01.06.2011 - 3 Gutachten - Kooperationsmöglichkeiten im nichtk...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 01.06.2011
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- 46 Theater Hagen/Philharmonisches Orchester Hagen
- Bearbeitung:
- Petra Seibring
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Die Sitzung wird für einen Moment unterbrochen,
um den vielen Besuchern des Osthausbundes die Möglichkeit zu geben, den Raum zu
verlassen.
Anschließend bittet Herr Röspel die
Verwaltung um Vortrag zu TOP 3.
Herr Dr. Bleicher berichtet zunächst
über Hintergrund und die Aufgabenstellung des Gutachtens. Vorwiegend sei der
Bereich Gebäudemanagement, aber auch die Bereiche Marketing, Verwaltung,
Ankauf, Beratung und Logistik für Technik betrachtet worden. Es habe mehrere
Veranstaltungen gegeben, bei denen die Beteiligten untersucht haben, wo die
Grenzen einer Kooperation liegen und welche Kooperationsfelder zu finden seien.
Insgesamt wurden vier Bereiche gefunden, in
denen aus Sicht der Gutachter Kooperationsmöglichkeiten gegeben wären, das sind
Einkauf, Ticketing, Marketing und bauliche Investitionen.
Im Bereich Einkauf werde von den Gutachtern die
Einrichtung einer elektronischen Einkaufsplattform der Theater vorgeschlagen.
Für alle Theater zusammen wurde dadurch ein Einsparvolumen zwischen 900.000
€ und 1,2 Mio. € errechnet. An dieser Stelle habe man sich
entschieden, eine Arbeitsgruppe der einzelnen Theater zu gründen, die sich
damit befassen soll, eine solche Einkaufsplattform zu schaffen und
Synergieeffekte abzuschöpfen.
Im Bereich des Call Centers sei erkannt worden,
dass es Sinn machen könnte, über Internet und Telefon einen gemeinsamen Verkauf
zu organisieren, auch hier wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet, diese
soll vor den Sommerferien über Ergebnisse berichten.
Zum Thema Dachmarketing solle zwar jedes Haus
sein eigenes Marketing behalten, aber es wurde die Frage gestellt, wie man
Theater noch besser verkaufen und vermarkten könne. Es sei daran gedacht
worden, ein Dachmarketing unter dem Stichwort „ Theater Ruhr“ zu
finden und entsprechend zu bewerben. Auch hier gebe es eine Arbeitsgruppe, die
die entstehenden Kosten ermitteln soll. Die Frage sei, ob es möglich sein kann,
ähnlich wie bei den Ruhrkunstmuseen eine Marke zu schaffen und gemeinsame Aktivitäten
zu haben, die dann zum Teil von den Häusern selbst und zu einem anderen Teil
vom Land über den RVR mitfinanziert werden.
Der Bereich Investitionen sei für Hagen nicht
weiter interessant, weil keine zusätzlichen Investitionen mehr geplant werden
können.
Die beiden Folien zur Bewertung der Werkstätten
und der Theaterpolitik, Seite 13 und 14 der Vorlage, wurden ausdrücklich aus
den weiteren Diskussionen ausgenommen.
Herr Asbeck hält den Gedanken, durch Kooperationen mit
anderen Theatern sparen zu wollen, für begrüßenswert, dies solle auch weiter
verfolgt werden. Allerdings zeige die Vorlage auch deutlich, dass die
Erwartungen bei weitem nicht zu realisieren sind. Einschneidende Einsparungen
seien demnach nicht zu erzielen.
Er fragt, ob der Bereich der Werkstätten
deshalb nicht mituntersucht wurde, weil die Theater gemeinsam entschieden
haben, diesen Bereich auszuklammern.
Das wird von Herrn Dr. Bleicher so
bestätigt.
Herr Fritzsche bezieht sich auf das
Ticketing-System, das in Hagen erst letztes Jahr eingeführt worden ist. Er
meint, man müsse darauf achten, dass durch die Schaffung einer neuen
gemeinsamen Plattform nicht die Investitionen der Stadt Hagen umsonst waren.
Frau Nigbur-Martini hat hier nun gehört,
dass einige Arbeitsgruppen und Arbeitskreise gebildet werden sollen und
Arbeitsaufträge vergeben wurden, konkrete Zahlen lägen allerdings immer noch
nicht vor. Wenn man gleichzeitig höre, dass die Einsparsummen als gering
bewertet werden, frage sie sich, wozu man dann weitere Arbeitsgruppen brauche.
Herr Dr. Geiersbach stellt fest, auch
seine Fraktion habe die Vorlage mit einer gewissen Ernüchterung zur Kenntnis
genommen. Wenn man berücksichtige, dass es bei solchen Gutachten oft die
Tendenz gebe, bestimmte Dinge schön zu reden, könne man bei einem Einspareffekt
von 900.000 € bis 1,2 Mio. € für alle Theater zusammen zu dem Ergebnis
kommen, dass die Einsparungen am Ende auch noch niedriger liegen könnten, bzw.
man vielleicht noch mit einem Zuschussgeschäft rechnen müsse. Große Skepsis sei
also angebracht.
Hier sei
Entwicklungsarbeit enthalten, die noch geleistet werden müsste, um zu gemeinsamen
Einsparungen zu kommen. Das bedeute, man müsse erst einmal investieren, damit
später möglicherweise Einsparungen dabei herauskommen. Er glaube nicht, dass
dies am Ende zielführend sei.
Herr Dücker möchte es noch deutlicher ausdrücken,
möglicherweise sei ein solches Gutachten nur gemacht worden, um im politischen
Raum begründen zu können, warum in diesem Bereich doch nicht in dem Maße
eingespart werden kann, wie das von einigen gesehen wird. Man diskutiere diese
Zusammenlegungen von Theatern ja nicht erst seit gestern. Es gebe aber nur eine
Kooperation, die einigermaßen erfolgreich sei und zwar die zwischen
Mönchengladbach und Krefeld.
Insgesamt gebe es nach diesem Gutachten nur ein
geringes Einsparpotential und am
Ende sei bezeichnenderweise die Empfehlung zu
lesen, noch ein Gutachten über die Werkstätten in Auftrag zu geben. Damit sei
man dann bei dem x-ten Gutachten, seiner Meinung nach müsste man da
realistischer und zurückhaltender sein.
Dass die Politik besonders in der
Theaterlandschaft unter hohem Druck stehe, sei unbestritten. Umso vorsichtiger
müsse man agieren, um nicht Hoffnungen zu erwecken, die man später dann nicht
erfüllen könne.
Interessanterweise stehe bei drei Modulen des
Gutachtens „Politischer Wille erforderlich“. Selbstkritisch müsse
er auch einmal sagen, dass man nach fast sechs Jahren nicht fertiggebracht
habe, in Sachen gGmbH oder nicht, zu einem Schluss zu kommen. Seiner Meinung
nach müsse man sich auf wenige Dinge, die dann auch Erfolg haben, beschränken.
Herr Dr. Bleicher bestätigt, die
Ergebnisse des Gutachtens seien in der Tat ernüchternd. Wenn man die Gesamtzahlen
aller Theater zusammen betrachte und im Ergebnis ein Einsparpotential von nur 2
bis 5 Stellen für alle Häuser zusammen zu erzielen sei, sei dies enttäuschend.
Die Arbeitskreise seien gegründet worden, um
noch einmal zu prüfen, ob es tatsächlich Einsparpotentiale gebe und wenn ja, in
welcher Höhe. Ergebnisse dazu sollen vor den Sommerferien vorliegen, dann werde
auch entsprechend darüber berichtet.
Man wolle auch die Gespräche mit dem Theater
Wuppertal gerne noch einmal vertiefen und die Actori-Untersuchungen der Häuser
Wuppertal und Hagen zusammenführen, um zu schauen, ob dort
Kooperationsmöglichkeiten bestehen.
Diese Fragestellung möchte er vor dem
Hintergrund der Theatersommerferien und den Geburtstagsfeierlichkeiten des
Theaters in die zweite Jahreshälfte verlagern und dann eine entsprechende
Vorlage in den KWA geben. Diese Dinge wolle man gerne auch noch im Arbeitskreis
der kulturpolitischen Sprecher diskutieren.
Er bittet Herrn Hilchenbach, noch kurz
über die Ergebnisse aus dem Bereich der Theaterkonferenz zu berichten.
Herr Hilchenbach berichtet, es habe nun
die zweite Sitzung von insgesamt dreien stattgefunden. Die erste Sitzung habe
dem Informationsaustausch untereinander gedient, es wurde noch einmal
klargestellt, dass die vom Land zugesagten 4,5 Mio. € Erhöhung nicht in bestimmte Projekte aufgeteilt werden
sollen, sondern es müsse gewährleistet werden, dass dieses Geld der
Grundsicherung der betreffenden Theater dient.
In der zweiten Sitzung wurden verschiedene
Modellansätze der Verwendung der Gelder vorgestellt, das Land selbst habe zwei
Varianten vorgestellt, eine davon sei so komplex, dass es dazu geführt habe,
nun wieder kleinere Arbeitskreise einzurichten, die sich mit der
Modellaufstellung beschäftigen werden. Man werde sich im Juli im kleineren
Kreis in Düsseldorf treffen und man hoffe, dass dieses Treffen für die dritte
Sitzung der Theaterkonferenz wegweisend sein wird. Ein Ergebnis soll dann im
September vorgestellt werden.
In der Tendenz zeichne sich ab, dass auf
absehbare Zeit nicht mehr als 4,5 Mio. vom Land fließen werden, eine
Verstetigung dieser Summe sei aber auch noch nicht vom Land zugesagt worden.
Die Verteilung dieser Summe gestalte sich sehr schwer, da das Land diesen
Betrag nicht „per Gießkanne“ verteilen wolle. Er hoffe, dass man zu
einem einfachen Verteilerschlüssel komme, wenn die Summe auf alle Theater
gleich verteilt würde, bedeute dies ca. 225.000 € für jedes Theater.
Herr Dr. Geiersbach bezieht sich auf Informationen
aus dem Internet, er habe dort mehrfach von einem Bergischen Städtedreieck in
Sachen Kultur gelesen und möchte wissen, inwieweit Wuppertal und Hagen dort
eingebunden sind.
Herr Hilchenbach kann dazu nur sagen,
dass es sich bisher nur um Vorschläge handelt. Wenn man ein solches Projekt
überhaupt in Angriff nehmen sollte, würde sich eine Laufzeit von 25 Jahren
ergeben, deswegen habe auch Wuppertal von einem solchen Verfahren Abstand
genommen.
Herr Dücker macht einen Vorschlag zur Vorbereitung der
Gespräche zur Kooperation Wuppertal / Hagen, dazu werde ja wieder der
Arbeitskreis tagen. Er ist der Meinung, man müsse sich an 1983 erinnern und für
die Gespräche mit Wuppertal eine klare Konzeption haben, wie denn das Hagener
Theater aufgebaut werden soll. Nach seiner Auffassung könne man dabei auch das
Orchester nicht außen vor lassen, was ein schwieriges Problem darstelle.
Insgesamt dürfe man nicht so blauäugig in die Gespräche einsteigen wie damals
bei der Fusion mit Hilchenbach. Von daher habe der Arbeitskreis eine immens
wichtige Aufgabe zur Vorbereitung der Gespräche.
Herr Asbeck kann die Skepsis zur Kooperation mit Wuppertal
historisch gut nachvollziehen, er habe auch nichts dagegen, zu untersuchen, ob
es gemeinsame Betätigungsfelder geben könnte, er habe aber ein Problem, ein
drittes Gutachten bei Actori in Auftrag zu geben. Ein solches Gutachten sei
nicht billig und wenn aus den Meinungen der Fachleute aus dem Theater heraus
sichtbar werde, dass es nicht viele Möglichkeiten zur Kooperation gebe, wisse
er nicht, ob es Sinn mache, möglicherweise ein drittes teures Actori-Gutachten
in Auftrag zu geben.
Herr Röspel regt an, auch diese Frage im Arbeitskreis zu
thematisieren.
Frau Kulla spricht die Gespräche des Arbeitskreises an
und fragt, wann denn die Mitglieder des Kulturausschusses Kenntnis darüber
bekommen, was dort diskutiert wurde.
Herr Dr. Bleicher antwortet, dass zur
Vorbereitung verschiedener Fragen jeweils die kulturpolitischen Sprecher aus
den Fraktionen eingeladen werden. Das werde immer so gehandhabt und solle auch
weiterhin so gehalten werden, zudem werden die Themen in den Fraktionen
besprochen.
Herr Walter meint, Frau Kulla solle sich an Herrn Söhnchen
in seiner Funktion als kulturpolitischer Sprecher wenden.
Frau Bartscher meint, sie sei nicht
involviert und möchte auch entsprechende Informationen bekommen.
Herr Dr. Bleicher und Herr Röspel
stellen klar, dass alle entsprechenden Personen jeweils über die Fraktionsgeschäftsstellen
zu den Gesprächen eingeladen wurden. Es sei davon auszugehen, dass die
kulturpolitischen Sprecher ihre jeweiligen Fraktionsmitglieder informieren.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
|
(wie Dokument)
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1,4 MB
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