Einrichtungen der Migranten seit RUHR 2010 sehr viel intensiver eingebracht haben, was u.a. besonders bei der Produktion „Gegen die Wand“ erkennbar war, aber auch bei Projekten anderer Hagener Institutionen. Auf diesen Wegen müsse man weitergehen und auch an die Migranten appellieren mitzuwirken, diese Bemühungen müsse die Verwaltung noch vertiefen. Auch das vorher umstrittene Projekt „Ebene II“ habe letzten Endes maßgeblich dazu beigetragen.

 

Frau Viehoff erläutert, es habe immer wieder Diskussionen um die verschiedenen Migrationsbegriffe gegeben, die vom Landesamt für Statistik festgelegt werden. Wenn man hier mit Zahlen operiere, gehe es um den Vergleich zu anderen Kommunen in NRW.

 

Dennoch gehöre Hagen zu den Städten, die den höchsten Anteil von Zugewanderten habe. Natürlich sei nicht jeder Migrant integrationsbedürftig, dies hänge auch sehr stark von dem Milieu und dem Herkunftsland ab, in dem Zusammenhang verweist sie auf eine Milieustudie der Stadt Dortmund, die deutlich gemacht habe, dass sich diese Bevölkerungsgruppe in nichts von der hier lebenden unterscheidet.

Dennoch gebe es hier ein großes Potential an Menschen, für die die hiesigen Kultureinrichtungen fremd sind. Daher wolle man auch weiter versuchen, über diese Kulturarbeit ein größeres Verständnis und ein Miteinander zu erwirken.

 

Herr Söhnchen meint, die beiden letzten Wortbeiträge hätten das ausgedrückt, was er auch sagen wollte. Ganz gleich wie man die Statistik bewerte, gehe es um einen Vergleich mit Landeswerten, daher sei es unumstritten, dass Hagen den größten Migra-

tionsanteil in der Region habe.

Daher wolle seine Fraktion es fast zum Antrag machen, dass die Verwaltung aufbauend auf das Wissen um diesen hohen Migrationsanteil das Konzept eher noch ausbauen und stärken soll. Ein solches Konzept könnte die Verwaltung dann in einer der nächsten KWA-Sitzungen hier vorstellen, um dann auch zu sehen, wie die Politik weiter unterstützen und fördern kann.

 

Herr Fritzsche stellt fest, es sei nun schon vieles gesagt worden, dem er sich anschließen könne. Der Begriff „Migrationshintergrund“ sei seitens der Landesstatistik so definiert: a) nicht Deutsche ( ca. 20 % der Menschen in Hagen), b) ein Elternteil oder ein Großelternteil wurde nicht in Deutschland geboren.

 

Weiterhin möchte er sich für den Bericht der Verwaltung bedanken und die Bedeutung dieser interkulturellen Arbeit für seine Fraktion herausstellen. Außerdem erinnert er daran, dass diese Stelle dem letzten Haushaltskonsolidierungsprozess zum Opfer gefallen ist, was sehr zu bedauern sei. Diese Arbeit könne demnach im nächsten Jahr nicht mehr fortgesetzt werden.

 

Herr Röspel bedankt sich für diesen Bericht, über dessen Bedeutung sich alle einig seien. Man könne gerne auch die Anregung der SPD-Fraktion aufnehmen, in einer nächsten KWA-Sitzung noch einen weiteren Ausblick zu gewähren.

 

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Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den 4. Evaluationsbericht „interkulturelle Kulturarbeit in Hagen“ zur Kenntnis.

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Zur Kenntnis genommen

 

Dafür:

 15

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage