01.06.2011 - 3 Gutachten - Kooperationsmöglichkeiten im nichtk...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Die Sitzung wird für einen Moment unterbrochen, um den vielen Besuchern des Osthausbundes die Möglichkeit zu geben, den Raum zu verlassen.

 

Anschließend bittet Herr Röspel die Verwaltung um Vortrag zu TOP 3.

 

Herr Dr. Bleicher berichtet zunächst über Hintergrund und die Aufgabenstellung des Gutachtens. Vorwiegend sei der Bereich Gebäudemanagement, aber auch die Bereiche Marketing, Verwaltung, Ankauf, Beratung und Logistik für Technik betrachtet worden. Es habe mehrere Veranstaltungen gegeben, bei denen die Beteiligten untersucht haben, wo die Grenzen einer Kooperation liegen und welche Kooperationsfelder zu finden seien.

Insgesamt wurden vier Bereiche gefunden, in denen aus Sicht der Gutachter Kooperationsmöglichkeiten gegeben wären, das sind Einkauf, Ticketing, Marketing und bauliche Investitionen.

Im Bereich Einkauf werde von den Gutachtern die Einrichtung einer elektronischen Einkaufsplattform der Theater vorgeschlagen. Für alle Theater zusammen wurde dadurch ein Einsparvolumen zwischen 900.000 € und 1,2 Mio. € errechnet. An dieser Stelle habe man sich entschieden, eine Arbeitsgruppe der einzelnen Theater zu gründen, die sich damit befassen soll, eine solche Einkaufsplattform zu schaffen und Synergieeffekte abzuschöpfen.

 

Im Bereich des Call Centers sei erkannt worden, dass es Sinn machen könnte, über Internet und Telefon einen gemeinsamen Verkauf zu organisieren, auch hier wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet, diese soll vor den Sommerferien über Ergebnisse berichten.

 

Zum Thema Dachmarketing solle zwar jedes Haus sein eigenes Marketing behalten, aber es wurde die Frage gestellt, wie man Theater noch besser verkaufen und vermarkten könne. Es sei daran gedacht worden, ein Dachmarketing unter dem Stichwort „ Theater Ruhr“ zu finden und entsprechend zu bewerben. Auch hier gebe es eine Arbeitsgruppe, die die entstehenden Kosten ermitteln soll. Die Frage sei, ob es möglich sein kann, ähnlich wie bei den Ruhrkunstmuseen eine Marke zu schaffen und gemeinsame Aktivitäten zu haben, die dann zum Teil von den Häusern selbst und zu einem anderen Teil vom Land über den RVR mitfinanziert werden.

 

Der Bereich Investitionen sei für Hagen nicht weiter interessant, weil keine zusätzlichen Investitionen mehr geplant werden können.

 

Die beiden Folien zur Bewertung der Werkstätten und der Theaterpolitik, Seite 13 und 14 der Vorlage, wurden ausdrücklich aus den weiteren Diskussionen ausgenommen.

 

Herr Asbeck hält den Gedanken, durch Kooperationen mit anderen Theatern sparen zu wollen, für begrüßenswert, dies solle auch weiter verfolgt werden. Allerdings zeige die Vorlage auch deutlich, dass die Erwartungen bei weitem nicht zu realisieren sind. Einschneidende Einsparungen seien demnach nicht zu erzielen.

Er fragt, ob der Bereich der Werkstätten deshalb nicht mituntersucht wurde, weil die Theater gemeinsam entschieden haben, diesen Bereich auszuklammern.

 

Das wird von Herrn Dr. Bleicher so bestätigt.

 

Herr Fritzsche bezieht sich auf das Ticketing-System, das in Hagen erst letztes Jahr eingeführt worden ist. Er meint, man müsse darauf achten, dass durch die Schaffung einer neuen gemeinsamen Plattform nicht die Investitionen der Stadt Hagen umsonst waren.

 

Frau Nigbur-Martini hat hier nun gehört, dass einige Arbeitsgruppen und Arbeitskreise gebildet werden sollen und Arbeitsaufträge vergeben wurden, konkrete Zahlen lägen allerdings immer noch nicht vor. Wenn man gleichzeitig höre, dass die Einsparsummen als gering bewertet werden, frage sie sich, wozu man dann weitere Arbeitsgruppen brauche.

 

Herr Dr. Geiersbach stellt fest, auch seine Fraktion habe die Vorlage mit einer gewissen Ernüchterung zur Kenntnis genommen. Wenn man berücksichtige, dass es bei solchen Gutachten oft die Tendenz gebe, bestimmte Dinge schön zu reden, könne man bei einem Einspareffekt von 900.000 € bis 1,2 Mio. € für alle Theater zusammen zu dem Ergebnis kommen, dass die Einsparungen am Ende auch noch niedriger liegen könnten, bzw. man vielleicht noch mit einem Zuschussgeschäft rechnen müsse. Große Skepsis sei also angebracht.

Hier sei  Entwicklungsarbeit enthalten, die noch geleistet werden müsste, um zu gemeinsamen Einsparungen zu kommen. Das bedeute, man müsse erst einmal investieren, damit später möglicherweise Einsparungen dabei herauskommen. Er glaube nicht, dass dies am Ende zielführend sei.

 

Herr Dücker möchte es noch deutlicher ausdrücken, möglicherweise sei ein solches Gutachten nur gemacht worden, um im politischen Raum begründen zu können, warum in diesem Bereich doch nicht in dem Maße eingespart werden kann, wie das von einigen gesehen wird. Man diskutiere diese Zusammenlegungen von Theatern ja nicht erst seit gestern. Es gebe aber nur eine Kooperation, die einigermaßen erfolgreich sei und zwar die zwischen Mönchengladbach und Krefeld.

Insgesamt gebe es nach diesem Gutachten nur ein geringes Einsparpotential und am

Ende sei bezeichnenderweise die Empfehlung zu lesen, noch ein Gutachten über die Werkstätten in Auftrag zu geben. Damit sei man dann bei dem x-ten Gutachten, seiner Meinung nach müsste man da realistischer und zurückhaltender sein.

 

Dass die Politik besonders in der Theaterlandschaft unter hohem Druck stehe, sei unbestritten. Umso vorsichtiger müsse man agieren, um nicht Hoffnungen zu erwecken, die man später dann nicht erfüllen könne.

Interessanterweise stehe bei drei Modulen des Gutachtens „Politischer Wille erforderlich“. Selbstkritisch müsse er auch einmal sagen, dass man nach fast sechs Jahren nicht fertiggebracht habe, in Sachen gGmbH oder nicht, zu einem Schluss zu kommen. Seiner Meinung nach müsse man sich auf wenige Dinge, die dann auch Erfolg haben, beschränken.

 

Herr Dr. Bleicher bestätigt, die Ergebnisse des Gutachtens seien in der Tat ernüchternd. Wenn man die Gesamtzahlen aller Theater zusammen betrachte und im Ergebnis ein Einsparpotential von nur 2 bis 5 Stellen für alle Häuser zusammen zu erzielen sei, sei dies enttäuschend.

 

Die Arbeitskreise seien gegründet worden, um noch einmal zu prüfen, ob es tatsächlich Einsparpotentiale gebe und wenn ja, in welcher Höhe. Ergebnisse dazu sollen vor den Sommerferien vorliegen, dann werde auch entsprechend darüber berichtet.

 

Man wolle auch die Gespräche mit dem Theater Wuppertal gerne noch einmal vertiefen und die Actori-Untersuchungen der Häuser Wuppertal und Hagen zusammenführen, um zu schauen, ob dort Kooperationsmöglichkeiten bestehen.

Diese Fragestellung möchte er vor dem Hintergrund der Theatersommerferien und den Geburtstagsfeierlichkeiten des Theaters in die zweite Jahreshälfte verlagern und dann eine entsprechende Vorlage in den KWA geben. Diese Dinge wolle man gerne auch noch im Arbeitskreis der kulturpolitischen Sprecher diskutieren.

 

Er bittet Herrn Hilchenbach, noch kurz über die Ergebnisse aus dem Bereich der Theaterkonferenz zu berichten.

 

Herr Hilchenbach berichtet, es habe nun die zweite Sitzung von insgesamt dreien stattgefunden. Die erste Sitzung habe dem Informationsaustausch untereinander gedient, es wurde noch einmal klargestellt, dass die vom Land zugesagten 4,5 Mio. € Erhöhung  nicht in bestimmte Projekte aufgeteilt werden sollen, sondern es müsse gewährleistet werden, dass dieses Geld der Grundsicherung der betreffenden Theater dient.

In der zweiten Sitzung wurden verschiedene Modellansätze der Verwendung der Gelder vorgestellt, das Land selbst habe zwei Varianten vorgestellt, eine davon sei so komplex, dass es dazu geführt habe, nun wieder kleinere Arbeitskreise einzurichten, die sich mit der Modellaufstellung beschäftigen werden. Man werde sich im Juli im kleineren Kreis in Düsseldorf treffen und man hoffe, dass dieses Treffen für die dritte Sitzung der Theaterkonferenz wegweisend sein wird. Ein Ergebnis soll dann im September vorgestellt werden.

In der Tendenz zeichne sich ab, dass auf absehbare Zeit nicht mehr als 4,5 Mio. vom Land fließen werden, eine Verstetigung dieser Summe sei aber auch noch nicht vom Land zugesagt worden. Die Verteilung dieser Summe gestalte sich sehr schwer, da das Land diesen Betrag nicht „per Gießkanne“ verteilen wolle. Er hoffe, dass man zu einem einfachen Verteilerschlüssel komme, wenn die Summe auf alle Theater gleich verteilt würde, bedeute dies ca. 225.000 € für jedes Theater.

 

Herr Dr. Geiersbach bezieht sich auf Informationen aus dem Internet, er habe dort mehrfach von einem Bergischen Städtedreieck in Sachen Kultur gelesen und möchte wissen, inwieweit Wuppertal und Hagen dort eingebunden sind.

 

Herr Hilchenbach kann dazu nur sagen, dass es sich bisher nur um Vorschläge handelt. Wenn man ein solches Projekt überhaupt in Angriff nehmen sollte, würde sich eine Laufzeit von 25 Jahren ergeben, deswegen habe auch Wuppertal von einem solchen Verfahren Abstand genommen.

 

Herr Dücker macht einen Vorschlag zur Vorbereitung der Gespräche zur Kooperation Wuppertal / Hagen, dazu werde ja wieder der Arbeitskreis tagen. Er ist der Meinung, man müsse sich an 1983 erinnern und für die Gespräche mit Wuppertal eine klare Konzeption haben, wie denn das Hagener Theater aufgebaut werden soll. Nach seiner Auffassung könne man dabei auch das Orchester nicht außen vor lassen, was ein schwieriges Problem darstelle. Insgesamt dürfe man nicht so blauäugig in die Gespräche einsteigen wie damals bei der Fusion mit Hilchenbach. Von daher habe der Arbeitskreis eine immens wichtige Aufgabe zur Vorbereitung der Gespräche.

 

Herr Asbeck kann die Skepsis zur Kooperation mit Wuppertal historisch gut nachvollziehen, er habe auch nichts dagegen, zu untersuchen, ob es gemeinsame Betätigungsfelder geben könnte, er habe aber ein Problem, ein drittes Gutachten bei Actori in Auftrag zu geben. Ein solches Gutachten sei nicht billig und wenn aus den Meinungen der Fachleute aus dem Theater heraus sichtbar werde, dass es nicht viele Möglichkeiten zur Kooperation gebe, wisse er nicht, ob es Sinn mache, möglicherweise ein drittes teures Actori-Gutachten in Auftrag zu geben.

 

Herr Röspel regt an, auch diese Frage im Arbeitskreis zu thematisieren.

 

Frau Kulla spricht die Gespräche des Arbeitskreises an und fragt, wann denn die Mitglieder des Kulturausschusses Kenntnis darüber bekommen, was dort diskutiert wurde.

 

Herr Dr. Bleicher antwortet, dass zur Vorbereitung verschiedener Fragen jeweils die kulturpolitischen Sprecher aus den Fraktionen eingeladen werden. Das werde immer so gehandhabt und solle auch weiterhin so gehalten werden, zudem werden die Themen in den Fraktionen besprochen.

 

Herr Walter meint, Frau Kulla solle sich an Herrn Söhnchen in seiner Funktion als kulturpolitischer Sprecher wenden.

 

Frau Bartscher meint, sie sei nicht involviert und möchte auch entsprechende Informationen bekommen.

 

Herr Dr. Bleicher und Herr Röspel stellen klar, dass alle entsprechenden Personen jeweils über die Fraktionsgeschäftsstellen zu den Gesprächen eingeladen wurden. Es sei davon auszugehen, dass die kulturpolitischen Sprecher ihre jeweiligen Fraktionsmitglieder informieren.

 

 

 

 

 

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Beschluss:

Die Berichtsvorlage wird zur Kenntnis genommen.

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Zur Kenntnis genommen

 

      

 

Dafür:

 15

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage

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